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shadra 05.02.2019 13:54

Affäre hat sich getrennt, Liebe war einseitig
 
Ihr erinnert euch sicher nicht an mich, ich war hier nie sehr aktiv, nur ganz kurz in einer sehr akuten Phase. Habe gerade mal nachgeschaut – Ende 2012 angemeldet, Anfang 2014 nochmal rumgejammert und ja, jetzt bin ich 2019 allen Ernstes wieder hier und es geht immer noch um denselben Mann.

Es hat sich unglaublich viel getan in der Zwischenzeit, aber gestern Abend kam der Knall, den mir einige hier schon vor Ewigkeiten prophezeiten. Es stellte sich (nach einer Eifersuchtsattacke meinerseits, die er nicht verstanden hatte und ich ihm daraufhin - ENDLICH - ein Liebesgeständnis machte - heraus, besagter Mann ist nicht in mich verliebt. Er sagte, er weiß gar nicht, wie das ist - er sei noch nie verliebt gewesen. Ein Stich mitten ins Herz für mich, denn ich bin bis über beide Ohren schon lange, lange Zeit in ihn verliebt und wir hatten uns im Laufe der Zeit intensiv angenähert und es haben auch Körperlichkeiten stattgefunden.

Aber erstmal der Anfang… Ich versuche mal eine ganz, ganz knappe Zusammenfassung zu geben.

Wichtiger Punkt vorab – ich bin immer noch vergeben in langjähriger Beziehung, habe aber durch meine (im Nachhinein muss ich leider sagen: sehr dämliche) Affäre den Kinderwunsch immer weiter unterdrückt und aufgeschoben und meinen Partner hingehalten, was jetzt nicht unbedingt für heile Welt in der Partnerschaft sorgte. Ob ich diese Kurve nochmal kriege, weiß ich nicht. Das steht aber erstmal auf einem anderen Blatt. Zunächst soll es um meinen Kummer den Anderen betreffend gehen. Ich muss das erstmal gedanklich sortieren und würde mir Tipps für den Umgang in der akuten Kummerphase wünschen, wenn man sich eben NICHT aus dem Weg gehen kann.

Wie gesagt, hat sich die Freundschaft zu dem anderen Mann (blöderweise auch noch mein Arbeitskollege, dem ich auch künftig mehrmals wöchentlich begegnen werde) stetig intensiviert. Ich war mir nie sicher: ist da was seinerseits? Und habe neugierig weitergebaggert, um nachzuforschen. Eigentlich hätten die Zweifel an sich mich schon stutzig machen müssen. Aber diese rosarote Brille halt... Und es gab viele, viele Anzeichen. Er gab zu, ja – er habe geflirtet. Auch die erste Situation, in der es nach jahrelangen Bemühungen meinerseits zum – nennen wir es „rummachen“ kam, ging von ihm aus. Er hat es eingestanden. Er sagte, er sei von sich selbst überrascht gewesen und die Situation habe ihn dazu verleitet. Er habe es plötzlich gewollt. Zunächst blieb es bei der einmaligen Sache - mich katapultierte diese aber auf Wolke 7 und dort oben schwebte ich nun 2 Jahre glückselig vor mich hin. Ihm hingegen hat es nur „gefallen“. Er mag mich, ich bin eine gute Freundin, er unterhält sich gern mit mir, er hat den Sex genossen - aber da sind halt keine tiefen Gefühle. Ich bin nicht die, für die er alles stehen- und liegenlässt und an die er permanent denkt. Sowas kennt er nicht, sagt er.

Da sitzt man da erstmal, wie vom Donner gerührt und fragt sich, ob man echt alles falsch verstanden hat. Gekränkt, ja klar. Verletzt. Schockiert. Aber eben auch selbst schuld. Er hat nie gefühlsduselig geschrieben, aber ich ging ja immer davon aus, ok – dafür ist er nicht der Typ. Ich brauch keinen Süßholzraspler. Ich habe einfach – genau wie er – die Gespräche genossen, es war locker, ungezwungen, nie gestresst, mit süßen kleinen Gesten, die ich – im Nachhinein sieht man klarer – sicherlich völlig überinterpretiert habe in meinem Wahn. Ich dachte immer, ich muss das bei ihm als extrem Schüchternen Menschen alles immer doppelt bewerten. Und hinzu kam dann eben noch das Körperliche.

2 Jahre ging das ab dem entscheidenden Moment. Die letzten Monate waren wir regelmäßig einmal die Woche zusammen. Davor immer wenn sich die Gelegenheit bot, aber anfangs halt noch seltener. Es wurde immer mehr und ich schwöre bei allen Göttern – er hat die Initiative ergriffen, in mindestens 80% der Fälle. Ich war selig. Emotional voll dabei. Er meinte, er habe schon eine Weile überlegt, das zu beenden, weil er keine Zukunft sieht und sich eben gefragt hat, ob ich womöglich verliebt sei. Er habe nicht den Mut gehabt. Tja, und ich hatte nicht den Mut, meine Gefühle zu gestehen. Weil ich so eingebildet war, zu glauben meine süßen Worte und Blicke und Taten lassen ihn eines Tages auch „aufwachen“ und mir endlich seine Liebe gestehen. Bitter, so bitter.

Ich komme vermutlich rüber wie eine Drama Queen. Ich kann es einfach gerade nicht fassen und könnte – auch wenn ich der fremdgehende und somit der böse Part bin – etwas Trost gebrauchen. Bin gerade einfach nur fertig mit der Welt. Ich habe schlicht und ergreifend nicht damit gerechnet, dass er gar nichts fühlt. Wirklich rein gar nichts. Ich bin unendlich traurig. Danke fürs Zulesen.

HW124 05.02.2019 14:02

Zitat:

Ich bin nicht die, für die er alles stehen- und liegenlässt und an die er permanent denkt.
Das würde ich als Mann auch nie für eine Frau tun geschweige denn so denken:teufel:

Nur mal so am Rande.

Ihm hats gefallen so lange es Spaß machte. Verstehe ihn vollkommen.

Aber sowas kommt halt davon, wenn man gar nicht über das 'Wesentliche' redet. Und das sag ausgerechnet ich, der eigentlich immer eher davor warnt alles zu tode zu quatschen:teufel:

Nimm dir Zeit für Dich, kappe den Kontakt zu Beiden und werd dir mal für dich selber klar, was du für dein Leben wünscht, wie du deine Zukunft siehst.

Nach einem so langen Ausflug in eine 'Traumwelt' tut das sicher bitter Not:yeah:

Dexter Morgan 05.02.2019 14:33

Man kann es nicht o.B.d.A. sagen, aber ich würde von mir ausgehend behaupten wollen, dass ein Mann sich nicht in seine untreue Affäre verliebt. Es wird körperlich oder auch auf intellektueller Ebene interessant bleiben, kann durchaus schön sein, aber die Emotionen können dem nicht folgen. Verliebtheiten haben ja viel mit einem Einreden von Gefühlen zu tun. Warum aber sollte das passieren? Du bist in einer Beziehung. Und die Ratio, das Wissen, dass man sich am Ende in der Position deines aktuell gehörnten Partners befinden könnte, erdrückt jedes positive Gefühl, was eine gemeinsame Zukunft angeht :schüttel:.

CtrlAltDel 05.02.2019 14:40

Langanhaltendes intensives Wunschdenken. Wahrnehmungsverzerrung.

Nicht unüblich.

Fühlst Du Dich denn noch in der langjährigen Beziehung vergeben?

Oder von ihr nun gleichzeitig ebenfalls befreit?

shadra 05.02.2019 15:45

Ich danke euch für eure ehrlichen Worte, das kann ich nach meiner eigenen - ihr trefft das ganz gut - Wahrnehmungsverzerrung - echt gebrauchen.

Alles habe ich mir sicher nicht eingebildet, er gab zu, dass es viel von ihm kam, einfach weil er es halt genossen hat. Ich als einseitig Verliebte habe das natürlich aufgesogen wie ein Schwamm. :schüttel:

Zitat:

Zitat:
Ich bin nicht die, für die er alles stehen- und liegenlässt und an die er permanent denkt.
Das würde ich als Mann auch nie für eine Frau tun geschweige denn so denken
Er hat es mir haargenau so geschrieben wie oben zitiert. Ich bin es nicht. Aber andere sind es wohl auch nicht. Er scheint damit zufrieden zu sein, wie es ist, so allein.

Geht das echt, kein Verliebtsein kennen? Irgendeine Art Zuneigung muss da doch sein, wenn man Zärtlichkeiten austauscht? Es kam so völlig "kalt" rüber, aus meiner Perspektive gesehen. Er hat zwar x-mal geschrieben, es täte ihm leid, und für ihn wäre das jetzt einfacher als für mich und ich soll ihm eine pfeffern, wenn's das besser macht ...

So krass. War nie verliebt, ist es nicht und wird es nie sein. Ist das eine Art Selbstschutz? Oh mann, ich will es einfach nur verstehen. Nachvollziehen können.

Zitat:

Man kann es nicht o.B.d.A. sagen, aber ich würde von mir ausgehend behaupten wollen, dass ein Mann sich nicht in seine untreue Affäre verliebt...Du bist in einer Beziehung. Und die Ratio, das Wissen, dass man sich am Ende in der Position deines aktuell gehörnten Partners befinden könnte, erdrückt jedes positive Gefühl, was eine gemeinsame Zukunft angeht
Ich weiß absolut, was Du meinst. Ich dachte mir, wenn wir mal zusammenkommen (ich gebe zu, ich war unsicher und wollte nicht alle Brücken abbrechen für jemanden, von dem ich nicht 100% weiß der will mich ganz und gar), hätte er nicht immer das Gefühl, ich würde ihn irgendwann betrügen? :weinen: Ich hätte es ihm nicht verdenken können.

Ich war immer bemüht vorsichtig. Bloß nicht meinen Partner erwähnen, keine gemeinsamen Fotos auf FB posten, die er (der Andere) sehen könnte. Um ihn nicht zu verletzen. Ich habe viele Anstrengungen darauf verwendet, dass er nicht das Gefühl hat, er ist nur die Affäre. Und die ganze Zeit wäre es praktisch gar nicht nötig gewesen, weil er sowieso nix fühlt. :urgs:

Hätten wir beide eher den Mund aufgekriegt, hätte ich mir viel viel Energie und Lebenszeit sparen können. Ich komme mir so dumm vor. So so dumm. Und ungeliebt natürlich.

Ich habe so oft darüber nachgegrübelt. Wie ich mich entweder vom einen oder vom anderen trennen müsste. Ich hätte das gar nicht mehr lange mitmachen können. Ich war tatsächlich relativ kurz davor, zu fragen, ob er sich's vorstellen kann mit mir. Ich habe wirklich darüber nachgedacht, 16 Jahre aufzugeben für ihn. Natürlich ahnte er davon nix. Hätte ich doch nur den Mund aufgemacht.

Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich ihn an dem einen Punkt von vor 2 Jahren fragen "Was wird das mit uns". Oder auch nach ein paar weiteren Malen, hätte ja schon geholfen. Wenn jemand das hier liest, der wenigstens noch eine Lehre in einer persönlichen Situation aus meiner doofen Geschichte ziehen kann, dann hau ich einfach mal nen Rat raus - REDET. Sofort. Klärt die Fronten. Es ist hart, aber es verhindert Schlimmeres.

Zitat:

Fühlst Du Dich denn noch in der langjährigen Beziehung vergeben?
Oder von ihr nun gleichzeitig ebenfalls befreit?
Das ist eine verdammt gute Frage. Ich kann sie aktuell nicht beantworten. Ich bin einfach nur traurig.

HW124 05.02.2019 15:52

Was hat das:

Zitat:

Geht das echt, kein Verliebtsein kennen? Irgendeine Art Zuneigung muss da doch sein, wenn man Zärtlichkeiten austauscht? Es kam so völlig "kalt" rüber, aus meiner Perspektive gesehen. Er hat zwar x-mal geschrieben, es täte ihm leid, und für ihn wäre das jetzt einfacher als für mich und ich soll ihm eine pfeffern, wenn's das besser macht ...
mit dem:

Zitat:

Ich bin nicht die, für die er alles stehen- und liegenlässt und an die er permanent denkt.
und meiner Antwort:

Zitat:

Das würde ich als Mann auch nie für eine Frau tun geschweige denn so denken
zu tun??:schüttel:

Im Übrigen vertrete ich die Meinung, das 'Verliebtsein' und Liebe nur wenig mit einander zu tun haben...geschweige sich Bedingen:wink:

shadra 05.02.2019 16:07

Ich wollte damit sagen, dass nicht ICH gesagt habe "ich bin nicht die, für die er alles stehen- und liegenlässt und an die er permanent denkt." sondern dass er das genau so geschrieben hat. Also das kam von ihm als Mann.

Weil Du das hier geschrieben hattest. "Das würde ich als Mann auch nie für eine Frau tun geschweige denn so denken"

Ich dachte, Du glaubst ich hätte das als Schlussfolgerung gezogen. Er hat es so geschrieben. Anscheinend glaubt er ja, dass das so sein muss.

Der nächste Absatz "Geht das echt, kein Verliebtsein kennen?..:" gehört nicht zum Zitat und der Aussage darüber, das war nur laut gedacht als nächste Passage.

HW124 05.02.2019 16:40

Danke für die Aufklärung.

Curly2013 05.02.2019 16:50

Dein armer Freund. Du bist mit ihm zusammen und 2 Jahre in einen anderen verliebt? Echt? Bist du immer noch mit ihm zusammen? Du solltest dich vielleicht von ihm trennen und dich mal auf dich fokussieren und dir überlegen was du wirklich willst im Leben.

shadra 05.02.2019 17:06

Ja, das ist scheiße von mir. Und ich hatte diesen Gedanken schon so oft. Wissen was ich selber will. Das wäre schön. So hat sich ja auch erst dieses ganze bescheuerte Gedankenkarussell ergeben, ich habe alles mögliche durchgeplant im Kopf, aber nichts, einfach gar nichts umgesetzt, geschweige denn den "Protagonisten" eigenen Willen/Gefühle-oder-Nicht-Gefühle zugetraut.

Ich kann im Moment nicht sagen, wie es weitergeht mit meiner "richtigen" Beziehung. Ich kann momentan nicht mal sagen, wie ich sowas Banales wie den nächsten Lebensmitteleinkauf meistern soll. Ich bin vollkommen durch.


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