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Alt 13.02.2018, 16:04   #26931
Manati
Seekuh.
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2012
Ort: Nirgendwann.
Beiträge: 6.276
Zitat:
Zitat von Matze1985 Beitrag anzeigen
Hallo Manati, jetzt wollte ich hier nur schnell reinschneien und einen saloppen Freitagsspruch machen und hab deine Gedanken gelesen...

Und hab dann hier länger verweilt und nachgedacht...

Zu meinem Glück kenne ich Altenheime nur aus meiner Zeit als Fensterputzer und hatte nie den Umstand das ich meine Angehörige dort untergebracht waren.
Die Handwerker und Techniker im Haus sind auch immer ganz froh, wenn sie die Station verlassen können. Das merkt man.



Zitat:
Ja...einfach Ja. Ich denke, das man das schon wahrnimmt ob da ein Mensch ist, zu dem man eine Verbindung hat oder "nur" eine Pflegerin.

Auf irgendeine Art und Weise. Egal, in welchem Zustand man selbst ist.
Ich bin mir da tatsächlich nicht so ganz sicher, ob das stimmt. Ich habe den Eindruck, sie schwebt in einer Sphäre, in der es an vielen Tagen egal ist, ob ich da bin, oder jemand anderes. Eine der Pflegerinnen zum Beispiel entlockt meiner Mutter deutlich positivere Emotionen, als ich es jemals könnte.



Zitat:
Ich weiß...und ich kann mir nur vorstellen, das es manchmal unsagbar schwer ist sich wieder aufzuraffen und wieder hinzugehen.
Vor allem eben, weil ich mir die Sinnfrage dahinter stelle, wenn ich eh weiß, dass sie kaum noch merkt, dass ich da bin. Letzte Woche war ich da, und sie hat mich überhaupt nicht beachtet. Sie hatte ein ganz absurd wirkendes Zwischenhoch, konnte wieder Dinge, die sie lange nicht machen konnte, und ich war wie Luft. Und binnen Sekunden, wenn sie wegschaute, war ich nicht mehr da.
Ich fahre trotzdem regelmäßig hin, aber Spaß macht es mir keinen. Ich versuche es immer, mit etwas Schönem zu verbinden, damit ich Freude ausstrahlen kann.
Zitat:
Den Verfall mit anzusehen...

Mein Opa war ein so starker/kräftiger Mann und am Ende lag im Pflegebett zuhause eben nicht mehr dieser Mann, der mich so viele Jahre begleitet hatte.

Das war schwer, aber es war doch immer noch mein Opa
Und ich hoffe, das hat er auch gemerkt...auch wenn er dann am Ende viel geschlafen hat.

Ich wünsch dir ganz viel Kraft.

Wenn ein Mensch einem nahe stehe, dann findet man auch diese Kraft in sich. Ich wünsch es dir
Als mein Opa im Sterben lag, war das auch schlimm (zum Glück ging alles irgendwie ganz schnell), aber es war doch anders. Er starb nach einer Krebsdiagnose quasi binnen Tagen, davor war er fit.
Meine Oma starb im Prinzip über Jahre, das war auch schon schwer anzusehen. Aber bei einer Frau von fast 90 Jahren war es ja auch irgendwie abzusehen, zumal sie schwer krank war. Das war aber teilweise auch schlimm , wenngleich ich sehr schöne Erinnerungen an die Zeit habe kurz bevor sie starb.
Ich glaube, dass Problem an der Demenz ist eben auch, dass diese Hülle eben nicht mehr meine Mutter ist. Sie hat nichts mehr von ihrem Wesen (sie hat gar kein Wesen mehr), und sie sieht aus wie die um 30 Jahre gealterte Karikatur meiner Mutter. Nichts an dieser Person erinnert mich an meine Mutter. Dieses Problem hatte ich beim Sterben meiner Großeltern zum Beispiel nicht. Meine geschwächte Oma im Krankenbett war eindeutig meine Oma, hatte ihr Lächeln in den Augen. Und mein Opa war bis zuletzt mein Opa.
Meine Mutter ist eigentlich schon mindestens ein Jahr "weg", oder sogar zwei. Da ist niemand mehr.

Zitat:
Zitat von Yella Beitrag anzeigen
Hallo Manati,
mir geht es ähnlich wie Matze. Eigentlich hab ich nur quergelesen und bin dann doch hier hängengeblieben.
Mir fehlen die richtigen Worte, aber nichts sagen möchte ich auch nicht. Wegschauen finde ich K**ke.
Ich kann nicht wirklich nachvollziehen wie es in dir aussieht, denn in so einer Situation war ich noch nie (Vielen Dank dafür, an mein Leben!), aber wenn ich versuche mich da hineinzufühlen, zu sehen, was allein die Vorstellung schon mit mir macht, dann weiß ich, dass ich dafür ein stabiles Netz bräuchte, in das ich mich auch immer wieder mal in meinen schwächeren Momenten, fallen lassen könnte.

So ein Netz wünsche ich dir von Herzen!
Ein Netz ist viel Wert.
Ich bin so froh, dass ich durch diese Situation nicht alleine gehen muss, sondern einen unglaublich empathischen und hilfsbereiten Menschen an meiner Seite weiß.

Zitat:
Zitat von Yella Beitrag anzeigen
Bevor der thread verloren geht: Manati, ich wünsche dir, dass es dir "gut" geht!
Tatsächlich geht es mir eigentlich jeden Tag irgendwie gut. Die Situation ist schwer zu ertragen für mich, aber ich richte mir mein Leben schon so ein, dass jeder Tag auf seine Weise gut ist.
Die Situation mit meiner Mutter trenne ich dabei von meinem Alltag ab, zumindest dann, wenn ich nicht dort bin. Wenn man zu viel darüber nachdenkt, kommt man aus den Gedanken über das Menschsein nicht mehr heraus.
Manati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.02.2018, 16:04 #00
Verbraucherinformant

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Beiträge: 4692

Alt 13.02.2018, 16:35   #26932
Curly2013
Special Member
 
Registriert seit: 08/2013
Ort: RLP
Beiträge: 9.944
Fühl´ dich gedrückt, Manati. Wie schwer das sein muss.
Curly2013 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.02.2018, 16:35 #00
Verbraucherinformant

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Beiträge: 4692

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schnaps!, schweinischer gast, seekuh

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