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Schmusebaby 17.10.2007 09:18

Schwiegermutter ist gestorben
 
Hallo Ihr Lieben!

Wie Ihr aus dem Titel sehen könnt, ist meine Schwiegermutter gestorben. Um die Sache, zu der ich später komme, besser verstehen zu können, hier ein paar Erklärungen:

Gesundheitliche Probleme von ihr:

Meine Schwiegermutter hatte Diabetes und Fettleber.

Zu Ihrer Person und ihr Verhalten:

Sie war eine schwierige Person, sie hat immer an meinem Mann und mir herumkritisiert und wenn es ihr mal wieder schlecht ging, haben mein Mann und ich gesagt bekommen (von ihr und ihrem Mann, also Schwiegervater), dass wir schuld daran wären, dass es ihr so schlecht geht. Sie kam nicht damit klar, wie wir lebten. Es gab Vorwürfe ohne Ende! Egal was wir machten es war falsch. Muss dazu sagen, dass sie ca. 500 km weit weg wohnten. Klar wie haben auch nicht immer alles richtig gemacht, doch es kam kein Gespräch zu Stande, denn jedesmal wenn ein Gespräch zu Stande gekommen ist, hat sie angefangen zu heulen und das Gespräch wurde abgebrochen, mit dem Kommentar, jetzt geht es ihr wegen uns wieder richtig dreckig.

Unseren Sohn (6 Jahre) also ihr Enkel hat sie über alles geliebt und unser Sohn hat sie auch sehr lieb gehabt, das hat er sehr oft gesagt und er war wirklich super glücklich wenn er dort war.

Die Problematik nach ihrem Tod:

Wir sind letztes Wochenende hingefahren um mit der Familie zu trauern, denn trotz der ganzen Probleme mit ihr habe ich sie sehr lieb gehabt (sie hatte auch sehr viele gute Seiten). Dann kam der Schock. Sie war Alkoholikerin seit ca. 20 Jahren und hat sich totgesoffen und der einzige der was wusste war ihr Mann. Und genau da liegt das Problem. Diese Erkenntnis hat mir den Boden unter den Füssen weggezogen und ich weiss nicht mehr was ich machen soll, ich weiss nicht ob ich wütend oder traurig sein soll. Jahrelang musste ich bzw. wir uns Vorwürfe anhören das wir schuld sind und jetzt kommt warum sie gestorben ist. Das ganze zermürbt mich, ich kann nicht mehr richtig schlafen, kann mich auf der Arbeit nicht mehr konzentrieren und lasse keinen mehr an mich heran (außer meinem Mann und meinem Sohn). Auf der einen Seite ist die Trauer und auf der anderen Seite die Wut, und ich kann nichts dagegen machen. Ich lebe in einem grossen Zwiespalt, was ich jetzt machen soll. Ich fühle mich schon selbst herzlos weil ich wütend bin, doch ich kann nichts dagegen machen. Meinem Mann kann ich das so nicht sagen und mein Sohn trauert auch um seine geliebte Oma nur mich zerreissen die zwei Seiten von Trauer und Wut.

Verurteilt mich jetzt bitte nicht!

Wie kann ich damit umgehen? Soll ich mich krankschreiben lassen und erst mal zu mir finden?

Ich habe Angst vor der Beerdigung! Wie soll ich reagieren? Ich weiss gar nichts mehr und stehe total neben mir!

Danke fürs zuhören und vielleicht hat der eine oder andere ja ein paar Tips für mich!

Liebe Grüsse Euer Schmusebaby

Ratti 17.10.2007 09:25

Du gibst doch dir nicht die Schuld wegen den Alkohollismus?????

Verstehe nicht, warum du so wütend bist........das ist halt ein tiefes Geheimnis gewesen von denen.

Und Mütter (Schwiegermütter) müssen immer kritisieren. Man bleibt für die immer ein Kind. Selbst mit 32 muß ich mir noch so manche Rüffel meiner Mutter anhören.

Geh auf alle Fälle weiter zur Arbeit.....lenkt wenigstens ein bissel ab!

Schmusebaby 17.10.2007 09:28

Hallo Ratti,

die Schuld an dem Alkoholismus gebe ich mir nicht!

Ich habe mir immer Vorwürfe gemacht, ob wir wirklich schuld sind wenn es ihr so schlecht ging (habe mir die Vorwürfe ja fast 8 Jahre angehört). Und dann kriege ich zu hören, dass sie Alkoholikerin war und sie selbst dran schuld ist, deswegen bin ich wütend.

LG Schmusebaby

Schmusebaby 17.10.2007 09:35

Kritik muss ich mir auch noch von meiner Mutter anhören, das kann ich wegstecken und man kann auch drüber reden.

Nur wenn man sich jahrelang Schuldzuweisungen anhören muss und man nie drüber reden konnte und dann sowas erfährt, ist schon sehr heftig!

Jule Blume 17.10.2007 09:35

verdrängen gehört zur Sucht -

Schuldübertragung auch.....


sie konnte da nichts dafür...

denk an das gute an ihr, für dich und deine "männer"

Ratti 17.10.2007 09:38

Denke das diese Krankheit weitreichende Hintergründe haben kann, die wir als Laien nicht verstehen.

Vermutlich bezieht sich die Wut nur darauf, daß man sich nicht mal wirklich aussprechen konnte. Aber das ist recht oft so bei Todesfällen, da sowas in der Regel nicht geplant ist.

Weiß nicht, wie dein Mann drauf ist....solltest aber mit ihm mal reden. Nicht unbedingt mit der Tür ins Haus fallen, aber einfach mal allgemein über den Tod der Mutter mal quatschen.

Schmusebaby 17.10.2007 09:40

Zitat:

Zitat von Jule Blume (Beitrag 2095201)
verdrängen gehört zur Sucht -

Schuldübertragung auch.....


sie konnte da nichts dafür...

denk an das gute an ihr, für dich und deine "männer"


Klar denke ich auch an das Gute an ihr, doch dann kommen wieder die anderen Gedanken. Ich fühle mich so machtlos. Ich bin stark für meine Männer, sie brauchen mich! Doch wenn ich alleine bin, dann mache ich mir auch noch Vorwürfe wie ich so herzlos sein kann mit meinen Gedanken! Ich weiss einfach nicht mehr weiter und denke immer wieder vielleicht könnte mir ein Therapeut helfen.

Schmusebaby 17.10.2007 09:42

Zitat:

Zitat von Ratti (Beitrag 2095206)
Denke das diese Krankheit weitreichende Hintergründe haben kann, die wir als Laien nicht verstehen.

Vermutlich bezieht sich die Wut nur darauf, daß man sich nicht mal wirklich aussprechen konnte. Aber das ist recht oft so bei Todesfällen, da sowas in der Regel nicht geplant ist.

Weiß nicht, wie dein Mann drauf ist....solltest aber mit ihm mal reden. Nicht unbedingt mit der Tür ins Haus fallen, aber einfach mal allgemein über den Tod der Mutter mal quatschen.

Ich denke auch, dass sich die Wut darauf bezieht, dass es nie ein klärendes Gespräch gab!

Mit meinem Mann rede ich über den Tod von seiner Mutter, doch ich kann ihm nicht sagen, was ich denke und fühle, das will ich ihm nicht antun. Wir reden oft darüber.

Ratti 17.10.2007 09:45

Zitat:

Zitat von Schmusebaby (Beitrag 2095210)
........vielleicht könnte mir ein Therapeut helfen.

Könnte da auch nicht dein Mann helfen? Vielleicht der bessere Doc!

Paß jetzt lieber auf, das du mit dieser ganzen Last nicht zerbrichst. Hast viel Verantwortung im Familienmanagement.

Aber der Lebenspartner sollte schon wissen, was in einem vorgeht.

Tante Emma 17.10.2007 09:47

Also das erste was mir einfällt ist, dass mir diese Frau wohl im Nachhinein noch furchtbar leid tun würde. Alkoholiker zu sein ist eine Krankheit. Da kann man nicht sagen "sie war schuld". Daran ist niemand schuld. Es ist ein Sucht! Eine Krankheit. Und ganz ganz schlimm. Wie gesagt, ich hätte nur mitleid und würde mich vielleicht fragen, warum ich das nicht gemerkt habe....

In meiner Familie haben wir grade einen ähnlichen Fall. Zum Glück ist es aber noch nicht zu spät und man kann noch helfen. Aber genau diese oben genannten Gefühle und Gedanken habe ich auch in meinem Fall...


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