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Alt 01.02.2013, 01:04   #1
lost1994
Member
 
Registriert seit: 06/2009
Beiträge: 65
Ist der Intellekt das Resultat der Bildung?

Moin, hier mal was philosophisches

Die Frage: Ist der Intellekt ein pures Resultat der Bildung?

Meiner Meinung nach, hat jeder Mensch, der frisch zur Welt kommt, die gleichen Grundvoraussetzungen. (Menschen mit Gendefekten, die in körperlichen oder geistigen Behinderungen resultieren vernachlässigen wir bei dieser Annahme.)

Sobald jemand auf die Welt gekommt ist, überliegt es ihm alleine, was er mit dem ihm zur Verfügung gestelltem Potential anstellt - bzw. es nicht tut.

Antwort auf oben genannte Frage wäre meiner Meinung nach also:
Nein, der Intellekt beschreibt die - bei fast allen Menschen gleiche - Kapazität von dem, was von einem Individuum verstanden werden kann.
Die erhaltene Bildung des Individuums entscheidet jedoch über den Horizont seines "Verstehens". Beispielsweise kann jemand, der sein Gehirn andauernd fordert, synaptische Verbindungen neu aufbaut und bereits bestehende stärkt ein vielfaches mehr verstehen und begreifen, als jemand, der den ganzen Tag (und bitte nehmt es nicht als Diskreditierung) Fernsehen mit dem Anspruchsniveau vom RTL-Nachmittagunterhaltungsprogramm schaut.
Hier dürfte auch schon klar geworden sein, was für mich Bildung ist, denn Bildung ist meiner Meinung nach ein Synonym für die Komplexität der synaptischen Verbindungen im / am Gehirn. Umso komplexer die Verbindungsstrukturen, desto weiter ist der Horizont des "Verstehens" des Individuums.
Kleines Beispiel am Rande:
Die Anzahl der möglichen synaptischen Verbindungen im Gehirn - und es kann sich immerhin jede einzelne Zelle mit jeder anderen Zelle verbinden - übersteigt die Anzahl der Atome im gesamten Kosmos. Wir benutzen ja schließlich auch aktiv nur weniger als 10% der Kapazität unseres Gehirns.

Dieses Thema kam vor kurzem in einer Deutschstunde auf und ich stand mit meiner eben beschriebenen Meinung mehr oder weniger alleine da.

Irgendwie geht es anders nicht in meinen Kopf, denn ich möchte einfach nicht wahrhaben, dass jemand entweder "schlau" oder "dumm" geboren wird und daran nichts ändern kann.

Wobei meine Theorie meines Erachtens noch hapert -> Evolution.
Denn laut Evolutionstheorie gibt es in allen Organen Mutationen, wobei nur die besten und erfolgversprechendsten "überleben", sprich: sich vermehren.
Das würde wieder sagen, dass einige Menschen "schlauer" und einige "dümmer" wären, als andere.
Wobei, das mit dem sich vermehren müsste man in der heutigen Zeit auch noch mal gesondert betrachten



Soweit erstmal zu meiner Einstellung.

Würde mich sehr freuen über andere Meinungen zu lesen.

Mit freundlichen Grüßen,
lost1994
lost1994 ist offline  
Alt 01.02.2013, 01:04 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 01.02.2013, 01:15   #2
TeamU
Special Member
 
Registriert seit: 01/2011
Beiträge: 9.193
Zitat:
Zitat von lost1994 Beitrag anzeigen

Die Frage: Ist der Intellekt ein pures Resultat der Bildung?
Ich entstamme einer Handwerkerfamilie. Bildung haben wir vermutlich alle nicht viel. Ich kenne da keine Maßeinheit.

Als dumm würde ich keinen Einzigen einstufen, da unsere beruflichen Positionen diesen Schluß nicht zulassen.

In Ländern mit teuren Bildungssystemen können selten alle Kinder ewig Schulen besuchen. Die werden auch nicht alle dumm sein.

Jeder wird da Kompetenzen aufbauen, wo er sie benötigt.
TeamU ist offline  
Alt 01.02.2013, 01:50   #3
lost1994
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 06/2009
Beiträge: 65
Zitat:
Zitat von TeamU Beitrag anzeigen
In Ländern mit teuren Bildungssystemen können selten alle Kinder ewig Schulen besuchen. Die werden auch nicht alle dumm sein.
Hallo TeamU,

besonders deine abschließende Formulierung finde ich sehr, sehr gut.
Passt auch zu einem aktuellen Thema in der Politik - die man ja in eigentlich allen Lebensbereichen irgendwie involvieren kann. Nämlich der komparative Kostenvorteil (Ricardo Theorem). Jeder macht das, was ihm relativ zu anderen am besten gelingt und tauscht dann mit anderen, die sich auf etwas anderes spezialisiert haben.

Zur Klarstellung von obigem Zitat: Ich meine mit Bildung nicht nur schulische Bildung, sondern auch die Eigeninitiative zum lernen von verschiedenen Dingen beispielsweise durch das Internet, Bücher, Filme etc.
Beispielsweise schlage ich Wörter nach, die ich z.B. im Internet gelesen habe und deren Bedeutung ich nicht kenne. Das ist meiner Meinung auch Bildung.


LG,
lost1994
lost1994 ist offline  
Alt 01.02.2013, 02:11   #4
TeamU
Special Member
 
Registriert seit: 01/2011
Beiträge: 9.193
Zitat:
Zitat von lost1994 Beitrag anzeigen
Jeder macht das, was ihm relativ zu anderen am besten gelingt und tauscht dann mit anderen, die sich auf etwas anderes spezialisiert haben.
Mit der Einführung von Geld als Zahlungsmittel hat man das dann zum funktionieren gebracht.

Naja, Eigeninitiative gut und schön, nur ist in großen Teilen Indiens und Afrikas z,B. der Zugang zu Bildungsmitteln echt nicht einfach.
TeamU ist offline  
Alt 01.02.2013, 02:15   #5
lost1994
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 06/2009
Beiträge: 65
Zitat:
Zitat von TeamU Beitrag anzeigen
nur ist in großen Teilen Indiens und Afrikas z,B. der Zugang zu Bildungsmitteln echt nicht einfach.
Soetwas wäre doch ein nobles Ziel, das es zu erreichen gilt.
Damit wirklich alle Menschen die gleichen Chancen haben.
lost1994 ist offline  
Alt 01.02.2013, 02:19   #6
TeamU
Special Member
 
Registriert seit: 01/2011
Beiträge: 9.193
Zitat:
Zitat von lost1994 Beitrag anzeigen
Soetwas wäre doch ein nobles Ziel, das es zu erreichen gilt.
Damit wirklich alle Menschen die gleichen Chancen haben.
Das geht nicht, dann bricht die Weltwirtschaft zusammen und kulturell ist es auch nicht durchführbar.

Glaubst du Kolonialisierung wäre durchführbar gewesen, wenn in den Kolonien niemand mitgemacht hätte?
TeamU ist offline  
Alt 01.02.2013, 05:39   #7
Manati
deus ex manati
 
Registriert seit: 04/2012
Ort: Mal hier, mal dort.
Beiträge: 7.727
Zitat:
Zitat von lost1994 Beitrag anzeigen
Meiner Meinung nach, hat jeder Mensch, der frisch zur Welt kommt, die gleichen Grundvoraussetzungen. (Menschen mit Gendefekten, die in körperlichen oder geistigen Behinderungen resultieren vernachlässigen wir bei dieser Annahme.)
Schon das halte ich für eine falsche Annahme.
Natürlich haben Menschen unterschiedliche Voraussetzungen und unterschiedliche Talente - und ich denke, das ist auch ganz gut so.

Zitat:
Sobald jemand auf die Welt gekommt ist, überliegt es ihm alleine, was er mit dem ihm zur Verfügung gestelltem Potential anstellt - bzw. es nicht tut.
Gerade in den ersten Lebensjahren obliegt das ja vor allem den Eltern, wie sie das Potential ihrer Kinder fördern (oder eben nicht).
Zitat:
Antwort auf oben genannte Frage wäre meiner Meinung nach also:
Nein, der Intellekt beschreibt die - bei fast allen Menschen gleiche - Kapazität von dem, was von einem Individuum verstanden werden kann.
Die erhaltene Bildung des Individuums entscheidet jedoch über den Horizont seines "Verstehens". Beispielsweise kann jemand, der sein Gehirn andauernd fordert, synaptische Verbindungen neu aufbaut und bereits bestehende stärkt ein vielfaches mehr verstehen und begreifen, als jemand, der den ganzen Tag (und bitte nehmt es nicht als Diskreditierung) Fernsehen mit dem Anspruchsniveau vom RTL-Nachmittagunterhaltungsprogramm schaut.
Hier dürfte auch schon klar geworden sein, was für mich Bildung ist, denn Bildung ist meiner Meinung nach ein Synonym für die Komplexität der synaptischen Verbindungen im / am Gehirn. Umso komplexer die Verbindungsstrukturen, desto weiter ist der Horizont des "Verstehens" des Individuums.
"Verstehen" hat nicht in allen Bereichen etwas mit Bildung zu tun, in vielen auch mit Erfahrung.
Fernsehen mit "niedrigem" Niveau wird auch in Akademikerkreisen () gerne gesehen, hilft abends beim Abschalten. (Ich weiß es nicht, mich nervt das Gedudel, aber was man so hört wird das viel geschaut.)

Für mich ist Bildung eher mit Wissen gleichzusetzen.
Und Wissen kann man in den unterschiedlichsten Bereichen haben.
Und die unterschiedlichen Bereiche können auch eine unterschiedliche gesellschaftliche Relevanz haben.

Zitat:
Irgendwie geht es anders nicht in meinen Kopf, denn ich möchte einfach nicht wahrhaben, dass jemand entweder "schlau" oder "dumm" geboren wird und daran nichts ändern kann.
Schlauheit oder Dummheit, wie du das plakativ nennst, sind ja keine Indikatoren für ein gutes oder schlechtes Leben.
Zitat:
Wobei meine Theorie meines Erachtens noch hapert -> Evolution.
Denn laut Evolutionstheorie gibt es in allen Organen Mutationen, wobei nur die besten und erfolgversprechendsten "überleben", sprich: sich vermehren.
Das würde wieder sagen, dass einige Menschen "schlauer" und einige "dümmer" wären, als andere.
Wobei, das mit dem sich vermehren müsste man in der heutigen Zeit auch noch mal gesondert betrachten
Müsste man nicht anders betrachten, denn so schnell gibt es ja auch keine Anpassung.


Zitat:
Zitat von lost1994 Beitrag anzeigen
Hallo TeamU,

besonders deine abschließende Formulierung finde ich sehr, sehr gut.
Passt auch zu einem aktuellen Thema in der Politik - die man ja in eigentlich allen Lebensbereichen irgendwie involvieren kann. Nämlich der komparative Kostenvorteil (Ricardo Theorem). Jeder macht das, was ihm relativ zu anderen am besten gelingt und tauscht dann mit anderen, die sich auf etwas anderes spezialisiert haben.

Zur Klarstellung von obigem Zitat: Ich meine mit Bildung nicht nur schulische Bildung, sondern auch die Eigeninitiative zum lernen von verschiedenen Dingen beispielsweise durch das Internet, Bücher, Filme etc.
Beispielsweise schlage ich Wörter nach, die ich z.B. im Internet gelesen habe und deren Bedeutung ich nicht kenne. Das ist meiner Meinung auch Bildung.
Klar ist das Bildung.
Aber Bildung ist eben nicht gleich Intelligenz oder Intellekt.

Zitat:
Zitat von lost1994 Beitrag anzeigen
Soetwas wäre doch ein nobles Ziel, das es zu erreichen gilt.
Damit wirklich alle Menschen die gleichen Chancen haben.
Das wird nie eintreten.
Manati ist offline  
Alt 01.02.2013, 07:13   #8
Meriana
Special Member
 
Registriert seit: 06/2012
Beiträge: 6.376
Wenn alle Menschen mit den selben Vorraussetzungen auf die Welt kommen, wie kann es sein, dass sich sogar Geschwister teilweise erheblich unterscheiden?
Meriana ist offline  
Alt 01.02.2013, 07:37   #9
Hex
...
 
Registriert seit: 12/1999
Ort: Paderborn
Beiträge: 11.467
Das liegt wohl daran, dass man, bevor man so ein Thema in den Raum wirft, sich einmal über die "Anlage-Umwelt-Kontroverse" schlau machen sollte

(um den Satz einfacher zu äußern: das sind die Versuche mit Zwillingspärchen, die in unterschiedlichen Familien aufwachsen und was an ihnen gleich ist und was nicht)
Hex ist offline  
Alt 01.02.2013, 08:13   #10
GreatBallsofFire
Ein Buch über Nerds!!
 
Registriert seit: 01/2007
Ort: Hoch den Rock, rein den Stock!
Beiträge: 11.530
Zitat:
Zitat von lost1994 Beitrag anzeigen
Soetwas wäre doch ein nobles Ziel, das es zu erreichen gilt.
Damit wirklich alle Menschen die gleichen Chancen haben.
Chancengleichheit bringt auch nicht allzuviel.

Denn selbst wenn am Start alle in einer Linie stehen, kommen wir doch alle unterschiedlich im Ziel an, und einige bleiben sogar auf der Strecke.

Wir haben schon von Natur aus nicht die gleichen Chancen.

Denn selbst wenn ich jeden Tag übe, und dabei die beste Ausbildung bekomme, werde ich es nie zum Opernsänger bringen,
weil ich ganz einfach keine Stimme dazu habe, und auch nicht die nötige Musikalität.

Was soll ich also aus Chancengleichheit an einer Musikschule?

Der Gedanke, das jeder alles kann, wenn er nur will, und vom Gesellschaftssystem die Chance dazu bekommt, ist reine Augenwischerei
die viel Geld kostet und nichts bringt.
GreatBallsofFire ist offline  
Alt 01.02.2013, 08:13 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

 

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