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Alt 27.07.2009, 22:41   #1
Arthurio
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Depressionen - Individuelle Krisen oder eine Gesellschaftskrise!?

Hallo Leute
Damit ich den Thread jetzt nicht verbocke. Lass ich nur den Thread-Titel als Frage und ihr könnt dazu schreiben was ihr so denkt.
Würd mich freuen.
LG Arthy

"eine gesellschaftliche, währ wohl besser gewesen"
 
Alt 27.07.2009, 22:41 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo Arthurio,
Alt 27.07.2009, 22:50   #2
PIcasso1989
Der Hund
 
Registriert seit: 07/2009
Ort: BW
Beiträge: 12.635
Beides. Das Tempo ist unmenschlich geworden und die Seelen deshalb öfter müde.
(So ähnlich ist es, nach meiner Erinnerung, einmal in 'Psychologie heute' subsummiert worden).
PIcasso1989 ist offline  
Alt 27.07.2009, 23:02   #3
parmesan
Golden Member
 
Registriert seit: 01/2009
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.491
In meinen Augen eine gesellschaftliche Krise... Gehe gar soweit, dass ich glaube diese Probleme sind etwas, was vorhersehbar war. Habe vor kurzem einen Beitrah gesehen, in dem u.a. es darum ging dass die Natur den Menschen immer wieder steuert. Es ist natürlich nicht der Wunsch der "Natur", dass Menschen nur noch leben um arbeiten zu gehen, Leistung zu bringen und dadurch unzufrieden sind.

Könnte ein erstes Indiz dafür sein, dass wir erkennen dass unsere Bestimmung dann doch eine andere ist. Mal schauen
parmesan ist offline  
Alt 27.07.2009, 23:40   #4
suki08
abgemeldet
Zitat:
Zitat von parmesan Beitrag anzeigen
Es ist natürlich nicht der Wunsch der "Natur", dass Menschen nur noch leben um arbeiten zu gehen, Leistung zu bringen und dadurch unzufrieden sind.

Könnte ein erstes Indiz dafür sein, dass wir erkennen dass unsere Bestimmung dann doch eine andere ist. Mal schauen
wenn die menschen da nicht von selbst drauf kommen, bevor sie erst erkranken müsssen, dass das nicht unsere bestimmung ist, dann ist das traurig.

aufjedenfall werden depressionen zur volkskrankheit, durch die beschleunigung des lebens, da der mensch nicht mitkommt und nicht dafür geschaffen ist.
suki08 ist offline  
Alt 29.07.2009, 20:28   #5
hello
Member
 
Registriert seit: 11/2008
Ort: Österreich
Beiträge: 271
Ich würde sagen das es auf beides drauf ankommt!

Jeder von uns ist ein individuum, dabei gibt es starke und schwache (dabei könnte man noch zwischen körperlich starke/schwache und geistig starke/schwache unterteile - hier geht es jetzt um die geistes schwachen)

In der heutigern zeit ist so ziemlich alles möglich, die welt erscheint nahe zu grenzenlos und man kann alles haben mit etwas geld und einer rießen portion lebensfreude.

Viele kommen mit den altäglichen aufgaben einfach nicht klar.

Es passiert oft so viel - doch man kann es nie richtig verarbeiten.

Ich sehe es selbst bei mir, vor einigen wochen erst ein ordentlicher autounfall, vor 14 tage musste mein vater in ein pflegeheim da es ihn binnen wenigen tagen so niedergeraft hat das er sich nichtmal mehr selbst duschen kann. Dazu kommt stress mit meinen bruder da er damit zum einen nicht fertig wird und ein total verdrehtes weltbild hat und mich nun für ein arsc*loch hält da ich diese entscheidung getroffen habe - er wäre aber nicht bereit gewesen ihm zu pflegen (klar mit € 500.000 schulden ist arbeiten wichtiger als auf einen tot kranken menschen aufzupassen). Nun sitz ich in einen zwei familien haus allein mit einen € 650 zivildienst gehalt - unterstützung? Nein! Früher hat mir mein vater einen sehr exclusiven lebensstill finanziert...

Gut ich mach jetzt einfach das beste daraus und rackere mir im wahrsten sinne des wortes die finger wund. 8 Stunden arbeit von monatag bis freitag dazu kommt noch ein 700 m² meter garten und ein rießen zweifamilien haus wo dauernt etwas zu tun ist. Am wochenende möchten mich meine freunde auch noch sehen - mein vater natürlich auch. Meine großmutter bekommt pflegestufe 3 und kann auch so gut wie gar nichts mehr - sitzt aber auch allein in einen rießen bauern haus 200km entfernt von mir. Meiner mutter geht es gesundheitlich auch nicht sooooo gut das sie das machen kann, daher helfe ich hier natürlich auch noch so gut ich kann.

Wie lange das geht weiß ich nicht - doch an das darf man einfach nicht denken ES MUSS GEHEN!!!!! Irgendwie schon krass wie schnell sich das leben innerhalb von 1,5 monaten ändern kann... Von lalalala party, mädls, kumpls hin zum absoluten full time programm...

Jetzt gibt es menschen die kommen damit aber überhaupt nicht klar weil sie entweder zu emotional sind oder psychisch sehr labil sind.

Die gesellschaft tut ihren teil noch dazu indem man als schlechter mensch abgestraft wird - überhaupt in einen dorf wie diesen...

Dazu kommt oft noch stress im beruf wo auf persönliche problehme so gut wie nie eingegangen wird.

All diese faktoren also private problehme, job, freunde, freundin und die lieben verwandten können da schon mal zum problehm werden.

Doch am ende liegt es an einem selbst wie man handelt und wie sehr man sich alles zu herzen nimmt - irgendwie geht es immer wenn man nur will - das ist dann auch das um und auf.

Und deshalb bin ich der meinung das immer das einzelne individuum für sein wohlbefinden verantwortlich ist - klar die zeit in der wir leben ist für den einzelnen bestimmt nicht leicht... Doch am ende ist man doch noch ein freier mensch und muss für sich selbst entscheiden was man draus macht.

Ich arbeite mit vielen menschen mit psychischen problehmen beim zivildienst zusammen und mir ist aufgefallen das es einfach viel zu emotionale menschen sind. Man sollte sich nicht alles zu herzen nehmen - es gibt eben momente im leben die nicht leicht sind. Wenn man sich menschen mit psychische problehme ansieht wird man feststellen das 80% einfach zu gut für diese welt sind!

In diesen sinne: sorry das ich mich hier jetzt ausgekotz hab und noch einen schönen abend.
hello ist offline  
Alt 29.07.2009, 20:54   #6
LaLane
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Beides. Es sind individuelle und gesellschaftliche Krisen.

Ich bin ja selbst momentan sozusagen "depressiv" (ich will es erst definitiv behaupten, wenn ich meine Therapie angefangen habe und mich ein Experte untersucht hat). Und wieso? Nun aus mehreren Gründen, die z. T. mit mir selbst und zum Teil mit der Gesellschaft, in der ich lebe zu tun haben.

1. Bin ich selbst ein sehr emotionaler Mensch. Ich bin sehr impulsiv, gebe meinen Gefühlen allzu gerne nach und verurteile mich nachher wieder dafür, weil ich doch eigentlich nur rational zu denken brauche und dann geht es mir besser. Das hört sich jetzt seltsam an, aber ich bin eigentlich ein Mensch, der nur glaubt, was wissenschaftlich nachgewiesen ist und der sich von Larifari Argumenten nicht überzeugen lässt. Dennoch bin ich im römisch-katholischen Glauben erzogen worden, was dann ja eine sehr irrationale Komponente darstellt, weswegen ich wohl immer zwischen Herz und Verstand hin- und hergerissen bin. Jedenfalls sehe ich da das erste individuelle Problem: Ich scheine mit mir selbst nicht im Reinen zu sein, kann mich selbst nicht richtig einschätzen, ob ich nun eher ein emotionaler oder eher ein nüchterner Mensch bin. Das variiert stark...

2. Meine Umgebung, die Gesellschaft. Zunächst einmal meine Familie, ein Teil der Gesellschaft, der mich von klein auf begleitet. Mal sind sie für mich da, mal sind sie nicht da. Es kommt immer darauf an, wie ich mich verhalte und dann noch wie es ihnen gerade geht. Stabilität ist oftmals ein totales Fremdwort, was mich verunsichert, mich ängstlich macht und noch mehr dazu beiträgt, dass meine individuelle Krise sich verstärkt.

3. Meine Beziehungen: Freunde und Partner. Auch hier erlebe ich selten Stabilität, eher wieder dieses Hin und Her. Dieses mal so, mal so.

4. Die Gesellschaft an sich oder Der Rest der Welt? Alles wandelt sich furchtbar schnell, was heute noch gut war ist morgen schlecht und andersrum. Was soll man machen? Geld sparen oder die Umwelt schützen? Lernen, sich fortbilden, Karriere machen oder die Kinder hüten? Ein Haus bauen, sesshaft sein oder die ganze Welt bereisen?

Es bedingt sich alles gegenseitig. Nichts bleibt irgendwie stabil, alles geht sehr schnell. Jeden Tag diese Flut an Informationen, an traurigen Nachrichten, an neuen Ideen und Errungenschaften... Alles strömt wahnsinnig schnell an einem vorbei und ehe man sich für etwas entscheiden kann ist man auch schon gestorben oder sitzt irgendwie fest...

Ich finde definitiv, dass diese Depressionen daher kommen, weil viele Menschen mit dieser Vielfalt an Möglichkeiten und diesem Zwang sich für etwas zu entscheiden sich einem enormen Druck aussetzen und einfach nicht mehr weiter wissen. Sie resignieren, finden auf einmal an nichts mehr Freude und verfallen in eine immer mehr depressive Stimmung. Warum lasten wir uns diesen Druck auf? Warum? Warum leben wir nicht wieder intensiver? Warum müssen wir uns selbst so belasten? Aber dann stellt sich die Frage: Wenn wir heute die Welt nicht verändern, wer wird sie dann ändern?

Es ist ein Wahnsinn Mensch zu sein. Es ist anstrengend, es ist schwer, traurig und schön, emotional und nüchtern, man lebt und doch hat man es nie getan...
 
Alt 29.07.2009, 21:46   #7
hello
Member
 
Registriert seit: 11/2008
Ort: Österreich
Beiträge: 271
Zitat:
Zitat von LaLane Beitrag anzeigen
Es ist ein Wahnsinn Mensch zu sein. Es ist anstrengend, es ist schwer, traurig und schön, emotional und nüchtern, man lebt und doch hat man es nie getan...


Besser könnte man es nicht in einen satz formulieren es kommt halt nur darauf an auf was man mehr setzt... Setzt man alles auf die schweren und traurigen momente oder doch auf die schönen und emotionalen...
hello ist offline  
Alt 29.07.2009, 21:50   #8
LaLane
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Das Problem ist auch, dass man einfach nicht immer die Entscheidung hat. So sehe ich das. Denn ich wäre gerne glücklich und würde die schönen Dinge in meinem Leben genießen, aber ich kann es nicht.

Diese Entscheidung würde wohl auch fast jeder treffen, wenn man ihn/sie vor die Wahl stellen würde... Aber dennoch sind wir eben nicht immer in der Position zu entscheiden... Leider.
 
Alt 29.07.2009, 22:11   #9
Arthurio
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Hi hello

Schon gut, dass du dich ausgekotzt hast. Du hast es ja in Grenzen gehalten. Das darf in diesen Thread. Eben in Grenzen.

Was du schreibst mit den Möglichkeiten und vorallem auch mit dem "zu Herzen nehmen" hast du aus meiner Sicht sehr recht und ist mir bisher nicht so deutlich geworden.

Ich hab die Angewohnheit mir alles zu Herzen zu nehmen, wenn ich lese das dies und das passiert, meinte ich darauf eine Lösung finden zu müssen. (was nicht das Thema sein soll!!) Aber! Ich glaube weitgehend ist das die Natur jedes Menschen. Er ist ein soziales Wesen aber eingeschrenkt. Er muss sich abstumpfen. Ich lese jetzt auch keine Zeitung mehr. TV schau ich schon länger nicht mehr.

LG
 
Alt 29.07.2009, 22:12   #10
Arthurio
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Zitat:
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Beides.
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Alt 29.07.2009, 22:12 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hey Arthurio,
 

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