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Alt 19.03.2009, 20:17   #1
Scherenschwester
Member
 
Registriert seit: 04/2007
Ort: deep in the heart of nowhere
Beiträge: 322
Vertrauen zu den Göttern in Weiß

Seid ihr noch im Besitz des grenzenlosen Vertrauens zu Ärzten / Klinikpersonal?

Ich finde es erstaunlich, wie kalt uns herzlos mit wehrlosen Patienten und deren Angehörigen umgegangen werden darf. Ich bin entsetzt, daß es schon fast "normal" zu sein scheint, daß es Keime und Viren auf Krankenhausstationen gibt - was u.a. auf mangelnde Hygiene zurückzuführen ist, übertragen werden sie durch das Pflege- und Ärztepersonal - die dann eben auch zum Tod besonders geschwächter Patienten führen.

Ich habe erlebt, daß der Tod des Patienten sehr früh einkalkuliert wurde. Und daß sich niemand daran stört. Das ist dann eben so.
Scherenschwester ist offline  
Alt 19.03.2009, 20:17 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo Scherenschwester, ich kann mir vorstellen dass es dir heute nicht so gut geht. Was da hilft ist Schokolade. Schokolade hilft immer und es geht einem damit sicher nicht besser, aber für einen kurzen Moment kann man alle Sorgen vergessen. Ich habe heute beim Milka Schokoladenpaket Gewinnspiel mit gemacht. Vielleicht ist das auch was für dich?
Alt 19.03.2009, 20:25   #2
serialthrill
Member
 
Registriert seit: 10/2008
Ort: freiberg
Beiträge: 437
du magst sicher recht haben, dass manchmal wohl etwas unmenschlich mit den patienten umgegangen wird und es allgemein in krankenhäusern und so an grundlegenen sachen mangelt...(ich hab das nur gehört... ich musste noch nie im leben in krankenhaus)
sieh es aber mal so... wenn die ärzte und das pflegepersonal mitgefühl zulassen würden, dann müssten die wegen jedem schlimmen fall rumheulen weil der denen so nahe geht. in dem beruf ist distanz und ein gewisses maß an abgestumpftheit pflicht oder es zerfrisst dich!
emotionale menschen haben da nunmal nix verloren
serialthrill ist offline  
Alt 19.03.2009, 20:39   #3
Arno_Nyhm
ανώνυμος
 
Registriert seit: 12/2004
Beiträge: 3.339
Ich traue dieser Zunft nur bedingt über den Weg, teils durch eigene Erfahrungen, teils durch Erleben bei anderen. Wenn ich diese Zunft brauche, entscheide ich immer selbst, was ich an mich ranlasse und was nicht. Naja, was heisst immer, ich versuchs zumindest.

Wie in allen anderen Berufen auch gibt es dort gute Leute und nicht so gute Leute. And was in einer großen Organisation (hier Krankenhaus) irgendein Personal anstellt, darüber macht man sich lieber keine vertieften Gedanken, sonst gruselts einen.
Arno_Nyhm ist offline  
Alt 19.03.2009, 20:48   #4
Pierrot*
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Stichwort Patientenverfügung!

Danke fürs Erinnern, muß ich mal bald machen für den Notfall. !!!!

Ich versuche gesund zu bleiben. Und für meine Lieben bete ich, daß sie dort nicht hinmüssen. Ansonsten kann man nur aufpassen wie ein Schießhund und versuchen zu verstehen, was da läuft.

Es gruselt, das stimmt.
 
Alt 19.03.2009, 21:06   #5
Lilli Marlene
~* Sun and Stars *~
 
Registriert seit: 12/2007
Ort: over the hills and far away
Beiträge: 4.893
@Scherenschwester:
Na dann frag doch mal beim Personal, wie viel ihr Überstundenkonto anzeigt, wie chronisch unterbesetzt die meisten Stationen sind und wieviele Minuten der Arbeitgeber einkalkuliert, um einen Patienten zu waschen und zu füttern (jetzt auf Bettlegrige und alte Patienten bezogen) ... ganz zu schweigen von Bereitschaftsdiensten, die vollgestopft sind mit Behandlungen, die eigentlich in der "Regelzeit" hätten laufen sollen, aber die Krankenhausleitung eben so viel und schnell wie möglich machen will - weil's Geld gibt. Aber das wandert bestimmt nicht in die Taschen des Pflegepersonals.

Dass die Patienten es abkriegen ist natürlich nicht schön - aber auch Pflegepersonal sind eben *keine* Götter, sondern Menschen. Trotzdem wird von ihnen teils Unmenschliches erwartet (von Seiten des Arbeitgebers). Und zum Thema Krankenhauskeime: die sind so gut wie unvermeidbar. Keime gibt es überall. Das Problem ist eher, dass durch die konzentrierte Anwesenheit vieler Antiseptika und Antibiotika die verbleibenden Keime resistent werden. Das ist im Prinzip normal und eigentlich unvermeidbar - außer mit noch stärkeren Medikamenten und Putzmitteln und selbst dann würden resistente Stämme überleben und ein noch größeres Risiko für die Patienten darstellen. Im internationalen Vergleich sind deutsche Krankenhäuser übrigens sehr sauber.
Lilli Marlene ist offline  
Alt 19.03.2009, 21:19   #6
Scherenschwester
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2007
Ort: deep in the heart of nowhere
Beiträge: 322
Zitat:
Zitat von Lilli Marlene Beitrag anzeigen
@Scherenschwester:
Na dann frag doch mal beim Personal, wie viel ihr Überstundenkonto anzeigt, wie chronisch unterbesetzt die meisten Stationen sind und wieviele Minuten der Arbeitgeber einkalkuliert, um einen Patienten zu waschen und zu füttern

...

Dass die Patienten es abkriegen ist natürlich nicht schön - aber auch Pflegepersonal sind eben *keine* Götter, sondern Menschen. Trotzdem wird von ihnen teils Unmenschliches erwartet (von Seiten des Arbeitgebers). Und zum Thema Krankenhauskeime: die sind so gut wie unvermeidbar. Keime gibt es überall. Das Problem ist eher, dass durch die konzentrierte Anwesenheit vieler Antiseptika und Antibiotika die verbleibenden Keime resistent werden. Das ist im Prinzip normal und eigentlich unvermeidbar - außer mit noch stärkeren Medikamenten und Putzmitteln und selbst dann würden resistente Stämme überleben und ein noch größeres Risiko für die Patienten darstellen. Im internationalen Vergleich sind deutsche Krankenhäuser übrigens sehr sauber.
Letzteres stimmt nicht, zumindest nicht bei dem Keim, um den es in meinem speziellen Fall geht. Da gibt es Länder, da liegt die verbreitung dieses Keimes bei einem Prozent. Das nenne ich sauber.

Nein, ich werde das Personal nicht nach seinem Überstundenkonto fragen. Das interessiert mich nämlich nicht, mein Vater musste im Krankenhaus sterben. Wohlgemerkt ist er nicht an dem gestorben, weswegen er eingeliefert wurde. Sondern an dem, was durch den Keim verursacht wurde.

Abgesehen davon sind Überlastung und Überstunden trotz allem kein Grund, Patienten zu mißhandeln und zu mißachten. Gut sogar dann zu beobachten, wenn mal als Angehöriger anwesend ist. Was geht ab, wenn keiner zuschaut? Man kann es ahnen.

Möchtest du so behandelt werden? Oder wissen, daß es bei der Mutter so gemacht wird? Dir Gedanken machen, wenn du nicht bei ihr sein kannst, was sie gerade durchmacht und ob es dort überhaupt jemand bemerkt?
Scherenschwester ist offline  
Alt 19.03.2009, 21:36   #7
Lilli Marlene
~* Sun and Stars *~
 
Registriert seit: 12/2007
Ort: over the hills and far away
Beiträge: 4.893
Ich kann nur sagen, dass ich viele Krankenschwestern persönlich kenne, die trotz extrem belastender Umstände versuchen ihren Job gut zu machen. Dass es bei dir ein Extremfall war ist natürlich nicht schön, aber deswegen sind nicht alle Krankenschwestern unmenschliche Monster. Deine Darstellung der Tatsachen ist verständlicherweise sehr emotional besetzt - aber genau deswegen nicht repräsentativ.

Du sagst, niemand hat sich am Tod des Patienten gestört. Das scheint dir als Beteiligte natürlich abstoßend. Aber wenn dir jeden Tag mehrere Menschen unter den Händen wegsterben, dann kannst du irgendwann nicht mehr in jedem Fall mitfühlend sein - bzw. musst den Job wechseln.
Lilli Marlene ist offline  
Alt 19.03.2009, 21:48   #8
Scherenschwester
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2007
Ort: deep in the heart of nowhere
Beiträge: 322
Zitat:
Zitat von Lilli Marlene Beitrag anzeigen
Ich kann nur sagen, dass ich viele Krankenschwestern persönlich kenne, die trotz extrem belastender Umstände versuchen ihren Job gut zu machen. Dass es bei dir ein Extremfall war ist natürlich nicht schön, aber deswegen sind nicht alle Krankenschwestern unmenschliche Monster. Deine Darstellung der Tatsachen ist verständlicherweise sehr emotional besetzt - aber genau deswegen nicht repräsentativ.

Du sagst, niemand hat sich am Tod des Patienten gestört. Das scheint dir als Beteiligte natürlich abstoßend. Aber wenn dir jeden Tag mehrere Menschen unter den Händen wegsterben, dann kannst du irgendwann nicht mehr in jedem Fall mitfühlend sein - bzw. musst den Job wechseln.
Der Tod des Patienten - so schien mir - war die einzige Option.

Durch die lange Krankheit meines Vaters kenne ich viele Geschehnisse aus Krankenhäusern. Was du hier als Einzelfall darstellen möchtest, ist einfach keiner.

Und soll ich dir noch was sagen? Heute war jemand bei uns, der meinte, in dieser Woche habe er das schon fünf Mal gehört, daß Patienten genau an "so etwas" gestorben sind.

Sicher auch Einzelfälle. Man muß sich da keine Gedanken machen.

Unser Gesundheitssytem ist super.

(Ja, ich weiß, ich bin emotional angeschlagen. Vielleicht war das Thema keine gute Idee. Meinetwegen kann es auch wieder komplett gelöscht werden, bitte dann einfach nur eine Info an mich, liebe Mods.)

Geändert von Scherenschwester (19.03.2009 um 22:08 Uhr)
Scherenschwester ist offline  
Alt 19.03.2009, 22:11   #9
Lilli Marlene
~* Sun and Stars *~
 
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Ort: over the hills and far away
Beiträge: 4.893
Ich sagte nicht Einzelfall, sondern Extremfall. Ja, ich halte es wirklich nicht für die Regel, dass Patienten mißhandelt werden, da meine halbe Familie in Krankenhäusern arbeitet.

Das Gesundheitssystem ist deswegen "super", weil es verhältnismäßig zu viele Kranke und zu wenig zahlende Bürger gibt. Es hat schon einen Grund, warum in fast allen anderen Ländern die medizinische Versorgung komplett selbst getragen werden muss. Die Aufrechterhaltung der rechtlichen Krankenkassen trägt zur Misere bei: alles halb privat, halb verstaatlicht, wie auch die Krankenhäuser und im Zweifelsfall fühlt sich keiner verantwortlich und schiebt alles auf die Anderen. Wer muss es ausbaden? Das Pflegepersonal mit noch weniger Lohn und noch mehr Überstunden und die Patienten, die mangelnd versorgt werden (können).

Andererseits: immerhin sind die letzten Reste des Wohlfahrtstaates für manche eine Rettung. In anderen Ländern darfst du wie gesagt auf alles draufzahlen. Wenn du das Geld nicht hast: Pech. Dann darfst du nicht mal zum Sterben ins Krankenhaus. Wenn du Glück hast, darfst du dich vor die Tür legen ...

Darf man mal fragen, was das genau für ein Keim war?

Nochmal: es tut mir wirklich leid für dich und ich glaube dir, dass es eine schlimme Zeit ist und du eine unglaubliche Wut hast - die bestimmt auch daher kommt, dass man die Geschehnisse an sich nicht fassen kann/will. So schlimm das alles ist: es gibt viele Menschen auf der Welt, die nicht einmal von einer schlechten medizinischen Versorgung träumen können.

Geändert von Lilli Marlene (19.03.2009 um 22:17 Uhr)
Lilli Marlene ist offline  
Alt 19.03.2009, 22:52   #10
Wolfsblume
Special Member
 
Registriert seit: 10/2008
Beiträge: 5.760
Es gibt da eine mögliche Erklärung: http://www.brainlogs.de/blogs/blog/p...muden-menschen

Wenn man sich nun noch überlegt, wie viele Überstunden das Krankenhauspersonal machen muss...
Wolfsblume ist offline  
Alt 19.03.2009, 22:52 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hey Wolfsblume, egal wie gross deine Sorgen auch sein mögen, mir hilft es immer nach draußen zu gehen und den Grill anzuwerfen. Grillen ist Entspannung pur. Ob nun ein deftiges BBQ oder ein einfach mariniertes Schweinesteak. Am Grill kann ich alle Probleme vergessen. Du hast noch keinen Grill? Bei der Telekom kannst du aktuell am Angrillen 2019 Gewinnspiel mitmachen und entweder einen Beefer oder ein Keramik Ei gewinnen. Wer von uns gewinnt lädt den anderen ein ;-)
 

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