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Alt 26.02.2008, 20:38   #1
zappelwaib
Senior Member
 
Registriert seit: 02/2008
Beiträge: 644
Böhmer und das Kindermorden

Zitat:
Ministerpräsident Böhmer macht DDR-Mentalität verantwortlich für Kindstötungen

Ungewöhnliche Thesen von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer: In einem Interview gibt der CDU-Politiker der DDR-Abtreibungspolitik die Schuld an gehäuften Kindstötungen in Ostdeutschland. Er vermutet, "für manche" sei Babymord "ein Mittel der Familienplanung".
Quelle: Spiegel.de

Was haltet ihr von der These?


Ich persönlich finde es eine bodenlose Frechheit solche Aussagen zu treffen. Es ist eine Ohrfeige für jede Frau aus der ehemaligen DDR und eine Demütigung...
zappelwaib ist offline  
Alt 26.02.2008, 20:38 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 26.02.2008, 21:03   #2
Drachenträne
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Böhmer ist sowieso nicht ganz bei Trost... ich tippe auf

Narzistische Persönlichkeitsstörung!!

Ja, es ist respektlos und unverschämt und er gehört mit einer Axt aus dem Amt gejagt!

Fühle mich aber weniger persönlich betroffen...denn meine Tochter lebt und ist gar ziemlich glücklich!
 
Alt 26.02.2008, 21:06   #3
Udo
altkluger Baghwan der NBL
 
Registriert seit: 06/2000
Ort: im Osten
Beiträge: 11.911
Es ist der Versuch, die Früchte einer verfehlten Politik den Geistern der Vergangenheit zuzuschieben.
Udo ist offline  
Alt 26.02.2008, 21:28   #4
teatime
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Kindstötungen - kurz nach der Geburt - seitens der Mutter sind ein altbekanntes Problem, was aber recht selten vorkommt. Meist sind sehr junge Mütter, die komplett überfordert mit der Situation sind, betroffen. Diese Mädchen brauchen im Prinzip selber Hilfe und Unterstützung, die sie nicht haben.

Es gab früher mal einen "softeren" Tatbestand im StGB für Kindstötung durch die Mutter unmittelbar nach der Geburt, der die besondere Lage der Verzweiflung und Dramatik in der Strafzumessung berücksichtigte.

Heute würde man da eher von strafmildernden Umständen ausgehen und zu einer Therapie anraten.


Diese Aussage vom Politiker ist komplett daneben und zieht sachfremde Erwägungen in Betracht.

Aber ich denke das haben die meisten auch begriffen die sowas lesen. Politiker sind auch nur Menschen - und am seltensten die klügsten Menschen.

LG,
teatime
 
Alt 26.02.2008, 21:42   #5
smithie
Special Member
 
Registriert seit: 03/2004
Ort: Dessau
Beiträge: 5.680
Die Theorie von Herrn Böhmer ist einfach unzutreffend und dazu total unlogisch, da viele Mütter, die solche Taten begehen, in einem Alter sind, wo sie von der DDR nicht mehr so viel mitbekommen haben - sofern es wirklich mit der DDR Mentalität zu tun hat.
smithie ist offline  
Alt 26.02.2008, 23:03   #6
Christkind73
Golden Member
 
Registriert seit: 09/2000
Ort: Oldenburg (Oldb)
Beiträge: 1.350
Zitat:
Zitat von zappelwaib Beitrag anzeigen
Quelle: Spiegel.de

Was haltet ihr von der These?


Ich persönlich finde es eine bodenlose Frechheit solche Aussagen zu treffen. Es ist eine Ohrfeige für jede Frau aus der ehemaligen DDR und eine Demütigung...
Wieso? Töten denn alle Frauen aus der ehemaligen DDR ihre Kinder?


Wie so oft wird ein ganzes "Aussagenpaket" auf einen Satz reduziert der es dem politischen Gegner möglich macht, eine politische Korrektheit zur Schau zu stellen, die er nicht hat.

Inzwischen sind Kriminologen (das sind Leute, die sich berufsmäßig mit Kriminalität und ihrer Entsteheung beschäftigen, KEINE Politiker) Herrn Böhmer zur Seite gesprungen.
Und der Herr ist übrigens Gynäkologe... Da steht durchaus zu befürchten, daß da einer aus dem beruflichen Nähkästchen plauderte...

Im übrigen ist es für mich vollkommen logisch daß Menschen, die ohne Angabe von Gründen einen fertig entwickelten Menschen töten (nichts anderes ist Abtreibung in der 12. Woche, nicht moralisch sondern ganz sachlich: biologisch gesehen) können, durchaus eine andere Einstellung zu menschlichem Leben entwickeln KÖNNEN.
Nicht zwangsläufig MÜSSEN.

Aber über so etwas diskutieren MUSS man in einer Demokratie dürfen. Denn natürlich müssen wir uns fragen, ob WIR als Gesellschaft allen Fragen im Umgang mit menschlichem Leben gerecht werden.
Und dazu müssen auch Fragen gestellt werden dürfen, die zu Aufschreien führen. Denn wo aufgeschrien wird, sind Schmerzen. Und wo Schmerzen sind, sind Wunden.

Und die gilt es, ausfindig zu machen.


Im übrigen ist diese Werte-Duskussion auch nicht wirklich neu, die wurde in der Alt-BRD ziemlich heftig und lange diskutiert. Leider nie so sachlich,wie es hätte sein müssen.
Offensichtlich wird auch heute Sachlichkeit nicht geschätzt...
Christkind73 ist offline  
Alt 27.02.2008, 12:04   #7
sindy_g
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
was der böhmer da losgelassen hat, halte ich für eine driftigen grund zur sofortigen amtsenthebeung.
ich kenne keine, die nur weil sie einen urlaub planen wollte ihr kind abgetrieben hat ( hab im tv gesehen wie er so meinte, das das in der ddr wohl so gang und gäbe war, wenn man einen bulgarienurlaub machen konnte, zum FA gehen kann und sagen konnte: "da möchte ich dann nicht schwanger sein")

zugegeben, im osten passiert es wirklich merkwürdigerweise öfters als "im westen", aber ich denke die gründe für eine kindstötung liegen nicht in der vergangenheit sondern in der gegenwart.
 
Alt 27.02.2008, 12:49   #8
Drachenträne
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Ja, egal wie fragwürdig die gesellschaftlichen Strukturen in der DDR waren... für die meisten bedeutete die Wende nichts weiter als ein großer Werteverfall und Verlust von sicheren Strukturen (mal abgesehen von der persönlichen Freiheit, die viele gar nicht nutzen konnten/können, weil sie dazu nie erzogen und ermutigt wurden).

Dazu kommen die Medien (seitnich keinen Fernseher mehr habe, hat sich meine Lebensangst innerhalb 3 Jahren um 98% reduziert), die den Focus immer auf angsteinflößende bedrückende Szenarien lenken, die NUR verunsichern und Panik verbreiten.

Unter diesen Umständen ist es schwer, bei sich zu sein und bei seiner Kraft, sein Leben zu meistern. Allerdings ist das auch nur ein winziges Puzzleteil betrachtet.
 
Alt 27.02.2008, 13:10   #9
trauemer71
abgemeldet
Zitat:
Zitat von sindy_g Beitrag anzeigen
zugegeben, im osten passiert es wirklich merkwürdigerweise öfters als "im westen", aber ich denke die gründe für eine kindstötung liegen nicht in der vergangenheit sondern in der gegenwart.
Das Wort merkwürdigerweise in deinem Post klingt wie Zufall.


Es ist jedoch kein Zufall, sondern statistisch belegbar, dass Kindstötungen im Osten 4x höher sind als in anderen Bundesländern respektive dem restlichen Teil der Republik.

mögliche Ursachen für mich:

- freiere Körpererziehung

- andere gesellschaftliche Akzeptanz von Abtreibungen ( ggf. von den Eltern "weiter" vermittelt)

- wirtschaftlich schlechte Verhältnisse ( Perpektivlosigkeit, ein Kind als materielle und persönliche Belastung)

- fehlende gemeinsame Perspektive einer Kindererziehung infolge von permanteter Abwanderung in den "goldenen" Westen

Aus dem Mix wird für mich ein Schuh draus.

Geändert von trauemer71 (28.02.2008 um 09:39 Uhr)
trauemer71 ist offline  
Alt 28.02.2008, 08:07   #10
Ducati
Moderator
 
Registriert seit: 07/2005
Ort: Frankfurt
Beiträge: 10.087
Familienplanung Ost !
Die Gedanken habe ich mir auch schon gemacht.
Wenn man in letzter Zeit was von Kindstötungen gehört hat konnte man eigentlich fast davon ausgehen das es im Osten passiert ist.
Warum das so ist kann ich aber nicht sagen,das überlasse Ich mal schön den Experten.
Ducati ist offline  
Alt 28.02.2008, 08:07 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

 

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