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VanHelsing 03.02.2006 15:41

Zitat:

Wie ich schon sagte: Wir haben eine völlig andere Kultur, eine völlig andere Sozialisation, leben (überwiegend) in Wohlstand, haben Zugang zu Bildung. Und wie sieht es in den Ländern aus, in denen diese islamischen Agitatoren begeisterte Anhänger finden? Wie sind die sozialisiert, welche Möglichkeiten haben die, ihr Leben zu gestalten, sich zu bilden usw.?
Kann dies ein Ansatz sein, dem Fanatismus entgegen zu steuern ? Und läßt sich dies "von außen" (mit) bewerkstelligen oder müssen dies diese Länder alleine von innen schaffen ? Und wird es dort überhaupt so gesehen ?

Toktok 03.02.2006 15:43

Zitat:

Zitat von Uranos
Was die Proteste und Hasspredigten in islamischen Ländern betrifft denke ich, dass dort die eher ungebildeten, einfachen Menschen von machthungrigen Führern instrumentalisiert werden.

Zunächst auch von mir ein Kompliment für deinen gelungenen Beitrag, Uranos - man kann sich ja mal in die Riege der Gratulanten einreihen.

Einziges Manko: Es stimmt leider nicht, dass ungebildete Menschen für fundamentalistische, (ur)islamische Ideen anfälliger zu sein scheinen, als gebildete. Ich erinnere daran, dass es sich bei den Attentätern des 11. September um gebildete Menschen handelte, die intellektuell immerhin befähigt waren internationale Flugschulen zu besuchen. Auch war die Rede von Elektrotechnik-Studenten unter sogenannten "Schläfern".
Das Problem, auch und gerade in den Heimatländern dieser jungen Menschen scheint nicht unbedingt in mangelnder Bildung zu liegen, sondern eher in großer Perspektivlosigkeit. Die teilweise wesentlich besseren Ausbildungen als die Generation der Eltern und Großeltern ändern nichts an den gravierenden sozialen und ökonomischen Problemen in vielen islamischen Ländern - beispielsweise hohe Arbeitslosigkeit, gekoppelt mit wesentlich schlechteren Aussichten als hier, trotz guter Ausbildung überhaupt einen zukunftssichernden Arbeitsplatz zu finden. Diese Zukunftsängste machen auch gebildete junge Muslime anfällig für den radikal-islamischen Fundamentalismus. Es verwundert auch nicht, dass die Islamisten versprechen, die omnipräsenten ökonomischen und sozialen Probleme in islamischen Ländern besser lösen zu können, als der Westen, bzw. dessen Ideen. Konkrete Beweise dafür haben sie allerdings noch nirgendwo erbracht.
Ein Maulheld wie Ahmadinedschad beispielsweise erhält einen beträchtlichen Teil seines Zuspruchs auch aus seinen Wahlversprechungen, die zahlreichen Armen und Ärmsten an den Erlösen der Erdölindustrie zu beteiligen.

Wir können also feststellen, dass das Problem das radikal-islamischen Fundamentalismus wesentlich komplexer und sicherlich leider nicht nur mit besserer (Aus-)Bildung junger Menschen in islamischen Ländern zu lösen ist.

VanHelsing 03.02.2006 15:47

Zitat:

Das Problem, auch und gerade in den Heimatländern dieser jungen Menschen scheint nicht unbedingt in mangelnder Bildung zu liegen, sondern eher in großer Perspektivlosigkeit. Die teilweise wesentlich besseren Ausbildungen als die Generation der Eltern und Großeltern ändern nichts an den gravierenden sozialen und ökonomischen Problemen in vielen islamischen Ländern - beispielsweise hohe Arbeitslosigkeit, gekoppelt mit wesentlich schlechteren Aussichten als hier, trotz guter Ausbildung überhaupt einen zukunftssichernden Arbeitsplatz zu finden. Diese Zukunftsängste machen auch gebildete junge Muslime anfällig für den radikal-islamischen Fundamentalismus. Es verwundert auch nicht, dass die Islamisten versprechen, die omnipräsenten ökonomischen und sozialen Probleme in islamischen Ländern besser lösen zu können, als der Westen, bzw. dessen Ideen.
Hat denn dann der Westen überhaupt eine Chance, hier an einer positiven Entwicklung mitzuwirken oder muss er dieses Dilemma tatenlos mit ansehen ?

Toktok 03.02.2006 15:52

Zitat:

Zitat von VanHelsing
Gibt es eigentlich einen link, wo man sich von diesen Karrikaturen ein Bild machen kann ?

Aber ja! Die Pressefreiheit ist nicht von heute auf morgen abgeschafft worden:

http://www.citybeat.de/news/2070231/...rikaturen.html

Besonders lustig finde ich ja die Fünfte. :fg:

Toktok 03.02.2006 15:54

Zitat:

Zitat von VanHelsing
Hat denn dann der Westen überhaupt eine Chance, hier an einer positiven Entwicklung mitzuwirken

Aber sicher! Langfristiges Engagement für Wohlstand, Freiheit und Demokratie - das wird den Westen kurzfristig jedoch nicht vor Anschlägen sicherer machen.

Uranos 03.02.2006 15:55

Zitat:

Zitat von Toktok
Zunächst auch von mir ein Kompliment für deinen gelungenen Beitrag, Uranos - man kann sich ja mal in die Riege der Gratulanten einreihen..

Au weia, so viel Dank auf einem Haufen! Das muss ich jetzt erst mal verarbeiten.

Zitat:

Zitat von Toktok
Einziges Manko: Es stimmt leider nicht, dass ...

:lachen: Mit der Ursachenforschung habe ich mich noch nicht auseinandergesetz. Du kannst natürlich Recht haben mit deinen Thesen.

VanHelsing 03.02.2006 15:57

Zitat:

Zitat von Toktok
Aber sicher! Langfristiges Engagement für Wohlstand, Freiheit und Demokratie - das wird den Westen kurzfristig jedoch nicht vor Anschlägen sicherer machen.

:nicken: ja, das fürchte ich auch. Und vermutlich werden diejenigen, die jetzt von dem Misständen profitieren, gegen westliches Engagement hetzen :schüttel:

VanHelsing 03.02.2006 16:01

Zitat:

Zitat von Toktok
Aber ja! Die Pressefreiheit ist nicht von heute auf morgen abgeschafft worden:

http://www.citybeat.de/news/2070231/...rikaturen.html

Besonders lustig finde ich ja die Fünfte. :fg:

Ah danke :fg: Hab ich mir jetzt schlimmer vorgestellt.

Grant 03.02.2006 16:24

Zitat:

Zitat von Uranos
An dieser Aussage stört mich, dass du einfach so eine unbelegte Behauptung in den Raum stellst. Auch das ist manipulativ. Warum sollten Juden als Nazis dargestellt werden, wo die Nazis doch die Juden ermordeten? Zudem geht es ja hier nicht um die beleidigende Darstellung irgendwelcher Muslime, sondern um die Darstellung ihres Religionsführers, der wie ein heiliger verehrt wird.

Das meinte ich auch anders. In einige islamischen Ländern, werden zwecks Hetze, Karikaturen von Juden gemacht wie man sie von der Nazi-Zeit her kannte. Also kann ich diese Empörung nicht nachvollziehen.


Zitat:

Für dich ist es harmlos, für mich auch. Ich kann aber nachvollziehen, dass es für einen religiös verwurzelten Muslim nicht harmlos ist, so wie auch für einen stark religiös verwurzelten Katholiken wahrscheinlich eine Karrikatur des Papstes nicht harmlos wäre.
Mit dem Unterschied, dass keine Botschaften gestürmt werden oder dem Botschafter mit Abschlachtung gedroht wird. Gogh schon vergessen?

Zitat:

Hier wird von Muslimen vorgebracht, es werde der Islam beleidigt und bildliche Darstellungen des Propheten Mohamed seien verboten.
In ihrem Land ja, aber was bei uns gemacht wird ist unser Bier, und wem das nicht passt, muss sich überlegen ob er in diesem Land leben will. Ich kann auch nicht in einem islamischen Land mein Recht mit gewalt fordern.

Grant 03.02.2006 16:28

Hier kann man sich ein Bild davon machen:

http://www.arcor.de/zXd-8t7kldLTNqXh...lbumID=3556411


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