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Alt 15.12.2009, 00:32   #311
HelftMir
Special Member
 
Registriert seit: 03/2008
Beiträge: 7.190
Hm, ich bin noch nicht soweit, daß ich sowas hinnehmen würde.

Rudolf, das ist ja genau die Gefahr: Du sagt:"Also, MIR schmeckt die Suppe auch so!"
Ich kann Dich ja total verstehen! Aber diese indirekte Stichelei löst genau diesen Suchst-du-Streit-Blick aus! Warum nicht direkter? "Hey, ich hab mir Mühe gegeben! Probier halt vorher mal!"

Kann ja, sein, daß es dann Streit gibt, aber dann gibt´s den halt! Streit ist nicht der Untergang. Kann sogar befreiend wirken.

Heute hatte ich so´ne Situation, wo ich auch so indirekt war:
Mein Freund hatte sich was zu essen gemacht, ich kam später, während er im Aufbruch war.
Ich gehe in die Küche und sehe leere Packungen, gebrauchtes Geschirr - alles, nachdem ich heut gerade die Küche aufgeräumt hatte.
Anstatt, daß ich sage:"Räum sofort Deinen Müll weg!", sage ich mit pikierter Miene:"Diese Küche hat übrigens auch einen Mülleimer.."

Gut, wir stehen gut miteinander gerade, also hat er gleich verstanden und mit mir gemeinsam alles weggeräumt.
Wäre unser Verhältnis schon festgefahren und von Unausgesprochenem belastet, hätte ich wahrscheinlich auch diesen Suchst-du-Streit-Blick geerntet.

Ich finde nicht gut, daß Du ausweichst. Was fällt ihr überhaupt ein, daß sie Dir diesen Blick zuwirft? Hat sie nicht verstanden, daß es Dir gegenüber nicht nett ist? Dann werd deutlicher!
HelftMir ist offline  
Alt 15.12.2009, 00:32 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 15.12.2009, 07:55   #312
Rudolf B.
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 12/2008
Beiträge: 244
du hast bestimmt recht helfi, aber es geht im moment nicht. ich will ja, dass die stimmung besser wird. vor den kindern einen streit anzufangen ist nicht mein stil. und später nochmal auf sie zu gehen, sie in den arm nehmen und ihr sagen, dass ich mich geärgert habe - dafür stimmt die basis (im moment) nicht. so nahe stehen wir uns nicht. da will ich zweifellos wieder hin, aber es ist noch nicht soweit.
gestern abend ging es ihr übrigens wieder besser und sie zog zurück ins eheliche schlafzimmer. ich hab ihr geholfen, das bettzeug wieder umzuziehen, hab ihr zum einschlafen einen kuss (auf die wange) gegeben und gesagt: "schön, dass du wieder da bist". sie hat nichts geantwortet, sich aber ein bissl an mich gekuschelt (wir schlafen unter dem dach und es ist saukalt). als ich schon fast eingeschlafen war kam recht unerwartet von ihr: "ich hab dich lieb, schlaf gut." ... immerhin. kein "ich liebe dich doch noch" aber ich hatte auch das lang nicht gehört. ich hab´s nicht so mit dem "liebhaben". das ist was für haustiere oder gute freunde. ehepartner sollte man lieben und es auch so nennen können. andererseits bringe ich es selbst schon seit jahren auch nicht über die lippen. ein "ich liebe dich" muss man wirklich so meinen, um es sagen zu können. und ich bin eigentlich zufrieden, dass sie es auch so sieht.
Rudolf B. ist offline  
Alt 15.12.2009, 09:21   #313
GreatBallsofFire
Ein Buch über Nerds!!
 
Registriert seit: 01/2007
Ort: Hoch den Rock, rein den Stock!
Beiträge: 11.530
Rudolf, ich kann mich irren bei Ehepaaren, aber das klingt alles nach ganz langsamem Abschied.
Zweie sehnen sich nach Liebe, aber keiner kann sie dem anderen mehr geben.
GreatBallsofFire ist offline  
Alt 15.12.2009, 11:29   #314
sunnybird
Member
 
Registriert seit: 12/2007
Beiträge: 150
Ich finde es wirklich toll und bewundernswert, wie du um deine Frau und eure Liebe kämpfst. Ich finde du bist auf einem guten Weg und meine Gefühl sagt mir, dass das ein gutes Ende nehmen kann.

Aber ich möchte dir aus meinen eigenen Erfahrungen noch ein paar Dinge sagen, die so noch keiner erwähnt hat:

Ich halte es für unbedingt wichtig, dass du mehr mit deiner Frau sprichst, hauptsächlich aus zweierlei Gründen:

1. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man in einer Partnerschaft etwas verändern will, beide am selben Strang ziehen sollten und vor allem, dass wenn einer versucht was zu bewegen (in deinem Fall ja du), sollte deine Frau das wissen. Wissen was in dir vorgeht, dass du etwas ändern möchtest, was und warum. Einige deiner Aktionen, die die Veränderungsphase eingeläutet haben, wären lang nicht so unangenehm und missverständlich für dich gewesen, hätte deine Frau gewusst, warum du das tust. Ihr anfänglich misstrauisches Verhalten war für mich klar nachvollziehbar. Diese Aktionen hatten keine "schlimmeren" Auswirkungen und es scheint sich ja momentan in eine gute Richtung zu entwickeln.
Aber mit der Wanderurlaub mit deinem Sohn war wieder so eine Situation. Hättest du ihr von vornherein gesagt, dass es dir auch darum geht, dich selbst zu finden und mal wieder richtig Zeit für dich zu haben, hätte sie sicher auch von Anfang Verständnis dafür gehabt. Mir geht es dabei jetzt nicht darum, ob du vorher "fragen" hättest sollen, sondern nur um diesen fehlenden Kommunikationsaspekt, der Situationen bei euch scheinbar öfter schwieriger macht, als sie sein müssten. Und wie du sagst, ihr bewegt euch zu Zeit wohl auf recht dünnem Eis, also warum mehr riskieren als notwendig, wenn ein paar klärende Worte vieles einfacher machen könnten.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es dir nicht leicht fallen könnte, dich ihr (wieder) so weit zu öffnen, aber wenn du an eurer Partnerschaft ernsthaft arbeiten willst, denke ich führt kein Weg daran vorbei.

2. Ihr habt euch auseinander gelebt und von einander entfernt. Daher wäre ein für mich naheliegender und sinnvoller Schritt, wieder aufeinander zu zu gehen, wobei du den Anfang machen kannst. Auch hier, erzähl was in dir vorgeht, Gedanken die du dir über dich selbst machst (das mit der Selbstliebe zB), da hättet ihr auch direkt ein Gesprächsthema, wie sieht sowas denn? Was denkt sie, fehlt es dir daran vielleicht? Hält sie das wichtig im allgemeinen für eine Partnerschaft?
Du machst offensichtlich eine Veränderung durch, lass sie daran teilhaben! Sie kann nicht in dich hinein gucken. Wenn du etwas für sie tust und es hat nicht deine gewünschte Wirkung. Sag ihr das zumindest in einem geeigneten Moment nachhinein.
Du hast selber schon von positiver Verstärkung gesprochen, bezüglich der Grundstimmung zwischen euch. Wenn du dich öffnest, sie mehr an deinem Innern teilhaben lässt, kann ich mir gut vorstellen, dass auch das so eine positive Verstärkung bewirken kann. Nämllich das sie dann auch mehr aus sich rauskommt, auf dich zu.

Insgesamt macht mir eure Situation auf jeden Fall den Eindruck, dass ihr eine gute und solide Basis habt für eine zukünftig glückliche(re) Partnerschaft, ihr müsst "nur" wieder zueinander finden. Und das geht nur wenn ihr miteinander sprecht und zwar über die wirklich wichtigen Dinge. Zwei dieser Dinge habe ich versucht dir aufzuzeigen.

Liebe Grüße
sunnybird ist offline  
Alt 15.12.2009, 12:05   #315
HelftMir
Special Member
 
Registriert seit: 03/2008
Beiträge: 7.190
Hi, Rudolf!

Ich halte das für ein äußerst positives Zeichen, daß sie sich an Dich kuschelt (auch wenn´s nur ein bißchen ist) und Dir was Nettes vorm Einschlafen sagt.
Ich würde mich nicht an der Formulierung stören.
Ich selber bringe noch nicht mal ein "hab dich lieb" über die Lippen, selbst wenn ich die ganze Zeit denke:"Ich bin so dermaßen verknallt in dich.."
Ich weiß, daß das meinen Freund irritiert, weil er selber sein Herz auf der Zunge trägt und keinerlei Aussprachebarrieren hat. Trotzdem schaffe ich es sehr selten, ihm offen zu sagen, was ich fühle.

Was genau Deine Frau gemeint hat, kann ich nicht beurteilen. Es kann reines Harmoniebedürfnis sein, es kann auch so ein kleiner Wiedergutmachungsversuch sein, nachdem sie vielleicht gemerkt hat, daß sie etwas grob oder undankbar war, oder es kann heißen:"Eigentlich vermiß ich dich doch, wenn du weg bist."

Auf jeden Fall ist meinem Eindruck nach nicht alles weg, was mal zwischen Euch war.

Sei weiter nett zu ihr, aber betüter sie nicht NUR, sondern beweis einfach, daß Du ein toller Typ bist, der den Laden im Griff hat und dabei noch witzig sein kann!
Jedenfalls mir würde das sehr imponieren.

Grüße!
helfi
HelftMir ist offline  
Alt 15.12.2009, 14:11   #316
Rudolf B.
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 12/2008
Beiträge: 244
hallo ihr lieben,
ich weiß, dass ich mit meiner frau sprechen muss um eine tatsächliche änderung zu ermöglichen, aber ich finde den einstieg einfach nicht. letzte woche habe ich es versucht. ich hatte ihr ja im "adventskalender" ein gemeinsames essenkochen geschenkt, das haben wir auch gemacht und ich fand es schön. die kinder waren in ihren zimmern, wir hatten ruhe und ich nahm anlauf. "schön, dass wir das gemeinsam machen, das macht mir freude", fing ich an. ich wollte dann überleiten zu "wir sollten öfter was machen" zu "wir sollten ganz allgemein dinge ändern" und schließlich zu "wir sollten uns professionelle eheberatung einholen" doch dazu kam ich nicht, weil sich das gespräch von anfang an in eine andere richtung entwickelte. sie antwortete nämlich nicht wie "geplant": "ja, finde ich auch" sondern: "es macht so nur viel mehr arbeit, wenn ich allein koche brauche ich nur die hälfte an geschirr und es geht insgesamt schneller". "du kannst mir ja zeigen, wie ich es besser machen kann, ich fang doch gerade erst damit an." "wenn du es die letzten 40 jahre nicht gelernt hast, dann lernst du das auch nicht mehr, du siehst einfach nicht, wie chaotisch du bist." und damit hat sich recht.

wenn ich von der arbeit komme, das handy am ohr, um noch was geschäftliches zu regeln (was ich im büro nicht mehr geschafft habe, um rechtzeitig zu hause zu sein), komm ich ins haus, zieh die jacke aus und werfe sie im flur über den stuhl. um sie ordentlich auf den haken zu hängen bräuchte ich zwei hände, und die hab ich im moment nicht frei. und dann liegt die jacke da und ich sehe sie tatsächlcih nicht mehr, weil sie mich da nicht stört. meine frau stört sie dort aber ganz gewaltig. ich bemühe mich. wenn es nach mir ginge, würde ich mir ein glas aus dem schrank holen und die schranktür offen lassen, weil eine offene tür für mich genauso gut ist wie eine geschlossene. es fällt mir gar nicht auf. trotzdem diszipliniere ich mich seit jahren und denke ganz bewusst daran, türen und schubladen wieder zu zu machen. ihr zu liebe. aber wenn ich nebenbei noch was anderes mache (wie zb telefonieren) dann vergesse ich solche dinge, weil sie eben absolut nicht meinem naturell entsprechen. ich bin davon überzeugt, dass das eine sache der veranlagung ist. man sieht das an meinen kindern, die absolut identisch erzogen werden. die kleine steht mitten unter dem frühstück auf um einen krümel aufzuheben, der ihr unter den tisch gefallen ist. zeitgleich verbröselt mein älterer das halbe brötchen und merkt es nichtmal. unterschiedliche wahrnehmung. aber welche davon ist jetzt die richtige?

der grund aus dem ich das erzähle ist, dass sich das gespräch zwischen meiner frau und mir jedes mal in diese richtung entwickelt, wenn ich versuche, über etwas ganz anderes mit ihr zu sprechen. und ich krieg dann die kurve nicht mehr in die gewünschte richtung, weil ich mich gezwungen sehe, mich zu erklären. das läuft dann so lange, bis die stimmung oder der wunsch zu einem weiteren gespräch gelaufen sind. wie kann ich ihr nahe bringen, dass ich mich verändern will, wenn die frage an sie, was ihre diesbezüglichen wünsche sind mit der aussage: "sei ordentlicher" abgetan wird? wenn ich dann nachfrage: "was denn sonst noch?" kommt: "das würde mir schon völlig reichen."
ich gebe mir schon wirklich mühe und finde es sehr anstrengend dauernd aufzupassen, dass nichts liegen bleibt. trotzdem ist sie immer unzufrieden weil es mir eben nicht zu 100% gelingt ... und das frustriert mich. schließlich bestehe ich doch aus mehr als aus geschlossenen schranktüren ...
Rudolf B. ist offline  
Alt 15.12.2009, 15:07   #317
HelftMir
Special Member
 
Registriert seit: 03/2008
Beiträge: 7.190
Ja, kann ich gut nachvollziehen. Sowohl ihre als auch Deine Position.

Würdest Du allein leben, wäre wahrscheinlich innerhalt kürzester Zeit ein Riesen-Chaos bei Dir.
Deine Frau räumt auf, hält permanent Ordnung, und es strengt sie sicher genauso an, aufzupassen, daß auch Du Schränke und Schubladen wieder zumachst, wie es Dich anstrengt, selber darauf aufzupassen.
Im Grunde hält sie ja die Ordnung für Dich, denn selbst tust Du´s nicht.
Würdest Du Deinem Chaos freien Lauf lassen, wäre Dein Leben aber sicherlich mindestens genauso anstrengend, schon mal daran gedacht?

Aber trotzdem: Ich war mal mit einer übertrieben pingeligen Tante in einer WG und war auch total genervt, wenn aus jeder stehengelassenen Tasse gleich eine Grundsatzdiskussion entstand. Ich kam mir vor wie eine S.chlampe, obwohl ich mich selber eigentlich für ziemlich ordentlich halte.
Ordnung halten, nur um es jemand Anderem rechtzumachen, ist aber was ganz Anderes, als wenn man´s aus eigenem Bedürfnis heraus tut, und macht wesentlich weniger Spaß.

Nimm ihren Wunsch nach Ordnung und Sauberkeit ernst, aber sag auch was, wenn sie übertreibt.
Es ist aber tatsächlich so: Man (bzw. Frau) verliert den Respekt, wenn sich der Partner im Haushalt ungeschickt anstellt. Man fühlt sich auch eingeengt, weil´s ungemütlich ist, wenn der Andere dauernd was rumliegen läßt.
Ein kompetenter, geschickter Koch (z.B.), der während des Kochens auch noch Ordnung hält und die Küche blitzblank hinterläßt, ist hingegen sehr imposant. Bei sojemand fühlt man sich auch geborgen.

Vielleicht gelingt es Dir, dieses Ordnung-Halten so zu machen, daß Du dabei souverän wirkst und nicht bloß versuchst, es ihr rechtzumachen.
Ich kann mir schon vorstellen, wie Du Dich fühlst, wenn Du die Jacke ordentlich hinhängst, nur damit Mami nicht meckert. Und sowas etliche Male am Tag... macht keinen Spaß.

Ich habe selber so einen Kandidaten zuhause, der dauernd was aus Schränken rausholt, durchwühlt und einfach liegenläßt, wenn er gefunden hat, was er gesucht hat.
Immerhin: Er läßt mit sich reden, und wir arbeiten dran. WENN er aufräumt, dann macht er´s auch richtig gründlich.
Außerdem: Noch bin ich so verknallt, daß mir das mit dem Ordnung Halten nicht so wahnsinnig wichtig erscheint. Vielleicht auch, weil er mich sehr oft ablenkt und auf völlig andere Themen bringt.
Schonmal daran gedacht?
Ich kann das Rumliegen von zerknüllten Socken wirklich verzeihen, wenn mich einer dafür gut unterhält/zum Lachen bringt.
Manchmal höre ich aus dem Nebenzimmer einen Schrei und dann:"Eine Knüllsocke!!"
Oder ich frage, wo ich einen seiner Kartons hintun soll, und er meint:"Tu´s zu meinen anderen Sachen in die Schäm-dich-Ecke!"
Oder ich sehe ihm zu beim Schuhe-Ausziehen, und er stellt sie erst mitten in den Raum, guckt dann fragend, stellt sie wieder anders hin und beschäftigt sich dann solange mit dem Überlegen, wie er sie jetzt am ordentlichsten hinstellt, bis ich ausraste.

Geh doch mal in die Offensive, und veralber das Ganze bißchen! Deine Frau wird doch nicht total humorlos sein?

Gruß!
helfi
HelftMir ist offline  
Alt 15.12.2009, 15:14   #318
sunnybird
Member
 
Registriert seit: 12/2007
Beiträge: 150
Zitat:
Zitat von Rudolf B. Beitrag anzeigen
...weil sich das gespräch von anfang an in eine andere richtung entwickelte. sie antwortete nämlich nicht wie "geplant": "ja, finde ich auch" sondern: "es macht so nur viel mehr arbeit, wenn ich allein koche brauche ich nur die hälfte an geschirr und es geht insgesamt schneller". "du kannst mir ja zeigen, wie ich es besser machen kann, ich fang doch gerade erst damit an." "wenn du es die letzten 40 jahre nicht gelernt hast, dann lernst du das auch nicht mehr, du siehst einfach nicht, wie chaotisch du bist." und damit hat sich recht.
Um da mal konkret darauf einzugehen, vielleicht kann dir das in Zukunft helfen:
Darauf hättest du zum Beispiel folgendes sagen können: Das sie damit vielleicht Recht hat, aber es dir im Endeffekt auch gar nicht um das Kochen selber geht, sondern um sie, um euch. Darum, dass du wieder mehr qualitative Zeit mit ihr haben willst. Darum, dass du es schön findest einfach so mit ihr beim Essen zusammen sein zu können.
Ein bisschen Gefühle zu offenbaren, einfach wie es einem geht in so einem Moment, kann denk ich einiges bewirken.

Zitat:
wie kann ich ihr nahe bringen, dass ich mich verändern will, wenn die frage an sie, was ihre diesbezüglichen wünsche sind mit der aussage: "sei ordentlicher" abgetan wird? wenn ich dann nachfrage: "was denn sonst noch?" kommt: "das würde mir schon völlig reichen."
Du hast sie in dem Moment etwas wichtiges gefragt, aber wie sollte sie zu dem Zeitpunkt wissen, worauf du hinauswillst, dass es dir um viel mehr geht als Kochen, Jacken aufhängen und Küchenschranktüren zu zu machen? Ich denke dein Problem ist dahingehend, dass du zuviel implizites Verständnis von deiner Frau erwartest. Das ist derzeit aber kaum vorhanden, da ihr euch nun mal erst wieder finden müsstet.

Zitat:
ich gebe mir schon wirklich mühe und finde es sehr anstrengend dauernd aufzupassen, dass nichts liegen bleibt. trotzdem ist sie immer unzufrieden weil es mir eben nicht zu 100% gelingt ... und das frustriert mich. schließlich bestehe ich doch aus mehr als aus geschlossenen schranktüren ...
Wie gesagt, ich kann deine Frustration in der Richtung durchaus verstehen. Aber darum geht es doch derzeit in eurer Beziehung nicht wirklich. Das sind vorgeschobene Dinge, irgendwo Alltäglichkeiten. Diese Dinge müsstet ihr vielleicht mal klären, aber nicht jetzt, wo es erstmal darum geht, eure Ehe zu retten.

Versuche dich mal auf das Wesentliche zu besinnen. Wenn du solche Gedanken hast, frag dich, was eigentlich dahinter steckt.
Könnte es bei dieser Sache zum Beispiel nicht einfach sein, dass du dir mal etwas Anerkennung wünschst, dafür, dass du seit Jahren versuchst ihrem Ordnungssinn zu entsprechen? Dann ginge es aber eben um Anerkennung und nicht um Ordnung. Und falls es so wäre, könntest du ihr das mal in einer ruhigen Minute mitteilen, dass du dich bemühst, aber nicht das Gefühl hast, sie würde es überhaupt bemerken.

Ich hoffe du wirst schlau aus dem was ich schreib und kannst nachvollziehen worauf ich hinaus will.

Ich wünsche dir weiterhin guten Mut und viel Kraft
sunnybird ist offline  
Alt 15.12.2009, 15:26   #319
Rudolf B.
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 12/2008
Beiträge: 244
ich war aber immer schon so. schon in meiner studentenbude, lang bevor wir zusammen gewohnt haben. angeblich hat sie das schon damals gestört, aber gesagt hat sie nie was. es war auch nie dreckig (da würde ich die aufregung verstehen), nur eben unordentlich. und die 3 jahre die ich in münchen gearbeitet habe war es genauso. und es war völlig in ordnung. wenn keine socken mehr da waren habe ich die "knüllsocken" (die gibt es bei mir auch eingesammelt und in die waschmaschine gesteckt. und in der zeit davor bildeten sie ein nettes muster auf meinem schlafzimmerteppich, das meine lebensqualität absolut nicht beeinträchtigt hatte. ICH habe mich also in den letzten 20 jahren nicht geändert, nur dass es damals ok war. meine vermutung geht also in die richtung, dass das wahre problem ganz wo anders liegt, sie aber vermutlich selber nicht genau sagen kann wo und es deshalb auf die fehlende ordnung projeziert. wenn sie aber nicht SAGT was ihr wirklich auf die nerven geht kann ich doch auch nichts daran ändern ...
jedenfalls finde ich es unfair, jemanden abzulehnen, weil er genauso ist wie damals als man ihn kennenlernt. das erinnert mich an einen anderen thread, in dem die TE sich beschwert, dass ihr freund raucht, obwohl er das schon tat als sie sich verliebte. irgendwann sind die rosa wolken weg und auf einmal ist das was man von anfang an nicht so toll fand ein problem. da ist dann aber doch nicht der raucher - oder in meinem fall der chaot - schuld ...
Rudolf B. ist offline  
Alt 15.12.2009, 15:32   #320
Rudolf B.
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 12/2008
Beiträge: 244
Zitat:
Ich hoffe du wirst schlau aus dem was ich schreib und kannst nachvollziehen worauf ich hinaus will.
absolut, das hatte sich gerade mit meinem letzen posting überschnitten. das gespräch auf die von dir vorgeschlagene weise zu lenken wäre sehr gut gewesen, leider ist mir das selbst nicht eingefallen. ich merke es mir für den nächsten anlass. danke :o)
Rudolf B. ist offline  
Alt 15.12.2009, 15:32 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

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