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Alt 11.08.2005, 14:20   #151
MadHatter
Cosmic Hobo
 
Registriert seit: 03/2004
Ort: Im Wunderland
Beiträge: 2.754
@Grant und Kuhfladen:

Zitat:
Dann solltest du solche Worte wie "Wir müssen" bleiben lassen, denn WIR "Müssen" Gottlob eben NICHT!
Also meine Güte, ich weiß wirklich nicht, was mit euch los ist...

Bitte verzeiht mir meine Ironie, aber so langsam muss echt schon schmunzeln, weil ich das ,was ihr mir vorwerft, nämlich gar nicht gesagt habe.
Der eine legt mir was in den Mund und der andere stimmt dieser hanebüchenen Verdrehung sofort zu- einfach goldig mit euch zu diskutieren!

So, und jetzt schauen wir uns mal an, was ich wirklich gesagt habe:

"Wir müssten es wieder wagen, unseren eigenen starken Gefühlen zu glauben.
Wir müssten es uns erlauben, eine Sprache wieder zu erlernen, die offen ist für den Reichtum der Träume, für die Schönheit der Bilder und für die Poesie unserer eigenen Phantasie.
Wir müssten das letztlich religiös begründete Vertrauen wiedergewinnen, dass wir bedingungslos berechtigt sind zu sein- ja, Gottes geliebte Kinder, könnte man sagen, wenn da nicht schon einige in Panik aufschreien und ihre Zeigefinger ausfahren würden."

Ich habe NIEMALS gesagt: Wir müssen.

"Wir müssen" ist der Indikativ Präsens- und den habe ich nicht benutzt.
Ich habe geschrieben "Wir müssten", und das ist der Konjunktiv II Präsens, was man in jeder Deutschen Grammatik nachschlagen kann.

Der Konjunktiv II drückt in Verbindung mit dem Modalverb "müssen" eine zweifelnde Vermutung aus.

Beispiel:

Es ist ein Unterschied ob ich sage: "Wir müssen ankommen" oder "Wir müssten ankommen", da sich im letzteren keine Feststellung ausdrückt.

Ich weiß ja, dass meine Beiträge nicht unbedingt die leichteste Kost sind, aber ich schreibe sie auch nicht ausschließlich für das Forum oder um andere zu überzeugen, sondern in erster Linie für mich selber.
Ich möchte im Austausch mit anderen meine Gedanken sortieren und etwas dazu lernen, das ist der schlichte Grund warum ich schreibe.
Smalltalk und sinnlosen Dünnpfiff gebe ich in meinem Privatleben schon genug von mir, deswegen stürze ich mich hier in ein tiefes Gedankenmeer.

Anhand der Reaktionen möchte ich mein Anliegen noch mal deutlicher formulieren:

Ich meine, wir können alles Wissen, alle Weisheit, alle Weltanschauungen und alle Religion von uns weisen, aber um Liebe und Mitgefühl werden wir nicht herum kommen.
Die geistigen Werte wie Geduld, Toleranz, Vergebung und Demut, die daraus erwachsen, sind für unser Zusammenleben unabdingbar und jeder sollte sich in ihnen üben, ob er nun einer Religion angehört oder nicht.
Ich meine aber auch, dass ein Mensch die Kultivierung dieser Werte im Zusammenhang mit einer Religion einfacher und effektiver erreichen wird.
Natürlich kann man sich nicht von heute auf morgen entscheiden, ob man glaubt, aber man kann sich jederzeit mit religiösen Gedanken beschäftigen und sich bereichern lassen.

Ich komme auch aus einer atheistischen Familie, aber seitdem eine ganz besondere Frau an mich geglaubt hat, glaube ich, dass alles möglich ist.
Deswegen entspringen meine romantischen Beschreibungen nicht irgendwelchen Wunschvorstellungen, sondern das sind genau jene Erfahrungen, die ich mit den Menschen teile, die ich liebe.
Hinzu kommen viele tiefsinnige Gespräche mit Gläubigen über die Liebe und ganz wunderbare Unterhaltungen mit sich liebenden Paaren über Gott, die die gleichen Erfahrungen machten, wie ich.
Und es ist sicher auch kein Zufall, dass in fast jedem Liebeslied unweigerlich theologische Inhalte oder Begriffe, wie Glaube, Vertrauen, Himmel, Paradies oder Engel auftauchen.

Mit keinem anderen Wörterschatz lassen sich die Empfindungen in der Liebe besser beschreiben, als mit dem Religiösen.

Die Religion hat die Liebe selbstverständlich nicht gepachtet, aber in keiner Lehre ist die Liebe so zentral verankert wie in den Religionen.
Darum ist es ihr Auftrag, das Bewusstsein der Gesellschaft für die geistig-seelischen Werte offen zu halten, die aus Liebe und Mitgefühl erwachsen, und die Menschen daran zu erinnern, dass sie mehr sind, als das, was andere Leute über sie festlegen.
MadHatter ist offline  
Alt 11.08.2005, 14:20 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 11.08.2005, 14:35   #152
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Madhatter du wärest ein guter Deutschlehrer!

Das wichtigste mit Religion ist, wie auch für alle Theorien, daß nie missioniert wird, daß jeder für sich selber entscheidet.

Aber bei Religion (allen) sollte nie vergessen werden, daß keine Religion Fakten anbieten kann, etwas beweisen kann oder etwas glaubhaft erklären kann. Man müßTe, ( ) also sollte, gestehen, daß es sich nur um Glaube handelt.

Ich habe kein Problem damit, wenn man Glaube hat, solange man im Klaren ist, daß es das ist.
 
Alt 11.08.2005, 15:16   #153
Kuhfladen
disabled
 
Registriert seit: 07/2004
Beiträge: 4.745
Zitat:
Zitat von MadHatter
Ich meine, wir können alles Wissen, alle Weisheit, alle Weltanschauungen und alle Religion von uns weisen, aber um Liebe und Mitgefühl werden wir nicht herum kommen.
Die geistigen Werte wie Geduld, Toleranz, Vergebung und Demut, die daraus erwachsen, sind für unser Zusammenleben unabdingbar und jeder sollte sich in ihnen üben, ob er nun einer Religion angehört oder nicht.
Ich meine aber auch, dass ein Mensch die Kultivierung dieser Werte im Zusammenhang mit einer Religion einfacher und effektiver erreichen wird.
Natürlich kann man sich nicht von heute auf morgen entscheiden, ob man glaubt, aber man kann sich jederzeit mit religiösen Gedanken beschäftigen und sich bereichern lassen.
ja und?
ich glaube das du den stellenwert der religionen oder des glaubens überbewertest. dafür das es eben nicht so ist wie du es dir vorstellst habe ich mehr als genug schlechte erfahrungen gemacht.
und ob ich nun sage du musst oder müsstest, herrje, das ist ja schon ein wenig kleinlich gedacht.
ich glaube nicht das der kleine buchstabe "t" der ausschlaggebende punkt für den "aufschrei" den du gehört haben willst war.

ich muss ehrlich gesagt eher ein wenig lächeln wenn ich deine beiträge lese. ich weiß nicht ob ich sie naiv oder einfach nur überzogen romantisch finden soll.

Zitat:
Zitat von MadHatter
Und es ist sicher auch kein Zufall, dass in fast jedem Liebeslied unweigerlich theologische Inhalte oder Begriffe, wie Glaube, Vertrauen, Himmel, Paradies oder Engel auftauchen.
nur weil jemand in einem song von engeln singt heißt das nicht das es aus religiöser überzeugung geschieht. selbst ich war so anmaßend in einem meiner songs schon mal jemanden als engelsgleich zu beschreiben.
betrachte es eher als floskel oder mittel einer für andere verständlichen beschreibung einer eigenschaft. deshalb glaube ich trotzdem nicht an engel.


Zitat:
Zitat von MadHatter
Mit keinem anderen Wörterschatz lassen sich die Empfindungen in der Liebe besser beschreiben, als mit dem Religiösen.
da lehnst du dich aber mächtig weit aus dem fenster. für mich ist liebe immer noch ein gefühl das ich mit keinerlei religiösem glauben in verbindung bringe. und ich behaupte jetzt einfach mal das es den meisten menschen genauso geht.
wenn du es nicht anders erklären oder beschreiben kannst empfinde ich das als befremdlich.

Zitat:
Zitat von MadHatter
Ich meine, wir können alles Wissen, alle Weisheit, alle Weltanschauungen und alle Religion von uns weisen, aber um Liebe und Mitgefühl werden wir nicht herum kommen.
und nochmal, was hat das eine mit dem anderen zu tun?
ich weise alle religionen und den glauben an einen oder mehrere götter von mir. habe ich deshalb kein mitgefühl oder bin ich deshalb nicht in der lage zu lieben?
das erklär mir bitte mal genauer, nicht das es heißt ich hätte dich wieder falsch verstanden.

Zitat:
Zitat von MadHatter
Die Religion hat die Liebe selbstverständlich nicht gepachtet, aber in keiner Lehre ist die Liebe so zentral verankert wie in den Religionen.
richtig, die religion hat den begriff der liebe für sich entdeckt und aufgenommen. ist ja nix schlechtes.
allerdings kennst du die lehre die mir meine eltern, großeltern beigebracht haben nicht!

Zitat:
Zitat von MadHatter
Darum ist es ihr Auftrag, das Bewusstsein der Gesellschaft für die geistig-seelischen Werte offen zu halten, die aus Liebe und Mitgefühl erwachsen, und die Menschen daran zu erinnern, dass sie mehr sind, als das, was andere Leute über sie festlegen.
wer legt was fest? sind religioen nicht auch von menschen geprägt und bestimmt? wie kommst du darauf das ich mit dem einverstanden bin was eine religion oder jemand der meint diese richtig zu interpretieren über mich festlegen möchte? ich habe keiner religion diesen auftrag gegeben und den wird auch keine religion von mir bekommen. weder das sie mein leben bestimmen noch das anderer. das soll meinetwegen jeder für sich selbst entscheiden.
ich erwarte von den vertretern einer religion das sie das akzeptieren. (das tun nur leider die wenigsten weil sie meinen sie müssten es immer und immer wieder versuchen diesen "auftrag" auszuführen).

ich meine, ich finde es ja schön das du so sehr in deinem glauben und deinen gesprächen mit anderen gläubigen und sich und "gott" liebenden menschen aufgehst. das will dir bestimmt auch niemand nehmen.

aber religiöse gedanken mit bereicherung gleich zu setzen halte ich auch für eine sehr gewagte äusserung. weist du, es geht weniger um deine inhalte die mir aufstossen, sondern um die art wie du sie zu vermitteln versuchst. liest man genau spielt nämlich der indikativ und der konjunktiv keine allzu große rolle. deshalb wird es auch von mir so wahr genommen, nämlich schon ein wenig missionarisch.
Kuhfladen ist offline  
Alt 11.08.2005, 15:34   #154
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Kuhfladen
j
für mich ist liebe immer noch ein gefühl das ich mit keinerlei religiösem glauben in verbindung bringe. und ich behaupte jetzt einfach mal das es den meisten menschen genauso geht.
Das stimmt ganz sicher!
 
Alt 11.08.2005, 18:52   #155
grenzkrieger
Member
 
Registriert seit: 02/2005
Ort: zwischen Wünschen, Träumen und Hoffnungen ... mit einer gelegentlichen Fährverbindung zu Realismus
Beiträge: 105
Zitat:
Zitat von MadHatter
... Die geistigen Werte wie Geduld, Toleranz, Vergebung und Demut, die daraus erwachsen, sind für unser Zusammenleben unabdingbar und jeder sollte sich in ihnen üben, ob er nun einer Religion angehört oder nicht.
Ich meine aber auch, dass ein Mensch die Kultivierung dieser Werte im Zusammenhang mit einer Religion einfacher und effektiver erreichen wird.
Natürlich kann man sich nicht von heute auf morgen entscheiden, ob man glaubt, aber man kann sich jederzeit mit religiösen Gedanken beschäftigen und sich bereichern lassen...
schlagende beweise dieser these sind dann wohl "neugeborene christen" in den usa, creationisten, hindutva (hindu-fundamentalismus) in indien, muslimischer fundamentalismus, die konflikte in palästina und nordirland ... etc.
grenzkrieger ist offline  
Alt 12.08.2005, 08:14   #156
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Viele Kriege, evtl sogar eine Mehrheit, haben mit Religion zu tun.
Wichtig sollten Vernunft, Liberalität und Gleichheit sein, das führt zu Toleranz. Nicht, daß es dann gar keine Kriege geben würde, es würde aber weniger Haß und Kontrollversuche geben weil Religionen weniger Einfluß hätten.
 
Alt 12.08.2005, 09:13   #157
Hades
Special Member
 
Registriert seit: 06/1999
Beiträge: 2.643
Ich bin zwar Atheist, aber:
Leute, ich denke hier muss man schon mal unterscheiden. Dafür,dass eine Lehre missbraucht wird, kann man nicht die Lehre verantwortlich machen.
Hades ist offline  
Alt 12.08.2005, 09:50   #158
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Stimmt, aber was ist, wenn die Lehre selbst bzw. die Personen deren Aufgabe es ist, die Lehre zu verbreiten, selber nicht auf Vernunft basiert sind und Meinungen über den Wert oder die Richtigkeit der eigenen Religion verbreiten? Das passiert und passierte häufig, in so gut wie allen Religionen.
 
Alt 12.08.2005, 11:37   #159
Hades
Special Member
 
Registriert seit: 06/1999
Beiträge: 2.643
Ich möchte hier jetzt mal nur für das Christentum sprechen. Jeder Mord der jemals im Namen Gottes ausgeführt wurde ist wider die Lehre. Jemand der sich als Christ bezeichnet, sollte das wissen. Tötet er trotzdem, dann ist er kein Christ, sondern ein gewöhnlicher Mörder, der eindeutig gegen die Lehre des Christentums handelt.
Hades ist offline  
Alt 12.08.2005, 13:44   #160
Kuhfladen
disabled
 
Registriert seit: 07/2004
Beiträge: 4.745
hades, das ist alles richtig was du sagst. ich glaube hier geht es auch eher darum das es menschen gibt die glauben das ein leben ohne religion nicht in moralichen bahnen verlaufen kann bzw. der begriff liebe sich in erster linie über den glauben definiert und diejenigen, so wie ich, die behaupten das das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.
zumindest nicht in abhängigkeit. das glauben und religionen falsch ausgelegt werden können und auch werden ist im grunde noch ein anderes thema.
ich bin zwar atheist, kann aber bei manchen menschen durchaus ihren glauben nachvollziehen, wenn auch nicht verstehen.
darüberhinaus ist mir noch kein gläubiger mensch begegnet der nicht bewußt oder unbewußt gegen die vorgaben der religion oder des glaubens den er vertritt verstossen würde. insofern betrachte ich das ganze als sehr relativ.
Kuhfladen ist offline  
Alt 12.08.2005, 13:44 #00
Verbraucherinformant

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Beiträge: 4692

 

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