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Alt 24.05.2006, 12:45   #1
Hühott
Junior Member
 
Registriert seit: 05/2006
Ort: irgendwo
Beiträge: 16
warum denkt man so oft man hätte kein Glück oder wieviel Jammern ist erlaubt?

Hallo Ihr,
ich wollte mal ein Thema zur Diskussion lostreten, daß mich zur Zeit sehr beschäftigt.

Aaaalso. wenn ich meine Situation im Moment anssehe bin ich eigentlich bis vor 5 Minuten der Ansicht gewesen Alles ist Mist.
Beziehungstechnisch läuft es nicht so wie ich es gerne hätte, weil dieser Mann zum Einen nicht will und sich zum Anderen als Riesen-A******* entpuppt hat.
Jobmäsig ist es genauso, meine Abteilung wurde einfach mal so eben aufgelöst und jetzt stehe ich sozusagen "Cheflos" da.

Eigentlich habe ich mich jetzt die ganze Zeit selbstbemitleided. So quasi ich arme, warum muß denn ausgerechnet bei mir Alles so laufen und nimmt denn das keine Ende und .

Vorhin kam mir irgendwie plötzlich der Gedanke warum sehe ich denn Alles so negativ. Warum denke ich denn ich habe Pech, warum sage ich mir nicht eigentlich ich habe Glück.
Der Typ war eh ein A****, jobmäßig nun gut...aber einmal wieder was Neues und ansonsten bin ich doch gesund, nicht arm, habe eine gesunde Tochter und...
Das Witzige oder eigentlich Perverse an der Situation ist, daß ich immer diejenige bin, die versucht Anderen Mut zu machen in dem ich genau so spreche.

Aber die andere Seite ist, muß man denn immer so sprechen oder ist vielleicht ein wenig jammern auch ganz gut??
Ist dieses "Alles wird gut" eher ein Gebot unserer authistischen Gesellschaft, in der man Nichts Negatives hören darf.

Wie Ihr seht, bin ich im Moment etwas verwirrt. So richtig weiß ich gar nicht mehr wie man sich am besten verhält oder eigentlich nicht verhält und genau deshalb würde mich Eure Meinung interessieren.
Hühott ist offline  
Alt 24.05.2006, 12:45 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo Hühott, egal wie gross deine Sorgen auch sein mögen, mir hilft es immer nach draußen zu gehen und den Grill anzuwerfen. Grillen ist Entspannung pur. Ob nun ein deftiges BBQ oder ein einfach mariniertes Schweinesteak. Am Grill kann ich alle Probleme vergessen. Du hast noch keinen Grill? Bei der Telekom kannst du aktuell am Angrillen 2019 Gewinnspiel mitmachen und entweder einen Beefer oder ein Keramik Ei gewinnen. Wer von uns gewinnt lädt den anderen ein ;-)
Alt 24.05.2006, 13:34   #2
cornie
Senior Member
 
Registriert seit: 07/2005
Ort: N
Beiträge: 695
Ich denke, ein bisschen Jammern ist ganz gut, denn immer allen Ärger und alles Schlechte verdrängen, kann auch in die Hose gehen.

Aber gerade wenn man eh schon in einer eher schlechten Stimmung ist, neigt man dazu, alles aus diesem Blickwinkel heraus zu sehen, man legt total den Augenmerk auf alles, was gerade schief läuft und bemerkt gar nicht, dass nebenher ganz viele Dinge auch gut laufen. Das wird zu einem Selbstläufer: Je mehr schlechte Dinge man sieht, desto schlechter ist man drauf, weswegen man wiederum primär Schlechtes wahrnimmt.
Dann ist es ganz gut, diesen Kreislauf, diese Abwärtsschraube bewusst zu durchbrechen, z.B. indem man sich täglich vor Augen führt, was an dem Tag schön war und was gut gelaufen ist, auch wenn es nur ganz kleine Dinge sind.
cornie ist offline  
Alt 24.05.2006, 14:30   #3
Hühott
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 05/2006
Ort: irgendwo
Beiträge: 16
Ich finde es geht sogar so weit, daß wenn es Einem gut geht, dann zieht man positive Dinge einfach an und Alles wird besser und wenn es Einem schlecht geht ist es gerade andersherum.
So in etwa wie wenn man glücklich verliebt ist auf einmal ganz viele Verehrer hat und wenn man Sie braucht wel es Einem andersherum geht, sind Sie einfach weg.
Hühott ist offline  
Alt 24.05.2006, 15:36   #4
Colombine
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
auch gute freunde sind für jammerei, auch wenn sie berechtigt ist, nur begrenzt aufnahmefähig. also bescheid sagen, dass was nicht stimmt und um hilfe bitten ist ok. wenn´s dann nicht besser wird, muss man alleine weitermachen. und sich vor allem fragen, lasse ich jetzt berechtigten schmerz zu oder zieh ich mich selbst mit dem bequemeren jammern runter anstatt aktiv zu werden?

wie immer, ist die grenze finden das schwierige. ich war immer der anti-jammerer: jetzt hab ich die quittung bekommen, indem mein körper sich weigert, dieses verdrängungspiel weiter mitzutragen. mir hätte also eine dosis jammern besser getan.

als es dann richtig dicke kam, wurde ich zum ober-jammerer und musste mich von meinen freunden distanzieren, um sie nicht über die massen zu strapazieren und vor allem konnte ich ihre enttäuschten gesichter, weil es mir immer noch nicht bessser ging, nicht ertragen. das machte mir noch zusätzlich schuldgefühle.

das mit magnetismus, bei dem gutes gutes und schlechtes eben schlechtes anzieht, stimmt schon. aber diese stimmungen kann man nicht immer und auch nur in eingeschränktem ausmass hervorrufen. und allzu viel hektischer aktivismus ist auch nicht gut. hab ich zwei jahre gemacht und mich damit selbst belogen.

das ist schon eine schwierige frage, die du da augeworfen hast!

lg
colombine
 
Alt 24.05.2006, 19:36   #5
Dave Bowman
Euer Liebden
 
Registriert seit: 05/2001
Ort: München
Beiträge: 14.553
Tja, das Petentrezept gibt es wohl nicht, da die Menschen zu unterschiedlich sind. Dass jeder mal jammert, das ist bestimmt so, aber die Reaktion aufs Jammern ist dann doch wieder verschieden. Manche ergeben sich dem Selbstmitleid, andere versuchen sich so schnell wie möglich daraus zu befreien. Ganz sicher bin ich nur einer unter ganz vielen, die beide Phasen mehrfach erlebt haben, allerdings schüttele ich jeden Anfall von Selbstmitleid oder Jammerei heute ganz schnell ab und suche lieber einen Ausweg aus der Misere, weil ich finde, dass mich diese "die-Welt-ist-böse"-Einstellung nur behindert und kostbare Zeit auffrisst.

Wenn ich eine Enttäuschung erlebe, versuche ich, sie so schnell wie möglich zu verarbeiten und einen anderen Weg zu finden. Mir geht es dann auch gleich besser, denn die Aussicht auf eine neue Möglichkeit spornt mich an und lässt mich die Enttäuschung viel schneller überwinden.
Dave Bowman ist offline  
Alt 24.05.2006, 23:21   #6
Udo
altkluger Baghwan der NBL
 
Registriert seit: 06/2000
Ort: im Osten
Beiträge: 11.910
Bitte - nur nicht das geliebte Feindbild zerstören - oder hinterfragen.

Das jammern ist ein angedichteter Teil von jenen Deutschen, die nach einem Mauerfall gnädig in die bessere Gesellschaft aufgenommen wurdensomit liegt uns das jammern Ossitechnisch schon in der Wiege.

Wenn Du also jammern willst - zieh Dir einen Schein oder lass Dich von Fachmännern beraten.
Udo ist offline  
Alt 25.05.2006, 09:44   #7
Colombine
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Dave Bowman
Wenn ich eine Enttäuschung erlebe, versuche ich, sie so schnell wie möglich zu verarbeiten
und wie machst du das?

PS: auch wenn wir in einem anderen thread konträrer meinung sind, ist das jetzt hier nicht ironisch gemeint.
 
Alt 25.05.2006, 10:10   #8
Hühott
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 05/2006
Ort: irgendwo
Beiträge: 16
Ja wie verarbeiten?
Oder wann verarbeite ich und wann verdränge ich?

Also ich war auch immer der Mensch der gesagt hat "Jammern hilft Nichts", ich muß sofort eine Lösung finden.
Irgendwann habe ich nur noch funktioniert. Gab es ein Problem, war ich perfekt im Lösungen finden.
Und jetzt im Moment stelle ich mir die Frage -wenn ich meine Vergangenheit betrachte-ob das denn wirklich gut war für mich.
Letztendlich habe ich nie wirklich für mich gelernt. Gelernt in dem Sinne, daß ich mich gefragt habe, "warum komme ich denn überhaupt in diese Situation, geht es mir gut dabei?"
Genau deshalb stehe ich jetzt auch vor vielen Rätseln.
Natürlich-daß grenzenloses Jammern schlecht ist finde ich auch, irgendwann muß man sich herausziehen sonst landet man in der Depression.
Ich habe aber irgendwann gar nichts mehr zu Anderen gesagt, nur immer selbst gelöst und geschluckt und meine Freunde waren irgendwann ganz entsetzt wie schlecht es mir ging, da ich ja immer so tough gewirkt habe.
Ich frage mich Heute auch ob nicht irgendwan einmal der Körper die Grenzen setzt wenn man immer nur tough ist?
Hühott ist offline  
Alt 25.05.2006, 10:10   #9
Hühott
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 05/2006
Ort: irgendwo
Beiträge: 16
Ach ja und dann fällt mir hierzu auch noch der Begriff "zulassen können" ein.
Hühott ist offline  
Alt 25.05.2006, 16:30   #10
Colombine
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
ich hoffe Dave Bowman meldet sich wieder, sonst wird das hier ein langweiliger thread, wenn sich rausstellt, dass hühott und ich sowieso immer einer meinung sind.

so stellt es sich jedenfalls derzeit dar, liebe hühott!

um am thema "wieviel jammern ist erlaubt" zu bleiben: bei mir ist es nun so, dass ich depressiv geworden bin und deshalb demnächst einen längeren klinikaufenthalt beginnen werde. ein freund, der mich fast 40(!) jahre kennt, war ganz entsetzt, weil er mich immer als powerfrau und perfekt im lösen von problemen einschätzte. ich sagte es schon: ich war immer der anti-jammerer.

die frage, die mich nun beschätigt ist, wann ist man ein im selbstmitleid ertrinkender, dem ein fusstritt gut täte und wann ist ein jammern, d.h. schmerz zu- und rauslassen ein probates mittel, um zu verarbeiten? wobei der begriff "verarbeiten" mir sauer aufstösst, denn einen schweren schickalsschlag will ich nicht "verarbeiten", das klingt so nach projektplan: zwei wochen trauern, wenn das abgehakt ist, dann vier wochen selbstbesinnung, und wenn die "abgearbeitet" sind, dann kommt die erholungsphase und dann ist es vorbei ... etc.

irgendetwas in mir sperrt sich dagegen. vielleicht deshalb, weil ich es nie zugelassen habe, ausreichend zu jammern, um anderen nicht auf den wecker zu gehen? hätte der schmerz von alleine aufgehört, wenn ich mir meine zeit zum jammern genommen hätte, ohne rücksicht auf die aufnahmefähigkeit meiner umwelt?

daher nochmal meine frage an dave: wie verarbeitest du enttäuschungen und schmerz? nur mit der vernunft? was ist mit den gefühlen innendrin? folgen sie deinen gedanken und vernunftsentscheidungen?

Geändert von Colombine (25.05.2006 um 16:35 Uhr)
 
Alt 25.05.2006, 16:30 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hey Colombine, ich kann mir vorstellen dass es dir heute nicht so gut geht. Was da hilft ist Schokolade. Schokolade hilft immer und es geht einem damit sicher nicht besser, aber für einen kurzen Moment kann man alle Sorgen vergessen. Ich habe heute beim Milka Schokoladenpaket Gewinnspiel mit gemacht. Vielleicht ist das auch was für dich?
 

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