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Alt 30.04.2002, 20:55   #201
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Euer Liebden
 
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Zitat:
Original geschrieben von xtine
By the way -
Kann mir bitte mal einer sagen, wieso Vampire in den meisten Filmen absolut dämlich rüberkommen, sich durch plumpes 'Overacting', melodramatische Gestik und Mimik, Zischen und Zähnefletschen auszeichnen? Verglichen mit diesem Alptraum ist 'Interview mit dem Vampir' ein wahres Glanzstück an Authentizität und Sensibilität
Seit ich vor -zig Jahren zum ersten Mal "Tanz der Vampire" gesehen habe, kann ich beim besten Willen keinen Vampirfilm wirklich noch ernst nehmen. Mit fällt keine andere Genrepersiflage ein, die derart gelungen ist. Selbst als ich Coppolas "Dracula" zum ersten Mal sah (und sehr schön und gelungen fand), musste ich innerlich immer Vergleiche zu Polanski ziehen.
Dave Bowman ist offline  
Alt 01.05.2002, 14:03   #202
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Beiträge: 5.082
Ich habe 'Tanz der Vampire' als Kind schon geliebt, und er kann mir meine Vorliebe für Vampire nicht verderben.

'Dracula' ist für mich inzwischen eine etwas andere Sache als 'das Vampirgenre'...das ist der alte, romantische Mythos, den für mich (zumindest als Vierzehnjährige) damals Frank Langella in John Badhams Verfilmung von 79 (?) verkörpert hat.
Nachdem ich den Film gesehen habe, bin ich dann auch losgezogen und habe mir das Buch gekauft...und damit bin ich damals wohl dem 19. Jahrhundert verfallen.

Inzwischen bin ich froh, daß Anne Rice dem Vampirgenre eine völlig neue Dimension verliehen hat (ich spreche hier nicht von den Verfilmungen, wohlgemerkt). Der gute Graf war irgendwann wirklich nur noch eine Persiflage seiner selbst (oder eine Persiflage auf die alten Hammer-Filme).

Coppolas Dracula ist für meinen Geschmack etwas zu schwülstig und symbolüberfrachtet, obwohl ich ihn an sich auch sehr mochte (die negativen Seiten offenbarten sich erst bei mehrmaligem Anschauen).
Genial ist auf alle Fälle der Soundtrack.
Das ist dann auch das einzige, was dieser Film mit diesem unsäglichen 'Königin der Verdammten' gemeinsam hat.

Es gibt da übrigens eine interessante Verbindung zwischen dem Draculafilm von John Badham und Coppolas Film.
Van Helsing wird hier von Sir Laurence Olivier, dort von (inzwischen ebenfalls Sir) Anthony Hopkins gespielt. Wer Hopkins' Biographie etwas näher kennt, kann sich vorstellen, daß es für ihn eine besondere Bedeutung hatte, in Oliviers Fußstapfen zu treten...

Vampirfilme müssen nicht 'romantisch' und 'gothic' sein...aber der einzige Vampirfilm, bei dem mir richtig gruselte, war 'Nosferatu', und der ist ja nun auch nicht mehr taufrisch. Außerdem kann ich selbst bei dem heute nur noch lachen...

Die Vampirfilme, die sich bewußt von den alten Klischees lösen, haben mich aber auch nicht überzeugt. John Carpenters 'Vampires' oder auch 'From Dusk Till Dawn' haben ja mehr mit dem Splatter- oder Computerspielgenre zu tun, da geht es um Fun und Effekte, weiter nichts. Und der Vampirprotagonist in 'Vampires' war auch mal wieder die theatralische Abziehfigur...immerhin hat sich Carpenter mal wieder getraut, einen Vampir als 'durchweg böse und grausam' darzustellen, nicht als domestizierte Fledermaus im Aristokratengewand (hörrrst du die Kinderrrr derrr Naaacht...).
xtine ist offline  
Alt 01.05.2002, 14:34   #203
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Euer Liebden
 
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Zitat:
Original geschrieben von xtine
Ich habe 'Tanz der Vampire' als Kind schon geliebt, und er kann mir meine Vorliebe für Vampire nicht verderben.
Natürlich nicht "verderben". Aber ich nehme sie einfach nicht mehr ernst.

Zitat:
Original geschrieben von xtine
Der gute Graf war irgendwann wirklich nur noch eine Persiflage seiner selbst (oder eine Persiflage auf die alten Hammer-Filme).
Schon wahr. Aber Christopher Lee und Peter Cushing haben einen ganz besonderen Charme und beinahe schon einen Status wie Sherlock Holmes und Dr Watson.

Zitat:
Original geschrieben von xtine
Coppolas Dracula ist für meinen Geschmack etwas zu schwülstig und symbolüberfrachtet, obwohl ich ihn an sich auch sehr mochte (die negativen Seiten offenbarten sich erst bei mehrmaligem Anschauen).
Das stimmt alles. Und trotzdem ist es ein schöner, sehr phantasievoller Film.

Zitat:
Original geschrieben von xtine
Wer Hopkins' Biographie etwas näher kennt, kann sich vorstellen, daß es für ihn eine besondere Bedeutung hatte, in Oliviers Fußstapfen zu treten...
Für welchen britischen Schauspieler ist es das nicht? Übrigens war Laurence Olivier sogar ein Lord...

Zitat:
Original geschrieben von xtine
Vampirfilme müssen nicht 'romantisch' und 'gothic' sein...aber der einzige Vampirfilm, bei dem mir richtig gruselte, war 'Nosferatu', und der ist ja nun auch nicht mehr taufrisch. Außerdem kann ich selbst bei dem heute nur noch lachen...
Und welchen Nosferatu meinst Du? Max Schreck, oder Klaus Kinski? Ich finde, wenn, dann doch bitte den ganz alten...

Zitat:
Original geschrieben von xtine
Die Vampirfilme, die sich bewußt von den alten Klischees lösen, haben mich aber auch nicht überzeugt.
Und wie denkst Du über "The Lost Boys"?
Dave Bowman ist offline  
Alt 01.05.2002, 14:40   #204
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Noch ein paar Worte zu Hopkins und Sherlock Holmes.

Ich mag die vierte Verfilmung der "Meuterei auf der Bounty" mit Anthony Hopkins sehr. Mel Gibson als Fletcher Christian, Hopkins als Lieutenant William Bligh, Daniel Day-Lewis und Liam Neeson, damals noch kleine Lichter, in Nebenrollen und - Lord Laurence Olivier als Admiral Hood. Ich finde, dieser Film ist damals zu Unrecht gefloppt.

Und was Sherlock Holmes-Adaptionn betrifft, liebe ich den Film "Without A Clue" mit Michael Caine als Holmes und Ben Kingsley als Dr Watson. Eine hinreißende Persiflage und Hommage an Holmes und Watson zugleich.
Dave Bowman ist offline  
Alt 01.05.2002, 14:43   #205
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Tja, jetzt hast du mich kalt erwischt, Dave:
Ich habe 'Lost Boys' nicht gesehen, und das als Kind der 80er...
Ich glaube aber, daß er mir gefallen würde, frag nicht warum.

Ich habe nur einen Dracula-Film mit Christopher Lee gesehen und fand ihn total langweilig. Ich war ziemlich enttäuscht, weil er kein einziges Wort von sich gab, einfach nur dastand und statt Charme seine roten Äuglein spielen ließ.

Und natürlich meinte ich den alten Nosferatu!
Was unterstellst du mir da...
xtine ist offline  
Alt 01.05.2002, 14:47   #206
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'Die Meuterei auf der Bounty' kenne ich nur mit Marlon Brando.
War aber auch ein sehr guter Film.

Ich glaube, die Michael-Caine-Adaptation habe ich auch mal gesehen. War das die, in der Dr.Watson in Wahrheit die Kriminalfälle löste?
Ich kann mich aber kaum erinnern.
xtine ist offline  
Alt 01.05.2002, 14:55   #207
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Zitat:
Original geschrieben von Dave Bowman

Und wie denkst Du über "The Lost Boys"?

Nur Gutes .
Tim.Tyler ist offline  
Alt 01.05.2002, 14:56   #208
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Zitat:
Original geschrieben von xtine
'Die Meuterei auf der Bounty' kenne ich nur mit Marlon Brando.
War aber auch ein sehr guter Film.
Sehr guter Film sogar. Aber ich finde, an die klassische Verflimung von 1935 mit Charles Laughton und Clark Gable kommt sie nicht ganz heran.

Zitat:
Original geschrieben von xtine
'Ich glaube, die Michael-Caine-Adaptation habe ich auch mal gesehen. War das die, in der Dr.Watson in Wahrheit die Kriminalfälle löste?
Ich kann mich aber kaum erinnern.
Ganz genau. Weil er in der Öffentlichkeit nicht ankommt und von der Polizei nicht ernstgenommen wird, hat er als Strohmann einen versoffenen, erfolglosen Schauspieler namens Reginald Kincaid engagiert und ihm den Namen Sehrlock Holmes verpasst. Hinter den Kulissen können die beiden sich nicht ausstehen. Aber natürlich entwickelt sich ein Fall (selbstverständlich mit Professor Moriarty als Gegenspieler), in dem die beiden sich zusammenraufen müssen und sich schätzen lernen.
Dave Bowman ist offline  
Alt 01.05.2002, 15:05   #209
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Ich glaube, die 'Meuterei' mit Charles Laughton habe ich sogar auch einmal gesehen. Allerdings ist mir die spätere stärker in Erinnerung geblieben, da sie öfter im TV kam (bzw. ich sie öfter sah).

Charles Laughton - spielte der nicht auch den Anwalt in dem Gerichtsfilm mit Marlene Dietrich und Tyrone Power, warte mal, 'Der einzige Zeuge' oder so?

Ach, da kommen Erinnerungen hoch.
Tyrone Power als Zorro - *schmacht
xtine ist offline  
Alt 01.05.2002, 15:19   #210
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Genau. Der Anwalt. Das war Charles Laughton. Hast Du mal "The private life of Henry VIII" gesehen? Toller Film, von 1933 glaube ich und eine Oscar-Rolle für Laughton.

Aber als Pirat und Seeheld fand ich Tyrone Power nicht ganz so überzeugend wie Errol Flynn.
Dave Bowman ist offline  
 

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