Lovetalk.de

Zurück   Lovetalk.de > > >
Forenregeln Hilfe zum Forum Forum durchsuchen Passwort vergessen Registrieren Alle Foren als gelesen markieren

Du befindest dich im Forum: Archiv: Streitgespräche. Was regt Euch auf ... ?

 
 
Themen-Optionen
Alt 15.08.2005, 19:21   #191
MadHatter
Cosmic Hobo
 
Registriert seit: 03/2004
Ort: Im Wunderland
Beiträge: 2.754
@Kuhfladen:


Zitat:
wenn also heute so oft davon gesprochen wird das immer mehr menschen sich von der kirche abwenden, geschweige denn an "gott" glauben, so muss dieser umstand zu großen teilen den kirchen selbst angelastet werden.
Da bin ich mir nämlich gar nicht so sicher.
Sicher hat die Kirche ihre Fehler, aber in meinen Gesprächen mit den Menschen erlebe ich zum großen Teil ein reges Interesse an religiösen Dingen, dennoch wollen sich die Menschen an keine Institution mehr binden.
Das ist ein Problem, dass sich quer durch die Gesellschaft zieht und dazu tritt immer mehr die Verengung auf das Mess- und Machbare, was mir große Sorge bereitet.

Zitat:
das einzige interesse das die kirchen haben ist es ihre schäfchen, sprich deren geld, ins trockene zu bringen. ist ja auch klar in einer zeit wo sich immer mehr menschen von der kirche und "gott" abwenden.
Das sehe ich durch meine Kirchenarbeit auch ganz anders.
Ganz ehrlich: Ich würde mir manchmal wünschen, dass es so wäre.
Die evangelische Kirche hat lange Zeit über ihre Maßen gelebt und tut sich nun unheimlich schwer damit, einschneidende Reformen zu erlassen. Dieser ganze Kuschelkurs, der auf den höheren Ebenen gefahren wird, ist wirklich sehr lobenswert, aber manchmal muss man eben auch Leute entlassen und das nötigste tun, um die Kirche schlank zu halten.


Zitat:
ich glaube dir das du an das was du schreibst glaubst. inhaltlich kann ich es weder nachvollziehen noch bringt es mich dazu es ernsthaft in erwägung zu ziehen.
[...]
madhatter, bitte nimm mir das nicht übel, aber du wiederholst dich ein ums andere mal ohne tatsächlich ein argument zu liefern. was du schreibst und verkündest ist dein glaube, keine tatsachen und keine wahrheiten. daran ändern auch irgendwelche bibelgeschichten nichts, da sie kaum als "BEWEIS" taugen.
Das ist sehr schade, aber dennoch denke ich, dass ich, zum Beispiel anhand der PN's, die ich bekommen habe, den ein oder anderen zum Nachdenken angeregt habe.
Zumindest habe ich den Wahrheitsanspruch der Religionen genauer erklärt, erläutert warum Gottvertrauen Individualität bedingen kann und dass man sich nur in der Liebe als gemeint akzeptiert.
Zudem habe ich versucht zu zeigen, dass es allgemein verbindliche moralische Ansprüche gibt und habe darüber hinaus auch zwei Beispiele genannt, wie man religiöse Erfahrungen machen kann.
Das ist immerhin schon mal etwas und mir geht es nicht darum, Gott zu beweisen, sondern zu zeigen, dass Religion sehr bedeutsam für die Ethik ist, und ich muss mich so oft wiederholen, weil du immer wieder Sachen schreibst, die ich nicht gesagt habe.


Zitat:
für gläubige steht spiritualität immer irgendwie gleich mit glauben und religiösität. warum eigentlich? ist eure phantasie und vorstellungskraft derart getrübt und eingeschränkt das ihr nichts anderes mehr zulassen könnt?
Zumindest scheinst du mir endlich Recht zu geben, dass der Mensch eine spirituelle Seite hat.
Und zu dem anderen: Nein, "unsere" Phantasie ist nicht getrübt.
Das hatte ich eigentlich schon geklärt, aber ich verweise dich gerne noch mal auf meinen Beitrag 178 ohen mich zu wiederholen:

"Ich glaube, jeder Mensch hat eine religiöse- sagen wir es neutraler- spirituelle Dimension, die sich zum Beispiel in Liebesliedern oder der Kunst ausdrückt.
Ich meine auch, dass diese Dimension bedeutsam für die Ethik ist, aber das heißt nicht, dass wir alle einer Religion angehören müssen.
Nur wer die Sprache seines Herzens genauer erforschen möchte, der sollte sich mit Religion befassen, weil wir Grundlagen brauchen, um uns auf die Reise zu uns selbst zu machen."

Zitat:
liebe liebe liebe und alles aber nur weil gott und so weiter. boaaaahhhh, das muss man erst mal verdauen.das mag für einen gläubigen sehr plausibel sein (wird ja auch ohne ende so eingetrichtert) aber für aussenstehende ist das fast schon unerträglich.
Schon wieder Nein.
Wie oft soll ich es denn noch sagen: Nicht weil Gott, sondern Liebe deutet auf Gott hin, der Vernunft und Liebe entspricht.


Zitat:
es ist zwar in gewisser hinsicht anstrengend sich mit dir über dieses thema zu unterhalten (da bist du aber nicht der einzige), aber auf der anderen seite weiß ich auch das du mir, trotz vollkommen anderer grundsätze, wohlgesonnen bist.
Das freut mich und ich gebe es natürlich gerne zurück.
MadHatter ist offline  
Alt 15.08.2005, 19:21 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 16.08.2005, 01:46   #192
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Auch ich bin für die Trennung von Kirche und Staat, meine aber, dass der Staat eine Hinwendung zum Religiösen haben sollte, so wie es in der Präambel des Grundgesetzes festgehalten ist.
Das ist aber nicht total konsequent. Wenn Kirche (ich wuerde sagen Religion, also alle Kirchen und Institutionen aller Religionen) und Staat getrennt sind, dann sollte der Staat keine Hinwendung zum Religioesen haben. Staat und Religion sind zwei voellig verschiedene Sachen und sollten gar nichts miteinander zu tun haben. Ein Modell: Frankreich seit der totalen Trennung der zwei 1905.

Zitat:
Die Gründe hierfür habe ich in früheren Beiträgen in diesem Thread ausgeführt und ich bin mit der Regelung in Deutschland zufrieden.
Ich waere, wuerde ich in Deutschland wohnen, auch mit der deutschen Regelung weitgehend aber nicht total zufrieden. Ich kann nur weitgehend zufrieden sein weil das eben nicht totale Trennung ist, aber das habe auch ich in frueheren Beitraegen erklaert. Aber trotzdem bin ich weitgehend zufrieden in sofern, dass es in der BRD keine anerkannte staatlichen Religion gibt und dass die Religion im Staat keine weitere Rolle spielt.

Zitat:
Ich meine weiterhin, dass auch die Moral nur bedingt Privatsache ist.
Die Moral ist nur bedingt Privatsache insofern, dass der Staat zu sagen hat, was man nicht sagen oder machen darf. Das ist ein gutes Prinzip der britischen Rechtstradition, alles was nicht ausdruecklich (also in einem Gesetz) verboten ist, ist erlaubt. Aber das waere dann eine kompliziertere Diskussion ueber das Thema Rechtssysteme. Hauptsache, das was man nicht machen oder sagen darf ist so um andere zu schuetzen, um die Leute vor einander zu schuetzen.
Beispielsweise, auch wenn meine persoenliche Moral eine Religion ablehnt, es ist mir nicht erlaubt, Leute die dieser Religion angehoeren zu verhindern wenn sie in ihre Kirche oder andere religioese Institutionen gehen. Wenn die Moral einer Person keine anderen Personen betrifft, dann bleibt das voellig eine Privatsache.

Zitat:
Ich halte es für sehr wichtig, dass der Staat Werte vermittelt, darum begrüße ich zum Beispiel das Modell der Ganztagsschule.
Unter "Ganztagschule" verstehe ich etwas, was in den von der SPD regierten Bundeslaendern, eher im Norden, eingefuerht wurde aus Gruenden der politischen Korrektheit, um den Unterschied zwischen Gymnasium, Realschule usw. zu schwaechern und damit Kinder zumindest theoretisch mehr Unterricht bekommen und waehrend des Tages nicht "rumhaengen" oder so.
Du muesstest mir also bitte erklaeren, was die Gataschulen in Bezug auf Werte machen, was anders ist, denn anscheinend habe ich etwas nicht gewusst oder den Konzept falsch verstanden.

Aber nein, der Staat sollte keine Werte vermitteln. Er koennte im Bildungswesen dafuer sorgen, dass Schueler von moeglichen Werten und moralischen Weltanschauungen wissen, das waere dann aber nicht nur das Christentum, sondern mehrere Religionen, Atheismus, Agnostismus (gibt es das Wort? agnostich sein, meine ich) usw. Es sollte dann auch um spezifische Fragen gehen, die relevant sind, so zum Beispiel sollte der Aufklaerungsunterricht nicht nur damit zu tun haben, wie eine Frau schwanger wird und wie man verhuetet usw. sondern auch mit der sexuellen Moral. Wobei aber alle Moeglichkeiten anwesend sein muessen und ohne dass eine Moeglichkeit wie etwa Abstinenz einen besonderen Wert im Unterricht hat.

Kurz, Ethikunterricht ist schon in Ordnung. Und in diesem Fach kann man auch ueber verschiedene religioesen und politischen Weltanschauungen lernen.

Werte sind aber etwas, was jeder fuer sich selber entscheiden muss. Das ist nie Aufgabe des Staates.

Zitat:
Selbst wenn es ungewöhnlich klingen mag, so habe ich die Erfahrung gemacht, dass heutige Familien kaum noch in der Lage sind, ihre Kinder mit bestimmten Werten vertraut zu machen.
Ob sie wirklich nicht in der Lage sind oder es halt nicht tun, aus verschiedenen Gruenden?
Aber egal, das heisst dann nur, dass Heranwachsende selber Werte entdecken muessen waehrend sie sich entwickeln oder wie es im GG steht, waehrend der (staendig passierenden) freien Entfaltung der Persoenlichkeit. Das Wort "frei" ist da enorm wichtig (schliesst vom Staat vermittelte Werte auch aus). Eben Ethikunterricht koennte den Schuelern zeigen, was fuer Moeglichkeiten es gibt, sollte aber nicht Werte vermitteln, sondern verschiedene bekannt machen.

Zitat:
Die Jugendlichen leiden heutzutage an einem abgeschwächtem Nihilismus und wenn ich in die Schulen gehe, so werde ich mit den verschiedensten Fragen bombardiert.
Was machst du in Schulen? Christlicher Unterricht oder so?
Vielleicht ist Nihilismus ein heutzutage unter juengeren Leuten dominantes Wersystem? Das ist nicht unbdingt ein Problem, solange man selber entscheidet und man anderen nichts antut.

Zitat:
Ich denke, es wäre die Aufgabe des Staates, hier seine Kompetenzen zu verstärken und zwar in dem Sinne, dass die Lehrkräfte nicht nur ihr Fachwissen, sondern auch ihr pädagogisches Potenzial optimal nutzen.
Ich weiß, dass viele da laut aufstöhnen, aber Lehrer zu sein, bedeutet nun mal mehr, als nur Wissen zu vermitteln
Jein. Es ist Aufgabe des Staates, moegliche Wertsysteme den Schuelern bekannt zu machen, nicht aber, mehr als nur Wissen zu vermitteln. Das ist eine Art Widerspruch ich weiss, aber ich meine, in der Schule lernt man alles, was man fuer das weitere Leben wissen muss, idealerweise auch viel mehr als dieses Basiswissen, damit man ein gut erzogener Mensch und 'Weltbuerger' ist, der die Welt einigermassen verstehen kann. Dazu kommt also auch die Vermittlung von Werten, nicht abe dass man von bestimmten Werten als positiv oder ideal lernt, es sei denn, es geht um gesetzlich festgeschriebe Werte die andere schuetzen. So zum Beispiel ist das Stehlen nicht erlaubt, weil das eben anderen schaden wuerde, dass das eines der 10 Gebote ist spielt keine Rolle, man muss das als Kleinkind lernen weil es aus guten Gruenden im Gesetz steht.
 
Alt 16.08.2005, 23:43   #193
Pecorin
Platin Member
 
Registriert seit: 03/2005
Ort: Köln
Beiträge: 1.504
Zitat:
Zitat von Kuhfladen
was ist los? DU hast doch gesagt wir sollen alle kommen. dann musst du ja wohl auch wissen warum wir kommen sollen.
mir fällt kein grund ein, also warum sollen wir alle kommen?
nöpe, muss ich nicht. wieso muss ich wissen wieso ihr alle kommen sollt? kommt einfach, wenn du gründe haben musst , dann besorg' sie dir. wenn du keine findest, dann kann ich dir auch keine liefern.
Zitat:
Zitat von Kuhfladen
und dann die beleidigte leberwurst spielen wenn jemand nicht kommen will weil der papst kommt oder weil es zu religiös ist.

ganz schön :schnuller
nix beleidigte leberwurst spielen, wer nicht will, will, nicht, was soll ich dazu sagen, ausser "dann eben nicht"?
Pecorin ist offline  
Alt 17.08.2005, 01:17   #194
Kuhfladen
disabled
 
Registriert seit: 07/2004
Beiträge: 4.745
Zitat:
Zitat von Pecorin
nöpe, muss ich nicht. wieso muss ich wissen wieso ihr alle kommen sollt? kommt einfach, wenn du gründe haben musst , dann besorg' sie dir. wenn du keine findest, dann kann ich dir auch keine liefern.

nix beleidigte leberwurst spielen, wer nicht will, will, nicht, was soll ich dazu sagen, ausser "dann eben nicht"?
dann schreib auch nicht "kommt alle zum weltjugendtag", gelle? hättest du geschrieben das du alle gern einlädst, also im sinne von das es dich freuen würde, dann wäre es etwas anderes also wiederum im sinne von einer begründung oder eines wunsches.


aber unabhängig davon, ich wünsche dir viel spaß auf dem treffen!
Kuhfladen ist offline  
Alt 17.08.2005, 02:49   #195
Wusch
 
Registriert seit: 08/2004
Ort: München
Beiträge: 19.817
Zitat:
Zitat von Dr_Eisenhans
moslem...judentum...christentum...was hat das alles gemeinsam...? Richtig den monotheismus...ahhh...drum töten wir..beschwafeln wir uns ..usw. weil jeder den anderen von seinen EINZIGEN gott überzeugen will....zurück zum polytheismus.....da hatte jeder seinen eigenen gott was heute genau so gilt aber ist ja wuarst....


hallo dottore-gott...grüße von wusch-gott

nein, du hast es schon getroffen
Wusch ist offline  
Alt 17.08.2005, 02:50   #196
Wusch
 
Registriert seit: 08/2004
Ort: München
Beiträge: 19.817
Zitat:
Zitat von Toktok
Das Christentum ist keine monotheistische Religion, Eisenhans. Es gibt eine Trinität in Form des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes
aha...trinität heißt aber 3-einigkeit...auf gut deutsch: gott ist eine gespaltene persönlichkeit
Wusch ist offline  
Alt 17.08.2005, 03:06   #197
Wusch
 
Registriert seit: 08/2004
Ort: München
Beiträge: 19.817
@madhatter
du hast einerseits geschrieben, "dass gott und die ewige vernunft eins sind" - ein sehr interessanter ansatzpunkt...dann aber , dass eine moral, die auf rationalität baut nicht möglich sei...aber rationalität ist doch vernunft???
Wusch ist offline  
Alt 17.08.2005, 03:15   #198
Wusch
 
Registriert seit: 08/2004
Ort: München
Beiträge: 19.817
ich denke, ein teil des diskussions-problems hier besteht im begriff der SPIRITUALITÄT...
wir menschen können ja nich mal KREATIVITÄT genau erfassen, und spiritualität geht darüber noch hinaus...mit dem begriff verbinden wir alle etwas, was mit einem größeren ganzen zu tun hat (egal, ob das eine clique, eine gemeinschaft, ein staat, ein universum ist), den zu erfassen und zu definieren wir uns aber schwer tun, obwohl wir irgendwie genau wissen, was damit gemeint ist...es ist also ein schein-problem....
ich hatte schon mal gesagt, dass es kein ethisches systen auf der welt gibt, das propagiert, dass es gut und toll sei, menschen zu killen und ihnen weh zu tun...vielleicht deutet genau diese tatsache auf eine gemeinsame spritualität hin, denn mir konnte noch niemand die frage beantworten, WARUM das so ist...hihi, ich kann es zumindest für mich - auch ohne gott zu verwenden oder ein tatsächlich übergeordnetes ganzes...mir genügt dazu eine gemeinsamkeit der menschen, nämlich die, glücklich sein zu wolllen....

ich bin gerade in köln, aber nicht wegen des weltjugendtages....
es laufen da aber schon ne menge hübscher mädels rum
Wusch ist offline  
Alt 17.08.2005, 06:10   #199
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von wusch
@madhatter
du hast einerseits geschrieben, "dass gott und die ewige vernunft eins sind" - ein sehr interessanter ansatzpunkt...dann aber , dass eine moral, die auf rationalität baut nicht möglich sei...aber rationalität ist doch vernunft???
Die "ewige" Vernunft gibt es nur, wenn es um eine bewiesene Tatsachen geht, so z.B. eines meiner liebsten Beispiele, daß die Erde sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt.
Sonst ist es Vernunft bis etwas vernünftigeres ("mehr wahr", also bewiesenes) herausgefunden wurde, was durch Fortschritt passiert.

Daß Gott und Vernunft eins sind? Einfach total unmöglich. Gott ist Aberglaube, eine Idee und Vernunft ist halt Vernunft, die schließt Aberglaube aller Arten total aus. Die Begriffe widersprechen einander total.

Rationalität ist doch Vernunft? Ja.......
Das franzsöisch/lateinische Wort, welches auf Englisch in der Form "rational" existiert heißt auf Deutsch "Vernunft" und beispielsweise auf Schwedisch "förnunft". Es handelt sich nur um einen Unterschied zwischen dem germanischen und romanischen Wort, die Bedeutung ist gleich.

Zitat:
ich hatte schon mal gesagt, dass es kein ethisches systen auf der welt gibt, das propagiert, dass es gut und toll sei, menschen zu killen und ihnen weh zu tun...vielleicht deutet genau diese tatsache auf eine gemeinsame spritualität hin, denn mir konnte noch niemand die frage beantworten, WARUM das so ist
Ich versuche es dann mal.
Weil es für (ziviliserte, also heutige) Menschen nicht natürlich ist, andere Menschen zu töten. Menschen zu töten war nie etwas, was die Menschen und ihre Vorgänger, Affen, machten, sondern, sie töteten und töten noch andere Tiere um diese zu essen. (Das Töten Tiere aus Spaß war und ist auch nicht eine natürliche menschliche Aktivität, sondern nur um die zu essen.)

Der normale und zumindest halbwegs vernünftige Mensch kommt also nicht von alleine auf die Idee, andere Menschen zu töten um bestimmte ideologische Zwecke zu erreichen. Ethische Systeme sind auf Ideologie, Ideen basiert und egal, was Menschen mit einerm ethischen System erreichen wollen, etwas unnatürliches fällt einem nicht von alleine ein.

Es gibt eine Ausnahme, wobei das Natürliche keine oder nicht die "natürliche" Rolle spielt - wenn Aberglaube einer bestimmten Art total über Vernunft siegt. Mir fallen 5 Beispiele ein
-der Massenmord des nat. soz. Regimes
-der Massenmord des Regimes von Stalin besonders nach dem Krieg bis 1953
-der Massenmord durch das Khmer Rouge in Kambodscha 1975-79
-der Massenmord der christlischen Kirchen über Jahrhunderte, besonders die Inquisition
-der Mord durch islamische Terroristen in New York, Madrid, London, Bali.

Im Falle der Religion kann man das Problem schnell sehen, Religion widerspricht Vernunft, wenn die Religion also total über Vernunft sieht, dann sind Menschen fähig, im Namen dieser andere zu töten.

Im Fall des Nationalsozialismus, Stalinismus und der strengen kommunistischen und anderen Ideologie des Khmer Rouge war die Vernunft auch total ausgeschlossen, denn diese waren totale Weltanschauungen, die alles andere ausgeschlossen haben - etwas heilig (das ist wieder noch eine Art Aberglaube) gemacht haben (das Volk, der Kommunismus), deshalb passierte es auch dann, daß Menschen dann fähig waren, andere zu töten.

Ein sehr komplizierter Teil der Philosophie in welchem meine Meinung nicht ganz fest ist, aber das ist das, was ich bis jetzt gedacht habe. Was meinst du, Wusch?
 
Alt 17.08.2005, 13:07   #200
MadHatter
Cosmic Hobo
 
Registriert seit: 03/2004
Ort: Im Wunderland
Beiträge: 2.754
@AndrewAustralien:


Zitat:
Das ist aber nicht total konsequent. Wenn Kirche (ich wuerde sagen Religion, also alle Kirchen und Institutionen aller Religionen) und Staat getrennt sind, dann sollte der Staat keine Hinwendung zum Religioesen haben. Staat und Religion sind zwei voellig verschiedene Sachen und sollten gar nichts miteinander zu tun haben.
Ich halte es weiterhin für wichtig, und unsere Gottespräambel im Grundgesetz drückt dies aus, dass sich der Staat nicht absolut setzt, sondern sich etwas höherem verpflichtet.
Unser demokratisches System funktioniert durch Mehrheiten, doch kann eine Mehrheit niemals Unrecht zu Recht machen. Sie muss sich darüber im klaren sein, dass bestimmte Dinge unverrückbar sind und das jeder einzelne des Staates in einer besonderen Verantwortung für seine Taten steht- und wenn nicht in diesem Leben, dann vor Gott.
Darum sind totalitäre Regime immer bestrebt, die Religion unter Kontrolle zu halten, denn sie wissen, dass die Gläubigen sich eine Hoffnung vom Himmel auf die Erde holen können, die ihre weltliche Propaganda sprengt.

Auch die großen Regime der Geschichte halten uns vor Augen, was passiert, wenn man den Staat absolut setzt. Es führt zur Ausbeutung und Versklavung des Menschen, und im schlimmsten Fall zu seiner Vernichtung. Er wird zur Spielfigur für die staatlichen Interessen degradiert und darin liegt auch eine Erklärung für den Erfolg der aufstrebendenden Wirtschaftsmacht China, denn die Chinesen leben in einem Staatswesen, das sie ausbeutet und ihnen alles menschenmögliche abverlangt, damit er stetig wachsen kann.

In unserer heutigen Gesellschaft ist es vor allem der stetige Kampf der Religion gegen wirtschaftliche Interessen, die drohen, den Menschen zu vereinnahmen.
Es ist wichtig, dass sich der Mensch besinnen kann, dass er nicht nur Instrument für andere ist und sich durch Arbeit definiert, sondern dass er darüber hinaus noch mehr ist- und da setzt unweigerlich die Religion ein.


Zitat:
Du muesstest mir also bitte erklaeren, was die Gataschulen in Bezug auf Werte machen, was anders ist, denn anscheinend habe ich etwas nicht gewusst oder den Konzept falsch verstanden.
Die PISA-Studie zeigte, dass Länder mit Ganztagsschulen besser abschnitten und deswegen wurde die Debatte um eine solche Schulform zusätzlich angeheizt.
Dabei ist strittig, ob es tatsächlich daran liegt oder das gesamte pädagogische Rahmenkonzept in anderen Ländern einfach effizienter ist.
Ich meine, dass beides zutrifft und ich glaube, dass es besser wäre, die Kinder aus den Familien "herauszuholen".

In der Diskussion wird häufig, aufgrund des erhöhten Zeitbudgets für den Erziehungsauftrag, auch von Lebensschule gesprochen.
Dies schlägt sich auch im Konzept nieder, dass über die Wissensvermittlung hinaus geht, um den Schülern einen Lebensraum zu bieten, in dem sie sich entfalten können.
Ich denke, dies bietet Chancen für die Wertevermittlung, denn Werte werden primär erlebt und nicht gelernt.
Hinzu kommt, und jetzt sind wir wieder bei dem wirtschaftlichem Druck, dass die Eltern in die Möglichkeit versetzt werden, Kinder und Arbeit zu verbinden. Nach meinen Erfahrungen, drückt der Arbeitsstress enorm auf das Familienleben und beeinträchtigt die zeitintensive Erziehung der Kinder.
Eine Entlastung durch die Ganztagsschule wäre wünschenswert, denn dann könnten die Kinder gezielte pädagogische Angebote nutzen, um ihre Persönlichkeit zu verwirklichen.

Natürlich darf es nicht dazu führen, dass Kinder in Schulen "abgeschoben" werden, aber ich meine doch, dass es das beste wäre, den Eltern in jeder Hinsicht professionelle Hilfe bei der Erziehung an die Hand zu geben.


Zitat:
Er koennte im Bildungswesen dafuer sorgen, dass Schueler von moeglichen Werten und moralischen Weltanschauungen wissen, das waere dann aber nicht nur das Christentum, sondern mehrere Religionen, Atheismus, Agnostismus (gibt es das Wort? agnostich sein, meine ich) usw. Es sollte dann auch um spezifische Fragen gehen, die relevant sind, so zum Beispiel sollte der Aufklaerungsunterricht nicht nur damit zu tun haben, wie eine Frau schwanger wird und wie man verhuetet usw. sondern auch mit der sexuellen Moral. Wobei aber alle Moeglichkeiten anwesend sein muessen und ohne dass eine Moeglichkeit wie etwa Abstinenz einen besonderen Wert im Unterricht hat.
Ja, das sehe ich genauso.
Ich möchte aber noch mal darauf hinweisen, dass wir, zum Beispiel für die Wertevermittlung, einen Bezugspunkt benötigen.
Da bietet sich das Christentum an, weil es mit der abendländischen Kultur verwurzelt ist.
Der heutige Religionsunterricht ist darum auch ein Forum, in dem viele andere Weltanschauungen behandelt werden und die Menschen zum Nachdenken über ihr Sinn- und Wertempfinden ermutigt werden.


Zitat:
Was machst du in Schulen? Christlicher Unterricht oder so?
Christlicher Unterricht....... :schnuller
Ich glaube, es ist an der Zeit mit einigen Vorurteilen aufzuräumen, die ich auch schon bei Kuhfladen rausgelesen habe.

Theologen sind keine naiven Vorbeter, sondern Experten für Sinn- und Wertfragen der menschlichen Existenz.
Man studiert 13 oder mehr Semester Theologie, was überdurchschnittlich viel ist.
Ich muss drei Sprachen beherrschen, mich in der Philosophie auskennen, Rhetorik , Pädagogik und Psychologie machen. Zwischendurch haben wir immer wieder interessante Projekte mit der Jugendarbeit, Obdachlosen, Behinderten.
Das heißt, man hat auf der einen Seite diese tiefen Gedankengänge, die ich ja auch hier des öfteren ausführe, und auf der anderen Seite immer wieder Begegnungen mit Menschen aus jeder sozialen Schicht.
Im letzten Semester nahm ich beispielsweise an dem Kompaktseminar „Homosexuelle und Theologie“ teil, wo wir sehr interessante Diskussionen hatten.
Man nimmt also immer persönlich etwas mit bei diesem Studium und das ist das reizvolle.

Mit dieser Einstellung gehe ich auch ab und zu in die Schulen und besuche Stunden in Religion, Deutsch, Philosophie oder Pädagogik.
Dort machen wir keinen „christlichen Unterricht“, sondern ich schreib als erstes meine Mailadresse an und erzähle dann von mir, meinem Glauben und dem Studium. Es gibt Leute, die interessieren sich nicht dafür, aber viele hören aufmerksam zu und beginnen sich dann auch selber zu fragen: Wer bin ich? Was hat für mich Wert und Sinn in meinem Leben?
Diese schicken mir dann eine Mail und erzählen mir ihre Überlegungen.

Und das ist das entscheidende.
Nur wir brauchen eine Basis, auf der unsere Gedanken starten können.


Eine abstrakte Vernunft verliert sich und wird erkranken. Zudem kann sie in ihrer losgelösten Form den Menschen nicht helfen, zu sich selbst zu finden.
Mein Sprungbrett ist das Christentum und ich bin der festen Ansicht, dass das eine sehr gute Basis bildet, um die Menschen zum Nachdenken über ihr Leben zu bewegen.

Genauso verfahren auch viele meiner Kollegen, sei es im Religionsunterricht, beim Militär, im Krankenhaus oder im Gefängnis:
Auf der Grundlage des Christentums, Menschen eine Stütze zu sein und sie entdecken lassen, was in ihnen schlummert- das ist das Ziel!
MadHatter ist offline  
Alt 17.08.2005, 13:07 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

 

Ausgesuchte Informationen

Themen-Optionen





Powered by vBulletin® Version 3.8.9 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2021, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Lite) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2021 DragonByte Technologies Ltd.
Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 08:44 Uhr.