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Alt 31.10.2012, 23:13   #11
ELTE
Special Member
 
Registriert seit: 06/2011
Beiträge: 2.037
Zitat:
Zitat von Süchtiger Beitrag anzeigen
...Bei professionellen ist es einfach. Man bezahlt eine Summe X und man bekommt gerade die Aufmerksamkeit, erotischer Natur, die man braucht. Übrigens auch in Stripclubs, nur ist es da leider meist sehr teur, gerade weil kein Sex im Raume steht.
Dies erscheint mir unlogisch. Warum sollte es aus diesem Grund im Stripclub teurer sein?
ELTE ist offline  
Alt 31.10.2012, 23:13 #00
Verbraucherinformant

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Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo ELTE, ich kann mir vorstellen dass es dir heute nicht so gut geht. Was da hilft ist Schokolade. Schokolade hilft immer und es geht einem damit sicher nicht besser, aber für einen kurzen Moment kann man alle Sorgen vergessen. Ich habe heute beim Milka Schokoladenpaket Gewinnspiel mit gemacht. Vielleicht ist das auch was für dich?
Alt 31.10.2012, 23:21   #12
ceres
Platin Member
 
Registriert seit: 12/2010
Ort: zu Hause
Beiträge: 1.690
Zitat:
Zitat von Süchtiger Beitrag anzeigen
Für einen süchtigen Menschen und als solchen sehe ich mich irgendwo, auch wenn weder die eine noch die andere Sucht so dermassen überwiegt, ist es auch eine Krisen und oder Stressbewältigungsstrategie. Da trifft deine Analyse. Aber so wie der Raucher oder ich eine Zigarette sowohl bei Stress als auch als Belohnung einsetzt wäre das zu kurz. Für mich sind die Motivationen des paysex neben dem Gefühl der Einsamkeit, der Verletzung aber auch oft die Suche nach einem rauschhaften Erlebnis.
Jetzt hast Du mich überrascht! Ich hätte nicht gedacht, daß Dir der Zusammenhang schon bewußt war. Das Problem mit der Sucht ist, das jedes Suchtmittel einen "verläßlichen Partner" darstellt. Natürlich ist es nie nur ein Grund, warum man in Streß- und Krisensituationen zu seinem "Partner flüchtet".

Aber gerade erst wird mir nun der Zusammenhang zu Deinem Nick klar.

Zitat:
Zitat von Süchtiger Beitrag anzeigen
Nein, ich bin nicht wirklich glücklich. Kämpfe schon seit 20 Jahren damit. Ich denke auch nicht dass ich noch in diesem Leben ein wirklich dauerhaft glückliches zufriedenes Leben führen werde.
Ich bin froh wenn ich es schaffe ein krisenfreies halbwegs stabiles Leben führen zu können. das kann ich aber so meiner Erfahrung nach nur dann wenn ich es schaffe, meinen Ballast hin und wieder loszuwerden. Auf die eine oder andere Art.
Womit kämpfst Du schon so lange? Mit dem Drang, Dir immer wieder Lustbefriedigung zu kaufen? Frauen für Geld "dafür" nur zu gebrauchen - sie als Objekt zu degradieren? Du zahlst und bekommst dafür ein Stück Macht über eine Frau, weil Du letztendlich mit Deinem Geld bestimmst, was sie für Dich zu tun hat. Das Unschöne dabei ist, das es ein sehr sensibler und intimer Akt zwischen Mann und Frau ist und so zu einer reinen animalischen Triebbefriedigung verkommt.

Ich habe viel darüber nachgedacht, was ein weiteres Motiv sein könnte, das Männer dazu bewegt. Abgesehen von dem Lustempfinden bei einem Orgasmus ist es vielleicht auch ein aggessiver Akt gegen Frauen. Du benutzt sie, aber was sie dabei empfinden, ist völlig irrelevant. Egal wie freiwillig sich eine Frau "verkauft" - es ist immer eine Form der Demütigung und Erniedrigung.

Wenn man eine Erwartung hat und diese nicht erfüllt wird, empfindet man schnell ein Gefühl der Hilflosigkeit und Kränkung, das Schmerz, Angst und Wut auslöst. Diese Gefühle werden weitgehend abgewehrt und statt dessen werden destruktive Wut, Verachtung, Ohnmacht, Enttäuschung und Trotz "erlebt". Die Kränkungsreaktionen sind Rache, Gewalt gegen sich und andere und Beziehungsabbruch.

Ich denke, dies ist mit ein Grund, warum Du zu Prostituierten gehst: Du bist von Frauen zu oft enttäuscht worden und Deine "Rache" ist es nun, Dir bei "Bedarf" eine zu kaufen und sie so beim Akt zu entwerten; das hat auch etwas mit Macht zu tun.


Zitat:
Zitat von Süchtiger Beitrag anzeigen
Ich habe oft überlegt mit ihr darüber noch zu reden, ja auch mich zu entschuldigen, ich wüßte aber ehrlich gesagt nicht, was ich _wirklich_ sagen soll. Ein "es tut mir leid verzeihst du mir" würde ich über die Lippen bringen, aber siehst du an den Ausführungen dass es mir so leid tut im Sinne "ich bin an allem Schuld und ich wollte dich damit nur verletzen"? Selbst wenn wir die Schuldfrage ausser Acht lassen würden, muss ich mir doch eigentlich erst Mal klar werden darüber, was _genau_ mir leid tut. Denn als es geheim war, tat es mir oft genug nicht leid. Soll es mir also leid tun dass ich es gesagt habe? Würde das irgendwas für die Betrogene im nachhinein ändern?
Ich meinte nicht, daß Du Dich dafür entschuldigen sollst, das Du sie mit Prostituierten "betrogen" hast, sondern wie Du es ihr gesagt hast. Wenn Du da keinerlei schlechtes Gewissen hast, dann fehlt Dir entweder jedes bißchen von Empathie oder aber Du fühlst Dich von ihr, von Eurer Beziehung, von Deiner Erwartung, wie diese Beziehung hätte sein sollen, so enttäuscht, daß Du ihr ganz bewußt aus einem Rachebefürfnis weh tun wolltest. Und dieses Bedürfnis ist so groß, daß Du keinerlei "Mitleid" dafür aufbringen willst.

Zitat:
Es tut mir leid, dass sie so leiden muss(te).
Das klingt so als wäre es eine reine passive Angelegenheit und Du hättest nichts damit zu tun. Wie fühlt sich der Satz: "es tut mir leid, Dich so verletzt zu haben", für Dich an? Das hat nichts mit Schuldzuweisung zu tun. Aber Fakt ist, Du hast Dich nicht anständig ihr gegenüber verhalten und zumindest für die Form, wie Du ihr das gesagt hast, war nicht in Ordnung. Dafür solltest Du Dich entschuldigen.

Zitat:
Zitat von Süchtiger Beitrag anzeigen
Aber leider schwingen in mir fast ebenso viele Vorwürfe wie Selbstvorwürfe.....
Da sagst Du genau das, was ich zuvor geschrieben habe. Du hast Vorwürfe gegen sie. Welche? Das sie Dir nicht den Kick verschaffen konnte, den Dir die Prostituierten verschafft haben?

Zitat:
Zitat von Süchtiger Beitrag anzeigen
Im Moment übergehen wir das meistens, sind aber auch nur dann im Gespräch wenn wir mit den Kindern unterwegs sind. Ich vermute fast, dass sie gar kein Interesse hat darüber zu sprechen (ein Telefonat am Abend hat sie aus Gründen abgelehnt!) und alles was ich sage, sowieso nur in die Richtung verstanden wird, dass ich sie wieder zurück will.
Wir gehen zur Zeit freundschaftlich miteinander um, obs von ihrer Seite nur wegen des Kindes ist, keine Ahnung, spielt aber keine Rolle. Ich denke das ist das wichtigste. Den inneren Frieden kann ich ihr nicht geben und vor allem nicht erzwingen.
Kann es sein, daß Ihr auch sonst nicht gerade gut miteinander kommuniziert habt?

Du kannst ihr nicht den inneren Frieden geben - den muß sie sich nehmen. Aber Du kannst ihr dabei helfen und mal das Gefühl geben, daß Du sie mit den Verletzungen die Du ihr zugefügt hast, wahrnimmst. Wäre doch zumindest mal ein Anfang Dich auch mal in ihre Situation zu versetzen und das nicht nur mit dem Unterton Deines eigenen Selbstmitleids.

Geändert von ceres (31.10.2012 um 23:27 Uhr)
ceres ist offline  
Alt 01.11.2012, 00:36   #13
Süchtiger
Member
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Registriert seit: 10/2012
Beiträge: 89
Zitat:
Zitat von ceres Beitrag anzeigen
Womit kämpfst Du schon so lange? Mit dem Drang, Dir immer wieder Lustbefriedigung zu kaufen? Frauen für Geld "dafür" nur zu gebrauchen - sie als Objekt zu degradieren? Du zahlst und bekommst dafür ein Stück Macht über eine Frau, weil Du letztendlich mit Deinem Geld bestimmst, was sie für Dich zu tun hat. Das Unschöne dabei ist, das es ein sehr sensibler und intimer Akt zwischen Mann und Frau ist und so zu einer reinen animalischen Triebbefriedigung verkommt.

Ich habe viel darüber nachgedacht, was ein weiteres Motiv sein könnte, das Männer dazu bewegt. Abgesehen von dem Lustempfinden bei einem Orgasmus ist es vielleicht auch ein aggessiver Akt gegen Frauen. Du benutzt sie, aber was sie dabei empfinden, ist völlig irrelevant. Egal wie freiwillig sich eine Frau "verkauft" - es ist immer eine Form der Demütigung und Erniedrigung.
Ich kämpfe mit meinen psychischen Problemen, die Suchtproblematik, dazu zähle ich auch den paysex, ist eine Form der Selbstmedikation. Ist aber nicht das Thema.

Ich habe kaum Macht über die Frau, wenn die Frau meint bei dem "Akt" ans Telefon gehen zu müssen, schlage ich sie weder noch beschimpfe ich sie.
Ich empfinde es auch nicht als Missbrauch, als aggressiven Akt. Mag sein dass es solche Freier gibt, ich zähle mich nicht dazu. Ich kommandiere sie auch nicht herum, noch bin grossartig anders als sonst.
Es sind für mich nur Menschen, die für Geld mir das geben was ich gerade möchte. Und ja, was sie dabei empfinden ist mir egal, ich bin auch keiner der meint, dass sie jetzt unbedingt auch einen Orgasmus bekommen muss und respektiere, wenn sie mir zu verstehen gibt, nein das will ich jetzt aber nicht, ohne jetzt zu sehr ins sexuelle zu gehen.
Ich denke schon, dass ich es merken würde, wenn sich jemand absolut davor ekeln würde.

Ich könnte umgekehrt auch sagen, dass ich dort genauso oft als Objekt (mit Geld) degradiert worden bin. Dafür gehe ich aber nicht hin um es umgekehrt genauso zu handhaben. Es geht mir nicht primär um den Samenerguss, den Orgasmus, den kann ich auch zuhause haben. Siehe Striplokale. Die deswegen teuerer sind, weil die Frau nicht nur einen Körper braucht, sondern eben Illusionen sehr gut verkaufen muss. Das ist glaube ich wesentlich schwerer.
Sensibilität und Intimität sind aber für mich nicht absolute Begriffe, und vor allem nicht gleichgesetzt mit Liebe.

Zitat:
Zitat von ceres Beitrag anzeigen
Ich denke, dies ist mit ein Grund, warum Du zu Prostituierten gehst: Du bist von Frauen zu oft enttäuscht worden und Deine "Rache" ist es nun, Dir bei "Bedarf" eine zu kaufen und sie so beim Akt zu entwerten; das hat auch etwas mit Macht zu tun.
Warum entwerte ich sie? Entwerte ich beispielsweise eine Putzfrau wenn ich ihre Dienste in Anspruch nehme? Klar ist es eine Form von Macht, wenn man mit Geld jemanden etwas tun lassen kann, aber tun wir das nicht alle überall?
Und nein, weder räche ich mich durch den Akt an jemanden speziellem noch an Frauen allgemein. Warum auch. Ich mag Frauen.


Zitat:
Zitat von ceres Beitrag anzeigen
Ich meinte nicht, daß Du Dich dafür entschuldigen sollst, das Du sie mit Prostituierten "betrogen" hast, sondern wie Du es ihr gesagt hast. Wenn Du da keinerlei schlechtes Gewissen hast, dann fehlt Dir entweder jedes bißchen von Empathie oder aber Du fühlst Dich von ihr, von Eurer Beziehung, von Deiner Erwartung, wie diese Beziehung hätte sein sollen, so enttäuscht, daß Du ihr ganz bewußt aus einem Rachebefürfnis weh tun wolltest. Und dieses Bedürfnis ist so groß, daß Du keinerlei "Mitleid" dafür aufbringen willst.

Das klingt so als wäre es eine reine passive Angelegenheit und Du hättest nichts damit zu tun. Wie fühlt sich der Satz: "es tut mir leid, Dich so verletzt zu haben", für Dich an? Das hat nichts mit Schuldzuweisung zu tun. Aber Fakt ist, Du hast Dich nicht anständig ihr gegenüber verhalten und zumindest für die Form, wie Du ihr das gesagt hast, war nicht in Ordnung. Dafür solltest Du Dich entschuldigen.

Da sagst Du genau das, was ich zuvor geschrieben habe. Du hast Vorwürfe gegen sie. Welche? Das sie Dir nicht den Kick verschaffen konnte, den Dir die Prostituierten verschafft haben?

Kann es sein, daß Ihr auch sonst nicht gerade gut miteinander kommuniziert habt?

Du kannst ihr nicht den inneren Frieden geben - den muß sie sich nehmen. Aber Du kannst ihr dabei helfen und mal das Gefühl geben, daß Du sie mit den Verletzungen die Du ihr zugefügt hast, wahrnimmst. Wäre doch zumindest mal ein Anfang Dich auch mal in ihre Situation zu versetzen und das nicht nur mit dem Unterton Deines eigenen Selbstmitleids.
Vorwürfe auch nicht sexueller Art habe ich jede Menge, ist aber auch nicht unbedingt das Thema hier. Gibt mir nichts jetzt darüber zu schreiben und gibt dir nichts, es zu wissen. Machts halt nicht besser zu verstehen. Kriege ich doch eh nur zu hören/lesen, ich betrüge sie und ziehe dann über sie noch im Internet her.....

Dein Satz klingt gut, nur würde der für sich alleine auch den Akt meinen. Vielleicht denke ich da zu kompliziert.

Nur : Wie es in (Ex)Beziehungen nun mal so ist, zumindestens bei unserer, würden Vorwürfe von ihrer Seite kommen, Erklärungsversuche gepaart mit Vorwürfen meinerseits, weitere Vorwürfe .... Kommunikation ins Bodenlose. Unsere Streitkultur lässt zu wünschen übrig, unsere Kommunikation ebenso.

Das ganze ist schon eine Weile (5 mon) her, sie scheint halbwegs damit klarzukommen, wir kommen auf einer Ebene klar. Ich glaube nicht dass jetzt noch wirklich was von meiner Seite kommen muss. Das meiste ist gesagt und ich denke, sie versteht's auch wenn sie mir nicht verzeiht. Und ich akzeptiere das.
Süchtiger ist offline  
Alt 01.11.2012, 07:35   #14
ceres
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"Ist nicht das Thema" heißt für mich eigentlich, "ich möchte nicht darüber reden". Aber was ist denn hier das Thema? Nur paysex, wie Du es ausdrückst? Das ist für mich alleine vom Wort her schon wie ein Euphemismus - erinnert an prepaid bei Simkarten.

Gestern abend habe ich mich noch gefragt, warum Du hier Deine ... nennen wir sie ... "Kurzgeschichte" gepostet hast. Grundsätzlich, weil Dich etwas bewegt, bedrückt, beschäftigt und Du einen Dialog mit irgendjemandem suchst. Doch was genau erwartest Du von diesem Dialog?

Jedenfalls hast offensichtlich große Probleme. Aber Probleme sind immer ein Zusammenspiel vieler kleinerer Problematiken. Um es mit einem Bild zu belegen: eine Schlacht besteht immer aus 1.000 kleinen Kämpfen und erst dadurch wird sie das, was sie ist und nur dadurch kann sie gewonnen oder verloren werden.

Aber ich respektiere es selbstverständlich, wenn Du über etwas nicht reden willst.

Was das Thema "Macht" anbelangt, bedeutet Macht sehr viel mehr als das was Du jetzt darunter verstehst. Ich zitiere mal Wiki - das beschreibt eigentlich sehr gut und kurz, was "Macht" eigentlich umfaßt:

Als sozialwissenschaftlicher Begriff bezeichnet Macht einerseits die Fähigkeit, auf das Verhalten und Denken von Personen und sozialen Gruppen einzuwirken, andererseits die Fähigkeit, Ziele zu erreichen, ohne sich äußeren Ansprüchen unterwerfen zu müssen. Die beiden Sichtweisen werden auch als „Macht über“ und „Macht zu“ bezeichnet. [...] Macht spielt praktisch in allen Formen des menschlichen Zusammenlebens eine Rolle und bedingt auf unterschiedliche Weise das Entstehen von Sozialstrukturen mit ausdifferenzierten persönlichen, sozialen oder strukturellen Einflusspotenzialen. [...] Macht definiert den Umfang der physischen und psychischen Handlungsmöglichkeiten einer Person oder Personengruppe. Die Nutzung dieser Handlungsmacht, die sich auf andere Individuen auswirken kann, aber nicht muss, ist in positivem wie auch negativem Sinne, bezogen auf deren Auswirkungen, möglich. Bei negativen Auswirkungen und unter Voraussetzung einer bewusst möglichen Entscheidung für diese wird von Machtmissbrauch gesprochen.

Damit wären wir dann bei der Frage angelangt, was der Unterschied zu der Dienstleistung einer Putzfrau, einem Masseur und einer Prostituierten ist. Und grundsätzlich ist das auch eine soziokulturelle Frage, die von unterschiedlichen Kulturen auch anders gesehen werden können und dürfen. Doch in unserer sog. westlichen Kultur empfindet jeder sofort, das es ein gewaltiger Unterschied ist, ob man sich die Leistung einer Putzfrau oder Prostituierten kauft. Für mich ist sehr schwer diesen Unterschied zu benennen, obwohl ich ihn sehr deutlich "fühle".

Die Putzfrau reinigt einen Raum/Gegenstand, damit es sauber im Sinne von Hygiene ist. Der Masseur berührt einen anderen Menschen durchaus sehr intim, aber die Zielsetzung ist es, eine medizinische Anwendung zur Gesundung zu geben. Also alles "neutrale" Leistungen - d. h. der Dienstleistende muß für seine Tätigkeit nicht seine eigene Intimsphäre verletzen oder aufgeben. Die Dienstleistung einer Prostituierten bezieht sich aber auf die Sexualität und beinhaltet damit immer eine Aufgabe der eigenen Intimsphäre und unterscheidet sich natürlich und vor allem genau dadurch von anderen Dienstleistungen.

Die Sexualität dient der Fortpflanzung und damit dem Arterhalt. Dazu hat sich Mutter Natur etwas "feines" ausgedacht und überschüttet den menschlichen Körper bei der Partnerwahl und beim Paarungsakt mit einem Cocktail von Hormonen, die zum Einen der Bindung der beiden Partner dient (wie z. B. Oxitocin) und zum Anderen ein Glücksgefühl erzeugt (körpereigene Endorphine), die letztendlich als Handlungsmotor für die Fortpflanzung dient. D. h., es wird eine ganz andere Emotionalität erzeugt.

Und weil aus biologischer Sicht eben die Fortpflanzung einen anderen Stellenwert als beispielsweise die Länge der Haare hat, wird eben auch Wertigkeit anderes empfunden. Wir "wählen" uns einen "Fortpflanzungspartner" und "behalten" ihn darüber hinaus, um die bestmögliche Überlebensmöglichkeit für entstehende Nachkommen zu schaffen. Der paysex, wie Du ihn nennst, ist einen pansexuelle Handlung und löst die sexuelle Identität der handelnden Personen auf.

Ich setze jetzt mal 2 Sätze von Dir ganz bewußt aus dem direkten Kontext herausgerissen zusammen:

"und ja, was sie dabei empfinden ist mir egal, ... ich bin nicht grossartig anders als sonst."

Ich denke, das ist möglicherweise ein "Schlüsselsatz" für Dein "Problem".

Um noch einen kurzen Satz zu Dir als "Objekt" für die Prostituierten zu sagen: natürlich bist Du das! Warum sollten sie sonst etwas mit Dir teilen, was in allen Kulturen einen so hohen ideellen Wert darstellt? Das Geld zu bekommen ist der primäre Anreiz, sich mit Dir auf eine intime Weise einzulassen. Und sicherlich gibt es auch genug Frauen, die dies tun, um Männer für sich abzuwerten. Letztendlich treffen da zwei Menschen aufeinander, die i. w. S. "psychische" Probleme haben. Keine Frau würde bei einer normalen seelischen Entwicklung ihr angeborenes Schamgefühl und Bedürfnis nach einer monogamen Bindung derart ausschalten können.
(Bitte: damit meine ich jetzt nicht, das jede Prostituierte geisteskrank ist und einer Therapie bedarf!!! Nicht jeder, der sich wider der gängigen Normen verhält ist krank in Sinne einer Pathopsyche, aber es gibt immer einen Grund für ein abweichendes Verhalten.)

Du schreibst:

"Sensibilität und Intimität sind aber für mich nicht absolute Begriffe, und vor allem nicht gleichgesetzt mit Liebe."

Für die meisten Menschen sind es aber absolute Begriffe und sie sind mit "Liebe" gleichgesetzt. Hast Du Dich schon mal gefragt, warum das bei Dir anders ist?

Zitat:
Zitat von Süchtiger Beitrag anzeigen
Vorwürfe auch nicht sexueller Art habe ich jede Menge, ist aber auch nicht unbedingt das Thema hier. Gibt mir nichts jetzt darüber zu schreiben und gibt dir nichts, es zu wissen. Machts halt nicht besser zu verstehen. Kriege ich doch eh nur zu hören/lesen, ich betrüge sie und ziehe dann über sie noch im Internet her.....
Nun, das sind dann vermutlich die ganz normalen Probleme des Alltags in einer Beziehung und Familie. Es sind rel. unwichtige Details. Und ja, die Wahrscheinlichkeit, das Du Anfeindungen auch hier erfahren wirst/würdest, liegt ziemlich nahe bei 100 %. Das liegt zum einen daran, das alle Menschen ihre Erfahrungen im Zwischenmenschlichen haben und sich da zum Teil auch bei solchen Dingen spiegeln - und Kränkungen, die sie selbst erfahren haben, wieder selbst empfinden. Das hat dann weniger mit Dir als Person zu tun, sondern mit ihren eigenen verletzten Gefühlen und Erwartungen. Und das Du Dich einer unschönen Auseinandersetzung nicht unbedingt stellen willst, kann ich mehr als gut verstehen und nachvollziehen.

Aber spannender, um es so auszudrücken, ist doch viel mehr Dein Satz: "gibt mir nichts darüber zu schreiben" und die Erwartung, Du würdest dadurch nur wieder erneut angreifbar.

Es wirkt so, als würde Dein Handeln ausschließlich auf eine erfolgende "Belohnung" ausgerichtet sein. Natürlich ist das die Grundmotivation überhaupt etwas zu tun - wenn ich atme, erhalte ich mein Leben, wenn ich jemandem helfe, fühle ich mich gut ... Aber das meine ich nicht damit. Denn es ist ein Unterschied, ob ich bei allem was ich tue oder nicht tue eine unmittelbare Belohnung erwarte oder nicht. Und genau das spielt beim Süchtigen eine essentielle Rolle.

So, um das jetzt ein wenig abzukürzen: selbst nach Jahren oder gar Jahrzehnten ist es immer besser, sich für etwas zu entschuldigen. Das hat auch etwas mit Wertschätzung dem anderen gegenüber zu tun. Eine Kränkung ist immer ein Akt der Entwertung - wenn ich jemanden beleidige oder sonst wie verletze, dann wird dessen "Wert" herab gesetzt. Das kann absichtlich geschehen oder auch unabsichtlich und wie weit der andere die Kränkung auch als solche empfindet, hängt zu einem Großteil auch von dessen Selbstwertgefühl ab. Das Selbstwertgefühl erfährt durch soziale Interaktion eine Bestätigung oder einen Widerspruch. Du hast dazu beigetragen, ihr Selbstwertgefühl zu "verletzen" und dafür trägst Du eine Verantwortung, der Du nicht gerecht wirst.

Wenn Ihr nicht miteinander reden könnt, dann solltest Du ihr vielleicht mal einen Brief schreiben. Ohne An-Klagen, ohne Schuldzuweisund und ohne darin einzufordern, daß auch Du Verletzungen in Eurer Beziehung erfahren hast. Das, so meine ich, wäre vielleicht eine Basis. Schließlich habt Ihr Kinder und zu deren Wohl solltet Ihr es schaffen, mit (wieder) mit Respekt und freundlicher Höflichkeit umzugehen.

So, das war mal ein langer - kurzer Text. Hoffe, Du kannst damit was anfangen.

LG C.

Geändert von ceres (01.11.2012 um 08:36 Uhr)
ceres ist offline  
Alt 01.11.2012, 09:54   #15
CtrlAltDel
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Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Weil du nicht den Mut hattest, eine nicht befriedigende Beziehung sauber zu beenden, hast du den Weg gewaehlt zu verletzen.
Hierin ist - je nach Lesart - u.U. eine umstrittene Voraussetzung fuer Lebensentscheidungen enthalten: dass nicht befriedigende Beziehungen grundsaetzlich beendet gehoeren. Vielleicht wollte man aber auch nur sagen, dass eine Beziehung, WENN man sich denn entschlossen hat, sie zu beenden, "sauber beendet" gehoert - was auch immer das heissen mag.

Die ablehnende Antwort des TE
Zitat:
Zitat von Süchtiger Beitrag anzeigen
Nein, ich habe die Beziehung vorher beendet.
legt ja nahe (ganz schluessig werde ich aus der Formulierung jedoch nicht), dass er immer nur waehrend des mehrfachen "Schluss machens" bzw. waehrend einer Beziehungspause pay sex realisierte.

In dem Fall ist dann allerdings zu fragen, inwiefern man ueberhaupt davon sprechen muss, dass er seine Frau *betrogen* hat. Hat er das Treueversprechen denn nicht schon durch die jeweiligen zeitweiligen Trennungen ausser Kraft gesetzt? Vielleicht ist da die beste Antwort: wohl dann, wenn er selbst dabei das Gefuehl hat, sie zu betruegen. Und dafuer spricht die Heimlichkeit. Aber haette er damals schon dazu stehen koennen, zu sich stehen koennen? Welche Auswirkungen haette das damals auf sie gehabt?

TE ich habe da eine Frage: kann es sein, dass Du Dir im pay sex Bereich vor allem Mut holen wolltest, bevor Du Dich wieder trautest einen Versuch fuer eine "anstaendige" Beziehung mit Deiner Frau zu machen?

Eine andere Frage: waren Du und Deine Frau ueber die Rolle von Sex in Eurer Beziehungsgruendung jemals einig? Habt ihr darueber gesprochen, wie die Begriffe "Sex", "Glueck" und "Beziehung" fuer Euch zusammenpassen?

Zitat:
Das finde ich viel schlimmer als pay sex und darueber wuerde ich an deiner Stelle mir Gedanken machen.
Ich finde auch, dass hier nicht pay sex das groesste Problem ist.

Zitat:
Zitat von Süchtiger Beitrag anzeigen
Nein, ich bin nicht wirklich glücklich. Kämpfe schon seit 20 Jahren damit. Ich denke auch nicht dass ich noch in diesem Leben ein wirklich dauerhaft glückliches zufriedenes Leben führen werde.
Zuweilen ist der (wahrscheinlich falsche) Selbstanspruch, man muesse ein dauerhaft glueckliches, zufriedenes Leben fuehren koennen das groessere Problem. Ohne diesen lebt es sich vielleicht einfacher, vielleicht gluecklicher, vielleicht anstaendiger, vielleicht zufriedener.

Geändert von CtrlAltDel (01.11.2012 um 10:07 Uhr)
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Alt 01.11.2012, 10:36   #16
ceres
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Zitat:
Zitat von CtrlAltDel Beitrag anzeigen
... dass nicht befriedigende Beziehungen grundsaetzlich beendet gehoeren. ...
Die Frage ist, ab wann man eine Beziehung als "nicht befriedigend" empfindet. Und das ist eine Grundsätzlich Lebenseinstellung, die sich aus einem stabilen und unabhängigen Selbstwertgefühl, eine postiv ausgerichteten Haltung und den eigenen (realistischen) Erwartungen ergibt. Der eine kann eine Situation schon als unerträglich empfinden, während der andere diese als Glück erlebt. In sofern sollte man seine eigenen Ansprüche und Erwartung erst einmal kritisch hinterfragen und auch, in wie weit man den Partner für seine Zufriedenheit verantwortlich macht und wie weit man da seiner eigenen Verantwortung gerecht wird.
ceres ist offline  
Alt 01.11.2012, 10:50   #17
CtrlAltDel
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Ich wollte zunaechst erstmal nur drauf hinweisen, dass es hierzu verschiedene Einstellungen geben kann.

Denn oft erlebe ich, dass grundlegende Aussagen ueberhaupt nur implizit gemacht werden. Problematisch finde ich das dann, wenn beim Gegenueber (hier der TE) ein Lenkungseffekt eintritt, mit dem er evtl gar nicht einverstanden gewesen waere, wenn er mal einen Anstoss gehabt haette, ueber die Voraussetzung nachzudenken.
CtrlAltDel ist offline  
Alt 01.11.2012, 11:06   #18
Luthor
 
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Zitat:
Zitat von CtrlAltDel Beitrag anzeigen
Hierin ist - je nach Lesart - u.U. eine umstrittene Voraussetzung fuer Lebensentscheidungen enthalten: dass nicht befriedigende Beziehungen grundsaetzlich beendet gehoeren.
Das habe ich nicht geschrieben, aber ich habe gelesen, was der Suechtige schrieb:

Zitat:
Falls ich diesen Schlussstrich wieder bedauere weil es mir danach nicht gut geht, nimmt sie mich hoffentlich trotz allem nicht zurück. Klappt eigentlich auch ganz gut.
Daraus geht klar hervor, dass er sich in der Beziehung nicht wohl gefuehlt hat, aber es auch nicht geschafft hat, die Entscheidung, diesen Umstand abzustellen (durch Trennung) beizubehalten.
Einfacher ausgedrueckt, er hat es nicht durchziehen koennen und ist wieder zurueck gegangen, was er dann abermals bereut hat.
Also hin und her.
Dieses Hin und Her konnte er nur abstellen, indem er seine Fehltritte gebeichtet hat, und zwar in einer solchen Form, die ein Zurueckkehren verhindert oder zumindest erheblich erschwert.

Zitat:
Nachdem letzten Schlussmachen dieses Jahr, habe ich ihr gebeichtet, obwohl an den Kopf geknallt es besser treffen würde, dass ich in diesen 8 Jahren sie immer wieder mit Prostituierten betrogen habe.
Das heisst, vereinfacht ausgedrueckt: er hat den Weg der Verletzung gewaehlt, um das Hin und Her, das er selbst nicht sauber abstellen konnte, zu beenden und damit die Verantwortung an seine Frau uebertragen. Sie wird nun so verletzt sein, dass sie sich denkt - den Typ will ich nicht mehr zurueck.
Eine Art Selbstschutz, entstanden aus eigener Schwaeche und der Entscheidungsuebergabe an sie.
Luthor ist offline  
Alt 01.11.2012, 11:27   #19
ceres
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Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
... Das heisst, vereinfacht ausgedrueckt: er hat den Weg der Verletzung gewaehlt, um das Hin und Her, das er selbst nicht sauber abstellen konnte, zu beenden und damit die Verantwortung an seine Frau uebertragen. Sie wird nun so verletzt sein, dass sie sich denkt - den Typ will ich nicht mehr zurueck.
Eine Art Selbstschutz, entstanden aus eigener Schwaeche und der Entscheidungsuebergabe an sie.
und generell gerne an andere. Mit dem Weg zur Prostituierten "stiehlt" er sich aus der Verantwortung für sich und seine Partnerin und hat gleichzeitig die Erwartung an die Prostituierte, das sie ihm das "Wohlgefühl" und die Zufriedenheit (nicht mißverstehen von Orgasmus) verschafft, die er selbst nicht in der Lage ist, sich zu verschaffen. Er geht immer (?) den vermeintlich für ihn leichteren Weg für ein schnelles Hochgefühl.
ceres ist offline  
Alt 01.11.2012, 11:42   #20
CtrlAltDel
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@Luthor: brilliant hergeleitet.
CtrlAltDel ist offline  
Alt 01.11.2012, 11:42 #00
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Hey CtrlAltDel, egal wie gross deine Sorgen auch sein mögen, mir hilft es immer nach draußen zu gehen und den Grill anzuwerfen. Grillen ist Entspannung pur. Ob nun ein deftiges BBQ oder ein einfach mariniertes Schweinesteak. Am Grill kann ich alle Probleme vergessen. Du hast noch keinen Grill? Bei der Telekom kannst du aktuell am Angrillen 2019 Gewinnspiel mitmachen und entweder einen Beefer oder ein Keramik Ei gewinnen. Wer von uns gewinnt lädt den anderen ein ;-)
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