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Alt 04.02.2013, 13:11   #31
Paradigma
Weisheit in Tüten
 
Registriert seit: 11/2010
Ort: östlich von Westfalen
Beiträge: 4.995
Radiokopf,

Deine Frage war:
Ist der Intellekt ein pures Resultat der Bildung?

Deine These:
Meiner Meinung nach, hat jeder Mensch, der frisch zur Welt kommt, die gleichen Grundvoraussetzungen. (Menschen mit Gendefekten, die in körperlichen oder geistigen Behinderungen resultieren vernachlässigen wir bei dieser Annahme.)

----
Kenntnisstand der Wissenschaft zur Stunde:
Jeder Mensch kommt mit individuellen Fähigkeiten und Begabungen auf die Welt,
die durch Umwelteinwirkungen verstärkt oder unterdrückt werden können.
Es ist strittig, welche Anteile an der Intelligenz des Menschen jeweils angeboren und welche angelernt sind.

Jeder meiner Links geht von dieser Grundannahme aus.
Wo du da deine These vertreten siehst, ist mir schleierhaft ...


Zitat:
gerade die zweite beschäftigt sich ausgiebig damit warum die von dir getroffene Prozentaussage nicht zutreffend ist ?
Ich nicht ´aben Prozentaussage getroffen: Siehe Posting Nr. 24 von mir:

Zitat:
Die wissenschaftlich anerkannte Lehrmeinung besagt, das es zu etwa 50 % genetische Faktoren und zu 50 % Umwelteinflüsse sind, die die individuellen Fähigkeiten (incl. der Intelligenz) des Menschen ausmachen. ... seither wird eigentlich nur mehr drüber gestritten, welchen Anteil jetzt die Gene haben und wie viel die Umwelt ausmacht.
Einem Review von 2010 zufolge reichen die Schätzungen über den genetischen Anteil der Varianz von Intelligenz von 30 bis 80 %. Wikipedia.)

Geändert von Paradigma (04.02.2013 um 13:14 Uhr)
Paradigma ist offline  
Alt 04.02.2013, 13:11 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 04.02.2013, 13:13   #32
Luthor
jolly cynic
 
Registriert seit: 02/2003
Ort: NW1
Beiträge: 16.834
Zitat:
Zitat von Paradigma Beitrag anzeigen
Luthor,

das ist aber Roman, und wenn er auch sehr überzeugend geschildert ist, hat er trotzdem keinerlei wissenschaftliche Relevanz. Hat außerdem nichts mit Intelligenz zu tun, sondern behandelt das Thema Sozialisierung (menschliches Sozialverhalten ist weitest gehend erworben) und Aggression (was eine grundlegendes, biologisches Verhaltensmuster des Menschen ist).
Paradigma, ich wusste nicht, dass wir im LT einen wissenschaftlichen Anspruch haben.
Wenn das so sein sollte, dann waere eine entsprechend wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Themen geboten, die ein *kurzes googlen* ausschliesst.
No offense, hope you catch my drift.

Mir ging es nur darum einen Gedankenanstoss in Richtung *anerzogen und angeboren* zu geben.
Wer gerne einfach nur so und ganz entspannt ueber dieses Thema nachdenken moechte, mag dieses Buch vielleicht zur Inspiration lesen.
Luthor ist offline  
Alt 04.02.2013, 13:15   #33
gastlovetalk
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Paradigma, ich wusste nicht, dass wir im LT einen wissenschaftlichen Anspruch haben.
Doch, logisch, wir sind ja Deutsche!

 
Alt 04.02.2013, 13:29   #34
Paradigma
Weisheit in Tüten
 
Registriert seit: 11/2010
Ort: östlich von Westfalen
Beiträge: 4.995
Ne, Luthor,

von einem wissenschaftlichen Anspruch sind wir echt meilenweit entfernt. Das kurze googeln sollte lediglich zeigen, das es eben kein kontrovers diskutiertes Thema ist, sondern das sich die Wissenschaft im Grundsatz da ziemlich einig ist, und nur mehr über die Details streitet.

Das ist in etwas so wie die Frage der Kontinentaldrift: Es gibt sie, das streitet kein Wissenschaftler mehr ab, aber es wird ständig dran rum gemessen und es wird debattiert, wie sie im Detail funktioniert.

Tatsächlich wirft dein literarischer Einwurf eine interessante Frage auf: Denn Aggression ist ja auch ein angeborenes Verhalten. Soweit ich das Überblicke, kann sie aber nicht "aberzogen" werden, sondern wird nur "kontrolliert". Diese Kontrolle kann ich erwerben, oder nicht, vermutlich gibt es eine ererbte Anlage für die Fähigkeit zur Kontrolle.

Das ist bei der Intelligenz ja anders: Da gibt es ein gewisses Potential, das wie im Laufe unseres Lebens entwickeln oder nicht. Intelligenz ist also grundlegend anderes als Aggression.

Soziales Verhalten steht noch mal auf einem anderen Blatt: Es gibt ein paar instinktive Muster (lächeln, brabbeln, flirten). Aber wie sich ein Mensch verhält, ist weitgehend kulturabhängig. Hier gibt es offenbar eine Art "Rohmaterial", das extrem formbar ist -
u. a. vielleicht von der Intelligenz und der Fähigkeit zur Kontrolle ...
Paradigma ist offline  
Alt 04.02.2013, 13:57   #35
Radiokopf
Senior Member
 
Registriert seit: 07/2010
Beiträge: 826
Zitat:
Zitat von Paradigma Beitrag anzeigen
Einem Review von 2010 zufolge reichen die Schätzungen über den genetischen Anteil der Varianz von Intelligenz von 30 bis 80 %. Wikipedia.)
Zitat:
Zitat von Paradigma Beitrag anzeigen
http://bernhard-hassenstein.de/liter...eltbedingtheit
(Das Ergebnis steht unten, unter Punkt D3)
Die Quelle führt lang und breit aus warum du nicht von einem positiven Anteil der Varianz der Umwelt ausgehen kannst.
Das ändert die Aussage zu einem Schlichten "die Probanden nutzen nicht ihr volles genetisches Potenzial", was so ziemlich das gleiche ist wie das die Umwelt entscheidet wer wie viel davon nutzen kann.

Was mich zu der Frage führt warum du für eine Theorie die nicht mal im ANSATZ beweifelt wird Quellen anführst die ihre schlüsse im Grundsatz anzweifeln ?

Geändert von Radiokopf (04.02.2013 um 14:01 Uhr)
Radiokopf ist offline  
Alt 04.02.2013, 14:20   #36
gastlovetalk
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Ach letztlich ist es doch so: es wird nicht mehr bezweifelt, dass erbliche Faktoren irgendwie zur Intelligenz beitragen (Intelligenz, nicht Bildung).

Umgekehrt kann auch nicht bezweifelt werden, dass die Bedingungen beim Aufwachsen ebenfalls eine Rolle bei der Entfaltung der eigenen Faehigkeiten spielen.

Wie stark das eine oder andere vorherrscht, kann niemand sagen.

Und eine "Varianz von 30% bis 80%" sagt auch genau das aus: es gibt von beiden Seiten irgendwelche Einfluesse aber keiner kann genau sagen, wie gross die sind.
 
Alt 04.02.2013, 14:22   #37
Radiokopf
Senior Member
 
Registriert seit: 07/2010
Beiträge: 826
Aber du hast recht das scheint fachlicher Konsens zu sein und ich hatte bisher hauptsächlich Artikel über Expertiseforschung gelesen die was Musikalität betrifft zu ganz anderen Ergebnissen kommt.
Radiokopf ist offline  
Alt 04.02.2013, 14:23   #38
Paradigma
Weisheit in Tüten
 
Registriert seit: 11/2010
Ort: östlich von Westfalen
Beiträge: 4.995
Was hat die Aussage

"die Probanden nutzen nicht ihr volles genetisches Potenzial", mit der Aussage
"alle Probanden haben das gleiche Potential" zu tun?

GAR nichts.

Zitat:
Jeder der beiden Faktoren kann — beim Maximalbetrag des anderen — ein Gesamtergebnis im Spielraum zwischen null und dem Höchstwert determinieren. Erbgut und Umwelt sind daher — falls man hartnäckig auf Prozentangaben beharrt — je zu 100% für den Erfolg der Kooperation verantwortlich. Quelle: http://bernhard-hassenstein.de/liter...eltbedingtheit
Was im Klartext heißt: Die Gene (und die sind individuell verschieden für jeden einzelnen Menschen) liefern das Potential,
die Umweltbedingungen bestimmen, was und wie viel von diesem Potential in "Intelligenz" (oder andere Fähigkeiten) umgesetzt wird.

Es bleibt dabei: JEDER Mensch hat eine andere Ausgangslage. Es gibt keine zwei Menschen die "mit den gleichen Grundvoraussetzungen frisch zur Welt kommen".


Zitat:
Aber du hast recht das scheint fachlicher Konsens zu sein und
ich hatte bisher hauptsächlich Artikel über Expertiseforschung gelesen
die was Musikalität betrifft zu ganz anderen Ergebnissen kommt.
Ok. Und was schließt du jetzt daraus? In Bezug auf Menschen und ihre Fähiugkeit, Wissen zu Erwerben?

Zitat:
Irgendwie geht es anders nicht in meinen Kopf, denn ich möchte einfach nicht wahrhaben, dass jemand entweder "schlau" oder "dumm" geboren wird und daran nichts ändern kann.
Sagen wir mal: Menschen werden schlauer oder dümmer geboren.
Aber anschließend gibt es jede Menge Möglichkeiten, die Karten zu verbessern - oder zu verschlechtern.
In einem gewissen Rahmen.

Geändert von Paradigma (04.02.2013 um 14:29 Uhr)
Paradigma ist offline  
Alt 04.02.2013, 15:42   #39
Purpleswirl
abgemeldet
Intellekt ist das Zusammenspiel von Hardware und Software.

Und so kann man von beidem durchaus leistungsschwächere oder leistungsstärkere Ausführungen haben.

Wenn die Hardware grundsätzlich nicht so leistungsstark ist, dann kann die beste Software nicht verarbeitet werden und leider lässt sich dieser Mangel auch nicht beheben, denn ausgerechnet für dieses System kann man sich keine leistungsstärkere Hardware kaufen, wenn die Grundausstattung es nicht bringt.
Purpleswirl ist offline  
Alt 04.02.2013, 16:09   #40
gastlovetalk
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Einstein glaubte, dass wir alle grundsaetzlich ueber viel mehr Intelligenz verfuegen als wir normalerweise benutzen.

Dadurch konnte er erklaeren, dass es moeglicherweise zwischen den Menschen grosse angeborene Intelligenzunterschiede von z.B. 20% geben koennte, ohne aber davon auszugehen, dass der Einzelne seinem persoenlichen Intelligenzgrad hilflos ausgeliefert sein muss.

Wenn in eienr Welt, in der nach Einsteins Vermutung nur wenige Menschen mehr als 30% der eigenen Hirnleistung verwenden, einer aus der hintersten Reihe den Weg findet, 50% des eigenen Hirns einzusetzen, dann waere sein Output naemlich ploetzlich fast doppellt so gross und auch den Begabtesten ueberlegen.

Das war zwar wohl nur eine Spekulation von ihm, koennte aber Radiokopf insofern helfen als der Widerspruch zwischen angeborener, schicksalhafter Begabung und dem Wunsch, z.B. durch Erziehung und guten Willen etwas im Leben erreichen zu koennen, in dem Bild zu einem Teil aufgeloest wird.
 
Alt 04.02.2013, 16:09 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

 

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Stichworte
bildung, einstellung, intellekt, intelligenz, mensch, menschenbild, philosophie

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