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Grant 29.03.2006 14:58

Zitat:

Zitat von Toktok
Sudan? China verhindert mit seinem Vetorecht im UN-Sicherheitsrat seit längerer Zeit Sanktionen gegen den Sudan, trotz aller Menschenrechtsverletzungen, die dort zu beobachten sind. Einen Alleingang unternimmt dort zumindest niemand, und wie du sicher weißt, gäbe es ohnehin nur ein einziges Land auf dieser ganzen weiten Welt, welches gezeigt hat, dass es zu solchen (Beinahe-)Alleingängen in der Lage wäre.

Und "lächerliches Anti-Kriegs-Geheule"? :lachen: Es ist klar, dass du nun unbedingt davon ablenken willst, dass die Mission Irak, so, wie man sie sich vorstellte, gescheitert ist. Ebenso von den deutlich über 100.000 bisherigen Toten, die dieser Krieg dort gefordert hat. Aber anstatt dich damit auseinanderzusetzen, zappelst du herum, versuchst dich irgendwie herauszuwinden und laberst von Afrika. Funktioniert aber nicht, denn durch Ablenkung löst sich kein Konflikt in Luft auf. Sicher, in weiten Teilen Afrikas herrschen ebenfalls völlig desolate, nicht hinnehmbare Zustände, aber was in aller Welt hat das damit zu tun, dass der Irak im Chaos versinkt?
Das, was eigentlich lächerlich ist, kommt von dir: Bevor du dich darüber beschwerst, dass es damals Menschen gab, die diesen Krieg aus guten Gründen(!) abgelehnt haben, solltest du dir in Erinnerung rufen, dass all das eingetreten ist, was erst zu dieser ablehnenden Haltung geführt hat: Die hauptsächlichen Kriegsgründe waren vorgeschoben, denn Massenvernichtungswaffen hatte Hussain keine. Der einzige Mensch auf dieser Welt, der daran wahrscheinlich noch glaubt, bis du. :lachen: Weiter hatte Hussain erwiesenermaßen keine Verbindungen zu Osama Bin Laden und seinem Terrornetzwerk. Eine Brutstätte für (internationalen) Terrorismus ist der Irak heute - er ist allerdings erst durch den Krieg dazu geworden.



"Ihr"? Ich war nie auf einer dieser Antikriegsdemos, auch wenn du das gerne unterstellst. Abgesehen von Unterstellungen hast du ohnehin nichts anzubieten, also wundert mich das nicht.
Im Irak sterben täglich Menschen eines unnatürlichen Todes, wegen des Krieges, den du befürwortet hast. Vorher war der Irak sicherlich auch kein Paradies, aber heute ist es schlimmer. Frage die Irakis. Niemand wünscht sich Hussain zurück, aber das Chaos, in welches ihr Land gestürzt wurde und in dem es zu versinken droht, wollte man ebenso wenig. Und du versuchst dich plötzlich als großer Menschenfreund darzustellen, als der Kriegstreiber, der du bist? Wirklich ein Hohn, Grant. Und deswegen wirst du damit auch keinen Erfolg haben. :auslachen:



Effekthascherei ist überhaupt nicht nötig. Es ist bestätigt, dass durch direkte Kampfhandlungen der Besatzungstruppen nach(!) dem Sturz Hussains bisher ca. 35.000 Zivilisten gestorben sind (ohne Falludschah!), und die tatsächliche Zahl dürfte sogar deutlich höher liegen. Und nochmals: Diese Zivilisten sind keine Menschen, die diese Truppen angegriffen haben, denn sonst wären es keine Zivilisten, sondern feindliche Kämpfer.
Willst du etwa allen Ernstes behaupten, es gehöre in einem Krieg für Soldaten nicht zu ihrer Arbeit, diesen Krieg auch zu führen? Oder willst du behaupten, die militärischen Aktionen dieser Soldaten hätten überhaupt keine zivilen Opfer gefordert? Wie lächerlich bist du eigentlich? :auslachen:



Wovon träumst du eigentlich nachts?



Absichtlich? Ach so, wieder mal eine dieser zahlreichen haltlosen Unterstellungen, derer du dich in deiner argumentativen Verzweiflung stets bedienen musst. Schade, dass du in Wirklichkeit nichts, aber auch wirklich rein gar nichts anzubieten hast.



Jetzt dreht er völlig durch. Und du wunderst dich, wenn man dir einen Arzt empfiehlt? :auslachen:

Viel leeres Bla bla, gerade Mal geeignet für den Kindergarten. Ob es im Irak vorher schlimmer war, kannst du nicht beurteilen, es gibt solche die behaupten, es sei schlimmer, gleich oder besser. Vor allem Saddams Ex-Günstlinge finden es schlimmer :fg:

Obwohl ich auf dein infantiles Gebrülle nicht gross eingehen wollte, nur ein kleiner Kommentar: Der Einsatz im Irak war vorerst ein grosser Erfolg, Saddam war weg und das Volk befreit. Nur wusste man nicht, dass mehrere Gruppen sich vornehmen würden, das Land seither permanent zu terrorisieren. Die meisten Verluste gehen auf das Konto von Terroristen. Die Unterstellung, USA Soldaten würden mit Absicht Zivilisten umbringen, ist natürlich Anti Amerikanischer Blödsinn. Gäbe es diese Terroristen nicht, wäre das land schon viel weiter, aber das wollen viele der Moslems nicht, da sie einen Machtverlust damit erleiden würden. Sudan: Es ist völlig egal was China sagt oder tut, ich frage nur Wo zum Teufel sind denn die Demonstranten? Hier sterben viel mehr Menschen, es sind bereits über 2 Mio???

Es ist einfach zu durchsichtig, was du hier betreibst, und wenn man dich erwischt, fängst du wie ein kleines Kind zu flennen und schmeisst mit tollen Argumenten wie "Paranoid, geh zum Arzt, Wichsen, Hauptschule blä blä blä" um dich. Beschränke dich künftig auf Argumente und hör endlich mit diesem infantilem Geplärre auf. Wenn du dir wirklich Mühe gibst, schaffst du das, glaub mir!

Toktok 29.03.2006 15:17

Zitat:

Zitat von Grant
Die meisten Verluste gehen auf das Konto von Terroristen.

Mindestens 35.000 Zivilisten gehen auf das Konto der us-amerikanisch-britischen Truppen. Deutlich über 100.000 Zivilisten sind unnötigerweise gestorben, weil diese Truppen den Krieg angefangen haben.

Kuhfladen 29.03.2006 15:21

Zitat:

Zitat von Toktok
Wollen wir uns mehrere heraussuchen und ihren Verlauf betrachten? Nur zu, Vorschläge erwünscht.
Daher kommen die Befürchtungen, dass die Präsenz der Besatzungstruppen auch im Irak den Bürgerkrieg nur unnötig in die Länge zieht, und dass dadurch weitaus mehr Menschen sterben werden, als ohne sie.

Wieso sollte es im Irak anders laufen? Nach drei Jahren gibt es dafür nicht das geringste Indiz, ganz im Gegenteil.

naja toktok, du machst es dir in dieser hinsicht ein bisschen zu einfach.
nur weil es in 7 von 10 fällen nicht so gelaufen ist wie man es sich gewünscht hat ist das doch kein grund zu sagen "so war es immer, also lassen wir es doch einfach sein".
die alliierten haben die jetzigen umstände mitverursacht, da können sie nicht einfach sang- und klanglos abhauen.
die frage wie eine solche präsenz aussehen kann sollte man auf jeden fall erörtern und jede möglichkeit sollte in erwägung gezogen werden. aber sich nur weil es probleme gibt sich einfach so aus dem staub zu machen ist und kann keine lösung sein. dann könnten wir auch alle humanitären missionen die nicht vollen erfolg versprechen einstellen.

nö, so einfach geht das nicht. ein problem das wir haben ist das es keinen geschlossenen weltsicherheitsrat mehr gibt (so es denn mal einen gab) weil zuviele interessen ein gemeinsames vorgehen verhindern. schade eigentlich, denn ein starker sicherheitsrat könnte hier eine lösung sein.
die usa müssten nicht mehr weltpolizei spielen und man könnte eine internationale friedenstruppe zusammenstellen die in den jeweiligen krisenregionen auf mehr akzeptanz bei der bevölkerung stösst.

aber nehmen wir doch mal das beispiel afghanistan. ohne den internationalen druck wäre hier ein konvertit zum tode verurteilt worden. hier ist man sich durchaus darüber im klaren welche konsequenzen ein abzug der friedenstruppen haben würde, auch wenn es nur regional begrenzt ist.
und das soldaten im irak auschließlich dazu da sind andere zu töten ist schlichtweg falsch. sie sorgen unter anderem dafür das humanitäre hilfe geleistet werden kann und sei es dadurch den hilfeleistenden schutz zu gewähren. vielmehr ist es tatsächlich so das diese soldaten ihr leben riskieren damit anderen geholfen werden kann. meinst du nicht das sie nicht auch lieber zuhause wären?
toktok, es herrscht nach wie vor krieg und in kriegen sterben auch zivilisten. sie sterben aus vielen verschiedenen gründen und wenn du mit zahlen um dich wirfst, dann sind das zahlen die genau genommen ohne wert sind.
iran, irak, das sind konfliktherde die seit jahrzehnten schwelen und was richitg und was falsch ist vermag ich kaum zu beurteilen. aber den alliierten eine kollektivschuld zuzuschanzen ist sicherlich der falsche weg.

Kuhfladen 29.03.2006 15:23

Zitat:

Zitat von Toktok
Mindestens 35.000 Zivilisten gehen auf das Konto der us-amerikanisch-britischen Truppen. Deutlich über 100.000 Zivilisten sind unnötigerweise gestorben, weil diese Truppen den Krieg angefangen haben.

mal nebenbei, weißt du wieviele iraner und iraker im krieg zwischen diesen beiden nationen gestorben sind? soldaten oder zivilisten, es sind menschen!

Grant 29.03.2006 16:28

Zitat:

Zitat von Toktok
Mindestens 35.000 Zivilisten gehen auf das Konto der us-amerikanisch-britischen Truppen. Deutlich über 100.000 Zivilisten sind unnötigerweise gestorben, weil diese Truppen den Krieg angefangen haben.

Das ist wirklich eine sehr naive Betrachtungsweise. Fakt ist, ohne die Unterstützung der Fundamentalisten, gäbe es viel weniger Verluste, und das Land wäre befriedet. Es wird auch fälschlicherweise vom "Widerstand" gesprochen, diesen Widerstand gibt es aber nicht. Es sind Autonome Gruppen die alle nur eins zum Ziel haben: "Der Irak darf nie stabil werden". Einer der größten Donatoren hierbei ist der Iran, das sind Fakten, das was du von dir gibst, ist Propaganda. Es ist auch interessant, das solche Kritiker immer nur dann hervorgekrochen kommen, wenn die USA im Spiel ist, ansonsten ist nicht viel zu hören, wie man bei den lächerlichen Demos gegen den Krieg schön zu sehen bekam. Ich frage nochmals, da es ja scheinbar "Nur um die Menschen im Irak" ging, wieso demonstriert niemand gegen das Abschlachten im Sudan? Fazit: Es ging nie um Menschen, sondern um Politik. :sonjaf-puke: Obwohl die meisten Demonstranten nicht mal wussten wo Irak überhaupt liegt. :fg: Es bleibt dabei, ohne die Terroristen, wäre der Irak längst befriedet. Und der Zustand unter Saddam war kaum besser, auch wenn das irgendwelche Propaganda Blättchen behaupten. Ich kann sonst mal die ellenlange Liste von Menschenrechtsverletzungen unter Saddam auspacken, dagegen sind die "Folterungen" in AbuGr, welche zu Recht geahndet werden, Dreck dagegen.

Grant 29.03.2006 16:37

Zitat:

Zitat von Kuhfladen
mal nebenbei, weißt du wieviele iraner und iraker im krieg zwischen diesen beiden nationen gestorben sind? soldaten oder zivilisten, es sind menschen!

Mind. 1.5 Mio.
Zitat:

Erst 20 Monate sind es her, dass der Schah den Iran verlassen hat. Ayatollah Khomeini ist aus dem Pariser Exil zurückgekehrt, und im Land ist die "Islamische Republik" ausgerufen worden. Anhänger des alten Regimes werden verfolgt, das neue klerikale Mullah-Regime hat sich noch nicht richtig etabliert, da greifen am 22. September 1980 plötzlich Formationen irakischer MIG 21 und MIG 23 iranische Luftwaffenbasen bei Teheran und mindestens acht anderen Gegenden in allen Teilen des Iran an. Sie richten nur Schaden an den Runways an, die meisten iranischen Kampfbomber bleiben intakt und fliegen wenig später Gegenangriffe innerhalb des Irak.

Diese Gegenangriffe können aber nicht verhindern, dass irakische Einheiten an mehreren Punkten der gemeinsamen Grenze in den Iran vorstoßen: Binnen kürzester Zeit haben sie ein Gebiet von tausend Quadratkilometer Größe erobert, und der iranische Widerstand ist zunächst nicht sonderlich ernst zu nehmen. Abertausende von Iranern fliehen, besonders aus der südlichen Provinz Khuzistan, einem Hauptziel der Invasion.

Die iranische Journalistin Mehri Shantiai stammt von dort: "Sie haben die ganzen Sachen, die sie hatten, da zurückgelassen. Die haben das ganze Gold, Geld, alles was sie hatten, zurückgelassen und wollten nur sich retten. Und ihre Familien und ihre Kinder (...)"

Der irakische Führer Saddam Hussein hatte in den zurückliegenden Monaten zwölf Divisionen aufgestellt, 190.000 Mann stark, die mit den modernsten sowjetischen Waffen ausgerüstet waren, darunter über 2000 Panzer und 450 Kampfflugzeuge. Saddam ist deswegen siegesgewiss, als er den Angriff befiehlt. Umso mehr, als die iranischen Streitkräfte schwer unter den Folgen der Revolution gelitten haben:

Wichtige Offiziere sind geflohen, inhaftiert oder hingerichtet und Ersatzteile fehlen. So denkt Saddam, dass er mit Leichtigkeit eine Vereinbarung revidieren kann, in der der Irak 1975 dem Iran die Kontrolle über eine Hälfte des Shatt-el-Arab zugestanden hatte. Jetzt will Saddam sich diesen Wasserweg zwischen Euphrat, Tigris und dem Persischen Golf zurückholen. Außrdem will er die Ölquellen in der Provinz Khuzestan erobern, und er ist überzeugt, dass die arabische Minderheit in dieser Provinz sich auf seine Seite schlagen wird.

Nichts dergleichen geschieht. Zwar erobert der Irak einen Teil der Provinz, die er in "Arabistan" umbenennt, die Solidarität der drei Millionen Araber dort aber bleibt aus. Die iranische Armee entwickelt ungeahnten Widerstandsgeist, und es entwickelt sich ein acht Jahre langer Krieg, der mindestens 1,5 Millionen Tote fordert und beide Länder um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurückwirft.

Innerhalb weniger Wochen hat Teheran über 200.000 Soldaten mobilisiert, die sich dem Angreifer entgegenwerfen. Unter ihnen zahllose Jugendliche und Kinder. Was ihnen an Ausbildung fehlt, machen sie durch Entschlossenheit wett. Aber es dauert bis Anfang 1982, dass es gelingt, den Irakern erste schwere Niederlagen zuzufügen. Die Kämpfe ziehen sich aber hin.

1985 beginnt der Irak, zivile Ziele im Iran zu bombardieren, darunter besonders Teheran. Zuerst mit Flugzeugen, dann mit Raketen. Und in den Städten gibt es keinen zuverläßigen Schutz gegen solche Angriffe:

Zitat: "Wir sind zum Beispiel von Teheran etwa eine Stunde gefahren und neben einem Fluss, da gab es viele Stellen, wo man übernachten konnte. Viele Familien sind dahin gekommen. Das war wie ein Picknick, aber ein schreckliches Picknick."

Der iranische Führer Ayatollah Khomeini lehnt eine Beendigung der Kämpfe ab. Mit bis zu 500.000 Kindersoldaten im Einsatz gelingt es ihm, den Krieg ins Nachbarland hineinzutragen. Wenn Bagdad nicht auch rücksichtslosen Gebrauch von chemischen Waffen gemacht hätte, deren Technologie es aus den USA bezog, dann hätte der Iran den Krieg vielleicht für sich entscheiden können. So aber - und weil geheime Waffen- und Ersatzteillieferungen an den Iran und auch aus den USA nicht ausreichten - bleibt es bei jahrelangem Stellungskrieg ohne große Verschiebungen.

Am 20. August 1988 kommt es endlich zum Waffenstillstand, einen Friedensvertrag haben beide Länder, die längst wieder Botschafter ausgetauscht haben, aber nicht geschlossen. Es kommt immer wieder zu neuen Spannungen, auch über die Frage der Kriegsgefangenen, von denen auch Jahre nach dem Krieg nicht alle in ihre Heimat zurückgekehrt sind.

Autor: Peter Phil
http://www.kalenderblatt.de/index.ph...sset=1&lang=de

Toktok 29.03.2006 19:05

Zitat:

Zitat von Kuhfladen
ich fürchte das im falle eines bürgerkriegs der ohne jegliche präsenz ausländischer truppen stattfindet noch mehr menschen sterben werden.

Kurzfristig, ja. Langfristig, nein. Längerfristig ist zu erwarten, dass die Anwesenheit der Truppen die Bilanz der Todesopfer erhöht.

Zitat:

Zitat von Kuhfladen
das problem das man bei der beseitigung saddams nicht ausreichend bedacht hatte waren die instabilen verhältnisse die daraus entstehen könnten.

Nachdem Hussain Kuwait angegriffen hat - wir wissen alle, wie es ausgegangen ist - ließ man Hussain im Amt, obwohl Gelegenheit bestand, ihn abzusetzen. Weißt du warum? Weil man genau die Verhältnisse bedacht und befürchtet hat, die heute im Irak existieren. Hatte man etwa vergessen, was man damals noch in Erwägung gezogen hatte? Sicherlich nicht. Es gibt lediglich kein wirksames Konzept, um die Lage zu stabilisieren, abgesehen von einem Bürgerkrieg. Das ist das Bild, welches sich nach den Erfahrungen der letzten drei Jahre zeigt. Es stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob es zu einem Bürgerkrieg kommt, oder nicht, sondern nur noch, wie lange er dauern wird, denn im Gang ist er längst.

Zitat:

Zitat von Kuhfladen
ich war gegen den einmarsch der usa in den irak. aber nicht weil ich so ein großer freund saddams war, sondern weil es vorher klar war das sie das land auf diese weise nicht stabilisieren werden.

Eben.

Zitat:

Zitat von Kuhfladen
es ist schwer zu sagen was richtig und was falsch war denn egal wie man vorgegangen wäre, es wäre früher oder später zu bürgerkriegsähnlichen ausschreitungen gekommen.

Eben.

Zitat:

Zitat von Kuhfladen
hätte man die opposition so weit unterstützt das sie zu einem putsch fähig gewesen wäre der eine erfolgreiche beseitigung saddams zur folge gehabt hätte wäre es möglicherweise besser gewesen, aber wer weiß ob es geklappt hätte. das hat man bestimmt schon lange versucht.

Gelegenheit zum Putsch gegen Hussein gab es besonders nach seiner Niederlage bei der versuchten Einnahme Kuwaits. Die Putschisten baten dabei auch um Unterstützung, und wenn der Westen an einem Regimewechsel interessiert ist, hilft er ja bekanntermaßen auch gerne bei solchen Dingen. In diesem Fall gab es jedoch keine Unterstützung, was zur Folge hatte, dass die Aufständischen zusehends niedergemetzelt wurden. Soviel dazu, welch große Rolle Menschenrechtsverletzungen für Interventionen spielen.

Zitat:

Zitat von Kuhfladen
es nützt nichts, die situation ist nun mal so wie sie ist und möglicherweise muss man eine lösung finden die die präsenz fremder truppen nicht ganz ausschließt. vielleicht muss man mit den irakern gemeinsam nach einer lösung suchen welche art von präsenz sie akzeptieren würden ohne dabei ihre eigenständigkeit einzubüßen.
nur wer es schafft die verfeindeten gruppen an einen tisch zu bringen wird es schaffen einen lösungsweg zu finden.
es wird nicht ohne ausländische truppen gehen, aber vielleicht müssen sie von anderen nationen gestellt werden (zb. nationen die einen hohen muslimischen anteil haben) damit die raker nicht mehr dieses besatzungsgefühl haben sondern vielmehr das gefühl das diese truppen wirklich zu ihrem schutz da sind.
das können weder die usa noch großbritannien sein, sind sie doch vielen menschen im irak genauso verhasst wie saddam zuvor.

Etwas unrealistisch, meinst du nicht?

Toktok 29.03.2006 19:17

Zitat:

Zitat von Grant
Sudan: Es ist völlig egal was China sagt oder tut, ich frage nur Wo zum Teufel sind denn die Demonstranten? Hier sterben viel mehr Menschen, es sind bereits über 2 Mio???

Grant, mach mich doch nicht dafür verantwortlich, dass für Afrika niemand auf die Straße geht.
Ich habe auch vor dem Irak-Krieg an keiner Demonstration teilgenommen, auch wenn das nicht in dein vorurteilsbeladenes Bild passt.
Wenn dir der Sudan wichtig wäre, könntest du dich ja engagieren. Meine (moralische) Unterstützung hättest du sicher. Rufe doch zu Demonstrationen auf, was hindert dich?
Es ist außerdem keineswegs so, dass sich die Friedensbewegung nur ausgesuchte Konflikte vornehmen würde. Würdest du dich ernsthaft mit ihr auseinandersetzen, würdest du sehen, dass sie keinen einzigen Konflikt dieser Welt ausklammert; die Liste der Länder ist lang und reicht von Ägypten bis Zypern. Wenn du sie dafür verantwortlich machen willst, wieviel mediales Aufsehen ein Konflikt erregt, bist du definitiv an der falschen Addresse.

Toktok 29.03.2006 22:46

Zitat:

Zitat von Grant
Einer der größten Donatoren hierbei ist der Iran, das sind Fakten, das was du von dir gibst, ist Propaganda.

Grant, wir alle wissen, dass der Iran seit längerer Zeit auf der Agenda steht, wenn es um die Länder der sogenannten "Achse des Bösen" geht.
Sätze, ähnlich deinem, den ich oben zitiert habe, sind im Grunde ziemlich inhaltslos, sondern dienen nur dazu, das Denken von anderen im eigenen Interesse zu beeinflussen. Wir alle wissen, denn das hast du hinreichend verbreitet, dass du dem Iran unterstellst unmittelbar vor dem Besitz von Atomwaffen zu stehen, obwohl es dafür bisher keinerlei stichhaltige Beweise gibt. Weiterhin ist ebenfalls bekannt, dass du den Kriegskurs besonders der USA befürwortest und bestimmt nichts gegen einen weiteren Militärschlag gegen den Iran einzuwenden hättest, sofern er von deinen geistigen Verbündeten geführt würde. Insofern kann man Aussagen, wie oben zitierte, getrost als Propaganda werten, wie man sie in letzter Zeit desöfteren von den üblichen Verdächtigen hören oder lesen kann und die bereits der psychologischen Kriegsvorbereitung dienen.
Es wiederholt sich das selbe Spielchen, dass man auch in der Phase vor dem Irak-Krieg beobachten konnte, und sogar die Behauptungen sind ganz ähnlich. Auch dem Irak, bzw. der irakischen Regierung um Präsident Hussain wurde damals unterstellt ein Atomwaffenprogramm zu betreiben, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und (weiter) zu entwickeln, aber vor allem auch, dass er mit Terroristen vom Schlage Bin Ladens in direkter Verbindung stünde, sie finanziere und auch anderweitig unterstütze. Nichts, aber auch gar nichts von all dem hat sich bestätigt. Im Gegenteil, alles ist längst als kriegsvorbereitende Propaganda entlarvt wurden, und niemand, einschließlich der kriegführenden Mächte, bestreitet heute noch, dass diese Behauptungen jemals etwas anderes, etwas Wahres, gewesen wären.
Heute, wenn es um den Iran geht, werden ebenfalls nur allzu leicht nebulöse Hinweise als gesicherte Erkenntnisse verkauft und bis ins Extreme aufgebauscht. Wenn man so genau wüsste, wie der Terror aus dem Iran in den Irak exportiert wird, könnte man leicht das Wasser abdrehen. Aber würde man das überhaupt wollen? Nur allzu leicht könnte man sich selbst der Gründe berauben, die man ansonsten vorbringen könnte, um einen möglicherweise zu führenden, weiteren Militärschlag ausreichend zu legitimieren.

cyrix 30.03.2006 01:36

Hallo! :)

@Iran-Irak-Vergleich:

Naja,der hinkt. Im Iran sind definitiv Anlagen, die zur Herstellung von atomwaffenfähigen Uran (sprich: genügend hoch angereichertes) geeignet sind. Dies ist wohl kaum so nebulös, wie die Luftbildaufnahmen, die Rumsfeld einst im UN-Sicherheitsrat als "Beweise" für die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak vorgelgt hat (Stichwort: UN-Inspektoren im Iran).

Zur Iran-Problematik habe ich mal einen interessanten Kommentar von einem Nahost-Korrespondent gehört. dieser meinte, dass das Ziel des irans gar nicht so sehr eine Atomwaffe an sich ist, sondern viel mehr nur, dass in der Weltöffentlichkeit (und besonders in Israel) bekannt ist und diskutiert wird, dass der Iran die Möglichkeit zum Bau einer solchen Waffe hätte.

Sobald nämlich Iran als "Atommacht" bekannt wäre, würde es eine Offensive der USA und vor allem Israels gegen Iran geben. Und dies wollen wohl auch die Mullahs nicht (nur hat man als fast-Atommacht eine wesentlich bessere Verhandlungsposition als ohne; siehe z.B. Nordkorea).


Wie man diesen Konflikt löst, ist eine ganz andere Sache. Aber auch da sind aus den USA schon wieder bedenkliche Töne zu hören: Krieg als eine Möglichkeit der "Konfliktlösung" wird auch in Betracht gezogen. Ja, ja: "Krieg ist fortgesetzte Diplomatie mit anderen Mitteln"...


Zur Ausgangsstreitfrage (o-ton "Ist der Islam gefährlich?"): Man kann m.E. einer großen Masse nicht anlasten, was ein kleiner Teil von ihnen verbricht. Ansonsten müsste man z.B. auch alle Hinduisten und Budisten wegen des Kaschmir-Konflikt (immerhin streiten sich da zwei Staaten, welche jeweils im Besitz von Atomwaffen sind!) für böse halten. Und auch Christen sind nach dieser Logik alles andere als friedlich (Ich kenne da so ein Staatsoberhaupt, welches den "von Gott gewollten" "Krieg gegen das Böse" führt...)

So kannst du mit ziemlicher Sicherheit für jede Person eine Gruppe finden, zu der diese gehört, welche "böse" ist. Dies lässt sich nur dann halten, wenn du generell davon ausgehst, dass der Mensch böse ist. dann jedoch hat dies nichts mehr mit der Relligion "Islam" an sich zu tun, sondern ist eine generelle Eigenschaft des Menschen (über die man sich streiten kann , ob sie es denn ist ;) ).


Viele Grüße,
Cyrix


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