Hey,
ich (35) bin nun seit knapp einem Jahr mit einem Mann (40) in einer Beziehung, wenn man das so nennen kann...
Es war von Anfang an das Problem, das mein Freund keine Zeit in die Beziehung investiert hat, ich wollte mich deswegen in der Kennenlernphase auch eigentlich schon trennen, er versprach Besserung, die hielt aber nur 3 Tage an.
Freunde und Verwandte haben mir geraten, geduldig zu sein, dem ganzen etwas Zeit zu geben, nicht gleich alles über Bord zu werfen, wenn die Beziehung sich vertieft, würde sich das von alleine regeln etc. pp.
Mein Freund wohnt in der Nachbarstadt, da wir beide ein Auto haben wären die 15km Entfernung kein Problem, ich arbeite Vollzeit (40 Std./Woche), zum Teil auch mal am Wochenende.
Mein Freund arbeitet Teilzeit (20Std./Woche), man sollte also meinen es wäre genug freie Zeit vorhanden, ist sie ja auch, nur nicht für mich.
Mein Freund hat Gleitzeit, heisst er arbeitet am Tag 4 Std., kann sich dies aber etwas freier einteilen, meist erbeitet er von 9 bis 13 Uhr, ausser Donnerstag, da arbeitet er von 9 bis 17 Uhr, damit er sich den Mittwoch komplett frei nehmen kann.
Nun sitzte ich nach knapp einem Jahr hier und bin im grunde in der Beziehung einsamer als ich es als Single jemals wäre.
Meinen Freund habe ich in den letzten 2 Wochen, wenn es hoch kommt vielleicht 6 Stunden (3x ca. 2 Std) gesehen, nun habe ich 2 Wochen Urlaub und mein Freund ist die kommenden 2 Wochen auch wieder zeitlich komplett ausgebucht...
Wenn wir uns mal 1-2 Std. sehen, sind wir uns auch nur noch am Streiten, weil alles so unheimlich gestresst unter Zeitdruck abläuft, da er vorher und nachher noch weitere Termine hat.
Dahinter ist auch ein gewisser "Druck" aus den 1-2 Std. möglichst viel rauszuholen, weil man sich danach vielleicht wieder 1 oder 2 Wochen nicht sieht.
Am Anfang dachte ich, er wäre hinterrücks verheiratet mit Kindern, da ja nichtmal am Wochenende ein Zeitfenster da war, mittlerweile weiss ich, das er gerne täglich Sport macht und sich nebenbei noch oft mit Freunden, Verwandten und den Eltern trifft.
Wenn wir über Themen wie Freizeitgestaltung/Ausflüge/Urlaub reden kommt auch sofort schlechte Luft auf, weil ich frustriert bin, wenn er wieder sagt "Sorry keine Zeit.".
Sein Plan für die vergangene Woche sieht z.B. so aus:
Montag: Arbeiten-> Frisör -> Joggen mit dem Kumpel
Dienstag: Arbeiten -> zur Einschulungsfeier von den Kids von seinem Freund
Mittwoch: Arzttermin ->Geburtstagsfeier Arbeitskollege -> Essen mit Eltern
Donnerstag: Arbeiten-> Einkaufen -> Tennistraining
Freitag: Arbeiten -> Treffen mit Cousine -> Fußball schauen mit nem Freund
Samstag + Sonntag: Tennisturnier
Freitag Abend fiel ihm plötzlich ein, das er mich ja diese Woche garnicht gesehen hat, hat den Fußball beim Kumpel abgesagt und stand Nachmittags plötzlich vor meiner Tür, als ich vom Einkaufen zurück kam.
Er hat sich dann beschwert, das er fast 1 Std. vor meiner Tür gewartet hat und ich wollte eigentlich nach dem einkaufen direkt weiter zu meiner Mutter, weil wir verabredet waren.
Er meinte dann, das hätte ich auch Vormittags/Mittags machen können, klar hätte ich das aber ich bin davon ausgegangen, das er diese Woche keine Zeit hat.
Er wollte dann Samstag Abend nach dem Tennis noch vorbei kommen, hat er auch gemacht, war aber total kaputt und wollte sofort ins Bett, heute hiess es für mich um 6 Uhr morgens aufstehen, weil er um 7 Uhr los muss seine Tennisjungs einsammeln und zum Turnier fahren...
Mich stresst das ganze mittlerweile so sehr, das ich garkeine Lust mehr auf irgendwelche Treffen habe.

Meint ihr es gibt noch was zu retten und wenn ja wie?