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Alt 02.09.2014, 16:24   #21
Morrigain
abgemeldet
Themenstarter
Das erste Mal wurde ich von einer Mitspielerin angechattet. Das war mehr ein Kommentar zum Spiel, eine Bekundung des allgemeinen Befindens. Mit ihr (und ein paar anderen) haben sich dann kleine Unterhaltungen entwickelt. Small Talk bis hin zum Austausch von Urlaubstipps. Initiiert durch gegenseitige Fragen warum weißt du da so viel oder das gemeinsame lustig machen über ziemlich lahme falsche Antwortalternativen (handelte sich ja um ein Quizspiel). Waren ein paar ganz interessante Leutchen dabei - zumindest wenn man alles glaubt, was da so geschrieben wird. Das Chatten lief eigentlich immer neben dem Spielen. Es hat Spaß gemacht, Leute außerhalb meines Dunstkreises kennen zu lernen. Mein Mann wusste übrigens, dass ich chatte, ich habe ihm auch hin und wieder etwas gezeigt oder vorgelesen.

Mit besagtem Kontakt fing es ähnlich an. Er war sehr gut beim Spiel und ich auch nicht ganz schlecht - wir fingen an über das Spiel und schließlich über uns zu plaudern. Und es hat Spaß gemacht, es ist wirklich nett, wenn man die eigene Person einfach nur beschreiben kann und in den Kommentaren des Gegenüber's gespiegelt findet. Durchaus Selbstwertwirksam - was habe ich schon alles gemacht, was kann ich gut. Ich habe deutlich mehr offenbart, als im Chat angeraten. Mein Gegenüber allerdings auch.

Das mit dem Abdriften ins körperlichere hat sich entwickelt. Es fing mit einer vertraulicheren Anrede an "Meine liebe ..." und endete mit einem "ich küsse dich". Was meinen Mann störte, als er dann mal nachgesehen hat - ich habe keine geheimen Konten, so was sollte aus meiner Sicht nicht nötig sein, war in erster Linie die Vertraulichkeit. Was ich - einmal an die Wand gelaufen - durchaus nachvollziehen kann.

Ich glaube und hoffe, dass sich die Situation schon dadurch positiv verändern wird, wenn ich in ein paar Monaten wieder einer bezahlten Arbeit nach gehe. Wir sind in der typischen Rollen-Falle - wobei ich glaube, seine berufliche Belastung besser einschätzen zu können (sind im gleichen Bereich tätig), als er meine.

Ich weiß nicht, wie ich ihm helfen kann.

Unschön wird es, weil er glaubt, den Schmerz, die Erinnerung betäuben zu müssen. Dann wird er unsachlich und gepaart mit viel Emotionalität auch ein wenig unberechenbar. Nicht handgreiflich, aber es weckt un gute Erinnerungen. Und ich jammere auch jetzt nicht, ich beschreibe.

Geändert von Morrigain (02.09.2014 um 16:32 Uhr)
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Alt 02.09.2014, 16:24 #00
Verbraucherinformant

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Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 02.09.2014, 16:33   #22
gastlovetalk
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Ich lese daraus:

- es macht Dir Spass, (erwachsene) Leute kennenzulernen
- es ist Dir relativ egal, ob die Leute wirklich existieren und das sind, was sie zu sein scheinen (Spass wichtiger als Realitaet)
- es macht Dir Spass, beim Kennenlernen gespiegelt zu werden
(
das was Du selbst an Dir praesentabel findest, ist dem Gegenueber in der Phase wichtig ... Deinem Mann vielleicht nicht mehr so sehr, oder zumindest laesst er es Dich nicht so deutlich spueren ??? ...

Du kannst auch durchaus die eine oder andere angenehme Illusion ueber Dich verbreiten ... Dein Mann kennt Dich dazu inzwischen viel zu gut??
)

- mindestens fuer einen Teil dieser Aktionen haette Dein Mann auch nicht viel dagegen ... sonst haettest Du es mglw. von Anfang an verheimlicht oder eben sein gelassen.

Soweit richtig?
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Alt 02.09.2014, 16:37   #23
Morrigain
abgemeldet
Themenstarter
Ich denke, das beschreibt es ganz gut.

Wobei das wahrscheinlich das Problem vieler Langzeit-Paare mit Kindern ist - man kennt sich schon lange und - vielleicht auch nur vermeintlich - zu gut. Hat zu wenig Zeit füreinander usw. Man weiß, dass der Partner wertvoll ist, nimmt ihn aber eher ganzheitlich als differenziert wahr - außer, es gibt was zu meckern, natürlich. Gilt natürlich für beide Seiten.

Geändert von Morrigain (02.09.2014 um 16:48 Uhr)
Morrigain ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.09.2014, 16:48   #24
gastlovetalk
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Ist Dein Mann gewillt einzugestehen, dass es ein echtes Beduerfnis bei Dir gab/gibt, gegen die Unausgefuelltheit anzugehen? Dass Dir moeglicherweise echt was gefehlt hat und vielleicht noch immer fehlt, wenn Du ihm auch heute ehrlichen Herzens sagen wuerdest, dass Du wohl an der falschen Stelle nach Bestaetigung / Aufmerksamkeit gesucht hast?

Warum hast Du nicht gebremst, als der Mann "anzueglich" wurde?
Waere Dein Mann als Gespraechspartner fuer das austauschen sexueller Phantasien in Frage gekommen?
Wenn nein, warum nicht?

Zitat:
Zitat von Morrigain Beitrag anzeigen
Wobei das wahrscheinlich das Problem vieler Langzeit-Paare mit Kindern ist - man kennt sich schon lange und - vielleicht auch nur vermeintlich - zu gut. Hat zu wenig Zeit füreinander usw. Man weiß, dass der Partner wertvoll ist, nimmt ihn aber eher ganzheitlich als differenziert wahr - außer, es gibt was zu meckern, natürlich. Gilt natürlich für beide Seiten.
Ja klar. Deshalb muss man die Liebe immer wieder neu erfinden, wenn sie immer jung bleiben soll. Sieht Dein Mann das auch so?

Geändert von gastlovetalk (02.09.2014 um 17:05 Uhr)
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Alt 02.09.2014, 18:44   #25
gastlovetalk
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Morrigain Beitrag anzeigen
Ich habe deutlich mehr offenbart, als im Chat angeraten. Mein Gegenüber allerdings auch.
Hier liegt fuer mich ein erwaehnenswerter Gedanke nahe, den ich aus einem vor Jahren gelesenen Wochenzeitungsartikel abgeleitet habe..

Der dortige Psychologe meinte naemlich, Frauen wuerden beim Streit um einen aufgeflogenen Fremdgang normalerweise "es hatte nichts zu bedeuten" sagen ... Maenner dagegen "Du musst mir glauben, es ging nicht von mir aus, ich war eigentlich passiv".

Wenn das stimmt, ist daraus zu sehen, dass nicht nur die Eifersucht der Frau auf einer anderen Ueberlegung/Verletzung beruht als die des Mannes, sondern dass jeder von beiden eine andere Vermutung ueber die Gefuehlsdisposition des Anderen hat als zutrifft.

Die Frau die ihre Schuld dadurch kleinreden moechte, dass sie ihrem Mann versichert, es habe nichts zu bedeuten gehabt ,geht naemlich davon aus, dass diese Zusicherung dessen Selbstwertgefuehl am ehesten wieder heilen kann. Weil es das ist, was SIE am meisten fuerchten wuerde, naemlich, dass er nach dem Fremdgang bei der Anderen bleiben moechte, weil er sie nach der Erfahrung irgendwie toller findet.

Was m.E. eine grobe Fehleinschaetzung ist, denn z.B. ich als Mann wuerde meiner Frau eher verzeihen koennen, wenn sie aus Liebe-auf-den-ersten-Blick, momentaner Verliebtheit fremdgeschlafen haette, als wenn sie mit jedem Erstbesten ins Bett geht statt mit mir.

Denn Letzteres bedeutet u.a. auch, dass ich ja dann NOCH unwichtiger sein muss als jeder Erstbeste.

Beim Mann ist es aehnlich, er projiziert wsl. SEINE worst nightmare in die Gefuehle seiner Frau hinein und moechte sie davon ueberzeugen, dass dies gar nicht vorlag.

Logisch waere es dagegen, wenn jeder die Gefuehle des Anderen zu heilen versuchte (und nicht die eigenen, die man in den Partner hineinprojiziert hat).

Ein Mann koennte z.B. sagen "in dem Moment wollte ich sie, das war unbedacht und rein sexuell, und habe sie dementsprechend zielgerichtet verfuehrt (seine maennliche Entschiedenheit, Tatkraft und sein Attraktivitaetslevel wird so unterstuetzt) jedoch habe ich bald gemerkt, dass Du fuer mich die Einzige bist und es daher dann bereut. Es hatte nichts zu bedeuten und wird nicht wieder vorkommen.".

Die Frau koennte sagen "er hat mich zielgerichtet verfuehrt und ich war einfach ueberwaeltigt, habe in dem Moment den Kopf verloren. Es wird nicht wieder vorkommen."

Auch nach DIESEN Ansprachen muss man auf Vergebung hoffen, allerdings ist man fuer den Anderen mglw. verstaendlicher geworden als mit der instinktiven Reaktion.

So aehnlich kommt mir die Motivation fuer deinen Nachschub "er allerdings auch" hier vor.

Deinem Mann duerfte es allerdings herzlich egal sein, wieviel der Fremde von sich im Netz preisgibt, er moechte naemlich, dass DU nichts preisgibst (egal was irgendwelche Anderen von Dir wollen), weil er es als Angriff auf sich und die Familie auffasst, wenn Du die schuetzende Grenze der Privatheit, die eine Familienbeziehung umgeben sollte, durchbrichst. Er erwartet von Dir in dieser Hinsicht Entschiedenheit, weil es auch das ist, was er selbst als Wert lebt.

Entweder ist es ein Missverstaendnis der Gefuehle Deines Mannes (das ihn auf die Palme bringen duerfte) oder aber Du versuchst gerade von etwas abzulenken (und wenn er DAS denkt, dann duerfte ihn das natuerlich NOCH MEHR erzuernen als das Erste).

Geändert von gastlovetalk (02.09.2014 um 18:49 Uhr)
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Alt 03.09.2014, 15:25   #26
Morrigain
abgemeldet
Themenstarter
Zitat:
Zitat von CtrlAltDel Beitrag anzeigen
Ist Dein Mann gewillt einzugestehen, dass es ein echtes Beduerfnis bei Dir gab/gibt, gegen die Unausgefuelltheit anzugehen? Dass Dir moeglicherweise echt was gefehlt hat und vielleicht noch immer fehlt, wenn Du ihm auch heute ehrlichen Herzens sagen wuerdest, dass Du wohl an der falschen Stelle nach Bestaetigung / Aufmerksamkeit gesucht hast?
Ich glaube, er kann die Argumentation, dass mir etwas fehlt(e) nachvollziehen, aber so richtig versteht er es nicht. Er meint, ich hätte keine Veranlassung, so zu fühlen. Vermutlich ist das bei mir auch jammern auf hohem Niveau.

Zitat:
Warum hast Du nicht gebremst, als der Mann "anzueglich" wurde?
Waere Dein Mann als Gespraechspartner fuer das austauschen sexueller Phantasien in Frage gekommen?
Wenn nein, warum nicht?
Weil es sich nicht "anzüglich" anfühlte. Die Sprache war eher erotisch als pornografisch. Und natürlich, weil es mir Lust bereitet hat. Der Austausch sexueller Phantasien stand für mich auch nicht im Mittelpunkt, so platt und eigennützig sich das jetzt anhören mag, ICH stand im Mittelpunkt, und ich hatte nicht das Gefühl, etwas Geben zu MÜSSEN.

Zitat:
Deshalb muss man die Liebe immer wieder neu erfinden, wenn sie immer jung bleiben soll. Sieht Dein Mann das auch so?
Ich denke, das ist was, an dem wir beide arbeiten müssen, mehr Nähe im Alltag, aufmerksamer sein. Sieht er auch so.
Morrigain ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.09.2014, 15:46   #27
Morrigain
abgemeldet
Themenstarter
Zitat:
Zitat von CtrlAltDel Beitrag anzeigen
Was m.E. eine grobe Fehleinschaetzung ist, denn z.B. ich als Mann wuerde meiner Frau eher verzeihen koennen, wenn sie aus Liebe-auf-den-ersten-Blick, momentaner Verliebtheit fremdgeschlafen haette, als wenn sie mit jedem Erstbesten ins Bett geht statt mit mir.
Ich weiß nicht, ob man die Argumentation nach Geschlechtern trennen kann. Ich glaube, das ist von vielen persönlichen und situativen Faktoren abhängig, welche Argumentation beim Gegenüber besser ankommt. Wenn sie denn ankommt.

Zitat:
So aehnlich kommt mir die Motivation fuer deinen Nachschub "er allerdings auch" hier vor.

Deinem Mann duerfte es allerdings herzlich egal sein, wieviel der Fremde von sich im Netz preisgibt, er moechte naemlich, dass DU nichts preisgibst (egal was irgendwelche Anderen von Dir wollen), weil er es als Angriff auf sich und die Familie auffasst, wenn Du die schuetzende Grenze der Privatheit, die eine Familienbeziehung umgeben sollte, durchbrichst. Er erwartet von Dir in dieser Hinsicht Entschiedenheit, weil es auch das ist, was er selbst als Wert lebt.

Entweder ist es ein Missverstaendnis der Gefuehle Deines Mannes (das ihn auf die Palme bringen duerfte) oder aber Du versuchst gerade von etwas abzulenken (und wenn er DAS denkt, dann duerfte ihn das natuerlich NOCH MEHR erzuernen als das Erste).
Das "er auch" sollte eher den Entwicklungsprozess, der in der Kommunikation abgelaufen ist, verdeutlichen. Ob ich dies meinem Mann gegenüber so dargestellt habe, kann ich nicht mehr sagen.

Den letzten Absatz verstehe ich nicht ganz. Ihn hat vermutlich vor allem die Kombination aus Offenheit und Intensität getroffen. Ich glaube noch nicht mal, dass die erotische Komponente da die Hauptrolle spielte.
Morrigain ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.09.2014, 16:00   #28
thalasso
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Registriert seit: 09/2013
Beiträge: 1.585
Zitat:
Zitat von Morrigain Beitrag anzeigen
Die Frage der Treue ist allerdings speziell, ist man untreu, wenn man flirtet, wenn man sich freut, als Frau wahrgenommen zu werden?
Ich erreiche hier nie die Tiefe und Ausführlichkeit der bisherigen Beiträge, aber ich fand diesen Gedankengang wichtig.

Deshalb mal die provokanten Fragen:

- Ob Betrug oder nicht, warum soll es nicht in Ordnung sein, solange man es diskret tut?

Und noch weiter:

- Warum ist es nicht in Ordnung, dass der Partner sogar Affären haben soll - solange er es diskret tut?
thalasso ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.09.2014, 16:01   #29
Morrigain
abgemeldet
Themenstarter
Ich würde das Thema an dieser Stelle gerne beenden. Wir sind weit gekommen - und auch ein gutes Stück weit weg von der Ausgangsfrage der Mündigkeit. Wie du siehst, CtrlAltDel, unterhalte ich mich tatsächlich gerne - ein wenig fürchte ich aber, in alte Muster zu verfallen. Der Austausch hier bewegt mich gedanklich doch über die Maßen.

Danke für die Hilfe auf dem Weg, ich bin zuversichtlich, dass mein Mann und ich ihn bewältigen werden.
Morrigain ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.09.2014, 16:17   #30
gastlovetalk
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Dann wuensche ich Dir alles Gute.

Ich finde, dass Du gut und differenziert ueber das sprechen kannst was Dich bewegt und sehe dadurch gute Chancen, dass Du mit Deinen Beduerfnissen nicht voellig unter die Raeder Deines (zur Zeit) verletzten Mannes kommst, sondern dass ihr letztlich ein neues Gleichgewicht finden werdet.

Ebenso wie Du denke ich, dass Vieles einfacher werden wird, wenn Du wieder Berufsarbeit ausuebst und daher einen anderen - erwachsenen - sozialen Bezugsrahmen wiedergewinnst.

Dass dann auch familiaer Vieles wieder anders sein wird als jetzt und ausserdem auch als "vor den Kindern" ist klar - und wird durch entsprechende Einstellungsanpassungen Eurerseits wieder aufgefangen werden.

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Alt 03.09.2014, 16:17 #00
Verbraucherinformant

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Beiträge: 4692

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