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Caro85 22.07.2018 13:03

Heimweh
 
Hallo ihr alle,

ich hab mich hier schin ein Weilchen nicht mehr gemeldet, lese aber seit ein paar Wochen wieder etwas mehr mit...
Und ich weiß, dass das hier auch nicht das ideale Forum dafür ist, aber ich würde gerne eure Meinungen hören.
Wie normal ist für euch Heimweh?

Ich bin jetzt 22, und sollte ja eigentlich erwachsen sein und auf eigenen Beinen stehen. Trotzdem merke ich, dass ich meine Eltern vermisse, wenn ich länger weg bin. Wenn ich das vor anderen erwähne, wird sofort auf Unselbstständigkeit, etc. geschlossen. Mir geht es jedoch echt nicht darum, dass mir jemand meine Wäsche wäscht, sondern einfach das Daheim-Gefühl...
Ich war während des Studiums ein Jahr im Ausland, und bin auch gerade wieder für drei Monate weg (allerdings nur im europäischen Ausland). Auch zum Studium habe ich in einer WG gewohnt, konnte aber in einer Stunde daheim sein. Und genau das ist der Punkt: Egal wo ich hingehe, und auch wenn ich mich dort eingelebt habe, Freunde gefunden, etc. irgendwie ist daheim immer noch dort, wo meine Familie ist.

Ich kann mir gerade nicht vorstellen, für immer wegzuziehen, ins Ausland, obwohl das gerade in der akademischen Forschung ja immer üblicher wird und einen Job in der Nähe zu finden nahezu unmöglich. Viele Leute, die ich kenne, haben dieses Problem gar nicht und fühlen sich überall super wohl. Zu Weihnachten mal zu den Eltern fahren ist das höchste der Gefühle.

Denkt ihr, ein bisschen Heimweh zu haben ist normal in meinem Alter? Oder bin ich wirklich einfach unselbstständig?

Viele Grüße,
Caro

dear_ly 22.07.2018 14:20

Ich glaub das ist individuell und hängt auch davon ab, wie "abhängig" man erzogen wurde.
Ich wurde zB extrem früh zur Selbstständigkeit erzogen und war auch sehr früh "Längere" (für ein Kleinkind) Zeit von meinen Eltern getrennt (beispielsweise haben wir Silvester nie zusammen gefeiert, als ich ein Kleinkind war - da war ich bei der Oma einer Freundin, ich war mit 6 Jahren das erste mal "alleine" im Urlaub, also auf nem Reiterhof, die Eltern 3 Stunden weit weg etc).
Für mich ist das zB unvorstellbar. ich bin mit 18 direkt ausgezogen und dann erst mal ins Ausland gegangen. Ich lebe mich extrem schnell ein und kann mich für neue Wohnorte begeistern (bin seit ich von daheim raus bin 4 mal umgezogen und lebe jetzt 600 km weit weg von meinem Vater), ich verbringe Weihnachten nicht mal zwingend mit meinem Vater (einziger, noc lebender Verwandter) - also ich sehe ihn schon irgendwann in dem Dreh, aber nicht zwingend an Heiligabend oder so.
Da ich so komplett anders bin, fid ich das schon etwas merkwürdig, so ein "Geklammere" und kenne es auch aus dem Freundeskreis nicht, wenn ich ehrlich bin.
Die meisten meiner Freunde waren erst mal froh, wenn sie "raus" waren - gerade Anfang 20

Caro85 22.07.2018 14:33

Ich kann mich auch gut für neue Orte begeistern, so ist das nicht :D
Im Endeffekt geht es mir auch nicht um meinen Heimatort, sondern um meine Familie eben dort. Ich bin eigentlich immer offen und gehe auch auf neue Leute zu, aber richtig enge Freunde finde ich leider selten, vor allem, da die es sich zur Gewohnheit machen, mich in den Wind zu schießen, sobald es einen Partner gibt.
Als ich mit 15 mal ein halbes Jahr raus bin, war das auch voll cool und aufregend, auch später zur Uni und so. Aber ich liebe das Gefühl, nach Hause zu kommen, und so einmal im Monat mache ich das auch gerne...

dear_ly 22.07.2018 14:35

Ist j auch ok. Jeder, wie er es braucht. Ich seh meinen Vater 3-4 mal im Jahr. Öfter wäre zwar schön, aber ist eben nicht drin und auch kein Weltuntergang für mich.
Aber für mich ist das auch nicht "Zu Hause" sondern das ist meine Wohnung.

Caro85 22.07.2018 16:12

Vielleicht braucht das auch einfach noch Zeit bei mir. Musste in den letzten vier Jahren sehr oft umziehen (wegen Mitbewohbern, auslaufenden Mietverträgen, etc). Wenn ich mal mein echtes eigenes Reich habe, fühle ich mich da vielleicht auch wohler :)

dear_ly 22.07.2018 16:42

Das kann auch gut sein.
Aber tendenziell ist das doch eh alles kein Problem, wenn du deine Familie regelmäßig besuchen kannst?
Vllt ändert sich deine Einstellung eh, wenn und mal einen festen Partner hast. Dann verlagert sich ja auch der Lebensmittelpunkt

monochrom 22.07.2018 20:52

Zitat:

Zitat von Caro85 (Beitrag 5659785)
Hallo ihr alle,

ich hab mich hier schin ein Weilchen nicht mehr gemeldet, lese aber seit ein paar Wochen wieder etwas mehr mit...
Und ich weiß, dass das hier auch nicht das ideale Forum dafür ist, aber ich würde gerne eure Meinungen hören.
Wie normal ist für euch Heimweh?

Ich bin jetzt 22, und sollte ja eigentlich erwachsen sein und auf eigenen Beinen stehen. Trotzdem merke ich, dass ich meine Eltern vermisse, wenn ich länger weg bin. Wenn ich das vor anderen erwähne, wird sofort auf Unselbstständigkeit, etc. geschlossen. Mir geht es jedoch echt nicht darum, dass mir jemand meine Wäsche wäscht, sondern einfach das Daheim-Gefühl...
Ich war während des Studiums ein Jahr im Ausland, und bin auch gerade wieder für drei Monate weg (allerdings nur im europäischen Ausland). Auch zum Studium habe ich in einer WG gewohnt, konnte aber in einer Stunde daheim sein. Und genau das ist der Punkt: Egal wo ich hingehe, und auch wenn ich mich dort eingelebt habe, Freunde gefunden, etc. irgendwie ist daheim immer noch dort, wo meine Familie ist.

Ich kann mir gerade nicht vorstellen, für immer wegzuziehen, ins Ausland, obwohl das gerade in der akademischen Forschung ja immer üblicher wird und einen Job in der Nähe zu finden nahezu unmöglich. Viele Leute, die ich kenne, haben dieses Problem gar nicht und fühlen sich überall super wohl. Zu Weihnachten mal zu den Eltern fahren ist das höchste der Gefühle.

Denkt ihr, ein bisschen Heimweh zu haben ist normal in meinem Alter? Oder bin ich wirklich einfach unselbstständig?

Viele Grüße,
Caro

Klingt nach einem nicht vollzogenen Abnablungsprozess.

monochrom 22.07.2018 20:53

Zitat:

Zitat von dear_ly (Beitrag 5659859)
Das kann auch gut sein.
Aber tendenziell ist das doch eh alles kein Problem, wenn du deine Familie regelmäßig besuchen kannst?
Vllt ändert sich deine Einstellung eh, wenn und mal einen festen Partner hast. Dann verlagert sich ja auch der Lebensmittelpunkt

Ich denke es wäre besser wenn sie das ohne Partner hinbekommt, sonst transferiert sie das nur auf den Mann und ist wieder nicht vollständig abgenabelt.

dear_ly 22.07.2018 22:27

Gut, das stimmt schon.
Generell wäre es wahrscheinlich wirklich am Besten sich ein "eigenes Reich" zu schaffen.

Caro85 23.07.2018 08:42

Hm... ich arbeite dran, so ists ja nicht.
Leider werde ich vermutlich bis zur Promotion kein eigenes Geld verdienen (bzw nicht genug, um mir eine Wohnung zu leisten) und auch nicht so ewig an einem Ort bleiben, dass sich das lohnen würde.

Ich hatte überlegt, für den Master in eine andere Stadt (5h entfernt) zu ziehen. Dss wären dann immerhin mal eineinhalb Jahre am selben Fleck. Allerdings ist die Wohnsituation dort so schlimm, dass das Ganze mit enormen Kosten für mich verbunden wäre. Von der Uni an sich macht es kaum einen Unterschied, auch meine Heinatuni hat einen sehr guten Ruf. Nur weiß ich nicht, ob der Abnabelungsprozess mir 500€ mehr im Monat auszugeben wert ist...


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