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Alt 04.11.2010, 12:32   #1
rebbecca
Junior Member
 
Registriert seit: 11/2010
Ort: Berlin
Beiträge: 7
Trennen? (sehr langer Beitrag)

Ein liebes Hallo an alle Lovetalker

ich bin noch neu hier und es gibt bestimmt schon viele Beiträge zu dem Thema "Trennung", dennoch hoffe ich das eine "Aussenstehende-Meinung" bisschen Klarheit in meine Gedanken bringt.

Erst einmal ein paar Eckdaten zu mir:
Ich bin weiblich, 40 Jahre alt, habe ein 3jähriges Kind und bin seit 5 Jahren verheiratet. Und genau hier liegt der Knackpunkt.

Mit meinem Mann bin ich seit 7 Jahren zusammen. Er ist nicht unbedingt meine große Liebe aber wir haben uns die erste Zeit super verstanden und irgendwann habe ich auch gelernt ihn zu lieben. Wir hatten bis zu unserer Hochzeit tolle Zeiten und waren auch glücklich (beide). Nach unserer Hochzeit fing es an, dass sich unsere Beziehung verändert hat. Ich hatte immer den Eindruck, dass ich mehr dafür tue wie er. (Nettes Abendessen mit Kerzenschein, ein "Verliebtes Wochenende an der Ostsee) Als wir dann in unsere neue Wohnung gezogen sind (ungefähr 1 Jahr nach unserer Hochzeit) und ich kurze Zeit danach schwanger wurde schien auf dem ersten Blick unser Glück perfekt. Leider war es nicht so. Ich wurde ständig unter Druck gesetzt, mach diese Untersuchung (Sonderuntersuchungen in der Schwangerschaft), pass auf das dem Kind nix passiert usw. Seit diesem Zeitpunkt war ICH nicht mehr wichtig, sondern nur noch das Kind in meinen Bauch. Versteht mich nicht falsch - ich liebe mein Kind über alles und bin nicht eifersüchtig.
Dann kam die Geburt - etwas schwierig da ich eine Schwangerschaftsvergiftung hatte - und von da an war ich komplett abgeschrieben. Nur noch unser Kind, wie es mir ging oder ob ich Depressionen (ca. 6 - 10 Wochen lang nach der Geburt) hatte war völlig egal. Dem Baby ging es zu keiner Zeit schlecht und es war alles ganz normal und zeitgerecht.

Auch viele Gespräche haben nichts gebracht. Selbst Freunde habe schon versucht mit ihm zu reden aber er ist Beratungsresistent. Eine Eheberatung kommt überhaupt nicht in Betracht, denn er breitet seine Probleme nicht vor Fremden aus. (so seine Worte) Nach 3 Jahren habe ich mich so entfremdet von meinen Mann das ich eine Trennung in Erwägung ziehe. Es ist auch keine Nähe mehr da, wir leben wie Bruder und Schwester zusammen. Keine gemeinsamen Interessen, keine gemeinsamen Gesprächsthemen, keine gemeinsamen Ziele, keine gemeinsamen Wünsche - ausser die von unserem Kind und selbst in der Erziehung sind wir uns nicht einig. Er ist auch sehr gefühlskalt und kann keine Emotionen zeigen. Bei mir garnicht und kaum welche bei unserem Kind (ausser wenn er sauer ist).

Eine Beratung bei einen sozialen Dienst hatte ich schon und ein Anwaltsgespräch steht demnächst an.

Ich habe Angst vor der Trennung sehe aber keinen anderen Weg mehr. Ich bin totunglücklich mit der Situation wie sie jetzt ist und selbst meinen Kind fällt das schon auf. Es fragte mich letztens warum ich immer so traurig sei.

Ich glaube mein Mann merkt/ahnt etwas. Er ist seit Kurzem sehr bemüht und verhält sich sehr freundschaftlich, fast fürsorglich.

Eigentlich ist die Trennung schon vorbereitet. Ich habe einen neuen Job in einer anderen Stadt angeboten bekommen und hätte auch schon eine neue Bleibe für mein Kind und mich.

Dennoch plagen mich seit Wochen, Gewissensbissen und bereiten mir schlaflose Nächte. Wenn ich mit ihm ganz vernünftig reden würde ( wie erwachsene Menschen), müßte ich damit rechnen, dass er mir das Kind wegnehmen würde => Antrag auf Bestimmungsrecht stellt und mit einstweiliger Anordnung damit sogar durchkommt.

Den Weg den ich gehen möchte, ist ein Trennungsgespräch, dann eine vorgehende Trennung (Ortstrennung) mit meinem Kind und dann einen Antrag stellen für das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Ich weiss allerdings das das nicht so einfach ist und mich das meine Bindungstoleranz gegenüber meinen Kind kosten könnte (die ich allerdings benötige um mein Kind zu behalten). Alles sehr verfahren und verworren.

Ist es normal das man sich als schlechter Mensch fühlt wenn man sich trennt und in so einer oder ähnlichen Situation ist?
Was würdet ihr machen, wenn ihr in meiner Situation wärt? Soll ich den Job in der anderen Stadt annehmen (übrigens ein Traumjob mit guten Verdienst) und Neu mit meinem Kind anfangen? Ist es das alles Wert nur damit ich glücklich werde? Oder steht das Glück vom Kind alleine im Vordergrund und ich soll weiter machen wie bisher?

Gebt mir doch bitte eure ehrliche Meinung. Ich weiss ich habe sehr viel "ich" in meinen Bericht und es hört sich sehr einseitig an - aber so empfinde ich es halt.

In der Hoffnung auf ein paar hilfreiche Antworten sende ich euch allen die sich durch diesen langen Beitrag gequält haben
herzliche Grüße
rebbecca ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2010, 12:32 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 04.11.2010, 12:40   #2
aua*
Golden Member
 
Registriert seit: 09/2008
Beiträge: 1.346
Dass du Gewissensbisse hast ist verständlich. Du wolltest halt eine glückliche Familie und das ist gescheitert. Gerade wenn man ein Kind hat muss man sich solchen Gedanken stellen. Dennoch ist eine Trennung wahrscheinlich die richtige Entscheidung, denn so kann es ja nicht weitergehen. Abgesehen von allem drum herum würde ich den Job annehmen. Dann geht es wenigstens da schon mal bergauf und ein Traumjob läuft einem nicht ständig über den Weg. Wenn du ausziehst, brauchst du ja auch das Geld ... Wo wäre deine Tochter, wenn du dann arbeiten bist und ihr in der anderen Stadt lebt? Lässt sich das vereinen?
Natürlich spielt das Glück deines Kindes eine große Rolle, aber man muss auch an sich selbst denken und außerdem merkt dein Kind ja auch schon, dass etwas nicht stimmt. Da braucht man also nicht mehr lange was vorgaukeln.
aua* ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2010, 12:49   #3
rebbecca
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 11/2010
Ort: Berlin
Beiträge: 7
... Wo wäre deine Tochter, wenn du dann arbeiten bist und ihr in der anderen Stadt lebt? Lässt sich das vereinen?

Danke erstmal für deine nette Antwort. Ja ich hätte ein Betreuung für meine Tochter - da ich nachmittags arbeite kann ich mich vormittags um sie kümmern und nachmittags wäre meine Familie (Oma) für sie da. Also perfekt!!
rebbecca ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2010, 12:58   #4
salvatoreX
Member
 
Registriert seit: 01/2010
Beiträge: 54
Hm,
ich würde auch den Punkt zustimmen, dass du den Job annehmen solltest - egal ob Trennung oder nicht.
Hast Du denn Deinen Mann die MÖGLICHKEIT gelassen die Beziehung noch zu retten, oder meinst Du ihr seid wirklich an den Punkt angekommen, wo von ihm aus nichts mehr zu retten ist? Wenn er gemerkt hat, dass sich etwas tut und er jetzt versucht nett zu sein, kann es noch nicht zu spät sein.
Manchmal brauchen Männer wirklich eine Drohung, damit sie wieder zurück auf den Teppich kommen und sehen, was sie alles verbockt haben.

Es scheint mir nämlich so, als ob du ihm noch nicht alle Chancen gegeben zu haben scheinst, und hier auf diesen Wege - Deine eigentlich schon gefällte Entscheidung ihm zu verlassen - und Dein Gewissen erleichtern zu wollen und zu hören, dass alles okay sei. Kann diese gewagte Hypothese zutreffen?

Ich selber bin einer der Menschen, der gerne noch eine Chance geben würde.
Wenn wirklich alles versucht wurde, und es in Zukunft keine Hoffnung mehr gibt eine Trennung in Erwägung zu ziehen.
Das Kind ist natürlich eine Überlegung wert. Ist es besser bei Eltern aufzuwachsen, welche nicht glücklich sind und un "wegen des Kindes wegen" zusamen wohnen? Diese Unzufriedenheit kann evtl. irgendwann auf das Kind zurückgeführt werden und dann? Ist die Beziehung wirklich schon hinüber?
Falls ja, dann ist es für das Kind besser glückliche Eltern zu haben, welche getrennt wohnen, und evtl. in Zukunft neue Partner finden. So würde ich auf das Kindeswohl achten...
salvatoreX ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2010, 13:13   #5
rebbecca
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 11/2010
Ort: Berlin
Beiträge: 7
Danke für deine schnelle und nette Antwort.

Zum Thema letzte Chance geben:

Ich war vor 2 Jahren schon mal soweit meinen Mann zu verlassen und habe mich auf eine weitere Chance eingelassen, naja kurzzeitig war es mal wieder schön und dann? Es gab eine weitere Chance und dann noch eine usw.
Ich habe sehr sehr lange gekämpft bin aber mittlerweile so müde und kann nicht mehr für meine Ehe kämpfen.

Auch kann ich keine weitere Chancen mehr vergeben; auch wenn es mir für meinen Mann sehr sehr leid tut. Aber ist Mitleid eine gute Basis für eine Beziehung?
rebbecca ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2010, 14:21   #6
Schüchterne
Senior Member
 
Registriert seit: 11/2008
Beiträge: 615
Mir hat mal jemand gesagt "Wie gut eine Ehe ist, stellt sich erst heraus, wenn die Kinder aus dem Haus sind"

Ich finde das da was Wahres dran ist.

Geändert von Schüchterne (04.11.2010 um 14:45 Uhr)
Schüchterne ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2010, 14:40   #7
TheSar
Senior Member
 
Registriert seit: 06/2010
Beiträge: 822
Soll sie warten, bis das Kind aus dem Haus ist, also noch etwas 13 Jahre?

Oder soll sie das Kind aus dem Haus geben?

Fände ich beides nicht so sinnvoll. Ich plädiere ebenfalls dafür: Job annehmen. Man könnte ja auch erstmal eine Wochenendebeziehung daraus machen und schauen, ob sich durch etwas Abstand die Beziehung ändert.

Die Frage ist eher, ob das für dich überhaupt noch in Frage kommt. Du klingst wirklich so, als wäre die Beziehung für dich abgeschlossen. Und was deine Frage "Dein Glück vs das Kindesglück" angeht: Wenn die Mutter unglücklich ist, bringt das deinem Kind auch nicht viel. Aber das weißt Du sicher auch!
TheSar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2010, 14:52   #8
Schüchterne
Senior Member
 
Registriert seit: 11/2008
Beiträge: 615
Zitat:
Zitat von TheSar Beitrag anzeigen
Soll sie warten, bis das Kind aus dem Haus ist, also noch etwas 13 Jahre?


Nein das habe ich so nicht geschrieben.
Wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann hat das Paar keine Aufgabe mehr...dann müssen sie ihr Leben selbst gestalten. Daran scheitern viele.
Dann sehen viele zurück, wie schön es doch war, als das Kind da war.
Sie entdecken sich nicht mehr neu, können sich nicht mehr definieren. Sie brauchen nun keine Rücksicht mehr auf das Kind zu nehmen und können nun selbst gestalten, wie ihr Leben laufen soll. Aber dann läuft es gerade deswegen nicht mehr rund und so wird man sich bewußt das man nur wegen den Kindes so lange geblieben ist. Weil das Kind der Lebensmittelpunkt war.

Verschenkte Jahre ? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Schüchterne ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2010, 15:22   #9
Seidenmatt
Member
 
Registriert seit: 10/2010
Ort: Ruhrgebiet
Beiträge: 106
Hallo Rebecca,

ich finde, was Du darlegst, hört sich schon sehr strukturiert, durchdacht und wohlüberlegt an... nur daraus allein und auch ein paar anderen glasklaren Aussagen von Dir kann man ablesen, dass es Dir eigentlich schon bewusst ist, dass du eben nicht weiter machen wirst (und kannst) wie bisher...

auch die Formulierung
Zitat:
Ist es das alles Wert nur damit ich glücklich werde? Oder steht das Glück vom Kind alleine im Vordergrund und ich soll weiter machen wie bisher?
zeigt so viel: es gibt die alternativen "glücklich werden" oder "bleiben" für dich... Damit bist du schon sehr weit das "bleiben" deshalb als Alternative, damit das Kind glücklich ist... (so deine Formulierung...)

ich sehe das ganz nüchtern: wie du selbst schon sagst, wirst du bei Alternative "bleiben" nicht glücklich werden... ich sag dir jetzt: bei der Alternative "bleiben" wird auch Dein Kind nicht glücklicher sein, als wenn Du das "selber glücklich werden" wählst... (warum dürfte klar sein: unglückliche Mutter, Vorbildfunktion für Beziehung etc. und wie du sagst emotionsloser Vater usw.)

ganz ehrlich: ich glaube die Entscheidung dürfte bereits gefallen sein und das scheint auch gut so zu sein ich vermute allerdings, dass Du zu Recht Angst vor den Schwierigkeiten, was das Sorgerecht bzw. die Bestimmungsrechte angehen, hast.... ich hätte gern Unrecht, aber da wird er den Hebel ansetzen, zumal seine Priorität schon von jeher auf dem Kind liegen... und er m. E. wenn er denn Emotionen zeigt, dass dann so richtig extrem ausfällt... richtig?

ich glaube, das ist Dein Problem...wie kriege ich die Trennung hin ohne dass er ausrastet und versucht, mir das Kind wegzunehmen... ein dickes Problem... da solltest Du ansetzen... Mediation oder so was in der Art... im Endeffekt würde das auch Deinem Mann helfen, besser mit allem und sich selbst vielleicht auch zurande zu kommen...

ich drück dir die Daumen für Deinen Weg ins Glück...
Seidenmatt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2010, 17:07   #10
rebbecca
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 11/2010
Ort: Berlin
Beiträge: 7
Hallo Seidenmatt,
Hallo thesar,
hallo schüchterne,

besten Dank für eure vielen netten Denkanstöße.

@Seidenmatt:

Ja du hast genau den Nagel auf dem Kopf getroffen, als du geschrieben hast:

...ich vermute allerdings, dass Du zu Recht Angst vor den Schwierigkeiten, was das Sorgerecht bzw. die Bestimmungsrechte angehen, hast.... ich hätte gern Unrecht, aber da wird er den Hebel ansetzen, zumal seine Priorität schon von jeher auf dem Kind liegen... und er m. E. wenn er denn Emotionen zeigt, dass dann so richtig extrem ausfällt... richtig? ...

Das ist einer der Punkte die mir wirklich zu schaffen machen - denn ich weiss nicht wie er reagieren wird auf die Trennung. Nur eins weiss ich er wird sich zum Schwein entwickeln das hat er mir schon öfter angedroht. Ich muss sehr kühl und überlegt handeln um ihn damit überrumpeln. Das ist meine einzige Chance. Eine Mediation habe ich mir auch schon überlegt, aber ich weiss nicht wie das funktionieren soll, wenn ich 700 km weg bin. Meines Wissen nach macht das zusammen, oder?

Ein weiterer Punkt ist das ich Angst habe, wie meine Tochter reagieren wird, wenn sie erfährt dass wir uns trennen. Ein weiterer schwerer Punkt.

Ich danke euch allen auf jeden Fall für eure Antworten.

Herzliche Grüße
rebbecca ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2010, 17:07 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

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ehetrennung mit kind, verworrene geschichte

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