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roadrunner80 29.03.2008 17:28

Zitat:

Zitat von tommy22527
mit kollektiver psychischer Störung meinte ich nicht das Individuum. Obwohl ich auch hier "Fehlfunktionen" nicht ausschließen würde. Kollektiv ist diese "Störung" weil sich dieses wirre Gedankengut "im Kollektiv" entwickelt.

Ja, mangelde Eigensouveränität! Sich selbst als Indiviuum als so unwichtig wahrzunehmen, und nur den Weg des spektakulären aus dem Lebenscheidens zu haben um wenigstens 1x wichtig zu sein. Narzismus!

Rein spekulativ und überhaupt nicht kompatibel mit der diesbezüglichen Forschung.

Sehensucht 29.03.2008 17:41

Zitat:

Zitat von tommy22527 (Beitrag 2276172)
ich vermute das, weil ich manchmal den Eindruck habe in einer Gesellschaft zu leben, sich sich von ihren eigenen Grundsätzen immer weiter entfernt und viele damit nich mehr klar kommen! Hinzu kommen unzählige Kommunikationswege, in denen sich jeder aus seinen ganz eigenen Motiven heraus (manchmal nur um andere zu verarschen) herumdrückt ... das Resultat sind Selbstmordverabredungen von Kiddys und im Extremfall auch Selbstmorde. Könnte man die, die es durchgezogen haben hinterher fragen, würden sich garantiert 100% anders entscheiden. Sie taten es nur, weil sich vorher gegenseitig ihre Probleme groß geredet hatten und sich für die "ärmsten Wesen dieser Welt" hielten.

ein psychisch kranker ist nicht kank weil er glaubt das er krank ist.

!woodstock! 30.03.2008 21:07

@tommy: selten so einen Blödsinn gelesen, sorry. Wenn ich es richtig verstanden habe- habe es nur überflogen- bist Du der Meinung, dass jmd begeht, weil man er seine Probleme groß geredet hat und sich selbst für das ärmste Wesen der Welt hält.

Ich als empathischer Mensch empfinde so eine Einstellung als höchst unsensibel.

Du schriebst, dass Menschen gewissen Schutzmechanismen haben, z.B. die Angst vorm Tod. Okay, das ist korrekt, aber wenn ein Mensch diese Angst überwinden kann, dann muss dieser Mensch seelisch sehr kaputt sein. Er sieht in seinem Leben einfach keinen Sinn und sieht im Tod den letzten Ausweg. Hier geht es nicht um Probleme groß reden oder um Aufmerksamkeit, sondern um einen Menschen, dessen Seel so dermaßen kaputt ist, dass er nicht mehr leben will. Medikamente helfen in sehr schlimmen Fällen nicht, oft hilft auch keine Psychotherapie.

tommy22527 31.03.2008 10:45

Zitat:

Zitat von !woodstock! (Beitrag 2277608)
@tommy: selten so einen Blödsinn gelesen, sorry. Wenn ich es richtig verstanden habe- habe es nur überflogen- bist Du der Meinung, dass jmd begeht, weil man er seine Probleme groß geredet hat und sich selbst für das ärmste Wesen der Welt hält.


Jeder hat so seine Sicht der Dinge ....


PS: was ist mit Selbstmordverabredungen von Kiddys?? Kaputte Seele? SCHWACHSINN!! Großgeredete Probleme --> Volltreffer! Gerade von der ersten Freundin verlassen worden, Problemchen mit Schule und Eltern, vermeintliches sich mißverstanden fühlen .... alles Blödsinn! Endzeitstimmung, Weltuntergangsgedanken ... alles ist schlecht und wird nie wieder gut .... machen wir gleich Schluß, es bringt ja eh alles nix ....
Empathische Menschen neigen offenbar dazu, überzudramatisieren ....

tommy22527 31.03.2008 10:57

ich denke ... alle unsere Meinungen werden wohl mehr oder weniger ihre Berechtigung haben.

etwas objektiv ist wohl folgendes:

Der überflüssige Tod | Panorama | Deutsche Welle | 11.09.2006

morrighan 31.03.2008 23:24

1. Selbstmord bei unheilbarer Krankheit

Heute stehe ich auf dem Standpunkt wenn ich eine unheilbare Krankheit hätte würde ich das Leben voll auskosten und dann das Ende so wenig schmerzhaft wie möglich gestalten. Wenn ich weiss das ich leiden werde, würde ich vermutlich Beratung heran ziehen wie ich das ganze schmerzloser gestalten kann. Mich aber nach einer Diagnose direkt von der Brücke abzuseilen. Nein!

2. Selbstmord - Ursachen

Fakt ist, jemand der Selbstmord begeht steht unter psychischem Streß der nicht abgebaut werden kann. Der Druck der auf einem lastet kann nicht weichen so daß man letztlich nur noch eine Lösung sieht. Der gesunde Menschenverstand setzt aus über SChmerzen oder den Angst vorm Tod denkt in diesem Moment keiner nach der wirklich sich das Leben nehmen will. Auch nicht über die Konsequenzen seines Handelns. Man hat nur noch seine eigenen Probleme im Kopf, weiß keinen Rat. Der Schmerz sitzt so tief das er alles andere im Kopf betäubt. Du kannst nicht mehr, hast keine Kraft, bist ausgelaugt.

Was für Schmerzen sind das?

Teilweise werden diese sogar schon pysisch. Ja auch das st möglich. Wenn man sich selbst so in seine Depression hinein steigert wird aus psychischem Schmerz relativ schnell pysischer Schmerz. Von hin zu Kopfschmerzen über BRustschmerzen man fühlt sich krank. Man hat das Gefühl man bekommt keine Luft mehr. Man kann nicht schlafen. etc endlos lang weiter aufzählbar...

Jemand der einen Selbstmord in Erwägung zieht ist zu 100% depressiv erkrankt. Problem an der Sache ist, ein Aussenstehender kann sowas - wenn er sich damit nicht auskennt nicht erkennen. Der Betreffende versteckt es gut, schämt sich dafür. Er fühlt sich unwichtig und möchte andere nicht mit seinen Problemen belasten. Und da is das seltsame... Man selbst hält seine Probleme für so überdimensional schämt sich aber dafür das man sie hat... Und fühlt sich klein... Man kommt mit sich selbst nicht zu Recht.

Woher kommt es?

Depressive Erkrankungen können viele Ursachen haben. Meistens liegen die Ursachen schon Jahre oder gar Jahrzente zurück. Probleme in der Kindheit. Vergewaltigung, Gewalt oder ein Ereignis was einfach nicht verarbeitet wurde. Ereignisse die einen Menschen ab da prägen und seine Laufbahn bestimmen. Ein Problem was durch viele andere Probleme immer größer wird. Und irgenwann ist es garnicht mehr lösbar. Du schämst dich auf der einen Seite und auf der anderen Seite bist du wütend weil keiner dir hilft - weil sie es nicht sehen können.
Ursachen können auch sein Stress und Druck (Burn out Syndrom) auf der Arbeit und im Privatleben sein.

3. Problembehandlung für Gefährdete und Angehörige

Wichtig ist sich für seine Probleme nicht zu schämen und sich jemandem anvertrauen. Der rationale bzw gesunde Menschenverstand ist weitest gehend ausgeschaltet. Der nächste Gang geht zum Arzt. Medikamentöse und psychologische Behandlung müssen ran. egal wie weit fortgeschritten es bereits ist. Aus einer kleinen Depression kann ganz schnell eine Große werden. Damit sollte man niemals leichtfertig umgehen!

Es gibt mittlerweile viele "Schnelltests" für Gefährdete aus dem Internet. Wenn also jemand den Verdacht hat ein Freund oder Familienangehöriger könnte irgendwie gefährdet sein einfach mal machen und vielleicht mal ansprechen...

Niemals die Augen verschließen.

Warum habe ich nun hier so ausführlich geanwortet und gleichzeitig die Beantwortung deiner Frage im Anfangsthread.

Ich habe durch einige Ereignisse, Stress und Druck im Sommer letzten Jahres einen totalen Zusammenbruch erlitten und erhole mich seit dem davon. Ich habe die Zeichen ignoriert, mich keinem anvertraut und weiter gemacht. Letztlich mich zurück gezogen und keinen Ausweg mehr gesehen. War tagelang betrunken und habe irgendwann Tabletten geschluckt. Damals war jemand da der mir geholfen hat und zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Bin zum Arzt (Diagnose: schwere Depressionen psychosomatische Angststörung) und nehme seit dem Antidepressiva. Ich kann nicht arbeiten gehen denn immer wenn ich nur kurz einer Beschäftigung nachgehe bekomme ich Migräneattacken, bekomme meistens Grippe fühle mich müde und matt kann nicht schlafen wenn ich schlafen soll und penne überall ein.

so far Morrighan

P.S. Und da ich grad son nettes Forenleitungsteil gelesen habe.. NEIn ich habe nicht vor mich umzubringen ^^

guglhupfer 01.04.2008 10:14

Sich umzubringen heist ja nicht unbedingt das man feige ist, sich seinen problemen zu stellen....

Es kann ja auch das gefühl der sinnlosigkeit dahinterstecken. Wer im Leben keinen Sinn findet stirbt

morrighan 01.04.2008 10:32

Zitat:

Zitat von guglhupfer (Beitrag 2278843)
Sich umzubringen heist ja nicht unbedingt das man feige ist, sich seinen problemen zu stellen....

Es kann ja auch das gefühl der sinnlosigkeit dahinterstecken. Wer im Leben keinen Sinn findet stirbt


Jemand der Selbstmord begeht ist nicht feige. Dreh es rum. Denk nach. Jemand der Selbstmord begeht ist eigentlich sogar mutig. Wenn man es ganz krass will. Ein normaler Mensch würde sich nie das leben nehmen weil er viel zu viel schiss hat. Ein Gefährdeter steigt über seinen eigenen Schatten was schon mutig ist und tut es... und das is nicht feige... Nein ich will das nicht verschönigen.

Aber... Nur weil jemand seinen Sinn im Leben nicht findet ist er nicht gleich gefährdet. Einhergehend sind Selbstmordopfer immer mit Krankheiten. Psychischen Krankenheiten.

Lunar Eclipse 01.04.2008 10:41

Zitat:

Zitat von guglhupfer (Beitrag 2278843)
Wer im Leben keinen Sinn findet stirbt

Es braucht wohl noch andere Faktoren, aber grundsätzlich stimme ich zu. Ich hatte zweimal beruflich die Gelegenheit, mit Selbstmördern, ähm, vorab zu sprechen. Auch wenn's hart kling: Deren Entscheidungen waren zumindest nicht eindeutig falsch. Und nein, nicht das Gespräch mit mir bewog sie dazu :rolleyes:

Die waren übrigens nicht medizinisch pathologisch. Kann natürlich sein, dass eine zukünftige Diagnostik etwas anderes gezeigt hätte.

Was, ausser unserem Entsetzen darüber ist eigentlich so schlimm daran, von religiösen Aspekten abgesehen.

morrighan 01.04.2008 10:48

Zitat:

Was, ausser unserem Entsetzen darüber ist eigentlich so schlimm daran, von religiösen Aspekten abgesehen.
Weil die Beweggründe manchmal total irrational sind.

Schlimm finde ich den Selbstmord ansich jetzt nicht direkt schon ja aber was ich schlimmer finde ist dann wen jemand wirklich alleine ist... Wenn jemand weil er verzweifelt alleine ist und niemanden hat Selbstmord begeht und er mit dieser Feststellung dann noch recht hatte... Wenn sich keiner um ihn gescherrt hat ... Sowas fiinde ich hart...


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