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-   -   Ist der Kapitalismus am Ende? (https://www.lovetalk.de/archiv-streitgespraeche/68994-ist-der-kapitalismus-am-ende.html)

Silentium 21.10.2008 01:58

Zitat:

Zitat von wusch (Beitrag 2500776)
sorry, du denkst HIER ziemlich in klischees.
verständlich, denn - wie peter sodann gesagt hat - kann man durchaus daran zweifeln, dass wir in einer demokratie leben.

lasst uns doch mal mehr demokratische elemente einführen:
volksabstimmungen zu wichtigen themen. - jede woche mindestens eine. (möglich ist das!)

ein gerechteres wahlrecht.
(und weg mit d'honte oder wie der hieß...keine überhangmandate eben)

etwas andere gesetze könnten dadurch bereits beschlossen werden.

das volk wäre näher dran am regieren.


wie hat es willy brandt ausgedrückt: MEHR demokratie wagen!
trifft heute immer noch zu :yeah:

Das würde aber vorraussetzen, das:

1. Das Volk sich auch mit landeseigener Politik beschäftigt
2. Und auch elementare Sachen beurteilen darf..


Hierzulande sieht´s aber so aus:

* Politische Allgemeinbildung gar nicht gewollt ist
* Politik von Wirtschaftsbossen gemacht wird..

zu 1.: würde man dies tun, wäre man der DDR wieder n Stückchen näher, was ja schon mal gar nicht geht

zu 2. während oben z.B. über den innerdeutschen Einsatz des Milllitärs, oder Weitergabe von Postdaten an amerikanische Geheimdienste zur "Verdachtsbildung" diskutiert wird, dürfen wir darüber entscheiden:

ob nun GenMaisFelder abgesteckt, oder (speziell hier) Brücken gebaut werden dürfen.

Dürfen wir eigentlich ein politisches Wirtschaftssystem wählen? Oder es selbst schaffen und in die Hand nehmen?

Ja klar, der Talkshow & BiPop Generation KANN man solche Aufgaben nicht aufbürden, dazu müsste man ja erst "bilden" um kein Chaos vom Zaun zu brechen...

Jene juckt es auch nicht, wenn Telefon/Post-Verbindungsdaten weiter gereicht werden...
Aber wenn z.B. sozialistische Staaten ganz offiziell als Feind betrachtet werden, irgendwann, und ich meinem z.B. chinesischen Kumpel, den ich mal auf nem Festival kennen lernte n Brief oder n Paket schicke, wird ein Verdacht "gebildet", der mich erst mal zum "Staatsfeind" macht.

Und genanntes Beispiel ist mal nur das geringste Übel...und wann immer jemand warnt, wird er als "Verschwörungstheoretiker" denzuiert, ganz gleich ob er alle Bücher aus allen Epochen der Menscheit zu Hause hat.

So dreht sich die Geschichte der Machtgefüge schon seit Jahrhunderten in nur eine Richtung, und wer glaubt dran, das das Volk jemals alles rausreissen könnte?

Wünschenswert wärs schon, das ist aber auch gleich das einzige, was über bleibt...

:lachen:

Silentium 21.10.2008 02:15

Kurz dazu noch was dazu ..
"Wer hat die Billiarden realistischen Barvermögens, und könnte nahezu jedes Land dieser Erde "kaufen" ?"

Wer es ganz clever anstellt, muss andere Länder gezielt "entwerten", das bedeutet, "hole dir das Bavermögen...hinterlasse Schulden, wiege diese mit Bedarfswerten auf" und schwupp, ist man reich!
Also Fluß des Geldes... wohin ??
Und was macht man dann mit der Kohle ?

molinarius 21.10.2008 10:23

Zitat:

Zitat von Silentium (Beitrag 2501806)
* Politik von Wirtschaftsbossen gemacht wird..

Nicht direkt, in diesem unseren Land haben die Medien die Politik in der Hand.
Zitat:

Kurz dazu noch was dazu ..
"Wer hat die Billiarden realistischen Barvermögens, und könnte nahezu jedes Land dieser Erde "kaufen" ?"
Das ist vielleicht etwas schwer zu verstehen aber das Geld hat nie existiert. Das ganze Finanzsystem ist auf eine reine Spekulation aufgebaut die jetzt ins stocken gekommen ist und in sich zusammenfällt.

Arthurio 27.10.2008 12:55

Hallo zusammen. Ich denke die InclusiveDemocracy Bewegung geht gedanklich in eine richtige Richtung. Schlussendlich müssen wir uns auch fragen, wenn der Kapitalismus "stabil" ist, ob er uns gut tut,.. für das heute technologisch ausgereifte Zeitalter noch tragbar ist,.. und so weiter. Ich denke damit sich die Menschlichkeit entfallten kann, braucht es ein neues System. Dieses zu finden und zu schaffen, wird der Knackpunkt sein. (In the Name of Democracy let us all unite. - Charles Chaplin (in Der Grosse Diktator)

Silentium 28.10.2008 01:15

Zitat:

Zitat von molinarius (Beitrag 2501952)
Nicht direkt, in diesem unseren Land haben die Medien die Politik in der Hand.

Das ist vielleicht etwas schwer zu verstehen aber das Geld hat nie existiert. Das ganze Finanzsystem ist auf eine reine Spekulation aufgebaut die jetzt ins stocken gekommen ist und in sich zusammenfällt.

Hast schon Recht, was die Medien betrifft. Diese sind aber eben nur ein Teil der politischen Maschinerie, denn während sie gekauft, den Auftrag erhalten, das Volk mit Pillepalle zu verwirren, bleibt den Managern, die ja auch Politiker sind, ghenügend Zeit, die wirklichen Weichen in in ihre persönliche Zukunft zu stellen, und das "dumme" Volk macht mit, weil es es ja nicht besser weiss oder kann.

Daher sprach ich schon von Bildung und Erziehung.

Denn: wenn in erster Instanz genau da die Kohle gespart wird, kann es nur immer weniger Leute geben, die "realistische" Politik machen werden, daraus resultierend entstehen Existenzängste, in denen jeder Mensch, jeder aufstrebende Manager, und schliesslich Politiker wieder zum "Tier" werden, und ebene jeder für sich nur an sich denkt...womit wir wieder bei der Verantwortung gegenüber einer Gessellschafft wären..

Da stellt sich mir nach wie vor wieder nur die eine Frage:

Sind wir wirklich zu dumm, oder wollen wir einfach nicht versthen?

Für mich hab ich schon sehr lange das Gefühl, das ein Grossteil der Bevölkerung damals und erst recht heute einfach nur Erfahrungs- und Lernresistend geworden ist.

Wie schon gesagt:
Warum gab es im Osten kein Kreditwesen und aber eine Planwirtschaft?

Und wie wichtig wäre wirklich "gelebte" Verantwortung im gesamten Spektrum der heute geheuchelten und propagierten sozialen Demokratie?

Und warum höre ich immer wieder, das man genau das eigentlich abschaffen müsste?
Warum? Damit das Recht des stärkeren siegt? Die Kohle, die gar nicht da ist?
Ressourcen nur ein paar wenigen Leuten vorbehalten werden in Zukunft.
Warum predigt man Wasser und trinkt selbst Wein?
Warum sagt man den Leuten nicht einfach, wie es wirklich ist, oder sein soll?

Weil dann das Chaos nicht erst später ausbricht, sondern es heute schon lange wäre?

Welchen Weg wird diese Entwicklung einschlagen, und welches Ziel wird eigentlich verfolgt?

Und warum war es in der DDR und den Oststaaten anders?
Weil es einen Leitspruch gab?
Alles zum Wohle des Volkes?

Wer hat wirklich den Mut, ausszusprechen, was uns die ganze westliche Welt lehrt? Das der Osten die gesammte Bevölkerung unterdrücken, ausbeuten, belügen und versklaven wollte?

Warum kommt damit eigentlich keiner rüber, schon allein um ein wirklich objektives Vergleichsbild Ost-West zu schaffen?
Einfach sich mal auch die Frage der Ziele der Syteme zu stellen?
Um dabei evtl. zu erkennen, warum es heute WIEDER knallt?
Warum das selbe Spiel der Krise von vorn beginnt?

Will es deshalb keiner wirklich aussprechen, weil DIESES System nicht erst seit heute am Ende ist?

Und: ist es das eigentlich wirklich? Wer wird den Mut haben und behaupten, das es NICHT so ist? Und wäre bereit, die Verantwortung dafür zu übernehmen?

Diese Frage würde ich gern unseren regierenden Politikern stellen!
Ebenso die Frage, was denn nun der Leitspruch, oder das erklärte Ziel der Bundesregierung Deutschland ist?

So nach dem "Motto" Kohl: "es wird niemanden schlechter gehen .." der sich damit die "Leistung" eines Volkes "erschlichen" hat?

So wie Banken sagen können und versprechen: "Ihr Geld ist bei uns sicher"...(nur den Wert können wir nicht garantieren), was ebenfalls das "Erschleichen einer Leistung ist" ?

Ja freilich, der Tatbestand einer "arglistischen Täuschung" kann nicht bewiesen werden, es gibt ja schliesslich in dieser Demokratie keine Wasserdichten Versprechen, und wer sich verarschen lässt....?
...muss halt sehen wo er bleibt!

Wilkommen in der modernen Anarchie des Geldes ;)

Nitsuka78 29.10.2008 09:31

Ist der Kapitalismus am Ende?
 
Tag alle zusammen! Bin neu hier, lese aber schon eine Weile mit. Ich befasse mich für gewöhnlich intensiv mit der Welt um mich herum. Das liegt wohl darin begründet, dass meine Eltern im diplomatischen Dienst arbeiten und ich vllt. 10% meines Lebens bis zum 25. Lebensjahr in Deutschland verbracht habe.

Nun muß ich zugeben, dass mich die Ereignisse der letzten Zeit haben nachdenklich werden lassen. Ich meine speziell die Finanzkriese, Firmenpleiten, zerstörte Existenzen von "Durchschnittsbürgern" usw. usf..

Ich habe zeitweise in Indien, China, Australien und Brasilien gelebt. In diesen Ländern erfuhr ich einen unermesslichen Reichtum neben menschlichem Elend, welches größer kaum sein könnte.

Wer sich mit der Weltgeschichte seit der beginnenden Industrialisierung ein wenig auskennt wird wissen, dass sich das Wirtschafts-/Wohlstandszentrumzentrum der Welt immer in Bewegung befand. Es begann in England, bewegte sich nach Nordamerika verteilte sich dann auf das kontinentale Europa und ebbte dann natürlich beim Vorgänger ab. Es kam aber in der Regel ein Form von "Wohlstand" bei den Bürgern an.

Jetzt scheint mir dieses Prinzip nicht mehr zu funktionieren. Das "Wirtschaftszentrum" dieser Welt verlagert sich nach Asien. Dort wird brutalster Raubritterkapitalismus unter kommunistischen Deckmantel gelebt. Der Wohlstand kommt dort in keiner Weise "beim Volk" an. Soziale Systeme existieren praktisch nicht, Umweltschutz gibt es nur, wenn das Ausland ihn finanziert. China kauft im Westen immer mehr Immobilien, Ländereien und Firmen, schottet jedoch seine Wirtschaft gegen "ausländische Investoren" derart ab, dass Ausländer bestenfalls Minoritätenpartner werden. Dazu werden Produkte kopiert, KnowHow gestohlen usw..

England ist bereits weitestgehend deindustrialisiert, die USA (im Globlisierungswahn) auf dem besten Weg dorthin. 80% der Frachtschiffe nach USA fahren leer nach Asien zurück, nachdem vorher 100% der Frachtschiffe, voll beladen mit billigen Waren aus Asien in den USA anlandeten. Deutschland lebt als (fast) einziges Land in Europa noch von seiner Realwirtschaft ... im Gegensatz zu England (als negativstes Beispiel) ... dort gibt es im Grunde nur noch die Finanzwirtschaft.

Die Fragen, auf die ich keinerlei Antworten finde sind folgende:

- Wer forciert / will diese Entwicklungen?
- Wem nützen sie?
- Welche Rolle spielt der Konsument in diesem Wahnsinn?
- wann kommt der Kollaps (ich bin überzeugt, dass wirklich dicke Ende kommt erst noch)
- geht die westliche Welt an Ihrer Arroganz und Selbstgefälligkeit (Oberflächlichkeit) zu grunde?
- wenn ja, was kommt danach?
- wie kam es zu diesen Entwicklung (Stichwort US-amerikanische imperiale Expansionspolitik)

Ist es so, wie Karl Marx sagte: (sinngemäß) "Profite werden privatisiert, Schulden/Probleme sozialisiert!"??

- Was nutzt es Asien, einen wirtschaftlich ruinierten Westen als "Partner" zu haben? Die Kuh, die man melken will schlachtet man nicht ...?

Woher kommen Heuschrecken (Hedge-) fonds? Wer steht dahinter? Welche Ziele werden verfolgt?

Ist die Zeit des Abendlandes einfach abgelaufen? Bekommen wir bald "Entwicklungshilfe"? (von wem auch immer???)

Meinungen? Danke

Xtrem 29.10.2008 11:03

Beiträge zusammengeführt und OT gelöscht.

Nitsuka78 29.10.2008 11:32

@Moderation: Danke fürs zusammenführen und für das Entfernen sinnfreier Einwürfe!

@Thema: Mir scheint, auch die von mir zunächst gewählte Fragestellung, ob der Kapitalismus am Ende ist, nicht zutreffend zu sein.
Interessanter wäre die Beantwortung der Frage, ob unsere Lebensweise am Ende ist. Unser Lebensstil bleibt bestehen. Andere Völker übernehmen ihn.

Es gibt ein schönes Sinnbild, das zutreffender nicht sein könnte:

Bild 1980: Asiaten=Fahrradfahrer Europäer/Amerikaner=Autofahrer
Bild 2008: Asiaten=Autofahrer Europäer/Amerikaner=Fahrradfahrer

Der Kapitalismus ist mit nichten am Ende, wie eingangs von mir auch vermutet. Er funktioniert hervorragend, FÜR den "Ausbeuter" der bisher WIR waren. Bald sind es die anderen.

molinarius 29.10.2008 15:02

Zitat:

Zitat von Silentium
Warum sagt man den Leuten nicht einfach, wie es wirklich ist, oder sein soll?

Weil keiner weiß wie es "sein soll". Unser Finanzsystem ähnelt einen globalen Pyramidenspiel was nur so lange funktioniert wie wir ein weltweites Wirtschaftswachstum über 3% haben um so weiter das unter 3% sinkt um so schneller fällt das System in sich zusammen. Wie wir aus der Krise raus kommen weiß ich auch nicht. Ich glaube auch kaum daß das überhaupt möglich ist ohne das Finanzsystem zu reformieren.
Zitat:

Zitat von Nitsuka78
Der Kapitalismus ist mit nichten am Ende, wie eingangs von mir auch vermutet. Er funktioniert hervorragend, FÜR den "Ausbeuter" der bisher WIR waren. Bald sind es die anderen.

Unser System funktioniert ungefähr so: Um irgendwo einen Gewinn zu erzielen muß irgendwo jemand einen Verlust machen. Am ende ist es nicht mal ein Nullsummenspiel sondern sogar negativ weil die Zentralbanken ja auch noch Zinsen haben wollen. Wie soll so ein System lange bestand haben? So wie es jetzt läuft funktioniert es grade mal seit 1973, seit der Dollar als Weltwährung nicht mehr ans Gold gebunden ist.

Silentium 30.10.2008 00:32

Zitat:

Zitat von Nitsuka78 (Beitrag 2512205)
Ist es so, wie Karl Marx sagte: (sinngemäß) "Profite werden privatisiert, Schulden/Probleme sozialisiert!"??

Am interessantesten fand ich heute die Meldung, sinngemäss:
Das man nun nach der Schaffung eines "Schutzschildes" für das Finanzwesen, mit Hilfe dessen ein "Schutzschild" für die Automobilindustrie schaffen will, welches den Weg erneuter Kredite gehen soll.

Hallo?

Wollen wir wieder von vorn beginnen ?

denn: die aber vielen Milliarden Schulden einfach mit einer Spritze nicht vorhandenen Geldes "verschwinden" zu lassen, und dann die plötzlich nicht mehr vorhanden Schulden auf die Industrie abwälzen zu wollen, ist natürlich die absolut optimale Lösung, nach dem ja die Autombilindustrie dem ganzen wohlwissend schon vorweg griff und heute Autos verkaufen möchte, die man erst 2009 bezahlen darf, ohne zu wissen ob das funktioniert, der Käufer dann (wahrscheinlich als Leiharbeiter), auf jeden fall aber als staatlich subventionierte Arbeitskraft überhaupt in der Lage ist, zahlen zu können..

Also reicht man die Schulden permanent weiter, und landen tun sie letzlich beim normalen Volk.

SO funktioniert das System...man schlägt Kapital aus Schulden, da aber Geld bald nicht mehr im Wert existiert, verlagert sich die Definiton "Kapital" in eine bestimmte Richtung, nämlich auf den Menschen als Ressource, der hochverschuldelt gefangen im System ist und zum Sklaven wird....

Aber selbst das wusste Marx schon...


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