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Alt 28.03.2012, 21:38   #871
MadHatter
Cosmic Hobo
Themenstarter
 
Registriert seit: 03/2004
Ort: Im Wunderland
Beiträge: 2.754
Zitat:
Zitat von listerine
Nein es geht mir nicht um Schwächung, sondern um Abschaffung des Feminismus. Hart oder? Darfst mich jetzt wieder als blöd bezeichnen
Es ist doch ganz einfach zu verstehen (siehe boomer): Wenn du gegen Frauenbewegungen bist, die sich für die Freiheit von Frauen einsetzen, kannst du kein Freund der Emanzipation sein.
Man kann dir entweder Absicht oder Vorurteile und mangelndes Wissen unterstellen.

Wenn eine Feministin wie Ina Praetorius, die ich bereits erwähnte, ein Menschenbild von der Geburt her entwirft, so kann dieser feministische Ansatz doch überhaupt nicht gegen die Familie und Gebärfähigkeit der Frau sein. Ganz im Gegenteil! (siehe: I. Praetorius, Immer wieder Anfang. Texte zum geburtlichen Denken, Stuttgart 2011, bes. 10-23) Und das ist bei vielen anderen Feministinnen auch so. Feministische Theorien würden sich wunderbar dafür eignen, die Bezogenheit auf die Familie zu stärken. Aber du postulierst ständig einen unüberbrückbaren Gegensatz von Feminismus und Familienleben. Das ist emanzipatorisch rückständig und stimmt nicht mit dem überein, was Feministinnen bewegt (zum Überblick: B. Holland-Cruz, Die alte neue Frauenfrage, Frankfurt 2003).
Feministinnen sind in der Regel auch kapitalismuskritisch, d.h. eine Feministin würde eine Karrierefrau überhaupt nicht beweihräuchern, sondern darauf schauen, warum Frau Karriere machen möchte. Meine Ex-Freundin setzt sich mit ihrer Professorin z.B. dafür ein, dass Frauen an Unis keine Männerkleidung tragen müssen. Feministinnen sind nicht die großen Gleichmacher, das ist Quatsch mit Soße. Im Gegenteil: Es gibt wahrscheinlich mehr Differenzfeministinnen (dazu Holland-Cruz).

Warum machen Männer wie du solch einen Dampf? Warum können sie sich nicht informieren und für die Freiheit der Frauen sprechen?
Ich habe neulich ein Interview mit einem Soziologen gelesen, der mich in meiner Meinung bestätigte, dass es wahrscheinlich mehr emanzipierte Frauen als Männer gibt. Viele Männer scheinen mit zielstrebigen und selbstbewussten Frauen immer noch offene oder unterschwellige Probleme zu haben.
Vielleicht könnten ein paar Frauen hier im Forum zu diesem Punkt ihre Erfahrungen schildern. Das würde mich interessieren.

Geändert von MadHatter (28.03.2012 um 21:41 Uhr)
MadHatter ist offline  
Alt 28.03.2012, 21:38 #00
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Alt 29.03.2012, 18:01   #872
listerine
Golden Member
 
Registriert seit: 02/2011
Ort: Irgendwo und Nirgendwo
Beiträge: 1.264
Zitat:
Zitat von MadHatter Beitrag anzeigen
Es ist doch ganz einfach zu verstehen (siehe boomer): Wenn du gegen Frauenbewegungen bist, die sich für die Freiheit von Frauen einsetzen, kannst du kein Freund der Emanzipation sein.
Man kann dir entweder Absicht oder Vorurteile und mangelndes Wissen unterstellen.
Emanzipiert sein hat für mich nur bedingt etwas mit Feminismus zu tun. Ich kenne nur um das mal anzumerken Frauen die Hausarbeit tätig sind, welche sehr emanzipiert sind. Emanzipation drückt sich ja nicht durch die Ziele des Feminismus aus! Bestimmte Formen einer Emanzipation lassen sich heute aber durchaus erst durch den Feminismus bewerkstelligen, da bin ich ganz bei dir.

Zitat:
Wenn eine Feministin wie Ina Praetorius, die ich bereits erwähnte, ein Menschenbild von der Geburt her entwirft, so kann dieser feministische Ansatz doch überhaupt nicht gegen die Familie und Gebärfähigkeit der Frau sein. Ganz im Gegenteil! (siehe: I. Praetorius, Immer wieder Anfang. Texte zum geburtlichen Denken, Stuttgart 2011, bes. 10-23) Und das ist bei vielen anderen Feministinnen auch so.
Nun mir ging es ja nicht darum wie wer was definiert hat und sich vorstellt, sondern mir geht es um das was sich tatsächlich abspielt, und zwischen dem Grundgedanken, oder der Definition deiner Ina Praetorius und der Realität sind gewaltige Unterschiede, ich frage mich ob dir das wirklich nicht das ein oder andere mal aufgefallen ist.

Zitat:
Feministische Theorien würden sich wunderbar dafür eignen, die Bezogenheit auf die Familie zu stärken. Aber du postulierst ständig einen unüberbrückbaren Gegensatz von Feminismus und Familienleben.
Ja weil ich einfach einen Unterschied zwischen den Lehren und Definitionen des Feminismus und der Realität sehe. Nimm mal das BWL-Studium, in der Theorie ist alles super, in der Praxis unterscheidet sich Theorie von Praxis oft sehr stark.

Zitat:
Das ist emanzipatorisch rückständig und stimmt nicht mit dem überein, was Feministinnen bewegt (zum Überblick: B. Holland-Cruz, Die alte neue Frauenfrage, Frankfurt 2003).
Auch wenn sich der Sachverhalt für dich anders darstellt, so trenne ich für mich Emanzipation von Feminismus, es gibt einfach zuviele Formen von Emanzipation, die auch ohne den Feminismus funktioniert haben und weiter funktionieren werden. Dazu muss aber sich mal den Gedanken machen die Emanzipation vom Feminismus zu trennen lieber TE

Zitat:
Feministinnen sind in der Regel auch kapitalismuskritisch, d.h. eine Feministin würde eine Karrierefrau überhaupt nicht beweihräuchern, sondern darauf schauen, warum Frau Karriere machen möchte.
Andersherum aber stufen deine Feministinen all zu gern die "normale" Hausfrau herunter, das sie in deren Augen eine falsche Rollenverteilung einnimmt, die es scheinbar zu bekämpfen gilt. Da du ja immer wieder die Freiheit aufgreifst, bleibt mir die Frage offen ob eine Hausfrau nicht auch frei entscheiden darf ob sie diese Rolle einnehmen möchte, und wenn sie die eingenommen hat, dann sollte doch auch keine noch starke Anhängerin des Feminismus dagegen angehen oder??

Zitat:
Meine Ex-Freundin setzt sich mit ihrer Professorin z.B. dafür ein, dass Frauen an Unis keine Männerkleidung tragen müssen. Feministinnen sind nicht die großen Gleichmacher, das ist Quatsch mit Soße. Im Gegenteil: Es gibt wahrscheinlich mehr Differenzfeministinnen (dazu Holland-Cruz).
Mag sein, der geschilderte Fall würde meine Zustimmung bekommen, auch wenn diese garnicht gefragt ist , jedoch und das weißt du wohl selbst ab besten gibt es weit mehr Formen als nur den Differenzfeminismus.

Zitat:
Warum machen Männer wie du solch einen Dampf? Warum können sie sich nicht informieren und für die Freiheit der Frauen sprechen?
Nun warum muss ich den dergleichen Meinung sein wie du??? Darf ich keine eigene haben, oder mir meine eigene Meinung anhand von Erlebungen im Alltag suchen??

Nochmal lieber TE langsam empfinde ich es als störend das du immer wieder unterstellst mir würde die Freiheit der "Frauen" egal sein, bzw ich würde dagegen ankämpfen. Ich schrieb nur, wobei ich im übrigen bleibe, dass durch den Feminismus nicht nur Freiheit sondern auch Rosinenpickerei betrieben wird, und diese lehne ich ganz klar ab!

Zitat:
Ich habe neulich ein Interview mit einem Soziologen gelesen, der mich in meiner Meinung bestätigte, dass es wahrscheinlich mehr emanzipierte Frauen als Männer gibt. Viele Männer scheinen mit zielstrebigen und selbstbewussten Frauen immer noch offene oder unterschwellige Probleme zu haben.
Jaja die lieben Soziologen... wie dem auch sei, Ich glaube Männer sollten sich ihr eigenes Bild von einer Frau schaffen dürfen, und ich finde es bedenklich das du den Männern vorschreiben willst welches Frauenbild diese doch gefälligst haben sollen. Nun um direkt drauf einzugehen, ich denke viele Männer haben ein Problem mit Frauen die EGOISTISCH Ihren Weg alleine gehen wollen in einer Partnerschaft.

Geht es in einer Partnerschaft doch um Partnerschaft, und wenn ich mir die ganzen Bücher oder sonstigen Infos von Feminismus anschaue zielen diese sehr oft darauf ab sich vom Mann zu lösen und Eigenständig Ihren Weg zu gehen. Verstehe mich nicht falsch finde ich wirklich sehr sehr gut. Aber in einer Familiensituation ist alles gefragt nur kein Egoismus, was für Frau gilt gilt natürlich auch für den Mann in einer Partnerschaft.

Und genau in solchen Familienfragen liegt für mich meine Hemmschwelle um Freund des Feminismus zu sein, und ganz erhlich bislang konnte mir keiner plausibel erklären anhand von konkreten Beispielen wo jetzt der Feminismus die Familie als GANZES stärkt.. Wenn du mich belehren kannst dann bitte ich dich darum.

Zitat:
Vielleicht könnten ein paar Frauen hier im Forum zu diesem Punkt ihre Erfahrungen schildern. Das würde mich interessieren.
Ja interessiert mich auch, allerdings wären dabei nur Kommentare hilfreich die nicht wieder die Männer oder Hausfrauen (wie so oft) nieder machen.
listerine ist offline  
Alt 31.03.2012, 08:09   #873
M.O.D.
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Registriert seit: 11/2011
Beiträge: 408
Zitat:
Zitat von MadHatter Beitrag anzeigen
Die feministische Kritik richtet sich seit jeher gegen autoritative Rollenbilder, häuslichen Despotismus, (sexuelle) Gewalt, Rechtlosigkeit gegenüber Männern, fehlende Bildung, die Beschränkung von Liebesbeziehungen, die Verweigerung ökonomischer Unabhängigkeit und den politischen Ausschluss.
Das sind bleibende Themen, auch wenn die Feministinnen in den europäischen Ländern eine weitgehende rechtliche Gleichstellung erwirkt haben.
Was heisst "weitgehend"?

Die von dir genannten Ziele sind doch längst erreicht, also hat der Feminismus keine Existenzgrundlage mehr. Oder willst du ernsthaft behaupten, es gäbe noch Bereiche, in denen Frauen den Männern nicht gleichberechtigt wären?
M.O.D. ist offline  
Alt 31.03.2012, 11:16   #874
lena1234
Member
 
Registriert seit: 11/2011
Beiträge: 93
ich schließe mich dabei dem punkt von madhatter an, wenn er sagt, dass es differenzierter betrachtet werden sollte.
gleich sein bzw, gleichwertig und demnach gesellschaftlich so behandelt zu werden ist nach wie vor eine große herausforderung. dabei haben es die männer nicht leichter, denn sie wurden bereits von den frauen im großen und ganzen zwei mal überholt. jetzt muss der gemeine mann an sich sich emanzipierern, weiter entwickeln, denn ohne die unterstützung der frau ist er sichtlich aufgeschmissen.
ich denke die starken veränderungen der letzten jahrzehnte tragen ihre früchte und wir werden noch sehen was alles kommt, bei den kindern. finde ich die "alte" konstellation hatte definitiv auch seine vorteile. ich hätte gar kein problem einfach zu hause zu bleiben und mich um kind und kegel zu kümmern; oder eben auch arbeiten zu gehen und der partner bleibt dann eben daheim. für mich ist es fair und teamarbeit. denn so wie es nun ist macht jeder alles und ist dabei doppelt- und dreifach belastet und alleine.
viele kommen damit nicht zurecht und auch die nachkommenden leiden durch die dadurch hervorgebrachte institutionalisierung von erziehung.

Geändert von lena1234 (31.03.2012 um 11:47 Uhr)
lena1234 ist offline  
Alt 02.04.2012, 11:26   #875
listerine
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Ort: Irgendwo und Nirgendwo
Beiträge: 1.264
Zitat:
Zitat von lena1234 Beitrag anzeigen
Ich hätte gar kein problem einfach zu hause zu bleiben und mich um kind und kegel zu kümmern; oder eben auch arbeiten zu gehen und der partner bleibt dann eben daheim. für mich ist es fair und teamarbeit. denn so wie es nun ist macht jeder alles und ist dabei doppelt- und dreifach belastet und alleine.
viele kommen damit nicht zurecht und auch die nachkommenden leiden durch die dadurch hervorgebrachte institutionalisierung von erziehung.
Eben das ist mein einzig wirklicher Kritikpunkt am Feminismus, nämlich die Schädigung im Familienleben. Heute schickt es sich nicht als Frau zu Hause zu bleiben, da wird auf biegen und brechen versucht einen minderwertig bezahlten Job auszuüben, nur um emanzipiert zu sein und dem Feminismus gerecht zu werden. Dabei werden Kinder nur allzu oft in die Obhut von fremden Menschen gegeben.

Sicherlich bei entsprechender Bildung und beruflicher Bezahlung soll doch gerne auch der Mann zu Hause bleiben, dass sollen einfach die Familien entscheiden. Nur ist unter Frauen ein Zwang zu beobachten, bishin zur gesellschaftlichen Ausgrenzung. Hausfrau/Hausmann sein gilt als asozial, bzw scheint in der Öffentlichkeit die Wichtigkeit eben dieser leider unbezahlten Tätigkeit stark abzunehmen. Wichtig ist heute eine Arbeit zu haben, gerne auch zum Leidwesen der Kinder.

Ganze Regale von Literatur Müll zum Thema "Kindern geht es in der Ganztags Kita genauso gut wenn nicht sogar besser als bei Mama und Papa" füllen die Bibliotheken. Geschrieben von meist Kinderlosen Wesen die außer Blödsinn scheinbar nichts weiter im Kopf haben.

Und genau da ist wieder der Feminismus an der falschen Stelle, mit kinderlosen Lesben, die wohl besser wissen was Frau/Mann mit Kind tun darf und was nicht....

Ich frage mich sowieso warum die Mehrheit an Frauen sich auf solch "Unnatürliche Frauen" stützt. Mir wird es immer ein Rätzel bleiben. Solange der Feminismus eben seinen Teil zur Zerstörung der Familien beiträgt kann ich Ihn einfach nicht unterstützen. Gleichwohl aber kann ich Frauen emanzipiert finden, und sehe in vielen Bereichen das Emanzipation und Rechte der Frauen auch ohne beharrlichen Feminismus funktioniert.

Zudem ist das Wort "Gleichheit" zwischen Mann und Frau einfach nicht erreichbar. Es gibt bestimmte Dinge, da sind wir eben unterschiedlich. Umso wichtiger ist es das diese Ungleichen Bereiche nicht Gleichgestellt werden.
Männerfragen obliegen den Männern und Frauenfragen oblieben der Frau, alle anderen Themen können gleichgestellt und gleichbehandelt werden.
listerine ist offline  
Alt 02.04.2012, 23:01   #876
MadHatter
Cosmic Hobo
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Ort: Im Wunderland
Beiträge: 2.754
Zitat:
Zitat von listerine
Zudem ist das Wort "Gleichheit" zwischen Mann und Frau einfach nicht erreichbar. Es gibt bestimmte Dinge, da sind wir eben unterschiedlich. Umso wichtiger ist es das diese Ungleichen Bereiche nicht Gleichgestellt werden.
Männerfragen obliegen den Männern und Frauenfragen oblieben der Frau, alle anderen Themen können gleichgestellt und gleichbehandelt werden.
Darauf läuft es doch hinaus. Und ich sage: Solche Bereiche darf es im Namen von Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit nicht geben. Alles sollte gleichberechtigt ausgehandelt werden von Menschen -nicht von Männern oder Frauen-, die kompetent sind.
Wenn du bestimmte getrennte Lebensbereiche forderst, dann baust du de facto Machtbereiche auf, die nicht auf Absprache beruhen. Das ist undemokratisch und auch nicht diskussionswürdig.

Zitat:
Zitat von listerine
Sicherlich bei entsprechender Bildung und beruflicher Bezahlung soll doch gerne auch der Mann zu Hause bleiben, dass sollen einfach die Familien entscheiden. Nur ist unter Frauen ein Zwang zu beobachten, bishin zur gesellschaftlichen Ausgrenzung. Hausfrau/Hausmann sein gilt als asozial, bzw scheint in der Öffentlichkeit die Wichtigkeit eben dieser leider unbezahlten Tätigkeit stark abzunehmen. Wichtig ist heute eine Arbeit zu haben, gerne auch zum Leidwesen der Kinder.
Der Begriff "Hausfrau", der bei dir häufig fällt, ist belastet. Das würde man wissen, wenn man sich mit den Fragen des Feminismus beschäftigen würde, was du bisher, man sieht es an deinen Beiträgen, nicht getan hast. Von welchen "Kampflesben" redest du? Was für Frauen fordern, egoistisch zu sein und sich von Männern zu isolieren? Natürlich kann man Kitas unterstützen, wenn man kein "kinderloses Wesen" ist…so ein Blödsinn. Was für Ängste treiben dich?
Die "Hausfrau" hat zu Recht einen schlechten Ruf und wir können dafür dankbar sein, dass sich das so weit durchgesetzt hat. Wenn du dich für die Familie einsetzen möchtest, dann solltest du eine Sprache der Gleichberechtigung sprechen. Aber hinter dem Einsatz für die Familie steht eben noch ein starres System, wie ich oben lese. Darüber bin ich hinaus. Geht es dir wirklich um die Familie oder willst du damit lieber althergebrachte Rollenbilder verfestigen?

Zitat:
Zitat von lena1234
ich denke die starken veränderungen der letzten jahrzehnte tragen ihre früchte und wir werden noch sehen was alles kommt, bei den kindern. finde ich die "alte" konstellation hatte definitiv auch seine vorteile. ich hätte gar kein problem einfach zu hause zu bleiben und mich um kind und kegel zu kümmern; oder eben auch arbeiten zu gehen und der partner bleibt dann eben daheim. für mich ist es fair und teamarbeit. denn so wie es nun ist macht jeder alles und ist dabei doppelt- und dreifach belastet und alleine.
Das ist anachronistisch. Früher blieb die Frau nicht einfach zu Hause, sondern das Haus war ihr Leben (Haus-Frau). Das hat sich zum Glück gewandelt, auch wenn es nach meiner Beobachtung viele Männer wie listerine gibt, die unter der Hand mit solchen Lebensmodellen liebäugeln. Das sind doch armselige Bedürfnisse, wie Mary Wollstonecraft, eine der ersten Frauenrechtlerinnen, schrieb: "Schwache Männer berauschen sich an jeglicher Macht, und der Machtmißbrauch beweist, dass eine Gesellschaft umso tugendhafter und glücklicher ist, je stärker sie die Gleichheit fördert." (Ein Plädoyer für die Rechte der Frauen, 1999, 18).

Geändert von MadHatter (02.04.2012 um 23:06 Uhr)
MadHatter ist offline  
Alt 03.04.2012, 08:31   #877
listerine
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Zitat:
Zitat von MadHatter Beitrag anzeigen
Das ist anachronistisch. Früher blieb die Frau nicht einfach zu Hause, sondern das Haus war ihr Leben (Haus-Frau). Das hat sich zum Glück gewandelt, auch wenn es nach meiner Beobachtung viele Männer wie listerine gibt, die unter der Hand mit solchen Lebensmodellen liebäugeln. Das sind doch armselige Bedürfnisse, wie Mary Wollstonecraft, eine der ersten Frauenrechtlerinnen, schrieb: "Schwache Männer berauschen sich an jeglicher Macht, und der Machtmißbrauch beweist, dass eine Gesellschaft umso tugendhafter und glücklicher ist, je stärker sie die Gleichheit fördert." (Ein Plädoyer für die Rechte der Frauen, 1999, 18).
Du kannst es einfach nicht lassen Wohl zu wenig in deiner Jugend mit Mutti gekuschelt.

Ich hatte schon geschrieben, dass es heute keine Rolle spielt wer den Hausjob übernimmt. Das können Männer ebenso wie Frauen. Ich sehe diesen Hausfrau/Mann Job als einen der wichtigsten an. Mit Macht hat das ganze nichts zu tun, den im Haushalt fällt oder steigt die Familie im Wert. Dabei beziehe ich mich rein auf die Zeit in der Kinder klein sind und umsorgt werden müssen, dieser Zeitraum beschränkt sich erstmal auf die ersten 3 Jahre eines Kindes, im Anschluß kann Mann/Frau doch wieder einer Arbeit nachgehen und wirtschaftlich wertvoll (was du gerne mit Freiheit gleichsetzt) sein.

Es mag negativ Beispiele geben für Hausfrau/Mann wo eine angebliche Macht ausgenutzt wird, jedoch liegt das nicht allein am Mann, es braucht auch immer einen Gegenpart, welcher sich unterdrücken lässt. Allein die Hausfrauen/Mann Rolle lässt bei heutigen Gesetzen keine Unterdrückung mehr zu. Du kannst dich aber gerne weiterhin an die Literatur von vergangenen Damen halten die unter vollkommen anderen Vorraussetzungen für wahre FREIHEIT gekämpft haben.

Die kannst ruhig selbst sagen das du mich mit meiner Meinung armselig findest, dazu brauchst du keine deiner Damen zitieren. Bist du eigentlich in der Lage dir von der realen Welt ein Bild zu verschaffen? Hast du überhaupt mal Familien kennengelernt, welche die alte Rollenverteilung leben, und welche sich mit modernen Strukturen durchs Leben schlagen?

Du solltest vielleicht endlich mal anfangen deine Literatur beiseite zu legen und dir mit offenen Augen die Welt anschauen, dazu aber scheinst du mir nicht in der Lage, sonst würde nicht ständig Nonsense von dir kommen.

------

Ich gehe als erstes immer von einer Familie mit Kindern aus, in so einer Familie geht es im Idealfall darum soviel Zeit wie möglich der Familie widmen zu können, und dafür zu sorgen das eben diese Familie weiterhin Bestand hat.
Das funktioniert natürlich nur wenn in einer Familie Strukturen vorherschen die das Leben innerhalb vereinfachen. Dabei passen Rollenverteilungen (sofern finanziell überhaupt machbar) wunderbar. Ich schreibe es nochmal denn du scheinst es bislang immer überlesen zu haben, ob Mann oder Frau arbeiten geht/ im Haushalt tätig ist (solange Kinder klein) spielt dabei erstmal keine Rolle, sondern rein die Sicherung, Erhaltung der Familie.

Du hingegen scheinst es für sinniger zu halten wenn Mann und Frau weitgehend unabhängig von einander sind, sich beide Ihren Unterhalt selbst verdienen und auch sonst möglichst alle Aufgaben 50/50 aufteilen. Dabei ist das Utopie, am Ende wird die Familie als solches zerstört, oder aber die Kinder leiden darunter zu wenig Kontakt zu ihren Eltern zu haben.

Jetzt darfst du mir endlich mal erklären wo genau die Familien unterstützt werden in deinen ganzen verschiedenen Formen des Feminismus, wo denn jetzt genau?? Bislang lese ich von dir nur immer wieder eine Abwehrreaktion, der böse Listerine der armseelige will die Frauen unterdrücken.....

Wo sind denn jetzt deine Argumente PRO Familie im Feminismus, wo??????????

Geändert von listerine (03.04.2012 um 08:41 Uhr)
listerine ist offline  
Alt 04.04.2012, 19:44   #878
MadHatter
Cosmic Hobo
Themenstarter
 
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Zitat:
Zitat von listerine
Du hingegen scheinst es für sinniger zu halten wenn Mann und Frau weitgehend unabhängig von einander sind, sich beide Ihren Unterhalt selbst verdienen und auch sonst möglichst alle Aufgaben 50/50 aufteilen. Dabei ist das Utopie, am Ende wird die Familie als solches zerstört, oder aber die Kinder leiden darunter zu wenig Kontakt zu ihren Eltern zu haben.
Die Familie wird dadurch nicht zerstört. listerine, es gibt viele Familienmodelle und deins ist nicht das Beste von allen.
Durch die Elternzeit lässt sich eine Betreuung bis drei Jahre bewerkstelligen. Ich weiß also nicht, wo da ein Problem sein soll. Genauso ist es zu respektieren, wenn Menschen aus einem Niedriglohnbereich Kinder bekommen und es sich nicht leisten können, dass ein Partner zu Hause bleibt. Dadurch wird das Kind doch nicht geschädigt- so ein pädagogischer Müll.
Ich befürworte überhaupt kein Familienmodell, das ist der Unterschied zwischen uns. Ich mache mir um die Freiheit Gedanken und damit Eltern wählen können, muss die Einrichtung von Kindertagesstätten gewährleistet werden.
Die Freiheit der Geschlechter ist das Anliegen des Feminismus. Barbara Holland-Cunz resümiert nach dem Durchgang durch die Geschichte der Frauenbewegung: "Die feministischen TheoretikerInnen glauben an die Möglichkeit einer gewaltfreien, lebendigen, vielfältigen, demokratischen Gesellschaft von Frauen und Männern, die sich als Freie und Gleiche begegnen und anerkennen." (247)
Angela Mc Robbie (Top Girls. Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes, Wiesbaden 2010) kritisiert beispielsweise in ihrem Buch die auf Karriere fixierten und dem jeweiligen Berufsbild angepassten Frauen als unemanzipiert, da sie den männlich konnotierten Erfolgsbildern nacheifern. Mit solch einer Analyse, die noch wesentlich mehr Aspekte bietet, könnte man wunderbar danach fragen, was für einen Wert Arbeit für beide Geschlechter hat und damit das gesellschaftliche Leistungsprinzip kritisieren. Nur leider erreichst du diese Stufe der Herrschaftskritik nicht und favorisierst, trotz aller Zugeständnisse, weiterhin ein familiär-geschlechtliches Zwei-Sphären-Modell (siehe den letzten Beitrag), das den Ton gegenüber alternativen Familienmodellen angeben soll. Ich kann dir sagen, dass du damit nur einen Eindruck auf uninformierte oder schlichte Gemüter machen wirst. Deswegen rege ich mich nicht groß auf.
Es ist auch unnötig, mir vorzuwerfen, ich sei verzogen worden oder dergleichen. Diese polemischen Attacken beweisen nur die Angst eines Menschen, der sich alternative Möglichkeiten des (familiären) Zusammenlebens nicht vorstellen kann. Starke Männer haben so etwas nicht nötig. Sie organisieren mit ihrer Partnerin frei und gleichberechtigt die Lebensgemeinschaft und genießen die Weiblichkeit und Souveränität der Frau an ihrer Seite.

Geändert von MadHatter (04.04.2012 um 19:48 Uhr)
MadHatter ist offline  
Alt 04.04.2012, 21:51   #879
Paradigma
Weisheit in Tüten
 
Registriert seit: 11/2010
Ort: östlich von Westfalen
Beiträge: 4.995
Zitat:
Ich befürworte überhaupt kein Familienmodell, das ist der Unterschied zwischen uns. Ich mache mir um die Freiheit Gedanken und damit Eltern wählen können, muss die Einrichtung von Kindertagesstätten gewährleistet werden.
Gute Kindertagesstätten würden Eltern (jetzt mal ganz geschlechtsneutral) mehr Freiheit geben - aber FAKT ist, das man als Elternteil, das seine Aufgabe ernst nimmt, nicht mehr FREI ist. Sobald man ein KIND bekommt, trägt man VERANTWORTUNG, und die führt dazu, das man in der Freiheit der Wahl, der Möglichkeiten eingeschränkt ist.

Und hier kommen wir zum eigentlichen Unterschied zwischen Mann und Frau: FRAUEN fühlen sich (in der großen Mehrheit) ihren Kindern deutlich MEHR verpflichtet. Sie schränken ihr eigenes Leben, ihre eigenen Möglichkeiten deutlich stärker ein FÜR ihre Kinder. Das gilt ganz besonders dann, wenn Beziehungen zerbrechen.

Eine Frau bleibt (fast immer) Mutter, bis ihre Kinder erwachsen sind. Aber es gibt viele Väter, die sich sehr wenig innerhalb der Familie engagieren, oder von denen man nach einer Trennung nur mehr die Staubwolke sieht, oder die sich mehr auf Hobbybasis um ihre Kinder kümmern.

Dieses Verhalten mag unserer ihre Ursachen in unserer heutigen Gesellschaft und ihren Wertvorstellungen haben - dann wäre es veränderbar, und Männer könnten dazu gebracht werden, ihre Verantwortung dauerhaft wahrzunehmen - nicht nur im Sinne von "ich schaff die Kohle ran, und ansonsten geh ich mit dem Sohn auf den Fußballplatz" sondern im Sinne von täglicher Fürsorge.

Aber wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich das nicht so recht. Tut mir leid, Jungs: Wenn es einen Unterscheid zwischen den Geschlechtern gibt, dann den, das FRAUEN sich instinktiv um Kinder kümmern. Und Männer das den gerne den Frauen überlassen, und sich um den Rest der Welt kümmern.

Der Feminismus ist für mich der Versuch, die Herren der Schöpfung genau an diese Verantwortung zu erinnern - FÜR ihre Kinder da zu sein, FÜR ihre Familie zu sorgen - und das nicht nur indem sie dafür sorgen, dass das Konto gut gefüllt ist. Sondern indem sie füttern und waschen und streicheln und trösten und zu Bett bringen und erziehen, TAG für TAG für TAG.

Kindertagesstätten sind nett (und ich bin sehr dafür) - aber sie lenken vom Eigentlichen ab: Sie schaffen Freiräume für die Frauen, die ihre Verantwortung so leichter tragen können, aber sie tun nichts dafür, das Männer ihre Verantwortung anerkennen und entsprechend zu leben anfangen.
Paradigma ist offline  
Alt 04.04.2012, 22:54   #880
Dave Bowman
Euer Liebden
 
Registriert seit: 05/2001
Ort: München
Beiträge: 14.550
Zitat:
Zitat von Paradigma Beitrag anzeigen
Der Feminismus ist für mich der Versuch, die Herren der Schöpfung genau an diese Verantwortung zu erinnern - FÜR ihre Kinder da zu sein, FÜR ihre Familie zu sorgen - und das nicht nur indem sie dafür sorgen, dass das Konto gut gefüllt ist. Sondern indem sie füttern und waschen und streicheln und trösten und zu Bett bringen und erziehen, TAG für TAG für TAG.
Und genau das haben meine Eltern getan. BEIDE!!!!!!!

ich habe diesen Propagandamist wirklich gestrichen satt, der aus Vätern Egoisten und aus ALLEN Müttern arme, unterdrückte, karierreverhinderte Märtyrerinnen macht.
Dave Bowman ist offline  
Alt 04.04.2012, 22:54 #00
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