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Alt 15.02.2022, 16:02   #11
Damien Thorn
_______________
 
Registriert seit: 01/2015
Beiträge: 8.914
Zitat:
Zitat von MiaMarietta Beitrag anzeigen
Ich befand mich auch mal in der Rolle dieser betroffenen Freundin. Und ich war sehr, sehr froh über die Hilfe, die ich erhielt.

Wir haben das geschafft, sind raus aus dem Alkolosmus und der Co-Abhängigkeit. Wir hätten das alleine nicht geschafft.

Gott sei Dank gibt es Menschen, die eine andere Haltung inne haben!
Was genau hättest Du allein nicht geschafft? Die Idee, dass bei Sucht die Suchtstelle hilft? Musstest Du dafür allen Ernstes erst die Freundin aufsuchen? Freunde sind in aller Regel Laien und deswegen als Therapeuten vollständig ungeeignet. Sie können daher nur Freunde sein, weswegen sie auch geschätzt und geliebt werden. Zudem wird ein Betreffender niemals eine ernsthafte Entwicklung erfahren, wenn die Hauptmotivation nicht von ihm selbst ausgeht. Und letzten Endes ist ein Freund auch kein Mamiersatz und sollte sich auch nicht in anderer Leute Angelegenheiten einmischen. Das kann schnell penetrant werden. Hier in diesem Fall ist es zudem so, dass die Betreffende doch ihrer Ansage nach mit ihrem Freund die Kurve gekriegt hat und glücklich ist. Was soll die TE jetzt machen? Ihr etwas anderes einreden? Sie mit irgendwelchem Infomatierial nerven? Sie hat die Freundin doch meinungstechnisch noch nicht mal auf ihrer Seite. Es wäre etwas anderes, wenn diese explizit um Hilfe bitten und selbst den Wunsch hegen würde, sich von dem Typen loszureißen. DAbei kann man durchaus helfen. Aber auch da muss die Absicht eben von der betreffenden Seite aus erfolgen und sicher nicht eigenmächtig von Freundesseite.

Es ist ein schmaler Grand davon, ein guter Freund zu sein .....und ein wohlmeinender Idiot zu sein, der über den Kopf eines anderen hinweg entscheidet, was gut für diesen ist und eigentlich nichts anderes macht, als diesen zu entmündigen. Dazu kommt noch die Komponente, dass man nicht selten aufgrund der Freundschaft befangen ist oder weil man nur die eine Seite hört und überhaupt nicht mitbekommt, was intern wirklich abläuft. Da kann man sehr schnell zwischen die Fronten geraten, und am Ende hält die Freundin dann wieder zum Partner und beide fragen (berechtigterweise), weswegen man seine Nase in Dinge steckt, die einen nichts angehen.

Fazit: Man ist ein guter Freund, wenn man passive Hilfe und Stütze anbietet und sollte es sich lieber zehnmal überlegen, bevor man irgendeine aktive Aktion startet, noch dazu in einer bestehenden Partnerschaft.
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Geändert von Damien Thorn (15.02.2022 um 16:31 Uhr)
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Alt 15.02.2022, 16:13   #12
Damien Thorn
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Registriert seit: 01/2015
Beiträge: 8.914
Zitat:
Zitat von Leolin0204 Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für eure Antworten. Dass ich mich definitiv abgrenzen muss, ist mir bewusst. Ich habe generell echt Probleme damit und fühle mich sehr schnell für andere verantwortlich und möchte eine Lösung für sie finden. Daher ist der Rat, mich aus der Beziehung rauszuhalten auf jeden Fall sehr wichtig.

Worum es mir noch einmal geht: Ich habe einfach kein Gefühl dafür, inwieweit die Beziehung vielleicht doch funktionieren kann zwischen den beiden. Inwieweit er sich eventuell wirklich geändert hat, nachdem meine Freundin für eine Nacht „ausgezogen“ ist und ihm in aller Deutlichkeit gesagt hat, dass es so nicht für sie weiter geht. Denn wenn er sich wirklich geändert haben KÖNNTE, möchte ich dem Ganzen natürlich eine Chance geben. Möchte nicht mehr so voreingenommen sein und alles was sie mir erzählt, skeptisch für mich hinterfragen. Sobald sie mir von den ganzen schönen Unternehmungen erzählt, die die beiden jetzt plötzlich machen, mache ich dicht und denke mir: Wozu dann das ganze Drama? War es vielleicht doch nicht so schlimm? Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass seine Veränderung nur von kurzer Dauer sein wird und er früher oder später wieder in seine alten Verhaltensmuster verfallen wird. Auf der anderen Seite denke ich, dass ich vielleicht auch falsch liege.
Aber genau das ist das Gegenteil von "sich raushalten". Diese ganzen Überlegungen ....ob die Beziehung hält....ob er sich geändert hat...etc. muss sich Deine Freundin machen, nicht Du. Und es geht auch nicht darum, ob DU dem Ganzen eine Chance gibst, sondern dass/ob SIE dem Ganzen eine Chance gibt. Es ist IHRE Beziehung. Und Du als Freundin unterstützt sie bei ihrer Entscheidung und fängst sie auf, falls sie damit auf die Nase landet. Ich lege Dir daher dringend ans Herz, Dich auf eine passive Hilferolle zu beschränken und die Situation auch maximal auf ihren Wunsch hin zu bewerten (und selbst da genau zu überlegen, ob Du das machen willst und wie weit Du Dich dahingehend äußern willst). Selbst ein Therapeut kommt nicht daher und vereinnahmt die Situation für sich, sondern stellt maximal wichtige Fragen, die der Patient für sich selbst beantwortet und bewertet, sodass er selbstständig zu einer Entscheidung kommt. Einfach weil er weiß, dass man niemanden ändern kann als sich selbst. Und nur dann bleibt auch etwas für den Betreffenden hängen. Sei also für sie da, aber sieh davon ab, ihn oder die Beziehung abzuwerten oder ihr gar Entscheidungen ins Ohr zu pflanzen. Das ist einfach nur Manipulation und hilft ihr letztendlich kein bisschen, sondern Du bist sehr schnell der Buhmann bei jeder Kleinigkeit, die gemäß Deiner Anweisung dann schiefgeht. Aber selbst, falls es gutgeht, hast Du Deine Freundin nicht aufgebaut, sondern eigentlich nur die Abhängigkeit von ihrer Beziehung zu dem Typen zur Beziehung mit Dir geswitcht. Ziel ist es ja, dass sie selbstbewusst und selbstbestimmt wird und Entscheidungen für ihr Leben allein trifft und verantwortet. Und das klappt nur, wenn sie (und nicht Du) dabei der Protagonist ist.
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Geändert von Damien Thorn (15.02.2022 um 16:32 Uhr)
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Alt 15.02.2022, 16:33   #13
MiaMarietta
Special Member
 
Registriert seit: 02/2016
Ort: BW
Beiträge: 2.547
Zitat:
Zitat von Damien Thorn Beitrag anzeigen
Was genau hättest Du allein nicht geschafft? Die Idee, dass bei Sucht die Suchtstelle hilft? Musstest Du dafür allen Ernstes erst die Freundin aufsuchen? Freunde sind in aller Regel Laien und deswegen als Therapeuten vollständig ungeeignet. Sie können daher nur Freunde sein, weswegen sie auch geschätzt und geliebt werden. Zudem wird ein Betreffender niemals eine ernsthafte Entwicklung erfahren, wenn die Hauptmotivation nicht von ihm selbst ausgeht. Und letzten Endes ist ein Freund auch kein Mamiersatz und sollte sich auch nicht in anderer Leute Angelegenheiten einmischen. Das kann schnell penetrant werden. Hier in diesem Fall ist es zudem so, dass die Betreffende doch ihrer Ansage nach mit ihrem Freund die Kurve gekriegt hat und glücklich ist. Was soll die TE jetzt machen? Ihr etwas anderes einreden? Sie mit irgendwelchem Infomatierial nerven? Sie hat die Freundin doch meinungstechnisch noch nicht mal auf ihrer Seite. Es wäre etwas anderes, wenn diese explizit um Hilfe bitten und selbst den Wunsch hegen würde, sich von dem Typen loszureißen. DAbei kann man durchaus helfen. Aber auch da muss die Absicht eben von der betreffenden Seite aus erfolgen und sicher nicht eigenmächtig von Freundesseite.

Es ist ein schmaler Grand davon, ein guter Freund zu sein .....und ein wohlmeinender Idiot zu sein, der über den Kopf eines anderen hinweg entscheidet, was gut für diesen ist und eigentlich nichts anderes macht, als diesen zu entmündigen. Dazu kommt noch die Komponente, dass man nicht selten aufgrund der Freundschaft befangen ist oder weil man nur die eine Seite hört und überhaupt nicht mitbekommt, was intern wirklich abläuft. Da kann man sehr schnell zwischen die Fronten geraten, und am Ende hält die Freundin dann wieder zum Partner und beide (richtigererweise) fragen, weswegen man seine Nase in Dinge steckt, die einen nichts angehen.

Fazit: Man ist ein guter Freund, wenn man passive Hilfe und Stütze anbietet und sollte es sich lieber zehnmal überlegen, bevor man irgendeine aktive Aktion startet, noch dazu in einer bestehenden Partnerschaft.
Ich hatte so viele Dinge überhaupt nicht gewusst, teilweise noch nicht mal von ihnen gehört. Und, du wirst es nicht glauben: ich bin ganz ländlich in einem Dorf mit nichtmal 1700 Einwohnern aufgewachsen und bin da, weil wir damals sehr arm waren, auch gar nicht groß herausgekommen. Ich wusste nichtmal, dass es so-etwas wie eine Suchtberatungsstelle gibt. Und nochmal: ich bin sehr froh, dass nicht alle Menschen eine solch hämische Haltung einnehmen.

Und „Nein!“ sie soll nicht für die Freundin Entscheidungen treffen, aber wenn sie sich mit der Materie auseinandersetzt, wird sie sich an vielen Stellen eine andere Meinung bilden. Denn dazu ist Wissen zum Thema notwendig. Und damit würde sie der Freundin ganz anders beistehen können.
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Alt 15.02.2022, 16:39   #14
Damien Thorn
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Registriert seit: 01/2015
Beiträge: 8.914
Zitat:
Zitat von MiaMarietta Beitrag anzeigen
Ich hatte so viele Dinge überhaupt nicht gewusst, teilweise noch nicht mal von ihnen gehört. Und, du wirst es nicht glauben: ich bin ganz ländlich in einem Dorf mit nichtmal 1700 Einwohnern aufgewachsen und bin da, weil wir damals sehr arm waren, auch gar nicht groß herausgekommen. Ich wusste nichtmal, dass es so-etwas wie eine Suchtberatungsstelle gibt.
Ok, Deine Situation spricht nicht für den Regelfall, denn offenbar hast Du hinterm Mond gelebt. Trotzdem hätte Deine Freundin nichts bewirken können, wenn Du nicht eigenständig den Weg aus der Sucht hättest finden wollen. Das ist genau das, was ich meine: Die Bereitschaft muss von einem selbst kommen. Dann gemeinsam mit einem Freund eine Recherche im Netz zu starten, ist das kleinste Problem. Nur wäre es halt anmaßend, wenn der Freund von sich aus einem irgendeine Suchtstelle aufdrängt (um mal bei Deinem Fall zu bleiben), wenn man für sich weder die Sucht erkannt noch den Willen hätte, etwas daran zu ändern.
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Alt 15.02.2022, 16:59   #15
MiaMarietta
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Beiträge: 2.547
Damien, das war nicht nur das „Nicht-Wissen“. Es kam auch die Scham hinzu, meinen Mann bei anderen schlecht zu machen und immer wieder die (falsche) Hoffnung, mit viel Liebe meinerseits werden wir das schon schaffen. Das war ja genau die falsche Hoffnung. Er hat sich ja geändert, als ich schon dabei war, ihn zu verlassen. Um das tun zu können, brauchte ich aber eine Zukunftsperspektive. Ich hatte zwei kleine Kinder. Da braucht man einen Platz, wo man hingehen kann und das Wissen, dass man auch Hilfen in Anspruch nehmen kann. Ansonsten hätte ich ja auf die Straße gemusst.
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MiaMarietta ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2022, 17:26   #16
Damien Thorn
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Beiträge: 8.914
Zitat:
Zitat von MiaMarietta Beitrag anzeigen
Damien, das war nicht nur das „Nicht-Wissen“. Es kam auch die Scham hinzu, meinen Mann bei anderen schlecht zu machen und immer wieder die (falsche) Hoffnung, mit viel Liebe meinerseits werden wir das schon schaffen. Das war ja genau die falsche Hoffnung. Er hat sich ja geändert, als ich schon dabei war, ihn zu verlassen. Um das tun zu können, brauchte ich aber eine Zukunftsperspektive. Ich hatte zwei kleine Kinder. Da braucht man einen Platz, wo man hingehen kann und das Wissen, dass man auch Hilfen in Anspruch nehmen kann. Ansonsten hätte ich ja auf die Straße gemusst.
Diese falsche Hoffnung war aber Dein Weg, und diese Erfahrungen haben Dir zwar zugesetzt aber Dich letztendlich irgendwann dazu veranlasst, zu merken, dass es nicht weitergeht. Stell Dir vor, Deine Freundin hätte von Anfang an gesagt: "Du, der Typ ist scheiße, verlass ihn, der tut Dir nicht gut". Das greift einfach nicht, weil nur Deine eigene Überzeugung Dich weitergebracht hat. Eine Frau, die hingegen ihren Typen verlässt und einen Schlafplatz braucht, ist dann bei einer Freundin, die ihr Behausung anbietet, super aufgehoben.

Die Passivität soll also keine Häme sein, wie Du annimmst, sondern das taktvolle Auftreten eines Freundes, der unterstützt, wenn die Betreffende ihre Entscheidungen fällt und Hilfe bei der Umsetzung braucht. Das ist in meinen Augen ein Zeichen von Augenhöhe und Respekt vor der Selbstbestimmung.
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