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Alt 14.09.2015, 23:05   #41
Julie25
Member
 
Registriert seit: 12/2011
Beiträge: 301
Zitat:
Zitat von Trimalchio Beitrag anzeigen
Ein bisschen weiter schon als diejenigen, die einfach eine inhaltslose Diskussion über Angst führen wollen.
hast schon recht finde es halt nur immer schade, wenn rein einseitig argumentiert wird. Kann mir nicht vorstellen, dass so eine komplexe Idee nur! positiv oder negativ sein soll dafür gibt es parteiübergreifend auch zu viel zustimmung bzw. ablehnung.
Julie25 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2015, 23:05 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 14.09.2015, 23:33   #42
Iskander
Platin Member
 
Registriert seit: 04/2012
Beiträge: 1.789
Zitat:
positiv oder negativ sein soll
Für manche ist es positiv , für manche negativ, wäre ich in der Daimlerkonzernspitze wäre es positiv für mich, wäre ich Bauer wäre es schelcht für mich
Iskander ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2015, 07:47   #43
SirPatrick
Member
 
Registriert seit: 11/2014
Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 176
Zitat:
Zitat von Trimalchio Beitrag anzeigen
Dann Sir Patrick nenn doch einmal die großartigen existierenden Handelshemmnisse für europäische Waren bei Exporten in die USA. gibt es doch in Wahrheit nicht so viele. Und Deutschland exportiert in die USA - kritisiert von den USA - bereits weltmeisterlich! Ich kann es nur als Märchen ansehen, dass die sich nach dem Abschluss von TTIP und den damit verbundenen Investitionsschutzabkommen auf noch mehr deutsche Exporte in die USA einlassen wollen.

Über Angst zu philosophieren bringt uns aber auch nicht großartig weiter. Ist es die Angst vor dem Weltuntergang, wenn wir TTIP nicht abschließen? Oder ist es eher die Angst, vor dem Weltuntergang gerade weil wir TTIP abschließen? Das lenkt in Wahrheit nur vom Thema ab. Die nüchterne und nicht von Angst geprägte Analayse des US-Professors und Nobelpreisträgers Paul Krugman wäre da durchaus lesenswert.

Und tatsächlich: Egal welcher Wirtschaftsprofessor sich dazu äußert: Die gehen doch alle davon aus, dass es den landwirtschaftlichen Unternehmen sowie den kleinen und mittleren Betrieben schaden und den Konzernen nutzen wird. Das deckt sich doch auch mit der Erfahrung mit Freihandelsabkommen. Oder glaubst Du es erst, wenn der Wissenschaftler aus Deiner Lieblingspartei kommt?
Das hat mit Partei wenig zu tun. Ich bin Liberaler (im wahrsten Sinne des Wortes) und finde Handelshemmnisse allgemein beseitigungswert. Für den kleinen Verbraucher der Waren (z.B. Klamotten etc.) aus den USA beziehen will, fallen teils horrende Steuern an. Es kommt bei Ttip drauf an, wie es ausverhandelt wird, unsere Standards dürfen wir natürlich nicht komplett aufgeben. Es müssen Verhandlungen auf Augenhöhe geführt werden! Kleine und mittlere Betriebe werden darunter nicht so leiden, weil "made in Germany" in der USA noch mehr gefragt sein wird. Und gerade z.B. im Bereich Lebensmittel sind die Amis ganz scharf auf deutsche Produkte. Je weniger Handelshemmnisse, desto mehr Handelt vereinfacht gesagt.

Das Problem in Deutschland ist eher, dass zu wenig für den Binnenkonsum getan wird (Deutschland ist extrem exportabhängig). Diesen anzukurbeln ist Aufgabe einer vorausschauenden Wirtschaftspolitik, die mit den aktuellen Parteien im Bundestag nicht zu machen ist.
SirPatrick ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2015, 10:35   #44
Trimalchio
abgemeldet
Zitat:
Zitat von Julie25 Beitrag anzeigen
hast schon recht finde es halt nur immer schade, wenn rein einseitig argumentiert wird. Kann mir nicht vorstellen, dass so eine komplexe Idee nur! positiv oder negativ sein soll dafür gibt es parteiübergreifend auch zu viel zustimmung bzw. ablehnung.
Wenn so ein Vorhaben angestrebt wird, gibt es immer diejenigen, die sich davon einen Nutzen versprechen und diejenigen, die davon Nachteile haben. Das liegt wohl in der Natur jeder politischen Entscheidung.

Wie schon oben geschrieben, werden große Konzerne davon tendenziell profitieren. Dafür gehen Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Betrieben verloren, die eben nicht vom Export oder von Investitionsschutzabkommen profitieren können. Auch wenn deutsche Brötchen in den USA einen guten Ruf haben sollten, wird der kleine deutsche Bäcker eben nicht von TTIP und Investitionsschutzabkommen profitieren. Er darf eher über seine Steuern dann große Schadensersatzsummen an Konzerne mitbezahlen.

Da der Handel zwischen den USA und Deutschland allerdings kann kaum noch ausgebaut werden.

Die Zahlen vom recht konservativen und deswegen wohl von Sir Patrick bevorzugten ifo-Institut einer angeblichen Exportsteigerung von 80 % grenzen dann eher an Publikumsverarschung, denn an seriöse Prognosen. Dadurch soll dann die Arbeitslosigkeit auch gerade mal minimal sinken. Wenn die Zahlen in dem Bereich nur mit einer von den USA nicht gewünschten deutschen Exportsteigerung machbar sind, wäre das Ergebnis allerdings eine zunehmende Arbeitslosigkeit.

Hinzu kommt eine gut funktionierende Wirtschaftsspionage der USA, wenn ich allein mal an das Handy der Kanzlerin denke.

Ich glaube aber, dass die Investitionsschutzabkommen der größte Hammer in der Sache sind. Nur ein Beispiel: Einmal weitgehender Ausstieg aus dem Fracking wegen massiver Umweltgefährdung könnte dann den Gesetzgeber Milliarden kosten - oder aber der Gesetzgeber würde mit fatalen Umweltfolgen auf derartige Gesetze verzichten. Die USA wollen gar Abschluss eines Freihandelsabkommens ein Mitspracherecht bei neuen Gesetzen haben.

Europa sollte zudem vor neuen Verträgen die eigenen Mängel im innereuropäischen Freihandel bekämpfen. Ganz Südeuropa und Irland haben schon seit der Einführung des Euro erhebliche wirtschaftliche Nachteile erlitten. Griechenland könnte sich als Problem verschärfen, wenn da auch noch Einigungen mit den USA hermüssen.

Ich sehe das Ganze als eher nachteilig für die Allgemeinheit.
Trimalchio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2015, 10:56   #45
Iskander
Platin Member
 
Registriert seit: 04/2012
Beiträge: 1.789
So einfach ist es eben nicht.

Freihandel führt zwar zu einem Wohlstandswachstum ! Wie dieses zwischen den beiden Ländern verteilt wird, und wie es innerhalb dieses Länder verteilt wird (bzw. sich verteilt) ist eine ganz andere Frage.

Man muss bedenken, der Effekt wird gering sein, weil die EU und die USA schon viel Handel treiben, und es sich grösstenteils um Gesättigte Märkte handelt!

Dem deutschen Mittelstand, made in Germany , Hidden Champions etc. hingegen wird es nicht so viel bringen, treiben sich diese Firmen doch oft im Berreich Spezialwerkzeuge, Investitionsgüter herum, wo Freihandel nicht die entsprechenden Hürden abbaut, da es meist Weltweit eh nur wenige mögliche Hersteller gilt.


Beweis der Thesis, die letzten 20 Jahre

Globalisierung und Europäische Integration, kaum ein Land hat so stark davon profitiert wie Deutschland, Vermögen und Wohlstand sind gestiegen ! Der Durchschnittsdeutsche hingegen, hat reale Lohneinbußen und sein Lebensstandard ist am sinken.

Geändert von Iskander (15.09.2015 um 11:24 Uhr)
Iskander ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2015, 11:20   #46
Trimalchio
abgemeldet
Zitat:
Zitat von Iskander Beitrag anzeigen
Für manche ist es positiv , für manche negativ, wäre ich in der Daimlerkonzernspitze wäre es positiv für mich, wäre ich Bauer wäre es schelcht für mich
Du sagst es. Genau da sind die Trennlinien. Und selbst Unternehmen wie Daimler haben bekanntlich ihre Möglichkeiten schon mal falsch eingeschätzt - deutsche Wertarbeit hin oder her.

Falls amerikanische Firmen es nicht heute schon als Gefahrensignal ansehen, wenn da was deutsche "Wertarbeit" ist. Ich denke mal an die Exporte des Medikamentes Lipobay. Das führte zu einer riesigen Schadensersatzklage.
Trimalchio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2015, 11:28   #47
Trimalchio
abgemeldet
Zitat:
Zitat von Iskander Beitrag anzeigen
So einfach ist es eben nicht.

Freihandel führt zwar zu einem Wohlstandswachstum ! Wie dieses zwischen den beiden Ländern verteilt wird, und wie es innerhalb dieses Länder verteilt wird (bzw. sich verteilt) ist eine ganz andere Frage.

Man muss bedenken, der Effekt wird gering sein, weil die EU und die USA schon viel Handel treiben, und es sich grösstenteils um Gesättigte Märkte handelt!

Dem deutschen Mittelstand, made in Germany , Hidden Champions etc. hingegen wird es nicht so viel bringen, treiben sich diese Firmen doch oft im Berreich Spezialwerkzeuge, Investitionsgüter herum, wo Freihandel nicht die entsprechenden Hürden abbaut, da es meist Weltweit eh nur wenige mögliche Hersteller gilt.


Beweis der Thesis, die letzten 20 Jahre

Globalisierung und Europäische Integration, kaum ein Land hat so stark davon profitiert wie Deutschland, Vermögen und Wohlstand sind gestiegen ! Der Durchschnittsdeutsche hingegen, hat nomial Lohneinbußen und sein Lebensstandard ist am sinken.
Selbst beim Wachstum sind wir einer Meinung. Aber ist es Wohlstandswachstum? Jährlich 5 % Vermögenswachstum landen höchst einseitig beim oberen Bevölkerungsdrittel und ganz kumuliert beim oberen 1 %. Da führt es nicht mehr zum Wachstum des vorhandenen Wohlstands. Und andere dürfen immer mehr arbeiten für sinkende Stundenlöhne.

Die heutige Wirtschaft ist dysfunktional. Es gehttrotz Wachstum immer mehr Menschen schlechter statt besser. Das System ist verbesserungswürdig oder mindestens reparaturbedürftig.
Trimalchio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2015, 11:40   #48
Trimalchio
abgemeldet
Zitat:
Zitat von SirPatrick Beitrag anzeigen
Das Problem in Deutschland ist eher, dass zu wenig für den Binnenkonsum getan wird (Deutschland ist extrem exportabhängig). Diesen anzukurbeln ist Aufgabe einer vorausschauenden Wirtschaftspolitik, die mit den aktuellen Parteien im Bundestag nicht zu machen ist.
Ja. Es wird tatsächlich zu wenig für den Binnenkonsum getan. Das fängt damit an, dass um möglichst niedrige Löhne gekämpft wird, was gut ist für niedrige Lohnstückkosten und gut für Exporte. Exporte dann auch in Länder, die eben gar nicht mehr ihre eigenen Importe bezahlen können und in denen der Staatshaushalt in eine Schieflage gerät. Griechenland ist da ja nur ein Beispiel. Ganz Südeuroopa hat da schon unter übermäßigen deutschen Exporten gelitten.

Sind wir wirklich von Exporten beispielsweise nach Griechenland oder Irland abhängig? Den deutschen Exportwahn finde ich überdenkenswert. Die USA haben dazu schon deutliche Worte verloren. Die finden die aggressive deutsche Exportpolitik falsch. Noch einmal: Allein das sollte uns bei den Verhandlungen über TTIP und Investitionsschutzabkommen zu denken geben. Dürfte doch klar sein: Die USA wollen deutsche Exporte beschränken und selber mehr exportieren. Die Bundesregierung weiß das und treibt die geheimen Verhandlungen voran. Warum aber wird das der deutschen Bevölkerung unter der Mogelpackung einer Exportförderung verkauft?

Niedrige Reallöhne aber - muss ich wohl kaum noch sagen - sind schlecht für die Binnenkonjunktur.
Trimalchio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2015, 20:12   #49
Julie25
Member
 
Registriert seit: 12/2011
Beiträge: 301
Zitat:
Zitat von Iskander Beitrag anzeigen
Für manche ist es positiv , für manche negativ, wäre ich in der Daimlerkonzernspitze wäre es positiv für mich, wäre ich Bauer wäre es schelcht für mich
und für alle anderen Nicht Multi-Millionäre ist es auch einfach nur schrecklich, nicht war? So einfach ist die Welt...
Julie25 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.09.2015, 16:45   #50
SirPatrick
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Registriert seit: 11/2014
Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 176
Zitat:
Zitat von Trimalchio Beitrag anzeigen
Ja. Es wird tatsächlich zu wenig für den Binnenkonsum getan. Das fängt damit an, dass um möglichst niedrige Löhne gekämpft wird, was gut ist für niedrige Lohnstückkosten und gut für Exporte. Exporte dann auch in Länder, die eben gar nicht mehr ihre eigenen Importe bezahlen können und in denen der Staatshaushalt in eine Schieflage gerät. Griechenland ist da ja nur ein Beispiel. Ganz Südeuroopa hat da schon unter übermäßigen deutschen Exporten gelitten.

Sind wir wirklich von Exporten beispielsweise nach Griechenland oder Irland abhängig? Den deutschen Exportwahn finde ich überdenkenswert. Die USA haben dazu schon deutliche Worte verloren. Die finden die aggressive deutsche Exportpolitik falsch. Noch einmal: Allein das sollte uns bei den Verhandlungen über TTIP und Investitionsschutzabkommen zu denken geben. Dürfte doch klar sein: Die USA wollen deutsche Exporte beschränken und selber mehr exportieren. Die Bundesregierung weiß das und treibt die geheimen Verhandlungen voran. Warum aber wird das der deutschen Bevölkerung unter der Mogelpackung einer Exportförderung verkauft?

Niedrige Reallöhne aber - muss ich wohl kaum noch sagen - sind schlecht für die Binnenkonjunktur.
Ich denke nicht, dass die USA es drauf anlegt krampfhaft mehr zu exportieren als Deutschland. Das ist der Punkt Ttip muss öffentlicher verhandelt werden. Aber ich kann nichts verteufeln, was ich nicht kenne.

Deinen Ausführungen zur deutschen Wirtschaftspolitik kann ich nur beipflichten.
SirPatrick ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.09.2015, 16:45 #00
Verbraucherinformant

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