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Alt 19.07.2006, 13:10   #391
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Liebeskummer z.B. drückt für mich die innere Überzeugung aus, dass eine Beziehung länger hätte dauern sollen (für immer vielleicht), als sie tatsächlich gedauert hat. Daraus folgt für mich, dass es diese Überzeugung (und damit eben auch den Wunsch nach etwas Dauerhaftem wie der Ehe) ja praktisch bei sehr vielen Menschen gibt (so verstehe ich z.B. MadHatters Satz, Beziehungen seien darauf ausgerichtet), obwohl sie so gut wie nie wirklich eingelöst wird.
Woran liegt das? M.E. daran, dass eben wirklich nur auf Gefühl gebaut wurde.
Zitat:
Zitat von Hades
So gesehen kann das Gefühl der Liebe zwischen zwei Menschen im optimalen Fall auch genauso für immer halten.
Es übersteigt gerade ein wenig meine Vorstellungskraft, dass das "einfach so" über 20, 30, 40 Jahre oder länger hinweg konstant bleiben kann.
Meist ist es doch schon nach einem Jahr vorbei damit.
dieLetzte ist offline  
Alt 19.07.2006, 13:20   #392
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Zitat:
Zitat von expat
Nein, ist es nicht. Die Liebe ist eines von vielen Gefuehlen. Wir kennen da noch Trauer, Freude, Aerger usw. Insofern ist "Gefuehle" der Oberbegriff. Wie kann dann der Oberbegriff eine Teilmenge sein? Du sagst sehr richtig Verliebtsein ist eine Teilmenge der Liebe. Dann ist Liebe eine Teilmenge des Oberbegriffs "Gefuehl". Reine Sache der Logik.
Aus meiner Sicht beinhaltet die Liebe das Gefühl und geht darüber weit hinaus. Alles eine Frage der Definition.
Uranos ist offline  
Alt 19.07.2006, 13:29   #393
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Zitat:
Zitat von dieLetzte

Es übersteigt gerade ein wenig meine Vorstellungskraft, dass das "einfach so" über 20, 30, 40 Jahre oder länger hinweg konstant bleiben kann.
Meist ist es doch schon nach einem Jahr vorbei damit.

Wie schon von Expat erwähnt, muss es nicht, kann es aber. Es kann sich jeden Tag zwischen zwei sich liebenden Menschen wieder ereignen, aber es kann auch ausbleiben...
Hades ist offline  
Alt 19.07.2006, 13:32   #394
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Zitat:
Zitat von dieLetzte
Daraus folgt für mich, dass es diese Überzeugung (und damit eben auch den Wunsch nach etwas Dauerhaftem wie der Ehe) ja praktisch bei sehr vielen Menschen gibt (so verstehe ich z.B. MadHatters Satz, Beziehungen seien darauf ausgerichtet), obwohl sie so gut wie nie wirklich eingelöst wird.

Keiner hat hier Madhatter jemals abgesprochen, dass wir uns wünschen die Liebe die wir gerade spüren für allezeit zu spüren oder zu erleben. Der Punkt war, dass ich dafür nicht die Institution Ehe brauche, um dieses wirklich ganze Ausmaß an Glück zu erleben. Das geht ganz ohne Legalisierung durch Kirche oder Staat. Wenn es einem Pärchen gut tut zu heiraten, bitteschön, wenn sie es ohne Trauschein wollen genauso gut, darin liegt doch der springende Punkt und das streitet MH ab.
Hades ist offline  
Alt 19.07.2006, 13:40   #395
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Zitat:
Zitat von expat
Was willst du eigentlich hier?
Ich schreibe hier meine Meinung zu Themen und Aussagen, die mich interessieren.

Zitat:
Zitat von expat
Mit dem vorigen Versuch bist du gescheitert.
Ich weiß nicht, was du damit meinst. Welcher Versuch?

Zitat:
Zitat von expat
Und nun glaubst du, hier kaemest du besser zum Zuge?
Mit was soll ich "zum Zuge" kommen? Ich schreibe hier meine Meinung hin, nichts anderes. Es gibt Leute, die teilen meine Meinung und andere eben nicht. Das ist das Wesen eines Forums.

Zitat:
Zitat von expat
Ich wollte MadHatters Aussage ad absurdum fuehren, dass jede Beziehung auf die Ehe ausgerichtet sei. Das ist genau so absurd, wie die Aussage, dass das Gefuehl eine Teilmenge der Liebe sei.
Das kann ja sein. Aber ich sehe keinen Widerspruch darin einer Idealvorstellung zu folgen (=Ziel einer Beziehung ist die Ehe) und dennoch in mehreren Beziehungen nicht zu diesen Ziel zu gelangen. Das ist doch völlig normal. Einem der Weitsprung macht und sich ein bestimmtes Ziel gesetzt hat, wirft man doch auch nicht vor unredlich zu sein, nur weil er sein Ziel nicht erreicht, sondern man gesteht ihm mehrere Versuche zu. In diesem Punkt finde ich deine, Kuhfladens und Andrews Aussagen zu diesem Punkt zu sehr von der Sichtweise geprägt, wie ihr MadHatter eine reinwürgen könnt weil euch seine Ideale zu hoch sind. Aber in der Lebenspraxis sind hohe Ideale sehr schwer zu leben und die Möglichkeit, sie nicht zu erreichen ist eben gegeben. Das sollte man eigenlich jedem zugestehen können und ihn nicht nur deshalb, weil man einem seine Religion nicht passt, persönlich angreifen.

Und, wie gesagt, da für mich "Liebe" (unter anderem) die Elemente: Vertrauen, Respekt, Verständnis, Toleranz, Kommunikationsfähigkeit, Gefühl und die Entscheidung für den Partner umfasst, ist das Gefühl eben eine Teilmenge dieser Menge. Wenn du die Menge der Gefühle beschreibst, dann ist das Gefühl des Verliebstseins eine Teilmenge dieser Menge. Es kommt immer auf die Definition der Ausgangsmenge an. Wir legten offensichtlich unterschiedliche Definintionen zu Grunde. Da beide Definitionen möglich sind, sehe ich keinen Dissens.

Geändert von Uranos (19.07.2006 um 13:44 Uhr)
Uranos ist offline  
Alt 19.07.2006, 13:42   #396
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Zitat:
Zitat von Hades
Wie schon von Expat erwähnt, muss es nicht, kann es aber. Es kann sich jeden Tag zwischen zwei sich liebenden Menschen wieder ereignen, aber es kann auch ausbleiben...
Das ist ja keine Neuigkeit.
Der Clou der Ehe bzw. die Idee besteht ja aber darin, dass man zwei Leben endgültig miteinander verbindet mit mindestens rechtlichen und wenn man gläubig ist, auch religiösen Konsequenzen.
(Wer davon nichts hält, muss es ja nicht machen).
Eine Art Pakt also. Den kann man nie und nimmer ernsthaft abgeben, wenn man für die Einhaltung nicht bürgen kann.

Das kann also nur dann sein, wenn man eben nicht auf "Sand" - bzw. nur auf Gefühl gebaut hat und meint, der Wille hätte darauf keinen Einfluss.
(So kann man zwar denken, aber dann ist heiraten im Grunde eine Farce).

Äußerst seltsam finde ich deswegen die Einstellung: "Ja, heiraten kann man ja mal, aber bitte ohne Folgen und so, dass es jederzeit wieder aufhebbar ist". Denn das widerspricht ja genau der Idee der Ehe.

Geändert von dieLetzte (19.07.2006 um 13:47 Uhr)
dieLetzte ist offline  
Alt 19.07.2006, 13:48   #397
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Zitat:
Zitat von dieLetzte
Eine Art Pakt also. Den kann man nie und nimmer ernsthaft abgeben, wenn man für die Einhaltung nicht bürgen kann.

Das kann also nur dann sein, wenn man eben nicht auf "Sand" - bzw. nur auf Gefühl gebaut hat und meint, der Wille hätte darauf keinen Einfluss.
(So kann man zwar denken, aber dann ist heiraten im Grunde eine Farce).

Man kann natürlich versprechen sich nicht scheiden zu lassen, aber zu versprechen, dass man den Anderen für immer lieben wird, das ist in der Tat ein kühnes Versprechen, denn das kann man keinem Menschen garantieren. Insofern wird bei der Eheschließung ein Versprechen abverlangt (Liebe bis der Tod Euch scheidet), das man eigentlich gar nicht geben kann.
Hades ist offline  
Alt 19.07.2006, 13:50   #398
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Beiträge: 5.693
Zitat:
Zitat von Hades
Man kann natürlich versprechen sich nicht scheiden zu lassen, aber zu versprechen, dass man den Anderen für immer lieben wird, das ist in der Tat ein kühnes Versprechen, denn das kann man keinem Menschen garantieren. Insofern wird bei der Eheschließung ein Versprechen abverlangt (Liebe bis der Tod Euch scheidet), das man eigentlich gar nicht geben kann.
... jedenfalls dann nicht, wie gesagt, wenn man Liebe nur als Gefühl definiert.
dieLetzte ist offline  
Alt 19.07.2006, 13:53   #399
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Und was würdest du sagen bleibt von einer Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen, wenn man das "Gefühl der Liebe" verliert?
Hades ist offline  
Alt 19.07.2006, 14:06   #400
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Cosmic Hobo
 
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Zitat:
Zitat von Uranos
Das kann ja sein. Aber ich sehe keinen Widerspruch darin einer Idealvorstellung zu folgen (=Ziel einer Beziehung ist die Ehe) und dennoch in mehreren Beziehungen nicht zu diesen Ziel zu gelangen. Das ist doch völlig normal. Einem der Weitsprung macht und sich ein bestimmtes Ziel gesetzt hat, wirft man doch auch nicht vor unredlich zu sein, nur weil er sein Ziel nicht erreicht, sondern man gesteht ihm mehrere Versuche zu.
Exakt.


Zitat:
Zitat von AndrewAustralien
Madhatter, ich verstehe, aber wie ist es wenn alles mit der Ehe als (unbewußtes) Ziel anfängt und die Beziehung dann mal beendet wird. Ziel eines Christens ist auch eine Eheschließung oder? Und Kuhfladen hat Recht, man weiß nie mit absoluter Sicherheit was später im Leben, auch nach der Eheschließung, passiert und/oder wie die Leute sich ändern könnten.
Zitat:
Zitat von Hades
Man kann natürlich versprechen sich nicht scheiden zu lassen, aber zu versprechen, dass man den Anderen für immer lieben wird, das ist in der Tat ein kühnes Versprechen, denn das kann man keinem Menschen garantieren. Insofern wird bei der Eheschließung ein Versprechen abverlangt (Liebe bis der Tod Euch scheidet), das man eigentlich gar nicht geben kann.
Wenn wir diesem Gedanken folgen würden, wäre jede zwischenmenschliche Beziehung von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Wie könnten wir anderen Menschen ihre Untaten vergeben und damit zur Freiheit befähigen, wenn wir nicht an ihre Unveränderbarkeit in der Veränderung glauben würden?
Ja, und sollten wir nicht an die Beständigkeit unserer Selbst glauben, gerät unser Identitätsgefühl in Gefahr, und wir werden von anderen Menschen abhängig. Nur wer an sich selbst glaubt, kann anderen treu sein, weil nur ein solcher Mensch sicher sein kann, dass er auch in Zukunft noch derselbe sein wird wie heute und dass er deshalb genauso fühlen und handeln wird, wie er, und wir alle, es jeden Tag von anderen Menschen erwarten.
Wir könnten nicht "Ich" sagen, wenn es eine solche Überzeugung in uns nicht geben würde.
Der Glaube an uns selbst ist eine Voraussetzung dafür, dass wir anderen Menschen etwas versprechen können, und da der Mensch -wie Nietzsche sagt- sogar durch seine Fähigkeit etwas versprechen zu können, definiert werden kann, ist der Glaube eine der Vorraussetzungen der menschlichen Existenz. Worauf es in Partnerschaften ankommt, ist deswegen der Glaube an die eigene Liebe, der Glaube an die Fähigkeit bei anderen Liebe hervor zu rufen, und der Glaube an ihre Verläßlichkeit.
Das kann man meiner Meinung nach mit Religion trainieren und so kann man verstehen, dass viele Christen ihre Beziehungen auf die Ewigkeit hin auslegen. Selbstverständlich kann man scheitern, aber die Chance, dass man scheitert, wird umso geringer ausfallen, je mehr ich wage, an den anderen und mich selbst zu glauben. Wer diese Möglichkeit ausräumt oder Liebe ausschließlich ein Gefühl nennt, der progranmmiert das Scheitern schon unausweichlich mit ein.


Zitat:
Zitat von AndrewAustralien
Außerdem gibt es immernoch Paare (hetero- und homosexuelle), die lebenslang miteinander glücklich leben, ohne einander zu heiraten oder heiraten zu können.
Richtig, und dahinter steht der Geist der Ehe. Jede Liebesbeziehung bewegt sich auf die Ewigkeit hin, deren deutlichster Ausdruck die Ehe ist, und deswegen kämpfen auch die Homophilen so sehr um die Homo-Ehe, denn auch sie möchten ihrer Liebe einen Ausdruck geben, der Grenzen überwindet.


Zitat:
Zitat von dieLetzte
Wenn es so ist, dass Liebe nur Gefühl ist (das wäre eigentlich in meinen Augen eher Verliebtheit), muss doch jede Beziehung früher oder später scheitern. Und so ist es ja meistens auch.
So gesehen wäre dann nicht nur die Ehe absurd, sondern eigentlich auch Liebeskummer: denn es sollte ja klar sein, dass Gefühle vergänglich sind.
[...]
Liebeskummer z.B. drückt für mich die innere Überzeugung aus, dass eine Beziehung länger hätte dauern sollen (für immer vielleicht), als sie tatsächlich gedauert hat. Daraus folgt für mich, dass es diese Überzeugung (und damit eben auch den Wunsch nach etwas Dauerhaftem wie der Ehe) ja praktisch bei sehr vielen Menschen gibt (so verstehe ich z.B. MadHatters Satz, Beziehungen seien darauf ausgerichtet), obwohl sie so gut wie nie wirklich eingelöst wird.
Woran liegt das? M.E. daran, dass eben wirklich nur auf Gefühl gebaut wurde.
Genau meine Rede.


Zitat:
Zitat von dieLetzte
Danke für die Blumen. :zebra-lacht:

Dabei hatte man (wer war das noch? #gruebel#) mir zwecks Beliebtheitssteigerung neulich noch geraten, möglichst oft diesen hier zu verwenden: :-dellexe-eskimo:

Ach ja...
Sorry, das war mir total entfallen.


Zitat:
Zitat von Hades
Und was würdest du sagen bleibt von einer Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen, wenn man das "Gefühl der Liebe" verliert?
[...]
Ich denke nicht, dass dieses Gefühl immer vergehen muss, denn es kann sich ja immer wieder erneuern und zwar Tag für Tag. So gesehen kann das Gefühl der Liebe zwischen zwei Menschen im optimalen Fall auch genauso für immer halten.
Das ist unrealistisch.
Gefühle entschwinden auch in einer wunderbar funktionierenden Beziehung urplötzlich. Was aber stets bleiben kann, ist eine tiefe Zuversicht und ein Glaube an mich selbst und den anderen, weil man seinen Kern erblickt hat. Liebt man jemanden, bleibt man darum auch mit ihm zusammen, selbst wenn die Gefühle ausbleiben. Es ist eine "Ich-Du-Beziehung" entstanden, in der der andere in unserer Wahrnehmung einen unbedingten Anspruch auf Unterstützung hat- ganz unabhängig davon was er uns gibt oder wie wir uns fühlen.
MadHatter ist offline  
 

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