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Alt 11.04.2006, 12:29   #1001
Kuhfladen
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Registriert seit: 07/2004
Beiträge: 4.745
Zitat:
Zitat von MorningGlory
Sprich: ist es überhaupt möglich, von außen Frieden und Ruhe ins Land zu bringen?
das ist eine gute frage. nur ist sie dadurch schon nicht mehr wirklich interessant seit die alliierten ohne un auftrag in den irak einmarschiert sind.
darüber hätten sie vorher gründlicher nachdenken sollen. jetzt, wo sie dort sind sollten sie die verantwortung für ihr handeln auch übernehmen und das heißt das sie ihren beitrag zur stabilisierung leisten müssen auch wenn die situation derart schwierig ist das sie als angriffsziel für alle die sie nicht dort haben möchten herhalten müssen. das verstehe ich unter verantwortung übernehmen.
ein problem ist das der vietnam stachel immer noch tief sitzt, mit dem unterschied das sie dort militärisch verloren haben.

ich meine das es verstärkt aufgabe der un werden muss aktiver in das geschehen einzugreifen und das die befehlsgewalt der "siegermächte" mehr und mehr abgegeben werden muss.
Kuhfladen ist offline  
Alt 11.04.2006, 12:29 #00
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Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 11.04.2006, 13:11   #1002
Toktok
night strike specialist
 
Registriert seit: 05/2001
Beiträge: 5.545
Zitat:
Zitat von Kuhfladen
@toktok

The Spirit of Resistance Lives: sagt das nicht schon einiges über die website und ihre intention aus?
überzeugt mich mich leider nicht.
Über welche Website?
Ich habe die Links durchsucht, konnte obigen Ausspruch aber nicht finden, bis ich auf die Homepage zmag.org gestoßen bin.
Aber was sagt das über die Website und ihre Intention aus? Und noch viel wichtiger: Was sagt das über das Interview aus, um welches es eigentlich geht? Heißt es automatisch, dass der Generalsekretär der irakischen nationalen Gründungskonferenz falsch liegt, wenn er feststellt, dass der Widerstand nur zu einem geringen Anteil von radikalen Islamisten und zu einem noch geringeren von ehemals Hussain-Getreuen ausgeht?

Mir scheint es vielmehr so zu sein, dass du dich dagegen sträubst, etwas anderes als das, was die Besatzungsmächte dir verkaufen wollen, könnte wahr sein. Dabei solltest du dir lieber nichts vormachen, denn ein Rückblick in die Geschichte zeigt, dass Lügen von politisch Verantwortlichen eine lange Tradition haben, wenn es darum geht militärische Interventionen und die oft anschließende, forgeführte militärische Präsenz zu begründen.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
aus vermehrt auftretendem zeitmangel kann ich derzeit leider nicht mehr dazu beitragen.
Das verwundert mich. Du - aber auch Andrew, selbst Grant - ihr wirkt so überzeugt von der Richtigkeit eurer Ansichten, wieso fällt es euch so schwer mir auch nur eine einzige unabhängige Quelle dafür zu nennen, die belegt, dass obige Daten falsch sind?
Wer mit so tiefem Brustton der Überzeugung spricht (bzw. schreibt, ich weiß), der sollte doch leicht belegen können - ohne dass es viel Zeit in Anspruch nähme - dass sich der Widerstand nicht gegen die Besatzer richtet, dass die von mir genannten Zahlen einer angesehehen Quelle, die verdeutlichen, dass über drei viertel aller Angriffe direkt gegen die Besatzer zielen, von den indirekten ganz zu schweigen, falsch sind.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
ich kann jetzt nur kurz soviel schreiben: ich habe durchaus meine gründe nach wie vor dazu zu stehen das ich weder den alliierten unterstelle schuld am terror zu sein, noch das ich die invasion ohne un-mandat begrüße.
Du leugnest also einerseits die Existenz der Salvador Option und die Tatsache, dass Rumsfeld persönlich hinaus posaunt hat, dass er die Ausbildung, Finanzierung und Bewaffnung von zahlreichen Milizen für ein probates Mittel zur Befriedung hält? Obwohl sich seit drei Jahren zeigt, dass es die Lage nur verschlimmert? Du machst mir Spaß.
Was das fehlende UN-Mandat angeht, stimme ich dir zu. Aber wieso sollte die UN auch einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und eine anschließende, ebenso völkerrechtswidrige Besatzung beschließen, wenn es dafür keine anderen als erstunkene und erlogene Gründe gibt?

Zitat:
mittelfristig ist es wünschens- und begrüßenswert wenn die iraker ihr land wieder selbst verwalten und kontrollieren, nur kurzfristig wird es ohne die präsenz und hilfe von außen nicht realisierbar sein.
Nach drei Jahren ist es längst Zeit für einen Rückzug der Besatzungstruppen. Die Besatzung ist keine Hilfe, sondern eine Last. Es gäbe so viele Mittel und Wege, andere als militärische, um den Irakern eine Hilfe zu sein, aber die Besatzer sind an ganz anderen Dingen interessiert. Die Bilanz nach dreijähriger Besatzung ist verhehrend.

Zitat:
das es nicht jedem gefällt verwundert kaum, aber hier geht es um mehr als einfach nur die gefühle einiger die sich bevormundet fühlen zu berücksichtigen.
Du bist niedlich. "Die Gefühle einiger, die sich bevormundet fühlen"? "Einige" sind die überwiegende Mehrheit der Iraker. So ist der Bürgerkrieg im Irak auch weniger einer von Arabern gegen Kurden, oder von Sunniten gegen Schiiten, sondern einer von der U.S.A. gestützten Minderheit gegen eine Mehrheit der irakischen Bevölkerung.
Du hast recht, es geht um mehr als das, mehr als ein paar Menschenleben, Freiheit, oder Demokratie.

Geändert von Toktok (11.04.2006 um 13:16 Uhr)
Toktok ist offline  
Alt 11.04.2006, 13:37   #1003
Toktok
night strike specialist
 
Registriert seit: 05/2001
Beiträge: 5.545
Erklärung von Irakerinnen und Irakern im Exil...

...zum Dritten Jahrestag der Besetzung des Irak

18. März 2006

"Wir, die Unterzeichner dieser Erklärung, sind irakische Arbeiter, Angestellte, Studenten, Wissenschaftler, Akademiker, Schriftsteller, Künstler, Freiberufler und Geschäftsleute. Wir sehen mit Schrecken das schreckliche Leid der Bevölkerung unseres Landes unter einer illegalen fremden Besatzung und stehen mit der Friedensbewegung auf der ganzen Welt, die heute an drei Jahre brutaler militärischer Besatzung erinnert. Durch diese Besatzung wurden Hunderttausende von Menschen getötet und verletzt und Millionen aus ihren Wohnorten vertrieben; sie hat das Leben einer ganzen Bevölkerung erstickt und ihre Umwelt vergiftet, die physische Infrastruktur, die Zivilinstitutionen und die für das Überleben notwendigen Netzwerke unseres Landes zerstört, unsere Kultur angegriffen und Heiligtümer entweiht, unsere Menschen mit perverser Grausamkeit und in rassistischer Absicht entwürdigt, Söldner und Todesschwadronen ins Land gebracht und unser Land mit einer Korruption und gegenseitigen Aufhetzung überzogen, die unser ganzes Volk bedroht.

Wir unterstützen den Aufruf zu weltweiten Demonstrationen am 18. März und die Forderung nach Abzug sämtlicher fremder Truppen aus dem Irak, der Auflösung aller US-Stützpunkte und einem Ende der US-Herrschaft über die wirtschaftliche und soziale Politik des Irak und der Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten des Irak.

Wir sind überzeugt, dass die Besatzung der Hauptgrund für die heutige unsichere Lage im Irak ist, da sie das gegenseitige Misstrauen unter den Irakern fördert und die Saat der religiösen Zwietracht und des ethnischen Konflikts sät. Die Besatzung hat die Korruption genährt, zu einem kriminelles Bandentum geführt and ist hauptverantwortlich für das Treiben mörderischer, sektiererischer Terroristen und Verbrecher. Die US-Besatzung hindert die Iraker an der Überwindung der Hinterlassenschaft von 35 Jahren einer korrupten, bösartigen Diktatur und Jahrzehnten von Sanktionen und Krieg. Sie verheißt nichts außer noch mehr Krieg der ein oder anderen Form für eine ganze Generation. Wir glauben nicht, dass die Besatzung unser Land vor einem Bürgerkrieg schützt, sondern dass im Gegenteil sektiererische Angriffe und die Drohung mit dem Bürgerkrieg als Vorwand dienen, die Besatzung zu verlängern.

Nach dem internationalen Recht hat die Bevölkerung des Irak ein legitimes, unveräußerliches Recht auf Widerstand gegen die Besatzung. Wir fordern alle Teile der irakischen Zivilgesellschaft, sämtliche politische Aktivisten und alle sozialen und religiösen Führungspersönlichkeiten auf, fortan jegliche Treffen und jegliche Kommunikation mit US-amerikanischen, britischen und sonstigen Besatzungsvertretern und Militärkommandeuren im Irak und stattdessen einen echten nationalen irakischen Dialog in die Wege zu leiten, der den genuinen patriotischen Widerstand mit einschließt. Wir dürfen den Vereinigten Staaten nicht erlauben, ihren Krieg durch irakische Stellvertreter zu führen, und die irakischen Sicherheitskräfte werden nur dann Legitimität gewinnen, wenn sie mit der US-Besatzung brechen und ihre Tätigkeit dem Dienst an der irakischen Bevölkerung widmen. Wir rufen die Mitglieder der neuen irakischen Armee und Polizei und die zivilen Beamten und Angestellten in Regierung, örtlichen Behörden, öffentlichen Institutionen und staatlichen Unternehmen auf, die Zusammenarbeit mit den US-amerikanischen und britischen Besatzungsstreitkräften einzustellen und jeden Kontakt mit offiziellen Vertretern der USA oder Großbritanniens außer zum Zweck von Verhandlungen über einen sofortigen Abzug zu boykottieren.

Unser Ziel muss die Beendigung der abnormen Beziehungen zwischen dem Irak und den Vereinigten Staaten und die Herstellung gesunder zwischenstaatlicher Beziehungen sein, die auf der Unabhängigkeit und Souveränität des Irak, gegenseitiger Achtung und den Prinzipien des internationalen Rechts beruhen.

Der friedliche Widerstand, der Widerstand mit anderen Mitteln und die Verweigerung der Kooperation mit den Vertretern und Streitkräften der Besatzung im Irak müssen darauf hinarbeiten, dass das neue irakische Parlament sich weigert, als Feigenblatt der Besatzungsstreitkräfte zu fungieren. Nur so können die neuen staatlichen Institutionen und politischen Prozesse die Achtung und Akzeptanz der Bevölkerung gewinnen. Die Iraker wollen Einheit, Frieden und Stabilität, um ihr in Trümmer gegangenes Leben wieder aufzubauen und ein nationales Programm des Wiederaufbaus und der Entwicklung beginnen zu können.

Die amerikanische und englische Bevölkerung und die ganze Welt können dem Irak helfen, indem sie größtmöglichen Druck auf die US-amerikanische und britische Regierung ausüben, zusammen mit den Streitkräften der so genannten „Koalition der Willigen“ all ihre Truppen und Stützpunkte aus dem Irak abzuziehen, das mit Krieg und Besatzung gegen die Bevölkerung des Irak verübte Unrecht anzuerkennen und einen vereinten, demokratischen und vollständig unanhängigen Irak bei seinen Wiederaufbaubemühungen zu unterstützen."

Übersetzung: Michael Schiffmann

Professor Abbas Alnasrawi, Vermont, USA
Professor Tareq Ismael, Alberta, Kanada
Dr. Scheherazade Hassan, Paris, Frankreich
Dr.Sami Albanna, Bethesda, Maryland, USA
Dr. Kamil Mahdi, Exeter, Großbritannien (GB)
Dr. Mohammed Alwan, Boston, USA
Sami Ramadani, London, GB
Professor Kamal Majid, London, GB
Ghazi Sabir-Ali, Bath, GB
Dr. Ahmed Al-Kawaz
Dr. Haifa Jawad, Birmingham, GB
Ja’far al-Samarrai, Toronto, Kanada
Sabah Jawad, London, GB
Hani Lazim, London, GB
Fenik Adham, London, GB
Mayada Akrawi, Genf, Schweiz
Dr. Ali Al-Assam, London, GB
Dr. Nada Shabout, Texas, USA
Valerie Sabir-Ali, Bath, GB
Dr. Nadje Al-Ali, Exeter, GB
Rashad Salim, London, GB
Zaid Albanna, San Francisco, Kalifornien, USA
Ali Al-Shahwani, Neuseeland
Badia Albanna, Takoma Park, Maryland, USA
Nesreen Melek, Toronto, Kanada
Mumtaz Kamala, GB
Nadhim Al-Qazzaz, GB
Dr. Jennan Ismael, Sydney, Australien
Fay Mahdi, London, GB
Dr. Adnan Aldaini, Exeter, GB
Toktok ist offline  
Alt 11.04.2006, 13:59   #1004
AndrewAustralien
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Zitat:
Zitat von Toktok
Der Widerstand gegen die Besatzung fände ein Ende, zögen sich die Besatzungstruppen zurück.
Und der Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Garuppen gar nicht, das ist der Punkt, der hier relevant ist - und daß der Bürgerkrieg ohne Ende weitergehen würde und daß es, falls es mal Ordnung geben würde, höchstwahrscheinlich eine neue Diktatur geben würde und daß es für die Extremisten wesentlich einfacher wäre. Vor allem wegen der langen gemeinsamen Grenz zum Iran.

Zitat:
Außerdem haben wir Erfahrungen mit über 70 militärischen Interventionen des us-amerikanischen Imperiums seit dem Zweiten Weltkrieg, wie auch mit zahlreichen Bürgerkriegen seither; immerhin waren rund zwei Drittel aller Kriege Bürgerkriege, in die nicht selten Drittmächte eingriffen.
Nicht relevant, es gab den Krieg, es gab die Intervention der USA. Ich befürworte den Krieg und die sonstigen Interventionen der USA nicht, aber den kann man nicht rückgängig machen. Es passierte, es geht nun um was passieren würde und sollte.

Zitat:
Die Besatzung verhindert Ordnung im Irak, Andrew.
Nein. Falsche Aktionen oder unterlassene Aktionen der Truppen (der Regierung) schon, die Anwesenheit nicht.

Zitat:
Afghanistan ist ebenfalls ein besetzes Land. Die Situation Afghanistan ist allerdings etwas anders als die des Irak. Dort, in Afghanistan, beherrschen Drogenbarone und Warlords den größten Teil des Landes. Es gibt dort über 1000 verschiedene bewaffnete Gruppierungen, die den Drogenbossen teilweise als Privatarmeen dienen.
Ja, die Länder sind nicht gleich, aber die Situation ist ähnlich indem es keine Ordnung gibt und mehrere extremistischen Gruppen gibt.
Wie ich zwei Mal erwähnte, auch wenn man in Belarus Lukaschenko und Kumpels, Minister usw., irgendwie entmachten würde, auch dort müßte es eine neue Regierung geben, nicht ein Vakuum, einfach nichts.

Zitat:
Es schließt Instabilität ein, Andrew.
Die Interessen der USA? Nein, die wollen, wie du sagtest, im Land Geld machen. Das ist einfacher und billiger wenn es Stabilität und eine kooperative Regierung gibt, die für Ordnung sorgen kann, das ist logisch.

Zitat:
Gruppen bekämpfen sich hauptsächlich dort gegenseitig, wo sie von den Besatzern gegeneinander ausgespielt und aufgestachelt werden. Die meisten Angriffe richten sich ausschließlich gegen die Besatzer.

Da du offensichtlich zu faul bist die Links zu lesen, hier die erwähnte Graphik:
Die Truppen sind Feinde aller Terroristen, natürlich werden sie von allen angegriffen.
Wie oft die Truppen sie gegeneinander aufspielen ist nicht bekannt. Sicher ist es passiert, aber ich glaube nicht, daß es die Regel ist außer das in einer glaubhaften Quelle zu lesen ist, rein beispielsweise bei der BBC.

Außerdem sind wir da wieder bei der Tatsache, daß vieles falsch gemacht wurde und wird, nicht was möglich wäre.
 
Alt 11.04.2006, 14:08   #1005
AndrewAustralien
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Zitat:
Zitat von MorningGlory
Geht es dabei aber nicht auch darum, dass alliierte Verwaltung und Kontrolle zu einer Neverending Story werden kann, wenn die Alliierten es nicht hinkriegen, das Ganze soweit zu befrieden, dass überhaupt irgendwann mal eine Selbstverwaltung im Irak möglich sein kann?

Sprich: ist es überhaupt möglich, von außen Frieden und Ruhe ins Land zu bringen?

Wenn es so weiter geht wie seit 3 Jahren, ja, es könnte eine Geschichte ohne Ende sein, denn wie die Truppen handeln und was sie tun müßte geändert werden, das wäre die einzige Methode, mit der man für Frieden und Ordnung sorgten könnte solange die terroristischen Gruppen noch Zugang zu Geld und Waffen und Unterstützung von außen haben, was man sehr, sehr schwer oder nicht total stoppen könnte.
 
Alt 11.04.2006, 14:10   #1006
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Toktok

Das verwundert mich. Du - aber auch Andrew, selbst Grant - ihr wirkt so überzeugt von der Richtigkeit eurer Ansichten, wieso fällt es euch so schwer mir auch nur eine einzige unabhängige Quelle dafür zu nennen, die belegt, dass obige Daten falsch sind?
Wie ich gestern sagte, keiner weiß Bescheid/kann beweisen, was passieren wird oder passieren würde wenn die Truppen heute gehen würden.

Es geht um die Zukunft.

Man kann genau sowenig beweisen, daß die in deinen Quellen angegebenen Dateien (die in vielen Fällen nicht von unabhängigen Quellen sind) falsch sind wie man beweisen könnte, daß sie richtig sind.
Wie gesagt, wir sehen es halt anders.
 
Alt 11.04.2006, 15:32   #1007
Kuhfladen
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Registriert seit: 07/2004
Beiträge: 4.745
Zitat:
Zitat von Toktok
Du leugnest also einerseits die Existenz der Salvador Option und die Tatsache, dass Rumsfeld persönlich hinaus posaunt hat, dass er die Ausbildung, Finanzierung und Bewaffnung von zahlreichen Milizen für ein probates Mittel zur Befriedung hält?
sag mal bist du bekloppt oder willst du unbedingt recht haben? glaubst du im ernst das ich bei solchen aussagen überhaupt noch lust habe mit dir zu diskutieren?
ich habe mich in keinster weise dazu geäußert und wenn es dir nur darum geht in möglichst kurzer zeit eine aussage von mir zu bekommen die du dir zurecht biegen kannst, dann hasta la vista.
Kuhfladen ist offline  
Alt 11.04.2006, 17:37   #1008
Toktok
night strike specialist
 
Registriert seit: 05/2001
Beiträge: 5.545
[quote=Toktok] Es schließt Instabilität ein, Andrew.
Zitat:
Zitat von AndrewAustralien
Die Interessen der USA? Nein, die wollen, wie du sagtest, im Land Geld machen. Das ist einfacher und billiger wenn es Stabilität und eine kooperative Regierung gibt, die für Ordnung sorgen kann, das ist logisch.
Aber selbstverständlich schließen die hegemoniellen Interessen der U.S.A. Instabilität ein, und ich will gerne auch versuchen dir zu erklären, weshalb das so ist.

Angenommen, der Irak würde zu dem, was er gemäß den Begründungen für die Invasion werden sollte, nämlich ein demokratischer Staat. Und angenommen, er würde zu dem, was er unser aller Meinung nach werden sollte: frei, unabhängig, souverän.
Was glaubst du, wie die Politik eines solchen Staates aussehen würde? Im Irak gibt es eine schiitische Bevölkerungsmehrheit, also ist es sehr wahrscheinlich, dass die Schiiten einen signifikanten Einfluss auf die Politik nehmen würden. Das Erste, was die Schiiten in einem demokratischen, freien, souveränen Irak machen würden, wäre die Wiederaufnahme der Beziehungen mit dem Iran. Es ist zwar nicht so, dass die irakischen Schiiten die iranischen Zwölferschiiten in besonderem Maße mögen würden, aber sie werden garantiert keine Lust haben, irgendwann ein weiteres Mal gegen den Iran in den Krieg zu ziehen, und aus diesem Grund würden sie das machen, was sie sogar bereits unter Saddam Hussain versucht haben: der Aufbau einer Art freundschaftlicher Beziehung mit dem Iran.

Das jedoch ist das Allerletzte, was die Besatzungsmächte, ihnen voran die U.S.A., erwünschen. Schließlich haben sie in den letzten Jahren sehr hart daran gearbeitet, den Iran zu isolieren.

Das Nächste, was die schiitische Bevölkerungsmehrheit in einem mehr oder weniger demokratischen, freien und souveränen Irak aufrütteln könnte, sind Reaktionen der schiitischen Gebiete Saudi-Arabiens, die direkt mit dem Irak benachbart sind, und wo sich zufälligerweise auch das meiste Öl befindet.
Sehr bald würde man in einem demokratischen, souveränen Irak wahrscheinlich das vorfinden, was für die Regierungen aus Washington und London den größten erdenklichen Albtraum darstellt: Eine schiitische Region, die die mit Abstand größten Ölreserven der Welt kontrolliert und die außerdem noch unabhängig ist.
Hinzu kommt, dass ein souveräner, demokratischer Irak höchstwahrscheinlich versuchen wird, seinen natürlichen Platz als ein führender Staat, wenn nicht sogar der führende, in der arabischen Welt einzunehmen. Und wie wir alle wissen sollten ist das ein Konzept, welches sich bis auf biblische Zeiten zurück verfolgen lässt.

Das alles würde logischerweise bedeuten, dass der Irak versuchen wird sich wieder zu bewaffnen, um sich im Ernstfall gegen Feinde verteidigen zu können, und um in Zeiten des Friedens zumindest Mittel zur Abschreckung zu besitzen.

Glaubst du etwa, dass es das ist, wovon die Regierungen in Washington und London träumen? Eine schiitische Bevölkerungsmehrheit, die substantiellen Einfluss auf die Politik des Landes nimmt, sich wieder bewaffnen und möglicherweise auch Massenvernichtungswaffen entwickeln wird, um endlich die ganzen us-amerikanischen Außenposten loszuwerden, die einzig und allein da sind, um sicher zu stellen, dass die U.S.A. die weltweit größten Ölreserven kontrollieren. Glaubst du wirklich, dass es das ist, was sich die U.S.A. von der weiteren Entwicklung des Iraks erhoffen, oder dass sie tatenlos dabei zusehen würden? Nicht wirklich, oder?

Und wenn man den Irak beobachtet, zeichnet sich auch folgende Denkweise Washingtons und Londons ab: "Okay, wenn es unbedingt sein muss, lassen wir den Irak eine eigene Regierung haben, aber wir werden nicht beachten, was sie sagt. Wir lassen noch 120.000 Mann starke Truppen bis allermindestens 2007 im Irak, selbst wenn die irakische Regierung schon morgen auf Rückzug drängt."
Die Propaganda in weiten Teilen der Presse reflektiert genau diese Sichtweise: "Wir müssen im Irak bleiben, um unsere Mission, dem Irak die Demokratie aufzuzwingen, zu Ende zu bringen. Wenn der Irak eine gewählte Regierung hat, die das nicht versteht - was sollen wir mit den dummen Arabern machen, versteht ihr? Genau das ist das übliche Prozedere: Die Vereinigten Staaten stürzen Demokratie für Demokratie, weil die Menschen nicht verstehen, weil sie dem falschen Kurs folgen. Deshalb, um der Mission der Etablierung von Demokratie zu folgen, müssen wir deren Regierungen umstürzen."

Wirkliche Aushebelung der amtierenden irakischen Regierung wird allerdings das letzte Mittel sein, und die Gründe dafür wurden von anderen in vorangehenden Beiträgen bereits angedeutet. Sie liegen in den Erfahrungen mit Vietnam. In Vietnam hat zum ersten Mal in der Geschichte des europäischen Imperialismus eine imperielle Macht versucht einen Kolonialkrieg mit einer Bürgerarmee zu führen. Die Briten haben das nie gemacht, und die Franzosen hatten ihre Fremdenlegion für Kolonialkriege; Zivilisten sind dafür einfach nicht gut geeignet. Solche Kolonialkriege sind einfach zu brutal, bösartig und mörderisch. Man kann nicht einfach die Kids von der Straße holen und sie solche Kriege kämpfen lassen, sondern man braucht trainierte Killer dafür, wie beispielsweise die französische Fremdenlegion.
In Vietnam hat man das gesehen. Dem Vietnamkrieg war es zu verdanken, dass die US-Armee auseiander fiel. Es hat zwar zu lange gedauert, aber letztendlich fiel die Armee wesentlich auseinander. Die Soldaten nahmen Drogen, haben Offiziere zerfetzt, sind Befehlen nicht gefolgt usw., und alle hohen Tiere wollten sie raus haben aus Vietnam. In Militärzeitschriften der späten 1960er Jahre schrieb man darüber, wie man die US-Armee aus Vietnam heraus bekäme, damit sie nicht kollabiert.
Ähnliches scheinen einige im Irak zu befürchten, wie man schon vor geraumer Zeit von ranghohen Personen der US-Armeereserve hören konnte.

Deshalb die Salvador Option, das Unterstützen von Milizen, um nicht immer selbst in den eigenen Krieg ziehen zu müssen.

Zitat:
Zitat von Andrew
Die Truppen sind Feinde aller Terroristen, natürlich werden sie von allen angegriffen.
Wie oft die Truppen sie gegeneinander aufspielen ist nicht bekannt. Sicher ist es passiert, aber ich glaube nicht, daß es die Regel ist außer das in einer glaubhaften Quelle zu lesen ist, rein beispielsweise bei der BBC.

BBC

Geändert von Toktok (11.04.2006 um 17:44 Uhr)
Toktok ist offline  
Alt 11.04.2006, 18:44   #1009
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Toktok,
Was du Dir so alles aus den Fingern saugst, Märchenstunde Toki die 1001 Und alles nur, um zu beweisen, dass die Amis wirklich wirklich ganz böse sind, die Konspirationen sind ganz geil. Alle US-Soldaten sind mordlustige Teufel und sie wollen die Welt erobern, die Terroristen sind nur Opfer. Selten so einen Käse gelesen, außer von linksradikalen Schwachmatten.
Grant ist offline  
Alt 11.04.2006, 18:46   #1010
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Zitat von Toktok
[b]...zum Dritten Jahrestag der Besetzung des Irak
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Alt 11.04.2006, 18:46 #00
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