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Bodo B. 28.08.2017 15:23

Zitat:

Zitat von Lynxx (Beitrag 5595061)
Vielleicht ist meine Frage so verständlicher:

Für WEN genau stellt der nicht-Geimpfte eine Gefahr dar?

Für die Menschen die aus irgendeinem Grund nicht geimpft werden können.

Fehlender Impfschutz

002gast 28.08.2017 15:40

Zitat:

Zitat von Talamaur (Beitrag 5595045)
Bitte fass das jetzt als Angriff auf, denn es ist keiner, sondern lediglich eine sachliche Diskussion. Ich habe selbst ein paar Krebsfälle in der Familie, daher kann ich - auch wenn es nicht meine nicht vorhandenen Kinder betrifft - deinen Schmerz und deine Schuldgefühle vollkommen nachvollziehen.

Aber durch deine Argumentation sagst du folgendes: Scheiß egal was du machst, Krebs kriegste so oder so, Vorbeugen bringt einfach mal rein gar nichts.

Ich bin mir sicher, dass das nicht deine Intention ist. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass man es genau so lesen kann. Weil das die völlig falsche Herangehensweise ist - und da möchte ich eben gerne drauf hinweisen.

Denn von Krebs nicht vorbeugen, weil man (ja eh) nichts dagegen tun kann, ist es nicht weit zu: "Impfen bringt nichts und schadet mehr als dass es nutzt". Und spätestens da wird es dann eben gefährlich, nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Allgemeinheit.


Nein. Selbst wenn ich obige These in Frage stelle, impliziert das nicht, dass ich bedenkenlos und ungesund in den Tag lebe.

Ich esse kaum Zucker, lebe IF sehr konsquent, da ich Diabetes vermeiden will. Und eben Pankreaskrebs.

Rauche nicht, trinke kaum Alk und esse sehr bewusst. Sehr LC und eben nur einmal am Tag.
Und da koche ich mit saisonalem Gemüse und Salat...und Produkten vom Biobauern hier in der Nähe.

Trotzdem kann ich die obige These anzweifeln, und mich gesund, möglichst gesund ernähren und verhalten.

Talamaur 29.08.2017 09:48

Zitat:

Zitat von Bodo B. (Beitrag 5595067)
Für die Menschen die aus irgendeinem Grund nicht geimpft werden können.

Fehlender Impfschutz

Danke. :yeah:

Zitat:

Zitat von Silvana02 (Beitrag 5595074)
Nein. Selbst wenn ich obige These in Frage stelle, impliziert das nicht, dass ich bedenkenlos und ungesund in den Tag lebe.

Ich esse kaum Zucker, lebe IF sehr konsquent, da ich Diabetes vermeiden will. Und eben Pankreaskrebs.

Rauche nicht, trinke kaum Alk und esse sehr bewusst. Sehr LC und eben nur einmal am Tag.
Und da koche ich mit saisonalem Gemüse und Salat...und Produkten vom Biobauern hier in der Nähe.

Trotzdem kann ich die obige These anzweifeln, und mich gesund, möglichst gesund ernähren und verhalten.

Ich habe damit auch nicht sagen wollen, dass du deswegen ungesund lebst, sondern die Sicht von jemandem darlegen, der womöglich einen Groll gegen die "Schulmedizin" hegt und eigentlich nur nach Gründen sucht, weiteren Verschwörungstheorien zu glauben.

Überwiegend bis hin zu ausschließlich saisonal essen ist übrigens gar nicht so gesund, wie manche Lobbies das verbreiten. ;)

Leider finde ich meine Quelle dazu nicht mehr, die ich da neulich hatte, die die Vorteile von weltweitem Gemüsehandel sehr anschaulich dargestellt hat. Ich werde bei Interesse nochmal auf die Suche gehen.

Someguy 29.08.2017 10:59

Zitat:

Zitat von Bodo B. (Beitrag 5595067)
Für die Menschen die aus irgendeinem Grund nicht geimpft werden können.

Fehlender Impfschutz

Ich frage mich, warum es dann immer noch keine Impfpflicht in Deutschland gibt.

Sailcat 29.08.2017 11:24

Ich sehe das ähnlich wie Curly. Man kann Risiken minimieren, indem man möglichst gesund lebt.
Wer raucht wie ein Schlot hat ein deutlich höheres Risiko an Lungen/Bronchialkrebs zu erkranken als jemand, der nicht raucht.
Man hört ja immer mal gerne von Menschen, die ungesund lebten und das ziemlich lange.
Man kann erst dann etwas daraus ableiten, wenn man denen jene gegenüberstellt, die in der Zwischenzeit aufgrund des erhöhten Risikos erkrankt oder gestorben sind.
Wenn man sich Lungen/Bronchialkrebspatienten anschaut sieht man, daß ein Großteil raucht bzw. anderen giftigen Stoffen ausgesetzt war.
Das Risiko zu minimieren ist ja nicht gleichbedeutend mit der Sicherheit, niemals zu erkranken.

Talamaur 29.08.2017 11:27

Zitat:

Zitat von Someguy (Beitrag 5595270)
Ich frage mich, warum es dann immer noch keine Impfpflicht in Deutschland gibt.

Weil wir in einem (vermeintlich) freien Land leben, in dem die Eltern die Entscheidungsgewalt für ihre Kinder inne haben.
In der deutschen Rechtsprechung genießt die körperliche Unversehrtheit Schutzbefohlener (was hier nicht etwa diffuse "Impfschäden" meint, sondern den körperlichen Eingriff der Nadel, die die Haut durchsticht, und einen wie auch immer gearteten und nicht näher definierten Stoff einspritzt) traditionell einen größeren Stellenwert als die soziale Verantwortung ggü. schwächeren, was im Grunde genommen auch gut so ist, weil dadurch schreckliche Eingriffe wie Beschneidungen gesetzlich verhindert werden. Der Nachteil an dieser Rechtsauffassung ist eben, dass dadurch eine Impfpflicht verhindert wird. Mit diesem Nachteil muss man dann leben und versuchen, ihn auf andere (meiner Meinung nach auch viel sinnvollere) Art auszugleichen. Indem auf Aufklärung setzt (was in Deutschland dann hingegen leider wieder völlig schief läuft, aber das hat wiederum andere Gründe).

Curly2013 29.08.2017 11:50

Zitat:

Zitat von Talamaur (Beitrag 5595278)
... weil dadurch schreckliche Eingriffe wie Beschneidungen gesetzlich verhindert werden.

Die sind, wenn ich mich nicht irre, oder es falsch verstanden habe, gesetzlich erlaubt.


"Das Gesetz, wonach Beschneidungen nach den Regeln ärztlicher Kunst weiter zulässig sind, wurde am 12. Dezember 2012 vom Bundestag beschlossen. Die Forderung, das Ritual nur bei über 14-Jährigen mit deren ausdrücklicher Einwilligung zu erlauben, fand keine Mehrheit. Legal sind demnach Beschneidungen durch Ärzte oder – bei bis zu sechs Monate alten Säuglingen – durch religiöse Beschneider, sofern diese dafür ausgebildet sind"

http://www.tagesspiegel.de/politik/e...t/9205592.html

Talamaur 29.08.2017 12:04

Zitat:

Zitat von Curly2013 (Beitrag 5595280)
Die sind, wenn ich mich nicht irre, oder es falsch verstanden habe, gesetzlich erlaubt.


"Das Gesetz, wonach Beschneidungen nach den Regeln ärztlicher Kunst weiter zulässig sind, wurde am 12. Dezember 2012 vom Bundestag beschlossen. Die Forderung, das Ritual nur bei über 14-Jährigen mit deren ausdrücklicher Einwilligung zu erlauben, fand keine Mehrheit. Legal sind demnach Beschneidungen durch Ärzte oder – bei bis zu sechs Monate alten Säuglingen – durch religiöse Beschneider, sofern diese dafür ausgebildet sind"

http://www.tagesspiegel.de/politik/e...t/9205592.html

Soweit ich informiert bin, gilt das aber nur für die Beschneidung männlicher Genitalien, nicht für weibliche.
Und die Beschneidung war auch nur ein Beispiele für etliche andere Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit Schutzbefohlener.

CtrlAltDel 30.08.2017 10:51

Zitat:

Zitat von Curly2013 (Beitrag 5595280)
Die sind, wenn ich mich nicht irre, oder es falsch verstanden habe, gesetzlich erlaubt.

Genau. Aber zur Klarstellung, dass dies erlaubt ist, BRAUCHTE es schließlich ein Gesetz.

Meines Erachtens wäre durchaus ein Gesetz machbar, das eine Impfpflicht auch gegen Talamaurs rechtstechnische Bedenken durchsetzen würde. Allerdings bräuchte dies nach meiner Einschätzung einen deutlich stärkeren politischen Willen als den, der für das Gesetz über die männliche Beschneidung aufgebracht wurde.

Bei letzterem wird nämlich nicht direkt in den Elternwillen eingegriffen, sondern lediglich die Umstände beschrieben, unter denen die Beschneidung vorgenommen werden muss, um legal zu sein.

Bei einem hypothetischen Impfpflichtgesetz wäre aber der Eingriff auch in den Elternwillen notwendig, und das wäre eine zusätzliche (und wie ich vermute, ziemlich hohe) politische Hürde für einen solchen Gesetzgebungsprozess.

Soweit ich weiss, ist in Deutschland jede ärztliche Operation (und dann wohl auch Medikamentenverabreichung, oder?) rechtlich zunächst mal als eine Körperverletzung anzusehen.

Gesetzlich geregelt sind dann die Umstände, unter denen von einer Verfolgung abzusehen ist (z.B. wenn der Eingriff medizinisch geboten ist und ein informiertes Einverständnis des Patienten auf rechtlich gültige Weise eingeholt wurde).

Talamaur 30.08.2017 11:30

Zitat:

Zitat von CtrlAltDel (Beitrag 5595506)
Genau. Aber zur Klarstellung, dass dies erlaubt ist, BRAUCHTE es schließlich ein Gesetz.

Meines Erachtens wäre durchaus ein Gesetz machbar, das eine Impfpflicht auch gegen Talamaurs rechtstechnische Bedenken durchsetzen würde. Allerdings bräuchte dies nach meiner Einschätzung einen deutlich stärkeren politischen Willen als den, der für das Gesetz über die männliche Beschneidung aufgebracht wurde.

Wie gesagt gilt das aber nur bei männlichen Beschneidungen, weibliche Beschneidungen sind in der gesamten EU per Gesetz verboten.

Zitat:

Bei letzterem wird nämlich nicht direkt in den Elternwillen eingegriffen, sondern lediglich die Umstände beschrieben, unter denen die Beschneidung vorgenommen werden muss, um legal zu sein.

Bei einem hypothetischen Impfpflichtgesetz wäre aber der Eingriff auch in den Elternwillen notwendig, und das wäre eine zusätzliche (und wie ich vermute, ziemlich hohe) politische Hürde für einen solchen Gesetzgebungsprozess.
Es gibt abgesehen davon auch eine große Bewegung, die männliche Beschneidungen verbieten will - es sei denn aus medizinischen Gründen. Zum Glück! Denn was für Mädchen gilt, muss hier auch zwingend für Jungen gelten.

Zitat:

Soweit ich weiss, ist in Deutschland jede ärztliche Operation (und dann wohl auch Medikamentenverabreichung, oder?) rechtlich zunächst mal als eine Körperverletzung anzusehen.
Nicht jede Medikamentenverabreichung. Es kommt auf die Umstände an. Eine Sprite - also eine Injektion - ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, weil die Haut durchstochen und damit verletzt wird. Daher ist es nicht ohne weiteres möglich, eine Impfpflicht einzuführen, weil die meisten Impfungen eben per Injektion verabreicht werden.
Das gilt übrigens auch Zahnarzt, wenn er eine Spritze verabreicht und/oder bohrt. Das ist rechtlich gesehen eine Operation und damit ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, der der Zustimmung des Patienten bedarf.

Freilich wäre es sicherlich möglich, eine Impfpflicht einzuführen. Eben in dem man auf die soziale Verantwortung hinweist, die ungeimpfte für die Gesellschaft tragen. Was beim Eigentum schon lange Gesetz ist und wo immer wieder strengere Regeln von diversen Lobbys gefordert werden, hört offensichtlich bei der Gesundheit auf.
Gleichwohl bin ich dennoch ein Gegner der Impfpflicht, auch wenn ich mich manchmal bei dem Gedanken ertappe, dass sie schon ganz gut wäre. Was aber schlicht und ergreifend daran liegt, dass ich jedweden Zwang von staatlicher Seite ablehne.


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