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Alt 27.11.2013, 16:06   #1
whatIwant
Wonderwoman
 
Registriert seit: 05/2013
Ort: nördlich
Beiträge: 5.385
Unzufriedenheit das neue Glück?

Mir fällt in letzter Zeit auf, dass immer stärker die Unzufriedenheit in den Vordergrund gerückt wird. Sei es die eigene oder die "der breiten Masse", die dann anhand einiger twitter- oder facebook-Meldungen durch die Medien hervorgestellt wird.

Man bekommt den Eindruck, das überall nur noch herumgenöhlt wird. Seien es aktuell die "Erfolge der Koalitionsverhandlungen" bei der SPD (die auf facebook angebeblich weitestgehend negativ kommentiert werden) oder der x-te "Shitstorm". Man ist gegen die Gedanken zum Veggie-Day, man ist gegen dies, man ist gegen das.

Zufriedenheit wird jedoch kaum mehr öffentlich geäußert, aktiv gehandelt jedoch auch nicht.

Sind wir momentan in einer Neid- und Frustphase des Lebens angelangt oder ist das einfach nur eine Dynamik des Internets und der Online-Berichterstattung für den unzufriedenen Leser? Motzen nur die, die Zeit zum Motzen haben und frustriert sind, während die ausgewogenen Menschen besseres zu tun haben, als ihre negativ-Meinung für den Bruchteil einer Sekunde in die Weltgeschichte zu posaunen? Oder erleben wir das Aufbegehren des Volkes, dass sich nicht mehr verarschen lassen will? Oder liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen?

Was sagt ihr dazu? Gibt es einem ein gutes Gefühl Unzufriedenheit zu äußern? Will man etwas bewegen? Ist es Frust, Neid oder die Suche nach "gefällt mir"-Anerkennung?
whatIwant ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2013, 16:06 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo whatIwant, ich kann mir vorstellen dass es dir heute nicht so gut geht. Was da hilft ist Schokolade. Schokolade hilft immer und es geht einem damit sicher nicht besser, aber für einen kurzen Moment kann man alle Sorgen vergessen. Ich habe heute beim Milka Schokoladenpaket Gewinnspiel mit gemacht. Vielleicht ist das auch was für dich?
Alt 27.11.2013, 16:13   #2
Dave Bowman
Euer Liebden
 
Registriert seit: 05/2001
Ort: München
Beiträge: 14.553
Das sehe ich alles sehr viel undramatischer. Wer zufrieden ist und in sich ruht, der hat kein Bedürfnis, dies der Welt andauernd und ungefragt mitzuteilen, deswegen sieht und hört man solche Menschen nicht. Wozu auch? Im Gegensatz zu denjenigen, auf die du dich beziehst. Die also jedem ständig möglichst jammernd und nölend erklären, wie unzufrieden sie sind, denen die ebenso denken, und denen, die es nicht hören wollen.

Das alles hat weder etwas mit Verarsche noch mit einer besonders großen Neid- und Frustphase zu tun. Die Menschen waren schon immer so. Ich wüsste, ganz im Gegenteil, gar nicht, was an diesem Verhalten neu sein wollte.
Dave Bowman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2013, 16:17   #3
whatIwant
Wonderwoman
Themenstarter
 
Registriert seit: 05/2013
Ort: nördlich
Beiträge: 5.385
Zitat:
Zitat von Dave Bowman Beitrag anzeigen
Das sehe ich alles sehr viel undramatischer. Wer zufrieden ist und in sich ruht, der hat kein Bedürfnis, dies der Welt andauernd und ungefragt mitzuteilen, deswegen sieht und hört man solche Menschen nicht. Wozu auch? Im Gegensatz zu denjenigen, auf die du dich beziehst. Die also jedem ständig möglichst jammernd und nölend erklären, wie unzufrieden sie sind, denen die ebenso denken, und denen, die es nicht hören wollen.

Das alles hat weder etwas mit Verarsche noch mit einer besonders großen Neid- und Frustphase zu tun. Die Menschen waren schon immer so. Ich wüsste, ganz im Gegenteil, gar nicht, was an diesem Verhalten neu sein wollte.
Vielleicht fällt es mir nur in letzter Zeit auf, weil darüber immer stärker mit social media Bezug berichtet wird. Immer wieder werden gleich Kommentare von Usern dazugepostet, meist unzufriedene natürlich.

Das sich die Zufriedenen seltener äußern denke ich ebenfalls, wird natürlich nur nie erwähnt.

Vielleicht habe ich auch einfach nur zu viel von diesem Frustbezug in Kombination mit Schlagzeilen wie:

"Sylvie van der Vaart hat dies gemacht"
"Waldemar Hartmann patzt bei Jauch"
"unbekannte Topmodel-Kandidaten sagt irgendwas doofes"

Aber selbst wenn ich aktuell auf die faz-Startseite klicke, sehe ich keine Überschrift mit positiver Meldung.

Anderes Beispiel: Selbst der aktuelle Schachweltmeister wird kritisiert:

http://www.sueddeutsche.de/sport/kri...stil-1.1829237

Wie gesagt, ich habe das Gefühl alles ist nur noch negativ.

Geändert von whatIwant (27.11.2013 um 16:23 Uhr)
whatIwant ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2013, 16:57   #4
Dave Bowman
Euer Liebden
 
Registriert seit: 05/2001
Ort: München
Beiträge: 14.553
Durch Social Networking und Massenmedien lassen sich Missstimmungen und Trivialitäten natürlich sehr viel schneller und vor allem flächendeckender verbreiten, als früher durch nur durch Printmedien, oder noch davor lediglich von Mund zu Mund.

Aber das ist genau der Punkt: Negatives und Triviales verkaufen sich schon immer exzellent, nur heutzutage noch aufgeblasener und noch vielfältiger.

Und natürlich entspringt die Kritik an Magnus Carlsen, die ja nicht nur in der SZ geübt wird, einer gewissen Blasiertheit und der altbekannten Lust daran, die Erfolgreichen zu diskreditieren. Auch nix neues.

BTW - ich finde, Magnus Carlsen ist ein genialer Spieler, vielleicht der beste seit Bobby Fisher und womöglich sogar besser als er. Und er hat vollkommen recht - Schach ist ein körperliches Spiel, erst recht auf diesem allerhöchsten Niveau. Wer da keine entsprechende Physis mit ans Brett bringen kann, dem helfen auch Talent und Erfahrung allein am Ende nichts.
Dave Bowman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2013, 17:07   #5
whatIwant
Wonderwoman
Themenstarter
 
Registriert seit: 05/2013
Ort: nördlich
Beiträge: 5.385
Zitat:
Zitat von Dave Bowman Beitrag anzeigen
Durch Social Networking und Massenmedien lassen sich Missstimmungen und Trivialitäten natürlich sehr viel schneller und vor allem flächendeckender verbreiten, als früher durch nur durch Printmedien, oder noch davor lediglich von Mund zu Mund.

Aber das ist genau der Punkt: Negatives und Triviales verkaufen sich schon immer exzellent, nur heutzutage noch aufgeblasener und noch vielfältiger.
Kann gut sein, das es dadurch in meiner Wahrnehmung so extrem wirkt. Oder habe ich diese exklusiv?

Zitat:
Und natürlich entspringt die Kritik an Magnus Carlsen, die ja nicht nur in der SZ geübt wird, einer gewissen Blasiertheit und der altbekannten Lust daran, die Erfolgreichen zu diskreditieren. Auch nix neues.
Natürlich nicht SZ-Exklusiv. Es ist ja nicht einmal die SZ, die die Kritik übt, sondern sie einfach nur verkauft.

Zitat:
BTW - ich finde, Magnus Carlsen ist ein genialer Spieler, vielleicht der beste seit Bobby Fisher und womöglich sogar besser als er. Und er hat vollkommen recht - Schach ist ein körperliches Spiel, erst recht auf diesem allerhöchsten Niveau. Wer da keine entsprechende Physis mit ans Brett bringen kann, dem helfen auch Talent und Erfahrung allein am Ende nichts.
Ja. Und das ist wieder der Punkt. Da wird ein genialer Spieler mit Anfang 20 Schachweltmeister und was man kurz darauf darüber liest ist negativ behaftet.

Wenn Deutschland auch bei der kommenden WM gegen Italien ausscheidet, wird Italien auch nicht einfach besser gewesen sein, sondern Deutschland hätte das weiterkommen ja verdient.

War diese fehlende Anerkennung von Erfolg vor 30-40 Jahren auch schon so?
whatIwant ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2013, 18:00   #6
DkdLns
Golden Member
 
Registriert seit: 05/2012
Ort: Möwenhausen
Beiträge: 1.119
Zitat:
Zitat von whatIwant Beitrag anzeigen
Kann gut sein, das es dadurch in meiner Wahrnehmung so extrem wirkt. Oder habe ich diese exklusiv?
Jein. Ich würde vermuten, das hat mit dem sogenannten confirmation bias (Bestätigungs-Verzerrung) und selektiver Erinnerung zu tun. Dir ist irgendwann mal der Gedanke "alle sind so negativ" gekommen und seit diesem Moment bemerkst und erinnerst Du gezielt die Dinge, die zu diesem Gedanken passen.

Ein ähnliches Phänomen ist die "Herrchen und Hund sind sich ähnlich" Vermutung.
DkdLns ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2013, 18:37   #7
leonora
special
 
Registriert seit: 12/2009
Ort: im Leben
Beiträge: 15.940
na ja , so manchmal hab ich auch den Eindruck (der natürlich ebenfalls nur deshalb existieren könnte, weil ich da gezielter hinsehe und den "Rest" ausblende ), dass Leute lieber "spannendere" Dramen aus ihrem Leben erzählen als das Nette, Harmlose, Fröhliche, Glüchkichmachende

so wie die Tageszeitung, keiner würde kaufen, wenn nur gute Nachrichten drin stehen würden...

oder vllt ist es Anzeichen dafür, wie viele bedürftig sind, dass man sich mit ihnen beschäftigt, und wie ginge das einfacher als mit einem "Drama", wo sich dann andere dran abarbeiten = aktiv sein können
leonora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2013, 18:44   #8
DkdLns
Golden Member
 
Registriert seit: 05/2012
Ort: Möwenhausen
Beiträge: 1.119
Ja klar kommt das dazu. Wie viele Songs handeln von negativen Erfahrungen, Trauer und Schmerz und wie viele von guten Dingen?

Wenn man zufrieden ist, teilt man sich nicht so häufig mit. Das war allerdings schon immer so. Dass es "whatIwant" so vorkommt, als wäre das heutzutage immer mehr, liegt an der Wahrnehmungsverzerrung durch diesen Bestätigungsfehler...
DkdLns ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2013, 18:52   #9
whatIwant
Wonderwoman
Themenstarter
 
Registriert seit: 05/2013
Ort: nördlich
Beiträge: 5.385
Zitat:
Zitat von DkdLns Beitrag anzeigen
Ja klar kommt das dazu. Wie viele Songs handeln von negativen Erfahrungen, Trauer und Schmerz und wie viele von guten Dingen?

Wenn man zufrieden ist, teilt man sich nicht so häufig mit. Das war allerdings schon immer so. Dass es "whatIwant" so vorkommt, als wäre das heutzutage immer mehr, liegt an der Wahrnehmungsverzerrung durch diesen Bestätigungsfehler...
Dann sollte ich anders fragen? Warum sind wir so negativ?
whatIwant ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2013, 19:38   #10
TeamU
Special Member
 
Registriert seit: 01/2011
Beiträge: 9.194
Es ist schlicht "deutsch", sich zu allem negativ zu äußern und Bedenken anzumelden.
TeamU ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2013, 19:38 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hey TeamU, egal wie gross deine Sorgen auch sein mögen, mir hilft es immer nach draußen zu gehen und den Grill anzuwerfen. Grillen ist Entspannung pur. Ob nun ein deftiges BBQ oder ein einfach mariniertes Schweinesteak. Am Grill kann ich alle Probleme vergessen. Du hast noch keinen Grill? Bei der Telekom kannst du aktuell am Angrillen 2019 Gewinnspiel mitmachen und entweder einen Beefer oder ein Keramik Ei gewinnen. Wer von uns gewinnt lädt den anderen ein ;-)
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