Lovetalk.de

Lovetalk.de (https://www.lovetalk.de/)
-   Archiv: Streitgespräche (https://www.lovetalk.de/archiv-streitgespraeche/)
-   -   Ist der Kapitalismus am Ende? (https://www.lovetalk.de/archiv-streitgespraeche/68994-ist-der-kapitalismus-am-ende.html)

karlchen1961 10.10.2008 13:27

Was da im Moment passiert weiß wirklich keiner.
Eins ist sicher, den kleinen Mann wird es wieder am heftigsten treffen.
Mit dem Spekulanten der bei der Geschichte den Bach runter geht habe ich keim Mitleid.
Es ist doch schon schlimm genug wenn ein Börsen notiertes Unternehmen Entlassungen ankündigt das dann der Aktienkurs dieser AG steigt.
Das ist pervers!!!

Hades 10.10.2008 13:29

Zitat:

Zitat von molinarius (Beitrag 2488613)
Na da wo das andere Geld auch her kommt, aus der Gelddruckmaschine, da wird einfach mehr gedruckt bis es für alle reicht...
Sicher würde das den Euro etwas nach unten ziehen aber die anderen Währungen haben das selbe Problem da hebt sich das wieder auf.


Je mehr Geld gedruckt wird, desto weniger ist es wert. Das heißt, würde doppelt soviel Geld nochmal gedruckt, wie wir jetzt haben, ist jeder Euro 50 Cent wert. Aufgerechnet, auf alle Spareinlagen auf den Banken, würde das wohl zum völligen Kollaps führen...

molinarius 10.10.2008 13:44

Zitat:

Zitat von Hades (Beitrag 2488632)
...würde das wohl zum völligen Kollaps führen...

Warum soll das da kollabieren? Vergleiche doch mal die Preise in den Supermärkten von 2000 und heute da hat sich fast alles verdoppelt...

Findus 10.10.2008 13:49

Das was Hades da beschreibt, nennt man Inflation...wenn hinter der Aktion "Geld drucken" keine Wertschöpfung steht, dann ist das de facto eine Entwertung...

D.h. Deine 10.000 Euro bleiben 10.000 Euro, jedoch kannst Du Dir in Zukunft für das Geld vielleicht 1 Liter Milch leisten...d.h. Preise werden steigen...da mehr Geld zur Verfügung steht...

Hades 10.10.2008 13:50

Molinarius, erstens kann z.B. Deutschland nicht unbegrenzt einfach so Geld drucken, immerhin geht es hier um eine Währungsunion, gleiches Geld, das in vielen europäischen Staaten verwendet wird, also ist das sowieso erstmal abhängig von der europäischen Zentralbank. Zweitens ist es ein Unterschied, ob Produkte innerhalb von mehreren Jahren teurer werden oder eine Währung innerhalb z.B. weniger Tage ihre Kaufkraft um z.B. 50 Prozent verliert. Das würde ja die ganze Wirtschaft völlig destabilsieren. Lies doch mal nach über die Weltwirtschaftskrise und ihre Auswirkungen. Du stellst dir das alles etwas zu einfach vor, wenn du meinst, der Staat könnte einfach eben mal mehr Geld drucken.

molinarius 10.10.2008 14:03

Zitat:

Zitat von Hades (Beitrag 2488687)
Du stellst dir das alles etwas zu einfach vor, wenn du meinst, der Staat könnte einfach eben mal mehr Geld drucken.

Doch es ist so einfach. In der Realität sieht das dann so aus, daß der Staat sich das Geld bei der EZB leiht, und da die EZB zum Teil auch den Staat gehört geht das Ganze nur über den Weg, daß man real einfach mehr Geld druckt. Wo soll es denn sonst herkommen?

Findus 10.10.2008 14:05

Unglaublich finde ich in diesem Zusammenhang, dass der Staat (also wir) der einen Bank (Namen darf ich ja nicht nennen) eine Bürgschaft zur Verfügung stellt, aber bspw. Geld für Kinderbetreuung und Bildung fehlt.

Wo soll das Geld denn herkommen? Bisher handelt es sich "nur" um eine Bürgschaft, aber wenn wir dafür eintreten müssen (na, dann gute Nacht, wir sprechen hier über meherere Milliarden Euro).

Gewinne wurden in den Jahren zuvor (sogar am Staat vorbei) eingesackt und es wurde sich verbeten, dass der Staat sich einmischt in die Regularien des Finanzmarktes...

Verluste müssen aber nun von eben demselben Staat getragen werden (na, klasse!) ohne Gegenleistung !!!

Was ist das denn für eine Politik? Dass diese Politik sich mit einer stetig fallenden Wahlbeteiligung und auch weniger prozentualer Zustimmung auseinandersetzen muss, ist ja wohl nur logisch!!!

Ausserdem jammern die Banken und Börsen über fehlendes "Vertrauen" in den Finanzmarkt...ach...woher soll das Vertrauen kommen. Davon, dass die Herren Banker sich in den vergangenen Jahren im Spielcasino befunden haben? Nichts anderes ist der Handel mit "dubiosen" Papieren....die die selber nicht mehr verstehen.

Folglich ist die Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft richtig. Der Turbokapitalismus hat verloren...

Oder kann mir jemand sagen, ob ein Manager ein 2 stelliges Millionenjahresgehalt verdient hat? Während seine Angestellten mit Reallohnverlusten zu kämpfen haben (wenn sie denn überhaupt noch einen Job haben). Was will ein Mensch mit 17 Millionen Euro Jahresgehalt?

Das Beste ist, dass die sich ihr Gehalt auch noch selbst bestimmen. Kommt mir nicht mit Aufsichtsrat...wer sitzt denn da drin?

Alles Wahnsinn, dieses (unser heutiges) System musste mal zusammenbrechen!!!

Hades 10.10.2008 14:20

Zitat:

Zitat von molinarius (Beitrag 2488712)
Doch es ist so einfach. In der Realität sieht das dann so aus, daß der Staat sich das Geld bei der EZB leiht, und da die EZB zum Teil auch den Staat gehört geht das Ganze nur über den Weg, daß man real einfach mehr Geld druckt. Wo soll es denn sonst herkommen?

Und der Strom kommt aus der Steckdose...
Sei mir nicht böse, aber mittlerweile liegen laut Schätzungen zwischen 500 Milliarden und einer Billion Dollar auf den Sparbüchern in Deutschland. In der momentanen Situation der internationalen Geldmärkte würde die EZB einen Scheiß tun und ausgerechnet Deutschland diese Summe gewähren, vor allem ist die EZB in Zeiten wie diesen ja genauso mitten in der Krise.

molinarius 10.10.2008 14:34

Zitat:

Zitat von Hades (Beitrag 2488745)
Sei mir nicht böse, aber mittlerweile liegen laut Schätzungen zwischen 500 Milliarden und einer Billion Dollar auf den Sparbüchern in Deutschland.

Wieviel davon wäre denn kritisch? Du tust ja fast so als ob alle Banken und Sparkassen in diesem Land kurz vor der Insolvenz stehen...
Zitat:

In der momentanen Situation der internationalen Geldmärkte würde die EZB einen Scheiß tun und ausgerechnet Deutschland diese Summe gewähren, vor allem ist die EZB in Zeiten wie diesen ja genauso mitten in der Krise.
Du hast eine komische Vorstellung wie unser Finanzsystem funktioniert. Wenn der deutsche Staat kommt und Geld von der EZB haben will dann bekommt der das, schließlich bürgt er mit den ganzen Land dafür das wird doch wohl reichen als Sicherheit.

Hades 10.10.2008 15:38

Zitat:

Zitat von molinarius (Beitrag 2488770)
Wieviel davon wäre denn kritisch? Du tust ja fast so als ob alle Banken und Sparkassen in diesem Land kurz vor der Insolvenz stehen...

Natürlich stehen die Sparkassen derzeit nicht vor dem Kollaps, es geht allerdings bei solchen Versprechen immer darum, ob der Staat auch im worst case die Mittel aufbringen könnte.


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 10:27 Uhr.

Powered by vBulletin® Version 3.8.9 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2020, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Lite) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2020 DragonByte Technologies Ltd.