Lovetalk.de

Zurück   Lovetalk.de > > >
Forenregeln Hilfe zum Forum Forum durchsuchen Passwort vergessen Registrieren Alle Foren als gelesen markieren

Du befindest dich im Forum: Archiv: Streitgespräche. Was regt Euch auf ... ?

 
 
Themen-Optionen
Alt 16.02.2006, 23:38   #501
Grant
Dauerhaft Gesperrt
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2005
Beiträge: 7.178
Zitat:
Zitat von Toktok
Manchen deutschen Staatsbürgern islamischen Glaubens gesteht man nicht mal die selben Rechte zu, wie deutschen Nicht-Muslimen. Da kann es schon mal vorkommen, dass sich ein deutscher Staatsbürger in einer syrischen Folterkammer wiederfindet, und wenn deutsche Beamte dann ebenfalls dorthin reisen, dann eher nicht um den Verschleppten zu befreien, sondern mitunter um die amerikanischen und syrischen Kollegen bei "Verhören", besser: beim Erzwingen von dubiosen Geständnissen, zu unterstützen.
Und wie oft kam das vor?

Und darum sollen wir uns unserer Meinungsfreiheit entledigen?

Billiger Versuch Toktok
Grant ist offline  
Alt 16.02.2006, 23:38 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 16.02.2006, 23:46   #502
smallchild
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Grant
Das hat nichts mit meinem Weltbild zu tun, sondern mit der Realität mit der wir konfrontiert werden. Witzig ist, wie du besonders viel Verständnis gegenüber Moslems zeigst und alles zu relativieren versuchst, aber wenn es um unsere Wertvorstellung geht, dann ist ende Feuer. Kann es sein, dass du ein Moslem bist?
Nein, Grant, ich bin kein Moslem. Mit etwas aufmerksamerem Lesen hättest Du Dir diese Frage sparen können.

Ich habe nur einen ziemlich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, der besonders dann anspringt, wenn ich sehe, dass in solchen Situationen nur im eigenen Interesse gedacht wird. Vor allem aber, wenn so Typen wie der rechte Hetzer hier versuchen, alle Moslems in einen Topf zu schmeissen...


...und dabei vergessen, dass wir ALLE Menschen sind, die irgendwie friedlich miteinander auf diesem Planeten leben müssen.

Am wichtigsten ist mir aber,die Neutralität zu wahren, auch wenn die Situation schwierig ist und es mit Sicherheit leichtere Wege gäbe.
 
Alt 16.02.2006, 23:52   #503
smallchild
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Wotan
...
Ach, unser Faker mal wieder... Intelligenzallergiker oder besteht noch Hoffnung?

Geändert von AndrewAustralien (17.02.2006 um 05:41 Uhr)
 
Alt 17.02.2006, 02:34   #504
Kuhfladen
disabled
 
Registriert seit: 07/2004
Beiträge: 4.745
Zitat:
Zitat von smallchild
Nein, Grant, ich bin kein Moslem. Mit etwas aufmerksamerem Lesen hättest Du Dir diese Frage sparen können.
na, das ist eben grant. auch wenn ich seinen provokanten stil nicht mag muss ich ihm in einigen sachen inhaltlich recht geben. ich finde es insofern schade weil sein provokanter stil zuweilen dazu anregen kann dagegen zu halten selbst wenn man in einigen punkten mit ihm übereinstimmt. ich versuche halt unabhängig von seinem stil mich inhaltlich damit auseinander zu setzen und leider, im sinne von "ich wünschte es wäre anders" hat er mit vielen dingen recht.

Zitat:
Zitat von smallchild
Ich habe nur einen ziemlich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, der besonders dann anspringt, wenn ich sehe, dass in solchen Situationen nur im eigenen Interesse gedacht wird. Vor allem aber, wenn so Typen wie der rechte Hetzer hier versuchen, alle Moslems in einen Topf zu schmeissen...
den hetzer mal aussen vor gelassen, denn darüber müssen wir nun wirklich nicht diskutieren. man kann es mit dem gerechtigkeitssinn auch übertreiben.
auch wenn wir nicht alle moslems in einen topf schmeissen dürfen, so müssen wir bei der ganzen diskussion die moslems auch daran erinnern das wir nicht in einer konformen welt leben die es nun mal erfordert einen weg zu finden der gewisse emotionale gefühle durch rationalität ergänzen muss. und das scheint mir hier das hauptproblem zu sein. wir sind hier mit abstand sehr viel toleranter, oder auch gelassener, was den umgang mit religionen oder religiösen gefühlen betrifft weil wir in bezug auf die "aufklärung" ein ganzes stück weiter sind als es der islam ist. das ist eine errungenschaft die unter anderem dazu beiträgt das wir, egal welcher konfession jemand angehört, sehr viel entspannter miteinander leben können. es geht also gar nicht so sehr darum das wir uns den "gefühlen" anderer religionsgemeinschaftne anpassen müssen, sondern vielmerh das sich relifgionsgemeinschaften in unserem sozialem umfeld mit den gegenheiten die hier einzug erhalten haben umgehen können.
diese forderung meinerseits ist dabei nicht mal übertrieben oder ignorant, sondern ein lebensgefühl das ich hier wo ich lebe erfahren habe und das mir viel wert ist. toleranz heißt nicht nur die gefühle anderer zu respektieren, es beudeutet manchmal auch die intoleranz anderer hinzunehmen!!!!!!!! was manche nicht verstehen können ist das man es nicht jedem "ge"recht machen kann, denn das würde im endeffekt bedeuten das man eine gleichstellung aller menschen erreichen müsste. das kann aber unter den gegebenen bedingungen wie religiösen oder andern weltanschaulichen lebensweisen niemals passieren. dafür sind diese kulturellen, religiösen lebens- UND denkweisen zu unterschiedlich. also muss man sich auch gedanken über die regionen in denen man selbst lebt und die lebensumstände gedanken machen. es ist einfach nicht möglich immer den perfekten weg zu finden unter denen sich alle wohl fühlen und in ihrer denk- und lebensweise bestätigt fühlen. wer das glaubt ist ein träumer.
der erste schritt muss der sein das wir, überregional, einen weg der verständigung finden der extreme ausschließt und der dafür sorgt das in der jeweiligen region eine eigenverantwortung übernommen wird entsprechende extreme zu unterbinden. das kann bedeuten das wir zb. rechts- oder linksradikalismus bekämpfen und auf der anderen seite der islamismus. solange aber auf beiden seiten beide extreme nicht bekämpft sondern toleriert oder geduldet, teilweise sogar unterstützt werden ist eine solche dikussion absolut sinnlos.
ich möchte weder alle moslems in einen topf stecken, noch möchte ich sie kollektiv verteidigen. es gibt solche und solche, genauso wie bei uns. aber was ich vermisse in den ländern in denen der islam eine überwiegende mehrheit stellt ist eine ähnliche vorgehensweise oder auch konsequente handlungsweise mit islamisten wie es bei uns zb. mit rechtsradikalen ist. wo bleibt die öffentliche aufklärung oder auseinanderstzung mit diesem problem? ich kann sie leider nur in einigen kleinen, sehr behutsamen ansätzen entdecken. ich will nicht sagen das es bei uns perfekt wäre, aber die aufmerksamkeit, oder "oposition" ist bei uns sehr viel weiter als es in den islamischen ländern ist. solange ich nur halbherzige worte oder taten sehe bleibt ein misstrauen das nicht dazu dienlich ist den islam als harmlos oder kompatibel zu unserer weltanschauung anzusehen. so sehr ich es gerne möchte, ich kann es nicht.

Zitat:
Zitat von smallchild
...und dabei vergessen, dass wir ALLE Menschen sind, die irgendwie friedlich miteinander auf diesem Planeten leben müssen.
das gilt aber für beide seiten und im moment werde ich das gefühl nicht los das es menschen gibt die uns, hier wo ich lebe, unterstellen wollen das wir die agressoren sind nur weil wir ein wertesystem verteidigen in dem wir aufgewachsen sind. das tun die anderen zwar auch, aber die mittel unterscheiden sich doch deutlich. zumindest scheinen sie mehr eindruck auf uns zu machen als wir auf sie!

Zitat:
Zitat von smallchild
Am wichtigsten ist mir aber,die Neutralität zu wahren, auch wenn die Situation schwierig ist und es mit Sicherheit leichtere Wege gäbe.
welche sollen das denn sein? vielleichet ist gerade das was wir jetzt durchmachen notwendig um endlich mal zu einem konsens zu kommen der beiden seiten gerecht wird. denn leichte wege gibt es in dieser sache nicht. gerade wenn religionen ins spiel kommen wird es kompliziert und wenn dann noch fundamentalisten beider seiten ins spiel kommen wird es nahezu unmöglich wenn nicht die gemäßigten beider seiten diesen radikalen einhalt gebieten.
bei uns kann ich wenigstens noch so etwas wie eine kritische und öffentliche auseinandersetzung mit diesem thema erkennen. auf der andernen seite sehe ich das nur in wenigen sehr begrenzten mitteilungen.
mir fehlt in diesem zusammenhang eine selbstkritische auseinandersezung der muslime mit sich selbst und der weit verbreiteten propaganda gegen israel und die ungläubigen in der westlichen welt.
warum, ob nun aus angst oder übermässigen respekt, ist mir dabei egal. irgendwann muss man damit anfangen. wer das verpasst darf sich nicht wundern wenn es keine annäherung gibt!
Kuhfladen ist offline  
Alt 17.02.2006, 04:34   #505
Toktok
night strike specialist
 
Registriert seit: 05/2001
Beiträge: 5.545
Zitat:
Zitat von Museldoktor
...
Kein Problem, solange ihr Weltbild nicht so scheiße ist wie deines.

...

Ich mit dir und deinesgleichen Schulter an Schulter? No way.

Geändert von AndrewAustralien (17.02.2006 um 05:47 Uhr)
Toktok ist offline  
Alt 17.02.2006, 05:01   #506
Toktok
night strike specialist
 
Registriert seit: 05/2001
Beiträge: 5.545
Zitat:
Zitat von Grant
Und wie oft kam das vor?
Das willst du sicherlich nicht wissen. Deine Antwort auf meine Antwort wäre: "Egal, das ist nicht das Thema", also spare dir doch solche Fragen demnächst einfach.
Selbst wenn es nur ein einziges Mal vorgekommen wäre, was reichlich unwahrscheinlich ist, wäre es ausreichend unrühmlich. Auf der einen Seite absolute Treue gegenüber des Grundgesetzes fordern, es aber auf der anderen selbst brechen.

Zitat:
Zitat von Grant
Und darum sollen wir uns unserer Meinungsfreiheit entledigen?
Hä? Mir scheint, du verstehst hier etwas nicht. Niemand soll sich seiner Meinungsfreiheit entledigen, im Gegenteil. Deshalb darf man schließlich auch der Meinung sein, dass die Veröffentlichung der Karikaturen Mohammeds reichlich dämlich war.
Das Recht auf freie Meinungsäußerung beinhaltet die Toleranz gegenüber Meinungen, welche nicht die eigenen sind, vor allem also auch gegenüber den sie vertretenden Menschen. Wenn man es also für notwendig hält mit einigen dümmlichen Bildern alle Anhänger einer Religion als potentielle Terroristen diffamieren zu müssen und dies auch noch mit freier Meinungsäußerung rechtfertigt, darf man sich nicht darüber beschweren, wenn andere in unterschiedlicher Hinsicht vom selben Recht gebrauch machen.
Toktok ist offline  
Alt 17.02.2006, 05:48   #507
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Toktok
Mag sein. Aber wenn man das System der Heimat befürwortet, sei es noch so authoritär und theokratisch, wieso sollte man ein solches Staatsgebilde denn zugunsten eines freiheitlichen, demokratischen, westlichen Staats verlassen? Wandern Menschen nicht viel eher aus, weil sie mit den sozialen und politischen Bedingungen in der Heimat unzufrieden sind, oder gar verfolgt werden?
Es gibt viele Gründe für Migration. Manchmal verläßt man aber so einen Staat spezifisch um die Ideologie dieses in anderen Ländern zu verbreiten. Das war vielleicht der Fall bei den Extremen worüber Grant geschrieben hat. Viel öfter verläßt man das Heimatland aus wirtschaftlichen Gründen, weil es einem woanders besser gehen würde, oder weil man meint, das wäre der Fall. Und dann wollen *einige* den Westen ausbeuten insofern daß sie fundamentalitisch bleiben udn gleichzeitig von Vorteilen des Gastlandes profitieren.

Klar gibt es aus einigen islamischen Staaten Flüchtlinge und Menschen die nicht Flüchtlinge waren aber freiwillig wegen fehlender Freioheit auswanderten. Diese werden eher weniger fundamentalistisch sein, es ist aber trotzdem noch möglich. Saddam zum Beispiel hatte keine Geduld für Fundamentalisten die nicht auch in seinem Interesse handelten, die könnten also Flüchtlinge sein, genauso wie ein Sunni Fundamentalist aus dem schiitischen Iran. Aber ja, die Mehrheit die um Freiheit zu suchen auswanderten werden nicht fundamenstalistisch werden.
 
Alt 17.02.2006, 05:49   #508
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von smallchild
Oberflächlich gesehen schon. und da es nicht realistisch ist, etwas in den Köpfen dieser Menschen zu ändern, werden wir die Sache nach wie vor oberflächlich betrachten und sie ausweisen.
Hier gebe ich Grant und Kuhfladen Recht:

Zitat:
Zitat von Grant
Moslems die im westlichen Gastland zum Terror aufrufen, gehören def. ausgewiesen.
Zitat:
Zitat von Kuhfladen

manchmal ändert man nur dann etwas wenn man konsequent handelt. und wenn kriminelle ausländer ohne große umwege und palaver nach hause geschickt werden, dann wird es irgendwann auch fruchten.
Außerdem ist eine Abschiebung gar nicht oberflächlich, es ist eher eine der obersten Pflichten eines Staates, sein Hohheitsgebiet vor Gefahren und Gewalt zu schützen.

Zitat:
Zitat von smallchild
Ich sage ja selber, dass ich die Ausweisepraxis in solchen Fällen befürworte, weil mir auch keine Alternative einfällt. Aber für eine wirkliche Lösung halte ich sie dennoch nicht. Es leider ist eher ein Beweis der eigenen Hilflosigkeit, aber so ist es nun mal.
Eine wirkliche Lösung des ganzen Problems zu finden ist wie wir diskutiert haben nicht so einfach, aber wenn es um einen Extremisten im Inalnd geht, dann ist eine Ausweisung der verantwortlichen Personen eigentlich eine praktische, volle Lösung für das betroffene Land.
 
Alt 17.02.2006, 12:57   #509
smallchild
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Kuhfladen
na, das ist eben grant. auch wenn ich seinen provokanten stil nicht mag muss ich ihm in einigen sachen inhaltlich recht geben. ich finde es insofern schade weil sein provokanter stil zuweilen dazu anregen kann dagegen zu halten selbst wenn man in einigen punkten mit ihm übereinstimmt. ich versuche halt unabhängig von seinem stil mich inhaltlich damit auseinander zu setzen und leider, im sinne von "ich wünschte es wäre anders" hat er mit vielen dingen recht.
Aber Grant ist es auch, rechnen wir ihm mal seinen provokanten Stil zu Gute, bei dem gemäßigte, friedliche Moslems dank dieses "provokanten Stils" zuerst mit den anderen in einem Sack landen. Erst wenn man nachhakt, kommt raus, dass er nicht alle gemeint hat. Das ist ein Problem, weil da die Differenzierung immer mehr verschwimmt und auch irgendwann unbedeutend wird, weil die nächsten Aussagen wieder ähnlich sind. Da drängt sich das Gefühl auf, dass die provokanten Gedanken stärker sind als die differenzierten. Außer einigen "mehr oder weniger" provokanten Aussagen habe ich von Grant auch leider noch nicht viel gelesen im Rahmen dieses Threads. Du machst Dir immerhin noch ernsthafte Gedanken darüber, wie man einen gemeinsamen Konsens erreichen könnte, um in Zukunft solche Konflikte zu vermeiden. Von Grant kommt aber da nicht viel konstruktives. Schade.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
den hetzer mal aussen vor gelassen, denn darüber müssen wir nun wirklich nicht diskutieren. man kann es mit dem gerechtigkeitssinn auch übertreiben.
Klar kann man, aber ich würde mich genau so aufregen, wenn es sich beispielsweise um Juden handeln würde. Ich finde es einfach sehr daneben, jemanden seiner Religion oder Herkunft wegen zu beleidigen, und dann zu tönen: Wie, ihr wollt, dass wir uns entschuldigen? Nö, kehrt mal lieber vor Eurer Tür. Man sollte immer beide Seiten der Medaille betrachten und sich zur Abwechslung auch mal in die "anderen" hineinversetzen. Denn sie sind genau so Menschen mit Gefühlen und Ängsten wie wir, was aber in solchen Situationen gerne mal bei vielen hier aus dem Westen vor lauter "Angst vorm schwarzen Mann" übersehen wird.

Super. Wir lassen auf der einen Seite den USA ein Lager wie Guantanamo Bay, in dem sie unter den Augen der Weltöffentlichkeit dreisterweise Menschen wie Dreck behandeln, ihnen nicht einmal die Menschenrechte zugestehen, das scheint nicht so schlimm, als dass man wirklich was tun müsste. Und dann wundern wir uns über eine langsam wachsende Wut in den islamischen Staaten.

Hier könnte man genau so schreiben: wo bleiben die Demos gegen ein Lager wie Guantanamo?

Was ich dabei immer wieder unmöglich finde, ist die Tatsache, dass nicht nur in den USA viele Dinge falsch laufen, sondern sich auch hier viele Menschen in Deutschland wirklich in Selbstüberschätzung bewegen. Denn nur um ein Beispiel zu nennen: Du schriebst von den Anteil der hier lebenden gemäßigten Moslems, die sich ja laut dem Hamburger Abendblatt einen Gottesstaat wünschten. Hm, nun nimm mal tatsächlich die Sache mit der Mauer, oder noch schlimmer, die ewig Gestrigen, wie viele wünschen sich hier in Zustände zurück, bei denen man nur den Kopf schütteln kann?

So wenige sind das nicht, glaube mir. Deshalb finde ich es immer sehr hochgegriffen, uns hier als so viel besser darzustellen.

Sooo viel besser sind wir nicht, dass wir als Westen es uns einfach so erlauben dürfen, die islamischen Länder herabwürdigend zu behandeln. Das dürften wir genau genommen nicht einmal, wenn wir wirklich so viel besser wären.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
auch wenn wir nicht alle moslems in einen topf schmeissen dürfen, so müssen wir bei der ganzen diskussion die moslems auch daran erinnern das wir nicht in einer konformen welt leben die es nun mal erfordert einen weg zu finden der gewisse emotionale gefühle durch rationalität ergänzen muss.
...als ob sie nur aus Emotionen heraus handeln würden...

Man sollte beides an den Tag legen, und ich muss dazu sagen, dass mir bei der ganzen Debatte neben der ganzen Rationalität und den ganzen Emotionen (die genau so auch von "unserer" Seite aus kommen) ganz klar etwas entscheidendes fehlt: mal alles ein wenig mehr vom menschlichen Standpunkt aus zu betrachten.
Zitat:
Zitat von Kuhfladen
und das scheint mir hier das hauptproblem zu sein. wir sind hier mit abstand sehr viel toleranter, oder auch gelassener, was den umgang mit religionen oder religiösen gefühlen betrifft weil wir in bezug auf die "aufklärung" ein ganzes stück weiter sind als es der islam ist. das ist eine errungenschaft die unter anderem dazu beiträgt das wir, egal welcher konfession jemand angehört, sehr viel entspannter miteinander leben können. es geht also gar nicht so sehr darum das wir uns den "gefühlen" anderer religionsgemeinschaftne anpassen müssen, sondern vielmerh das sich relifgionsgemeinschaften in unserem sozialem umfeld mit den gegenheiten die hier einzug erhalten haben umgehen können.
Zu den Werten unserer westlichen Demokratie gehört es aber auch, dass man Religionen nicht nur toleriert, sondern auch mit Respekt und Achtung behandelt. Das steht sogar in unserem Gesetz. Tja, so ist es nunmal.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
diese forderung meinerseits ist dabei nicht mal übertrieben oder ignorant, sondern ein lebensgefühl das ich hier wo ich lebe erfahren habe und das mir viel wert ist. toleranz heißt nicht nur die gefühle anderer zu respektieren, es beudeutet manchmal auch die intoleranz anderer hinzunehmen!!!!!!!!
Was nicht bedeutet, dass man Religionen beleidigen darf.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
was manche nicht verstehen können ist das man es nicht jedem "ge"recht machen kann,
nein, man kann es nicht jedem recht machen.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
denn das würde im endeffekt bedeuten das man eine gleichstellung aller menschen erreichen müsste.
Das sagt das Gleichheitsgebot der Menschenrechte aus, ja.
Aber eine Gleichstellung aller Menschen bedeutet doch lange nicht, dass man es allen Recht machen muss, Kuhfladen.
Zitat:
Zitat von Kuhfladen
das kann aber unter den gegebenen bedingungen wie religiösen oder andern weltanschaulichen lebensweisen niemals passieren. dafür sind diese kulturellen, religiösen lebens- UND denkweisen zu unterschiedlich. also muss man sich auch gedanken über die regionen in denen man selbst lebt und die lebensumstände gedanken machen. es ist einfach nicht möglich immer den perfekten weg zu finden unter denen sich alle wohl fühlen und in ihrer denk- und lebensweise bestätigt fühlen. wer das glaubt ist ein träumer.
Wie schon gesagt, eine Einhaltung des Gleichheitsgebots der Menschenrechte würde schon ausreichen.

Wenn sie schon in einigen Teilen der Welt nicht eingehalten werden, dann sollten zumindest wir als "Westen" versuchen, sie als wichtigste Grundfeste unserer Staaten ernstzunehmen. Wenn wir uns doch schon unbedingt als fortschrittlicher sehen wollen, dann sollten wir uns als "Vorbild" doch bitteschön genau so an die Menschenrechte halten, wie wir es von anderen fordern.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
der erste schritt muss der sein das wir, überregional, einen weg der verständigung finden der extreme ausschließt und der dafür sorgt das in der jeweiligen region eine eigenverantwortung übernommen wird entsprechende extreme zu unterbinden. das kann bedeuten das wir zb. rechts- oder linksradikalismus bekämpfen und auf der anderen seite der islamismus. solange aber auf beiden seiten beide extreme nicht bekämpft sondern toleriert oder geduldet, teilweise sogar unterstützt werden ist eine solche dikussion absolut sinnlos.
Mit den Kräften, die sich so verhalten, schon. Zum Glück bleiben da aber noch genügend andere übrig, auf die das nicht zutrifft, also ist es sehr wohl möglich, mit genau dieser Mehrheit zu diskutieren. Das geschieht nur leider in einem viel zu geringen Maße. Deshalb sollten sich unsere Bemühungen mehr darauf konzentrieren als bisher.

Viele Grüße,
smallchild

Geändert von smallchild (17.02.2006 um 13:32 Uhr)
 
Alt 17.02.2006, 12:58   #510
smallchild
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Kuhfladen
ich möchte weder alle moslems in einen topf stecken, noch möchte ich sie kollektiv verteidigen. es gibt solche und solche, genauso wie bei uns. aber was ich vermisse in den ländern in denen der islam eine überwiegende mehrheit stellt ist eine ähnliche vorgehensweise oder auch konsequente handlungsweise mit islamisten wie es bei uns zb. mit rechtsradikalen ist. wo bleibt die öffentliche aufklärung oder auseinanderstzung mit diesem problem?
Das ist ein wichtiger Punkt, den Du ansprichst. Darin sollte man die Menschen, die sich dort für so etwas engagieren, wesentlich stärker unterstützen.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
ich kann sie leider nur in einigen kleinen, sehr behutsamen ansätzen entdecken.
...Welche übrigens durch die Karikaturen ausgelöst derzeit auch noch zusätzliche Schwächung erfahren.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
ich will nicht sagen das es bei uns perfekt wäre, aber die aufmerksamkeit, oder "oposition" ist bei uns sehr viel weiter als es in den islamischen ländern ist. solange ich nur halbherzige worte oder taten sehe bleibt ein misstrauen das nicht dazu dienlich ist den islam als harmlos oder kompatibel zu unserer weltanschauung anzusehen. so sehr ich es gerne möchte, ich kann es nicht.
Dafür, dass in den Ländern des nahen Ostens die "Opposition" nicht so weit ist, dafür kann aber der Islam nichts. Dafür muss er höchstens herhalten.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
das gilt aber für beide seiten und im moment werde ich das gefühl nicht los das es menschen gibt die uns, hier wo ich lebe, unterstellen wollen das wir die agressoren sind nur weil wir ein wertesystem verteidigen in dem wir aufgewachsen sind. das tun die anderen zwar auch, aber die mittel unterscheiden sich doch deutlich. zumindest scheinen sie mehr eindruck auf uns zu machen als wir auf sie!
Zitat:
Zitat von Kuhfladen
welche sollen das denn sein?
Die leichteren Wege? Zum Beispiel einfach stur auf seiner Position zu verharren und die alleinige "Schuld" der anderen Seite anzulasten.
Selbstkritik tut Not.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
vielleichet ist gerade das was wir jetzt durchmachen notwendig um endlich mal zu einem konsens zu kommen der beiden seiten gerecht wird.
Ich hoffe ebenfalls, dass die Angelegenheit am Ende auch etwas Gutes hat. Dass wäre wirklich wünschenswert. Und es geht ja auch nicht so weiter, das ist beiden Seiten klar, denke ich.

...aber ich denke nicht, dass stures Pochen auf der eigenen Position ohne Bereitschaft, die eigenen Fehler einzugestehen, zu einem Konsens führen wird. Damit kommen wir nicht aus der Sackgasse raus sondern erreichen nur eine Verhärtung der Fronten. Wollen wir das?

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
denn leichte wege gibt es in dieser sache nicht. gerade wenn religionen ins spiel kommen wird es kompliziert und wenn dann noch fundamentalisten beider seiten ins spiel kommen wird es nahezu unmöglich wenn nicht die gemäßigten beider seiten diesen radikalen einhalt gebieten.
bei uns kann ich wenigstens noch so etwas wie eine kritische und öffentliche auseinandersetzung mit diesem thema erkennen. auf der andernen seite sehe ich das nur in wenigen sehr begrenzten mitteilungen.
Dann frage ich mich, warum wir diese Tendenzen nicht stärker unterstützen.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
mir fehlt in diesem zusammenhang eine selbstkritische auseinandersezung der muslime mit sich selbst und der weit verbreiteten propaganda gegen israel und die ungläubigen in der westlichen welt.
Mir auch. Sein wir ihnen ein gutes Vorbild und beweisen, dass wir Selbstkritik-fähig sind, selbst in dieser Situation. Die Karikaturen waren daneben.

Zitat:
Zitat von Kuhfladen
warum, ob nun aus angst oder übermässigen respekt, ist mir dabei egal. irgendwann muss man damit anfangen. wer das verpasst darf sich nicht wundern wenn es keine annäherung gibt!
Man könnte eine selbstkritische Auseinandersetzung der muslimischen Welt mit ihrer Umgehensweise mit den Juden fördern, indem man klar macht, dass WIR HIER IM WESTEN keine Beleidigungen oder Verunglimpfungen anderer Religionen akzeptieren. So wie es schon unser Gesetz sagt.

Sonst machen wir uns selber unglaubwürdig.

Viele Grüße,
smallchild

Geändert von smallchild (17.02.2006 um 15:29 Uhr)
 
Alt 17.02.2006, 12:58 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

 

Ausgesuchte Informationen

Themen-Optionen





Powered by vBulletin® Version 3.8.9 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2021, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Lite) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2021 DragonByte Technologies Ltd.
Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 22:19 Uhr.