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Nordi 16.05.2021 21:07

Wir stehen auf verschiedenen Seiten - und nun?
 
Moin ihr Lieben,

ich muss mir mal was von der Seele schreiben und vielleicht hat ja auch jemand einen Tipp für mich, wie ich damit umgehen sollen - oder warum mich das so mitnimmt und triggert.

Also es geht um die Schwester und den Schwager von meiner Freundin. Ich bin mit meiner Süßen jetzt schon fast 11 Jahre zusammen und kenne die beiden jetzt so 7 oder 8 Jahre. Liegt daran, dass die Schwestern sich früher irgendwie mal zerstritten hatten aber irgendwann gab es dann mal wieder Lebenszeichen und dann hatten die wieder zusammen gefunden. Das ist tatsächlich recht knorke und ich verstehe mich mit den beiden auch gut. Also wir sind jetzt nicht best friends, aber wenn man sich sieht ist es immer gut und fröhlich gewesen. Wir haben sogar ein gemeinsames Hobby, was wir früher auch direkt zusammen gemacht haben, dann haben wir uns anderen Gruppen angeschlossen aber doch immer mal wieder auch zusammen was gemacht und waren auch schon zusammen im Urlaub. Also eigentlich läufts.

Tja, nun kommt dieses doofe Virus daher

Ganz wichtig: Ich möchte hier bitte nicht inhaltlich über die Pandemie oder die Maßnahmen der Regierung oder sowas sprechen! Das gehört hier einfach nicht hin und wenn so eine Diskussion hier startet, dann werde ich die Mods bitten den Thread zu löschen!

Die ganze Geschichte mit Pandemie und einschränkenden Maßnahmen nimmt die beiden ganz schön mit. Wirtschaftlich sind sie zum Glück kaum betroffen, haben auch kein Kind zu Hause oder so, aber sehen die Handlungen der Regierung sehr kritisch. Sie hat schon letztes Jahr angefangen über ihren Messenger Status z.B. Empfehlungen für Corona-kritische Bücher oder Memes die ihre Einstellung zu der Regierung, den Maßnahmen und Menschen die diese gutheißen bzw. sich nicht dagegen wehren kundgetan.

Ich habe eigentlich außerhalb der Treffen kein Kontakt zu den beiden, meine Freundin hat natürlich über Familien-Chatgruppen und auch so eigentlich täglich irgendwie Kontakt und sie treffen sich auch ab und an mal. So kriege ich dann auch mal was mit und mittlerweile ist es aber so weit gekommen, dass sie auf Querdenker-Demos gehen und sich dieser Basis-Partei angeschlossen haben, die wohl ihre Wurzeln in der Querdenker-Bewegung hat.

Bei den wenigen familiären Treffen wurde das Thema Politik zum Glück ausgespart, aber zuletzt hat es sich wohl doch immer wieder reingeschlichen, da die beiden in meiner distanzierten Wahrnehmung anfangen ihre Einstellung / Botschaft nach außen tragen zu wollen. Das ist auch in so fern verständlich, als dass es etwas ist, mit dem sie sich zur Zeit sehr intensiv beschäftigen, das ein wesentlicher Teil ihres Lebens geworden ist. Dies möchten sie vielleicht mit anderen teilen, vielleicht aber auch ausloten wer wo steht und vielleicht sogar missionieren.

Mich beunruhigt das ganze auf mehreren Ebenen:
Zum einen sehe ich Streit auf uns zukommen. Meine Freundin und ich sehen die ganze Sache anders als die beiden.
Es gibt Dinge die uns verbinden. Da ist natürlich zum einen die familiäre Bindung, aber zum anderen haben wir auch das gemeinsame Hobby.
Das Thema "Politik & Gesellschaft" ist ein Thema das uns nicht verbindet und ich denke durch die Priorität, die das ganze jetzt bei ihnen hat, sogar etwas ist, dass uns trennt und Konflikte heraufbeschwört.
Mir wäre es lieb, wir würden das Thema gänzlich unter den Tisch fallen lassen, außer man möchte gerne ein Konfliktthema in den Mittelpunkt stellen, aber ich glaube das können sie bald nicht mehr oder sehen es einfach nicht ein. Durch ihre Parteifreunde kriegen sie ja gerade ohne Ende Rückenwind.

Eine weitere Ebene die mich beunruhigt, ist natürlich einfach generell die Beziehung zwischen meiner Freundin und ihrer Schwester. Wenn die sich streiten, geht es meiner Freundin nicht gut und zuletzt ist tatsächlich eine Diskussion über einen Messenger Dienst irgendwie eskaliert. Besagte Schwester wollte WhatsApp den Rücken kehren, wegen Datenschutz und weil der Verfassungsschutz mitlesen könne usw., und hat dann einfach gesagt, dass dann die ganze Familie zu Telegram gehen kann. Den findet meine Freundin doof, weil sie den Datenschutz dort noch kläglicher findet als bei WhatsApp und hat dann andere vorgeschlagen..
Da ich nicht im Familienchat drin bin weiß ich nicht, was da genau passiert ist, aber auf jeden Fall ging die Diskussion wohl heiß her und die haben sich nur deswegen richtig die Karten gelegt. Wegen einem doofen Messenger von dem wahrscheinlich eh mittlerweile jeder 2-3 auf dem Handy hat. Hatten natürlich eh alle Familienmitglieder, also war die Aufregung auch irgendwie umsonst. Naja, das nur mal als kleiner Einblick.

So jetzt kommen wir zu einer Ebene, die mich ganz doll betrifft. Mein persönlicher Leidensdruck sozusagen.
Natürlich stünde es mir frei "Cool Cat" zu sein und das ganze an mir abperlen zu lassen. Ist ja nicht meine Familie, also so what?
Aber das kriege ich nicht hin. Im Gegenteil, ich bin emotional tief involviert. Zum einen empathisch wegen meiner Freundin, aber zum anderen auch, weil mich diese ganze Sache, die Botschaften, die sie verbreiten, die kleinen Spitzen die immer mal wieder eingestreut werden und die generelle Weltanschauung unglaublich triggern. Ich denke jeden Tag über die beiden nach und mache mir sorgen, wie wir uns zukünftig begegnen werden. Und da spielen ganz viele Dinge rein und ich glaube, dass da ganz viele Schwächen auf meiner Seite liegen, die zu dieser Belastung führen...

Ich möchte nicht in eine Diskussion über das Pro und Contra von Maßnahmen verwickelt werden - zumindest nicht so. Ich bin der Meinung, dass man auf jeden Fall kritisch über das Verhalten der Regierung reden sollte, denn in meinen Augen kriegen die gerade keine 1+ ins Zeugnis, aber ich glaube wir liegen so weit auseinander mit unseren Ansichten, dass wir trotz solche konsensfähigen Einstellungen nicht zusammenkommen, nicht mal einen kleinsten gemeinsamen Nenner finden werden.
Außerdem sind die beiden ja top informiert, weil sie gerade wohl recht viel Zeit für ihre Recherche aufwenden und natürlich durch die Parteifreunde entsprechend informiert werden. Das heißt, dass eine Diskussion nicht auf Augenhöhe stattfinden würde. Sie haben z.B. letztens erst meiner Freundin was erzählt, wo ein weltweit bekannter und renommierter Virologe, dies und das gesagt hat. Also Information, Botschaft und Quelle haben die halt parat.
Ich möchte mich aber gar nicht auf ein Familientreffen in dieser Art und weise vorbereiten! Und ich sehe auch gar keinen Sinn dahinter. Sie haben ihre Quellen, ich habe meine Quellen und am Ende des Tages plappern wir doch eh nur nach was unsere Quellen sagen, weil wir alle nur Laien sind. Wir könnten Meinungen austauschen, aber keine fachliche Diskussion führen. Das muss dieser Virologe mit seinen Kollegen machen!

Ich bin zur Zeit eh mit mir selbst beschäftigt, weil mein Seelenleben nicht ganz gerade ist. Hat mir so ein Arbeitsbuch wo es um die Erforschung des eigenen Schattenkindes und des eigenen Sonnenkindes geht. Vielleicht kennt ihr das ja ;)
Also, auf jeden Fall kann ich über mich sagen, dass ich eher konfliktscheu bin. Gehe Konflikten sowieso lieber aus dem Weg und wenn ich sie nicht vermeiden kann, dann gehe ich nur rein wenn sie fachlich sind ich tiptop vorbereitet bin. Auf Arbeit geht das also im Ausnahmefall, denn da kenn ich mich aus ;) So aber nicht. Und ich will gar nicht in einen Konflikt mit denen gehen - deswegen muss das Thema für mich auch gar nicht auf den Tisch. Denn a) scheue ich zu doll Konflikte und b) gibt es (anders als auf Arbeit) da nichts für mich zu gewinnen. Gar nichts. Es wäre dumm den Konflikt auszufechten.

Und das ist das zweite Stichwort: Dumm. Ich möchte nicht dumm erscheinen. Mein Selbstbewusstsein hält sich in Grenzen. Mittlerweile bin ich fast 40 und habe auf Arbeit eine Führungsposition inne (wie auch immer das passiert ist :D ) und darum geht es mittlerweile, aber wenn ich ehrlich bin, tief in mir drin, bin ich noch immer das unsichere Kind von früher. Es gibt wenig auf das ich stolz bin, doch eine Sache auf die es bin und auf die ich wahrscheinlich deswegen wert lege ist mein Intellekt. Kein, ich bin kein Raketenwissenschaftler, aber ich halte mir schon für intelligent und vor allem nicht dumm. Da bin auch etwas eitel, wenn ich dumm erscheine nervt mich das.
Wenn ich also in eine Diskussion gedrängt werde, wo mir einer "Fakten" um die Ohren haut und ich nur mit "glauben meinen denken und fühlen" gegenhalten kann, also auf deutsch hoffnungslos unterlegen bin, dann stehe ich dumm da. Triggert mich deswegen diese Vorstellung so? Wer weiß...
Oh und was mich richtig nervt, also was mich richtig triggert, ist wenn es passieren sollte, dass die klassischen Ausdrücke wie "Schlafschaf" oder "Lemming" auf mich angewendet wird. Oha, man kann mir einiges an den Kopf werfen, aber diese Dauerbrennerwörter im Corona-Sprachgebrauch machen richtig wütend!
Und was mich auch richtig wütend macht, wo meine ansonsten doch echt große verständnisvolle und tolerante Art vielleicht zu schnell ihr Ende findet ist, wenn ich Dummheit bei anderen Wahrnehme. Bestimmt ist mein Urteil in dieser Hinsicht oft nicht fair, aber da bringt mich auf die Palme. Und leider sind genau einige Verhaltensweisen der Querdenker Dinge die mich so auf die Dummheits-Palme bringen.
Bezeichnen mich als Lemming, aber laufen ihren selbsternannten Propheten im striktem Gehorsam hinterher? WUT!
Sie wirft ihrer Schwester vor, durch die Ablehnung von Telegram für die ganze Familie im Alleingang eine Entscheidung getroffen zu haben, alldieweil sie doch die Ablehnung von WhatsApp selbst für die ganze Familie eine Entscheidung trifft? WUT!
Hab noch mehr Beispiele, aber egal, ich glaube das Prinzip wird klar.

Da ich so konfliktscheu bin, bin ich auch nicht erprobt und bleibe im Konflikt nicht ruhig. Dann funktioniert mein Verstand auch nur noch auf Hilfsenergie. Das macht es nicht besser. Und ich fühle mich dann auch echt schlecht.


Seufz

Jetzt habe ich ganz viel geschrieben und habe vielleicht doch mehr Inhalt gepostet als ich wollte. Darum hier noch ein Disclaimer rein:

Ich bin nicht sauer auf sie, weil sie eine andere Meinung haben oder sich von meiner Warte aus radikalisieren. Das ist ihr Ding und ich denke, dass ich als Anhänger einer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft das dulden muss. Kriege ich hin denke ich - also wegen meiner können wir weiterhin familiär weiter zusammen abhängen und unserem Hobby frönen. Aber ich habe Angst, dass ich entweder leider oder eskaliere, wenn das Thema auf den Tisch kommt.

Warum triggert mich das so hart?
Und wie gehe ich mit den beiden um?

Ich hab schon überlegt, tatsächlich den Absatz mit dem "Hey, wir haben Themen die uns verbinden und es gibt bei Politik was, dass uns trennt. Wenn wir keinen Konflikt wollen, dann sollten wir das Thema lassen." rauszuhauen. Aber verbiete ich ihnen damit einfach den Mund?
Und ehrlich: Wenn bei ihr wieder nur so kleine Spitzen fliegen, kann ich ja nicht diese Kanone rausholen und abfeuern.
Und vielleicht war es falsch in der frühen Phase das Thema nicht besprochen zu haben? Wenn die eigene Familie das nicht hören will, dann suchen sie sich Leute die das hören wollen, ihre Ansichten teilen und sie fördern.

Ich weiß auch nicht. Das einzige wo ich mir sicher bin, ist dass eine fachliche Diskussion zu nichts führen wird. Das ist zumindest das, was ich bisher so mitbekommen habe. Wer so tief in seiner Meinung ist, lässt sich ja nicht von einem Laien wir mir umstimmen. Ich wiederum weiß, dass ich mich nicht auf deren Seite ziehen lassen werde, da ich da anders drauf bin.

Tja, meine Situation und falls vielleicht jemand einen Tipp oder einen Erfahrungswert hat würde ich mich freuen. Kann ja auch von der "Gegenseite" kommen - wie gesagt, es geht hier nicht um Inhalte oder wer recht und unrecht hat, es geht darum wie ich mit dieser Frontenbildung umgehen kann.


Gruß
Nordi

Matze1985 17.05.2021 09:51

Zitat:

Zitat von Nordi (Beitrag 5823970)
Ich weiß auch nicht. Das einzige wo ich mir sicher bin, ist dass eine fachliche Diskussion zu nichts führen wird. Das ist zumindest das, was ich bisher so mitbekommen habe. Wer so tief in seiner Meinung ist, lässt sich ja nicht von einem Laien wir mir umstimmen. Ich wiederum weiß, dass ich mich nicht auf deren Seite ziehen lassen werde, da ich da anders drauf bin.

Tja, meine Situation und falls vielleicht jemand einen Tipp oder einen Erfahrungswert hat würde ich mich freuen. Kann ja auch von der "Gegenseite" kommen - wie gesagt, es geht hier nicht um Inhalte oder wer recht und unrecht hat, es geht darum wie ich mit dieser Frontenbildung umgehen kann.


Gruß
Nordi

Hey Nordi :wink:

Das ist wirklich schwierig...ich halte es nicht für förderlich um des lieben Friedens willen die Klappe zu halten bei Diskussionen. Das hält man ja 24/7 die Woche nicht aus.

Allerdings hast du auch - vollkommen richtig erkannt - das bringt nichts. Die Schwester und ihr Mann haben sich ihr Weltbild zurechtgelegt. Die erreicht man nicht mehr.

Also sind Diskussionen auch irgendwie sinnfrei.

Also würde ich schon dazu tendieren, das man die Fronten klärt - damit bei Familienfeiern Ruhe herrscht.
Um des gemeinsamen Friedens willen. Ob das aber funktioniert - sehr fraglich.

Habe ich jetzt einen Rat geben können? :gruebel:
Ich glaube nicht.

NK Zwo 17.05.2021 10:16

Kann man da überhaupt einen Rat geben, wenn die Ansichten derart auseinander gehen? :-(

:knuddel:

Nordi 17.05.2021 18:26

Hallo ihr beiden!

Auch wenn ihr jetzt nicht direkt einen Rat parat hattet, bin ich euch doch dankbar, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meinen irre langen Text zu lesen und euch über meine Situation Gedanken zu machen :)

Matze ich glaube du hast Recht, Klappe halten geht wirklich nur eine kurze Zeit gut. Irgendwann platzt es dann wie aus einem Vulkan heraus wahrscheinlich...
Und bei früheren, anderen Situationen mit anderen Menschen war ich halt lange passiv und im Endeffekt ärgere ich mich darüber. Aber zum Wüterich will ich ja auch nicht werden.

Wobei das ein witziges Aufeinandertreffen wäre... Wutbürger vs Querdenker :lachen:

Vielleicht ist das klären der Fronten wirklich das beste. Aber ich glaube dafür muss ich auf den richtigen Moment warten wenn der Elefant eh im Raum ist, oder?
Wenn ich ohne konkreten Anlass das Thema auf den Tisch bringe, bin ich dann der Unruhestifter?
Oder ist es gerade gut, sowas anzusprechen, bevor man sich schon vorher die Köpfe wegen inhaltlicher Themen heißgeredet hat?

Man sollte meinen, dass man im Erwachsenenalter genug Erfahrung haben sollte, um dies einschätzen zu können.. *seufz*

Matze1985 18.05.2021 17:16

Zitat:

Zitat von Nordi (Beitrag 5824126)

Vielleicht ist das klären der Fronten wirklich das beste. Aber ich glaube dafür muss ich auf den richtigen Moment warten wenn der Elefant eh im Raum ist, oder?
Wenn ich ohne konkreten Anlass das Thema auf den Tisch bringe, bin ich dann der Unruhestifter?
Oder ist es gerade gut, sowas anzusprechen, bevor man sich schon vorher die Köpfe wegen inhaltlicher Themen heißgeredet hat?

Der Elefant ist doch eh immer mit im Raum. Also lieber gleich am Anfang mal ein klärendes Gespräch bzw. ein Waffenstillstandsabkommen...sowas wäre dann wieder unpassend, wenn die Familienfeier auf dem Höhepunkt ist.

NK Zwo 18.05.2021 18:44

Zitat:

Zitat von Matze1985 (Beitrag 5824204)
Der Elefant ist doch eh immer mit im Raum. Also lieber gleich am Anfang mal ein klärendes Gespräch bzw. ein Waffenstillstandsabkommen...sowas wäre dann wieder unpassend, wenn die Familienfeier auf dem Höhepunkt ist.

Volle Zustimmung!
Wenn ich mir das vorstelle...
Familienfeier, die Stimmung eh angespannt wie nie, und dann noch Alk dazu...
Das endet in einem Fiasko!

Wenn die Schwester und ihr Mann bei euch sind: mein Haus, meine Regeln, Coronafreie Zone. Ich würde nicht abwarten, bis sich das Alles das nächste Mal hochschaukelt, sondern ganz ruhig und knapp meinen Standpunkt klarstellen, OHNE mich danach auf Diskussionen einzulassen.

Ist hart, ich weiß, besonders weil es ja um Deine Partnerin geht, und nicht um irgendeine Bekanntschaft, die man einfach ignorieren kann.

Ich wünsche Dir Mut und Kraft. :wink:

Nordi 19.05.2021 15:09

Zitat:

Zitat von Matze1985 (Beitrag 5824204)
Der Elefant ist doch eh immer mit im Raum.

Hm, guter Punkt. Da hast du eigentlich recht.


Zitat:

Zitat von NK Zwo (Beitrag 5824208)
und dann noch Alk dazu...

He, woher kennst du unsere Familienfeiern! :fg:
Ja, Alk ist tatsächlich ein gern gesehener Gast. Bisher ist er nicht negativ aufgefallen, aber das könnte sich ja auch ändern.


Eijeijei, ich glaube ihr habt Recht.
Hm... die beiden sind ja per se nicht doof. Natürlich könnte ich eine Vorgabe machen und sagen, dass das Thema bei uns keinen Platz finden sollte - Tschüss, Aus, Mickey Maus.
Andererseits sind wir ja keine Fremden oder Feinde, ich könnte ja auch in den Dialog mit den beiden treten. Natürlich nicht inhaltlich bzgl. Corona, sondern mein Empfinden und meine Sorgen bzgl. des Auseinanderdriftens der Weltanschauungen und dem damit einhergehenden Konfliktpotential bei Familientreffen kund tun und ihnen dann wiederum nicht nur den den Raum geben ihre Einschätzung dazu preiszugeben, sondern sie dazu ermutigen.

Vielleicht ist das die fairere Methode, zumindest glaube ich, dass ich selbst glücklicher damit wäre, wenn mir jemand das Problem auf diese Art näherbringen würde, als von vornherein etwas auf den Tisch zu knallen (ja, ich bin ein konfliktscheuer Leisetreter ;) ). Und falls sich das ins Doofe entwickelt, hätte ich ja immer noch den "Pfeil der klaren Kante" im Köcher und die Legitimation ihn abzufeuern. So nach dem Motto: "Siehste, geht jetzt schon schief. Wir lassen das Thema besser in der Schublade wenn wir uns unsere Treffen nicht vermiesen wollen."

Ich werde mir da mal was zurecht legen und mit meiner Partnerin besprechen. Das sollte sie besser nicht unvorbereitet erwischen.

Vielen Dank für eure Beiträge :knuddel: Es tut gut sich darüber mit neutralen Leuten auszutauschen :)

NK Zwo 19.05.2021 15:16

Ich kann Dir noch ein sehr gutes Buch empfehlen:

"Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren" von Hubert Schleicher.

https://www.deutschlandfunkkultur.de...age%20erreicht.

Aber auch er kommt zu der Erkenntnis, dass man mit einigen Leuten nicht diskutieren KANN. :nicken:

Auf jeden Fall zeigt es einige sehr gute Gesprächstaktiken auf. :yeah:

Und noch zum Schluss: Du kannst sie nicht alle retten. Manche Leute WOLLEN keinen Frieden, nicht mal in der eigenen Familie...

Matze1985 19.05.2021 15:38

Zitat:

Zitat von Nordi (Beitrag 5824262)
Hm... die beiden sind ja per se nicht doof. Natürlich könnte ich eine Vorgabe machen und sagen, dass das Thema bei uns keinen Platz finden sollte - Tschüss, Aus, Mickey Maus.
Andererseits sind wir ja keine Fremden oder Feinde, ich könnte ja auch in den Dialog mit den beiden treten.

Irgendwie geht man ja gedanklich davon aus, dass es bei einer konkreteren Ansprache gleich knallt. Gerade bei der aufgeheizten Stimmungslage :teufel:

Aber vielleicht sieht der Gegenüber das ja auch ähnlich und man kann auf einer gemeinsamen Basis sich begegnen.

Ich habe auf Arbeit auch einen Kollegen, der gern kritisch ist. Gern auch die bekannten Allgemeinsätze raushaut. Trotzdem schätzen wir uns und reden miteinander.

(Obwohl ich am Anfang auch dachte - "Nicht schon wieder so ein Leugner" :rolleyes:

Aber es gibt ja durchaus Standpunkte, wo man gar nicht so weit voneinander abweicht in der Pandemielage. Das man bestimmte Sorgen teilt)

Problematisch wird es eher, wenn permanent Falschmeldungen widergegeben werden und es nur darum geht, den Anderen als "Schlafschaf" darzustellen.
Als Beispiel jetzt. :fg:

Nur den Teil der Querdenker-Demos und Basis-Mitgliedschaft in deiner Geschichte empfinde ich als problematischen, der das ganze Kartenhaus names "gemeinsamer Ausstausch" etwas ins Wanken bringen könnte.

Nordi 19.05.2021 22:43

Hui, danke für den Buchtipp. Gucke ich mir mal an :)
Deutschlandfunk Kultur höre ich eh gerne :yeah:

Zitat:

Irgendwie geht man ja gedanklich davon aus, dass es bei einer konkreteren Ansprache gleich knallt. Gerade bei der aufgeheizten Stimmungslage
Ja genau, in meiner Vorstellung geht da immer gleich die Bombe hoch, aber mit Glück wird das nicht so schlimm wie ich es mir ausmale.

Zitat:

Nur den Teil der Querdenker-Demos und Basis-Mitgliedschaft in deiner Geschichte empfinde ich als problematischen, der das ganze Kartenhaus names "gemeinsamer Ausstausch" etwas ins Wanken bringen könnte.
Das ist für mich ein Indiz dafür, dass wir halt nicht mehr auf einen Nenner kommen werden. Also mehr als ein "Hausfrieden" ist in meinen Augen nicht zu erreichen. Auch wenn wir vielleicht bei einigen Punkten nicht so weit auseinanderliegen, wird es doch immer einen fundamentalen Unterschied geben den wir wahrscheinlich nicht überwinden können. Darum steht bei mir ja auch primär die Frage im Raum, wie wir dann mit diesem Unterschied umgehen wollen. Können wir den umschiffen, so wie du und dein Kollege, oder bleibt das ein ewiger Streitpunkt. Ich hoffe wir können da sachlich und differenziert drüber reden.

Bis zum Nächsten Treffen ist noch etwas hin. Weiß gar nicht wann das sein wird. Also kann ich euch nicht zeitnah dazu eine Rückmeldung geben ;)


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