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Alt 14.09.2000, 22:37   #51
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Registriert seit: 09/2000
Beiträge: 95
Toff,
ich sehe mal jetzt davon ab, Dir noch andere Rohstoffe aus Afrika aufzuzählen, möchte Dich ja jetzt hier nicht unbedingt blamieren. Und da Du ja eigentlich mein großes Vorbild bist...

O.K. bei der römischen Geschichte sind wir uns jetzt dann ja doch irgendwie einig denke ich mal!?

Ich denke schon, das meine Rechnung, die sich ja auch nur auf den Gesamtverdienst (Gewinn) aller Beteiligten bezieht legitim ist. Es verdeutlicht zumindest wer auf wessen Kosten am meisten profitiert.
Natürlich ist ein einzelner Plantagenbesitzer oder auch sämtliche Plantagenbesitzer eines Landes sofern es kein Monopol auf das Produkt hat nicht in der Lage einseitig den Arbeitern mehr Lohn zu geben. Diese Produkte sind dann nicht mehr Konkurenzfähig und lassen sich wenn überhaupt nur viel teurer verkaufen. (z.B. Dritte Welt Läden) Und wer gibt mir als Verbraucher dann auch die Garantie das das Geld welches ich dann mehr bezahle auch an die Arbeiter geht?

Natürlich ist das ein globales Problem, welches sich wohl wenn überhaupt nur sehr schwer lösen läßt. Es ist eben so, das die Länder welche die Bananen importieren die Bedingungen bestimmen. Wenn sich an der Situation etwas ändern soll dann nicht von unten nach oben (Plantagenbesitzer gibt Arbeiter von sich aus mehr Lohn, das kann er nämlich wie richtig gesagt wurde nicht weil dann kein Käufer da ist), sondern von oben nach unten entweder Käufer ist bereit von sich aus mehr zu zahlen (warum sollt er aber auch) oder der Einzelhandel ist von sich aus bereit auf etwas Gewinn zu verzichten, und diesen nach unten hin abzugeben (warum sollte aber der Einzelhandel nicht bei dem günstigsten Großhändler kaufen?)
In dieser Phase denkt keiner an den Plantagenarbeiter, sonder es wird nur nach Marktwirtschaftlichen Faktoren gehandelt. Wenn ich als Käufer, Einzelhändler, Großhändler von mir aus auf etwas Gewinn zugunsten des Arbeiters verzichte, habe ich keine Garantie das auch der Einzelhändler, Großhändler vor mir diese nach unten weiter gibt.
Ich denke schon das man diesen Mechanismus als zumindest ungewollte Ausbeutung bezeichnen kann.

Zitat:
"Ein Rohstoffproduzent verdient nunmal am wenigsten, da die wenigste Wertschöpfung von ihm erbracht wird."

Bei der Banane zumindest wird ja wohl die meiste Wertschöpfung auf der Plantage erbracht. (Mal vom Nachreifen im Frachter abgesehen )

Zitat:
"Wahrscheinlich hast du das Glück, mehr zu besitzen als der Obdachlose am Bahnhof.
Warum ladst du ihn nicht in deine Wohnung ein und läßt ihn bei dir leben? Ganz ernste Frage."
Bei diesem Problem geht es nicht darum das sich ein einzelner aufopfert und den Samariter spielt, sondern darum, das eine Gesellschaft als ganzes in der Lage ist, daß Problem zu lösen und auf die Schultern möglichst vieler zu verteilen.


Stenfahrer:
Zitat: "(wobei z.B. viel Obst aus Neuseeland kommt, wahrlich kein Entwicklungsland)"

Das hat dann aber auch wieder andere Gründe, z.B. die Klimatischen Bedingungen, Äpfel, Kiwis, Tomaten, ... wachsen halt nicht in Afrika (deswegen das Beispiel mit den Tomaten und dem Kaffee ), und selbst wenn, sind die Nichtentwicklungsländer trotz ihrer höheren Lohnkosten dadurch konkurenzfähig, da sie in der Lage sind dank moderner teurer Technik die sich in Entwicklungsländern nicht rentiert weil dort die Lohnkosten so niedrig sind, günstiger zu produzieren.

Zitat:"Es geht um politische und weltwirtschaftliche Strukturen, um Korruption und Finanzskandale... "
Schon auch richtig, aber wie willst Du das lösen? Dadurch das wir Weltpolizei spielen?

Gruß Kurzer










Kurzer ist offline  
Alt 14.09.2000, 22:58   #52
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Quelle der Weisheit
 
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 3.118
röm. Geschichte ist mal abgekakt.

Gesamtverdienst-Gewinn-wer auf wessen Kosten prifitiert: Hilfe, was meisnst du denn jetzt? Verdienst ist nicht Gewinn. Dein Rechenbeispiel macht nur mit dem Endproduktpreis Sinn und ist kostenrechnerisch kompliziert aufgebaut. Aber egal.
Wann A an B um 10 verkauft (Eigene Kosten 5, Gewinn 5) und B an C um 40 verkauft (eigene Kosten 10+10, Gewinn 20), dann mag das unfair erscheinen, aber zum einen hat B nicht auf Kosten von A profitiert, bestenfalls von C (aber auch nur dann, wenn C das Produkt für C nicht mindestens den Wert von 40 hat).
A könnte ja an C verkaufen. Entweder kennt A C nicht (der Wert des Wissens) oder hat die Logistik nicht (die sich B erst einmal aufbauern mußte, mit anderen Worten B hat investiert).

Oder meist du es als Frechising System, bei dem jeder zu Selbstkosten liefert und der Gewinn dann audgeteilt wird?

Ich denke schon, daß die Sache nur von unten erfolgen kann. Wenn alle (oder zumindest genug) Plantagenbesitzer sagen, wir müssen mehr verlangen, (weil unser Lohnkosten gestiegen sind) dann wir das Produkt teurer werden.
Natürlich kann es passieren, daß es dann nur mehr Südamerikanischen Kaffee und keinen Afrikanischen mehr zu kaufen gibt, aber daß ist in Europa auch nicht anders.
Toff ist offline  
Alt 14.09.2000, 23:00   #53
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Quelle der Weisheit
 
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 3.118
Wertschöpfung an der banane: Momentan findet die meiste Wertschöfung in der Logistik statt. Das Produkt "Banane in Europa" ist deutlich mehr wert als "Banane in Afrika".
Der Reifungsprozeß ist da nicht entscheidend.
Toff ist offline  
Alt 15.09.2000, 00:05   #54
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Registriert seit: 09/2000
Beiträge: 95
Hi Toff,

Zitat:
"Wertschöpfung an der banane: Momentan findet die meiste Wertschöfung in der Logistik statt. Das Produkt "Banane in Europa" ist deutlich mehr wert als "Banane in Afrika".
Der Reifungsprozeß ist da nicht entscheidend."

Das mit dem Reifungsprozeß war ja natürlich auch nur ein Joke, deswegen auch .

Wirtschaftlich betrachtet muß ich Dir schon recht geben, nur geht in Deutschland keiner in den Supermarkt um irgendetwas zu kaufen, das von Afrika hier her transportiert wurde, sondern um eine Banane zu kaufen.
Das ich mit der Banane natürlich auch die Dienstleistung des Transportes der Banane mit gekauft habe stimmt natürlich schon. Gebe Dir hier jetzt mal recht auch wenn es mir schwer fällt.
Trotzdem vom moralischen Standpunkt und das ist der um den es hier ja zunächst geht, ist doch der Plantagenarbeiter in der ganzen Kette derjenige, der die meiste arbeit dafür erbracht hat, daß wir auch in Deutschland Bananen essen können.

Zu Deinem anderen Posting werde ich mich wohl auch noch später mal melden, ist mir jetzt gerade aber etwas stressig.

Gruß Kurzer
Kurzer ist offline  
Alt 15.09.2000, 00:56   #55
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Registriert seit: 09/2000
Beiträge: 95
Toff,
da bin ich jetzt schon wieder, ich hoffe jetzt auch anhand von Deinem Beispiel (A,B,C) meine Denkweise zu verdeutlichen.
Also, A hat an der Banane 5 verdient, B hat 20 verdient
-> in der Kette bis zu Endverbraucher C wurde an der Banane also insgesamt 25 verdient.
Hier setzt nun meine Rechnung an. In meinem Beispiel (Plantagenarbeiter, Plantagenbesitzer,... Endverbraucher) sind also 25 = 100 %
A hat also vom insgesamt an der Banane in der gesamten Kette entstandenen Geweinn 20% und B 80% erhalten.
Hoffe das es jetzt deutlicher geworden ist.

Zitat:"... dann mag das unfair erscheinen, aber zum einen hat B nicht auf Kosten von A profitiert, bestenfalls von C (aber auch nur dann, wenn C das Produkt für C nicht mindestens den Wert von 40 hat)."

Wenn aber jetzt A z.B. der Plantagenarbeiter ist, der für 1,50 DM am Tag ca. 12 Stunden arbeitet, und B ist der Plantagenbesitzer, der um seinen Gewinn zu erhöhen giftige Chemikalien auf der Plantage einsetzt und gleichzeitig keinen Atemschutz den Arbeitern zur verfügung stellt wodurch diese dann erkranken (Ist jetzt keine Story sondern oftmals wirklich an der Tagesordnung) wie wenn nicht Ausbeutung würdest Du das dann bezeichnen wollen was der Plantagenbesitzer und auch alle Nachfolgenden in der gesamten Kette bis zum Endverbraucher machen, die dann den eigentlichen Gewinn bei der Geschichte machen.


Zitat:"A könnte ja an C verkaufen. Entweder kennt A C nicht (der Wert des Wissens) oder hat die Logistik nicht (die sich B erst einmal aufbauern mußte, mit anderen Worten B hat investiert)."

Ne, B ist mit dem goldenen Teller auf die Welt gekommen.

Aber so funktioniert halt mal die Marktwirtschaft.
Ich hoffe aber das sich trotzdem in der globalen denkweise hier etwas ändert das man von sich aus zu einem anderen Model kommt welches wir ja national (soziale Marktwirtschaft) schon haben. Also sozusagen, eine Art "Globale soziale Marktwirtschaft"

Gruß Kurzer




Kurzer ist offline  
Alt 15.09.2000, 01:20   #56
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puer aeternus
 
Registriert seit: 05/2000
Beiträge: 6.718
Die Marktwirtschaft würde schon funktionieren, wenn nämlich C bewußt wäre, daß er letztendlich doch dafür bezahlt, daß A von B ausgebeutet wird (A=Arbeiter, C=Cosumer, B=Beuter(aus)).

Dem Supermarktkunden ist eben nicht bewußt, daß er, wenn er die billigste Banane kauft, dafür viel, viel Geld in Asylverfahren, Grenzschutz usw. ausgibt.

Davon abgesehen, daß sich die As bestimmt alle schöne dt. Autos kaufen würden, wenn sie könnten, oder anders gesagt, As Gewinn fließt wsan C zurück!!!

Wie ich, glaube ich, schon mal schrieb: Leider gibt jeder lieber viel Geld für Privatschulen aus, an die er SEINE Kinder schickt, als daß er gleich viele Steuern bezahlt, für die dann ALLE Kinder eher mäßige Schulen besuchen können. Der soziale Friede (ob hier oder weltweit) wird einfach nicht als ein Gut angesehen, in das investiert werden muß.

Übrigens auch ein Problem mit der Gesundheit: Ein tolles Gesundheitssystem, ja bitte, aber ohne zu bezahlen (GANZ anderes Thema, bitte nicht darauf eingehen!).
Sternenfahrer ist offline  
Alt 15.09.2000, 01:34   #57
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Registriert seit: 09/2000
Beiträge: 95
Ups, nochmal Toff, hab ja noch was vergessen, aber dadurch habe ich jetzt auch wieder gleich einen Beitrag mehr auf meinem Weg zum Platin Member

Zitat:"Ich denke schon, daß die Sache nur von unten erfolgen kann. Wenn alle (oder zumindest genug) Plantagenbesitzer sagen, wir müssen mehr verlangen, (weil unser Lohnkosten gestiegen sind) dann wir das Produkt teurer werden.
Natürlich kann es passieren, daß es dann nur mehr Südamerikanischen Kaffee und keinen Afrikanischen mehr zu kaufen gibt, aber daß ist in Europa auch nicht anders."

Kann so nur dann funktionieren, wenn in sehr vielen "Bananenländern" die Lohnkosten gleichzeitig ansteigen würden, davon gehe ich aber nicht aus.

Gruß Kurzer
Kurzer ist offline  
Alt 15.09.2000, 11:11   #58
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Registriert seit: 06/2000
Beiträge: 40
Iceboy,
Dein Vergleich hinkt. Gesetz dem Fall Du wärest in einem Land X politisch verfolgt, würdest Du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht in das Land mit mäßigen Erfolgschancen auf Anerkennung ( z.B. U.K. ) gehen, sondern in jenes welches die meisten Chancen auf Erfolg Deines Asylantrages in Aussicht stellt. Und das Deutschland so ein Land ist, darauf bin ich stolz. ( mal ein etwas anderer Grund auf Deutschland stolz zu sein )
Dein zweiter Absatz schickt gleich noch den unterschwelligen Wunsch mit Deutschlands Grenzen mal wieder mit einer Mauer zu versehen. ( habe ich jedenfalls so verstanden ) Mir als Ostdeutscher kommen da logischerweise sofort die Unannehmlichkeiten von damals in den Sinn.
Im übrigen sehe ich für die Zukunft eher ein Problem darin,
wie sich Europa der wachsende Märkte in Asien und Nordamerika erwehren kann, als dass es auf langer Sicht ein vernünftiges europäisches Miteinander geben wird.
Das heißt dann wohl auch teilen zu müssen, also das kleinere Übel zu wählen.
sojus ist offline  
Alt 15.09.2000, 19:19   #59
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Registriert seit: 09/2000
Beiträge: 95
Sternfahrer:
That´s the problem, also doch ne "globale soziale Marktwirtschaft" ist aber wohl ziemlich utopisch das sämtliche Länder dazu bereit sind sich daran zu beteiligen, wenn es da ja schon auf Länderebene an Einsicht fehlt.

Iceboy,
bitte bedenke die neue Regelung des Asylrechtes, daß Aslybewerber kein Anerkennungsverfahren in Deutschland erhalten, wenn sie aus sogenannten "sicheren Ländern" einreisen. Folglich bekäme der Afrikaner der mit seinem Boot in Spanien angelegt hat, in Deutschland kein Asylverfahren.

Zitat: "Ne. Die kommen her sagen sie seien 14 (kam mal ein guter Bericht in NTV. Die werden dann als 16 eingestuft und leben dann als 16 jährige "Kriminelle" in Deutschland. Ist das richtig?? "

Sorry, da steige ich jetzt nicht durch, wie meinst Du das, die kommen her sagen sie sein 14 und werden dann als 16 eingestuft????? Und warum leben die dann zwangläufig als "Kriminelle" in Deutschland???? Hab´s irgendwie nicht kappiert, sorry steh wohl auf der Leitung!


"Und es geht hier um jeden Ausländer in Deutschland. Auch um Durchreisende, Illegale und die anderen. Sonst hätte das Thema einen anderen Namen."

Ich denk nicht das Du hier alle Ausländer in einen Topf werfen darfst sondern zumindest zwischen hier lebenden Ausländern unterscheiden mußt und solchen die Deutschland nur benutzen um Kriminelle Geschäfte zu machen oder hier illegal sich aufhalten.

Gruß Kurzer



Kurzer ist offline  
Alt 15.09.2000, 20:45   #60
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Registriert seit: 02/1999
Beiträge: 439
@Kurzer

Moment. Wenn das Thema Ausländerkriminalität heisst warum darf ich dann nicht alle Ausländer ansprechen? (Ich hab jetzt nicht gesagt alle sind kriminell )

@sojus
Danke das Du nen Beitrag ohne Bananen oder sonstige Rohstoffe postest.
Mein neues Thema wird sein EUROP!Zerstörer der Rohstoffpreise
Iceboy ist offline  
 

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