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#1 |
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Junior Member
Registriert seit: 04/2004
Beiträge: 8
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Unendlich traurig...
Meine Mama ist vor 4 Wochen und 3 Tagen im Alter von 67 Jahren gestorben. Leider im künstl. Koma, so dass ich mich nicht einmal richtig verabschieden konnte. Gerne hätte ich ihr nochmal gesagt, wie sehr ich sie liebe.
Ich bin seitdem nicht mehr richtig zu gebrauchen. 2 Wochen war ich krank geschrieben, hatte Depressionen und brauchte Schlafmittel, um überhaupt ein Auge zu schließen. Ohne die Medikamente hatte ich immer meine Mama auf der Intensivstation vor Augen. Nun langsam bekomme ich wenigstens dieses Problem in den Griff. Ich habe den Eindruck, dass ich tagsüber nur "funktioniere", einfach nur leer bin. So wie ich wieder zu Hause bin, verkrieche ich mich, bekomme Weinkrämpfe und bin froh, dass ich mich meiner Traurigkeit hingeben kann. Zusätzlich belastet mich die Situation gegen über meinen Mitmenschen und Freunden. Leider bemerkt man erst, wenn es einem so richtig schlecht geht, was für Freunde man hat. Meine bis dato beste Freundin hat in den ganzen 6 Wochen gerade mal 2 SMS und eine email zustande gebracht, in der sie ernsthaft gefragt hat, ob es mir denn schon wieder besser gehe. Schließlich gehe das Leben ja weiter. Auch meinen Arbeitskollegen/-innen gegenüber ist es eine schwere Situation. Oftmals höre ich Sätze wie: "Sie müssen stark sein" oder "Sie fallen schon wieder auf die Füße". Können denn wirklich nur Mitmenschen, die vergleichbares erlebt haben, die Situation nachempfinden? Ich jedenfalls bin überfordert, weiß nicht, was für eine Reaktion von mir erwartet wird. Bevor meine Mama starb, befand ich mich in einem Zustand des Verliebtseins. Ich schwebte auf Wolke 7 und fühlte mich unheimlich stark. Dieses Gefühl ist verschwunden. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt noch lieben kann oder verliebt bin. Ich weiß einfach überhaupt nicht mehr, was ich fühlen soll. Ich weiß nur, dass mir meine Mutter unsagbar fehlt. Und ich kann nicht begreifen, dass ich sie in diesem Leben niemals wieder sehen soll. |
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#2 |
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Senior Member
Registriert seit: 04/2004
Beiträge: 515
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Hi Sourshock,
zunächst möchte ich Dir sagen, dass es mir wirklich leid tut. Einen geliebten Menschen zu verlieren, zerstört auch einen Teil von sich selber. Das, was Du brauchst benötigt Zeit und Abstand. Gib Dich ruhig Deiner Trauer hin und lass Deinen Gefühlen freien Lauf. Auch finde ich es wirklich Fehl am Platz Deiner Freundin, wenn sie meint, Dich mit völlig pauschalen und verkürzten Trost-SMS/E-Mail wieder aufbauen zu können. Nur musst Du Dich irgendwann - ich sag nicht sofort! - damit abfinden, Deiner Mutter in diesem Leben nicht mehr zu begegnen. Die Konsequenz des Lebens ist nun mal der Tod, und das einzige, an dem die Menschheit nichts zu rütteln hat. Was ich so rausgelesen habe, sickert durch, dass Du ein sehr inniges Verhältnis zu Deiner Mutter hattest und deshalb nicht so leicht über ihren Verlust hingwegkommst. Sei nicht traurig darüber, dass es vorbei ist, sondern glücklich, dass Du Deine Zeit mit einem derart wertvollen Menschen teilen konntest. Behalte die Erinnerungen auf wie einen wertvollen Schatz. Alles Gute C. |
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#3 |
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unbestechlich
Registriert seit: 09/2004
Beiträge: 4.644
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Hallo Sourshock,
ich möchte Dir auch mein aufrichtiges Beileid mitteilen. Ich kann sehr gut nach empfinden, wie Du dich jetzt vielleicht fühlst. Ich finde es sehr gut, dass Du deine Trauer zulässt und hoffe für Dich, dass Du bald mit dem Verlust umzugehen lernst. Was deine Freundin betrifft: ich weiß nicht, ob man das erst selbst erlebt haben muss. Ich habe meine Mutter auch unerwartet und plötzlich im Teenageralter verloren und bin wochen-/monatelang nicht mehr ansprechbar, zu irgend etwas außerschulischen motiviert gewesen. Meine Freunde haben meinen Zustand akzeptiert, mir kein Verhalten vorgeschrieben und mich langsam, geduldig und behutsam wieder ins "Leben" zurück geholt. Ich bin ihnen dafür sehr dankbar. Muss Dir ganz ehrlich sagen, dass mir solche anderen Bekundungen, wie: "das Leben geht ja weiter "etc. überhaupt nicht gefallen haben. Also, ich wünsch Dir alles erdenklich Gute. |
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#4 |
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Senior Member
Registriert seit: 09/2004
Beiträge: 660
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hey sourshock...
kann dich gut verstehen. auch mir tut es furchtbar leid, was dir passiert ist. deine mutter scheint für dich ja ein ganz besonderer mensch gewesen zu sein. dass leute eine so innige bindung an ihre eltern haben, ist doch eher selten und sehr schön. um so schlimmer, was dir jetzt passiert ist. wie schon in den anderen beiträgen gesagt: traure! das ist wichtig ... heul, aber versuch die hände von zuviel tabletten zu lassen. penn lieber mal ne nacht nicht. zur not lass dich krankschreiben. das ist ein ernster anlass, rede mit deinem hausarzt. und dann habe ich in einer ähnlichen situation mal was getan, was mir echt geholfen hat: lach nicht, ich meine das ernst. rede mit deiner mutter. ob es ein jenseits oder eine seele gibt, weiss keiner. ich will dich auch von nichts überzeugen, denn ich weiss es selbst nicht. ich habe damals einfachgeglaubt, dass die person, die ich meine, mich hört. dass zumindest ein teil von dem, was ich sage, ankommt. alles was wir tun, sagen oder auch nur denken, verändert die welt und hat eine wirkung. wer weiss - wenn du es ein bisschen glaubst, hilft es schon mal. dann kannst du deiner mutter persönlich sagen, was du versäumt hast ihr zu sagen und wie sehr du sie vermisst. aber deine mutter will sicher auch, dass es dir gut geht. mach dir keine vorwürfe. tu was für dich selbst. liebe grüße schwereflügel |
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#5 |
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Junior Member
Registriert seit: 09/2004
Beiträge: 46
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auch mein aufrichtiges beileid gebe ich dir! hey das tut mir richtig leid , wenn ich das lese schiessen mir die tränen in den augen.. ist echt schlimm wenn man einen geliebten menschen verlohren hat. es ist oberflächlich zu sagen das man wieder auf die beine kommt.. natürlich ist das so.. aber der weg dahin ist sehr weit! und voller trauer! wenn meine mam sterben würde würde ich glaueb ich mit sterben so doll habe ich sie lieb! ich wünsche dir ganz viel kraft... lg lucy
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#6 |
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Junior Member
Registriert seit: 04/2004
Beiträge: 8
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Lieben Dank...
für Eure tröstenden Worte. Es tut richtig gut, etwas aufbauendes zu lesen.
Ja, ich hatte eine sehr enge Beziehung zu meiner Mutter. Wir waren immer füreinander da. Wahrscheinlich fehlt sie mir deshalb auch so unwahrscheinlich. 1000 mal am Tag habe ich das Bedürfnis zum Telefonhörer zu greifen und sie anzurufen. Und jedesmal muss ich mich erst wieder erinnern, dass sie nicht mehr da ist. Das mit dem Reden hilft bestimmt. Allerdings habe ich bisher immer nur auf dem Friedhof mit meiner Mama gesprochen und ihr erzählt, was in der Zeit passiert ist. Hinterher bin ich immer völlig erschöpft, meist vom vielen weinen. Ich bin wirklich sehr froh, dass es noch Menschen (wie Euch) gibt, die wissen, wie sie mit anderen Menschen umzugehen haben. Liebe Grüße |
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#7 |
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Registriert seit: 08/2004
Beiträge: 19.127
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hallo sourshock,
bin auf deinen thread erst durch deinen post im thread von steirermaus gekommen... auch ich möchte dir mein mitgefühl aussprechen... ich weiß nicht, ob du meine beiträge im thread von steirermaus gelesen hast...sie sind auch für dich... es ist das kleine wörtchen "NIE MEHR", das so weh tut... auch, wenn es gleichzeitig so alltäglich ist..."es wird nie mehr der 30. sept 2004 sein"... es ist aber trotzdem so unbegreiflich...wie eigentlich auch das ganze leben... "nie mehr" heißt aber andersherum auch "immer"... deine mum wird immer für dich da sein...in deinem herzen, deiner seele... ich bin ja filmkritiker...hab heute einen film gesehen nach einem roman "dina - meine geschichte" (startet am 4. 11.)...da hat die hauptperson dina als 8-jährige den tod ihrer mutter verursacht...und wurde (der film spielt in norwegen im jahr 1860) vom vater erstmal ausgestoßen...aber sie hat sich der natur zugewandt...und ist später eine ganz besondere...starke frau geworden... ich denk mir oft, dass bei dem ganzen leid auf der welt, an das wir denken...(afrika, irak, palästina...etc...) das persönliche leid vergessen wird...und dass wir wenig ahnung haben in unsere gesellschaft, was es heißt, mitgefühl zu empfinden...und das auch zuzeigen... ich wünsch mir, dass du und steirermaus freundinnen werdet...und eure mums sich im himmel darüber freuen können... |
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#8 |
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Registriert seit: 08/1999
Beiträge: 3.700
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Hallo sourshock,
so vieles von dem, was du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Eigentlich fast alles, sei es die "Freunde", sei es die Depression, sei es die Schlafstörung, sei es das Verlangen, immer wieder anrufen zu wollen, am Grab zu erzählen... Bei mir ist es allerdings über 5 Jahre her und mein Dad wurde 51 J. Und es kommt mir vor, als sei die Zeit stehengeblieben. Nicht nur wegen Dad, auch wegen all den anderen leidvollen Konsequenzen. Ich wünsche dir, dass du deine Trauer von Anfang an, so wie du es brauchst, durchleben kannst, auf dich (DEINE Gefühle und Ängste) acht gibst und irgendwann lernst, damit umzugehen. Wie man es lernt, weiss ich nicht. Die Gefahr einer schweren/ chronischen Depression ist groß. Es gibt kein Patentrezept. Die Wunde wird immer bleiben, aber die Schmerzen, die Unbegreiflichkeit, die Leere und die Sehnsucht werden (können) milder werden. Andere können es vielleicht schon nach ein paar Wochen... Das konnte ich nie nachvollziehen. Aber wenn sie damit glücklich(er) sind... Alles Gute, sourshock, und schäme dich nicht deiner Trauer und Tränen! |
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