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Alt 31.08.2023, 16:39   #1
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Nicht auf Augenhöhe in der Beziehung

Ich brauche mal bitte Euren Rat.

Ich bin 45 Jahre alt, meine Freundin Nina ist 44 Jahre alt. Wir haben uns in 01/2008 kennengelernt (sie fast 29, ich fast 30) und sind seit 07/2008 ein Paar. Seit 2010 wohnen wir auch zusammen. Wir haben zwei gemeinsame Kinder, geboren 2015 und 2018 und haben 2019 gemeinsam ein Haus gekauft.

Nina hatte in ihrem Leben bevor sie mich kennenlernte 2-3 Beziehungen, sonst hauptsächlich Affären und ONS. Ich dagegen hatte noch keinen ONS oder Affäre, dafür einige Beziehungen.

Ich habe mich mit Nina von Anfang an sehr wohl und auf einer Wellenlänge gefühlt. Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht. Nach drei Monaten Beziehung saßen wir abends mal kuschelnd auf dem Sofa und sie hat mich gefragt, wie denn mein bisheriges Liebesleben ausgesehen hätte. Ich habe angefangen zu erzählen. Es kamen viele Nachfragen: Wo hast Du Deine Freundinnen jeweils kennengelernt? Wer war Deine erste Freundin? Wie alt warst Du da? Wann hattet ihr das erste Mal Sex? Wie häufig hattet ihr Sex? Wo habt ihr's getrieben? Wie lange hielt die Beziehung? Was für Sexpraktiken hattet ihr? Anal? Hat sie Dir mal einen geblasen? Das Spielchen haben wir für ALLE meine vorherigen Beziehungen durchgespielt. Sie hat wirklich nach ALLEN Details gefragt.

Aus heutiger Sicht sage ich: schon die Frage war beknackt, über sowas unterhalten sich vielleicht zwei Fünfzehnjähige. Es hat mir noch niemals jemand zuvor diese Frage gestellt, und ich habe auch noch nie jemandem diese Frage gestellt. Weil mir die Vergangenheit meiner Partnerinnen immer egal war. Damals war es aber so, dass ich über beide Ohren verliebt in diese Frau war, mich bei ihr geborgen und sehr wohl gefühlt habe und deswegen dachte: hey, wenn ich mit jemandem ein so vertrauliches Gespräch führen kann und wenn jemand so intime Details meines Liebenslebens wissen darf, dann Nina! Von daher habe ich schamlos geredet - und mich damit natürlich sehr verletzlich gemacht.

Nach 1,5 Stunden Fragerei von ihr und Erzählerei von mir, bei dem kein Detail meines Liebeslebens verborgen geblieben ist, habe ich Nina gebeten, nun solle sie mal erzählen. Die Stimmung kippte direkt: nein, das ist ja ein sehr privates und sensibles Thema, das wolle sie nicht mit mir besprechen. Dazu würde sie nichts sagen wollen.

Das Gefühl, dass ich dabei empfunden habe, ist wie rückwärts von einer Brücke hinuntergestoßen zu werden. Ich hätte so gerne die Zeit zurückgedreht und das, was ich erzählt habe, wieder zurückgenommen. Aber das ging ja nun nicht mehr.

Mein Problem ist dabei nicht, dass ich wissen müsste, mit wem Nina wann was getrieben hat. Das war vor unserer Zeit und ist mir daher völlig egal. Mein Problem ist, dass ich mir überlistet und nicht auf Augenhöhe vorkomme. Sie kennt mein vorheriges Liebesleben bis ins kleinste Detail und erklärt mir gleichzeitig, dass das ein zu persönliches Thema wäre, um es mit mir zu besprechen. Wenn ich gewusst hätte, dass sie mir nichts erzählen wird, hätte ich ihr auch nichts erzählt.

In den folgenden Tagen und Monaten habe ich Nina immer wieder darauf angesprochen, dass mich das seitdem in unserer Beziehung vorherrschende Ungleichgewicht, die fehlende Augenhöhe, stört. Sie hat mir trotzdem immer wieder gesagt, dass sie mir nichts erzählen will. Und (was hat mich richtig wütend gemacht), "das ist doch nicht schlimm, das braucht dich doch nicht zu stören!"

Ich habe das Thema immer wieder angesprochen. Irgendwann hat sie sich dann doch dazu durchgerungen, etwas zu erzählen. Es wären 10 Männer gewesen. Die Info müsste doch reichen, mehr Info würde es nicht geben. Wobei ich nicht nach der Anzahl der Männer gefragt habe, die ist mir nämlich völlig schnuppe. Eine Info, wer war dein erster Freund, wie alt warst Du da etc. hätte mir völlig gereicht, um das Gefühl zu haben, zumindest ein bißchen mehr wissenstechnisch auf Augenhöhe mir ihr zu sein. Nochmal zur Erinnerung: sie hat schonungslos ALLE Details und Praktiken zu ALLEN meiner Ex-Freundinnen abgefragt, und zwar bis ins kleinste Detail.

Da ich nach dieser sehr kurzen Antwort weiterhin nicht das Gefühl hatte, mit ihr auf Augenhöhe zu sein, habe ich das Thema weiterhin in regelmäßigen Abständen angesprochen. Etwa ein Jahr später kam abends ein genervtes "Es waren 27 Männer, das ist wirklich die Wahrheit. Mehr gibt es da wirklich nicht zu erzählen und das ist ganz ehrlich die Wahrheit".

Das brachte mich nicht weiter. Ich wollte keine Zahl hören. Ich wollte, dass sie vergleichbar mit mir etwas erzählt. Es verging wieder viel Zeit. Dann irgendwann: "Es waren 70 Männer. Ganz ehrlich!"

Ab dem Zeitpunkt habe ich zwei Dinge realisiert. Erstens: Sie wird mir einfach irgend eine Lüge erzählen, das mit "Ganz ehrlich! Das ist die Wahrheit! Ich schwöre!" etc. garnieren, damit das Thema für's erste erledigt ist. Zweitens: sie WILL wahrscheinlich, dass dieses Ungleichgewicht des Wissens bestehen bleibt, dass sie über mir steht, dass wir nicht auf Augenhöhe sind, weil sie sich dann besser fühlt.

Ich habe dann versucht, ihr eine Brücke zu bauen, und habe gesagt, dass ich eben NICHT mehr eine Erzählung von ihr haben möchte. Sondern ich möchte, dass sie mich einfach informiert, wenn uns mal eine Ex-Bettgeschichte über den Weg läuft. Das ist zwar immer noch haushoch von "auf Augenhöhe" entfernt, aber besser als gar nichts. Dem hat sie (wie ich den Eindruck hatte) erleichtert zugestimmt.

Es folgten etliche Feiern und mehrere Hochzeiten, bei denen wir gemeinsam zu Gast waren. Jahre später fiel mir auf, dass sie nicht ein einziges Mal, wie abgesprochen (und mein Strohhalm, an den ich mich verzweifelt geklammert hatte) gesagt hatte, der da hinten, mit dem hatte ich mal was. Auf einer dieser Hochzeiten habe ich im inmitten einen Satz mit "ich habe mit Nina die Erfahrung gemacht, dass..." begonnen. Ein Kumpel vor ihr sagt beiläufig: "Ja, wir haben mit Nina ja alle unsere Erfahrungen gemacht, nicht wahr, Torben?". Torben guckt mich an, schneidet Grimassen, sagt aber nichts. Nach der Hochzeit spreche ich sie auf Torben an: War da mal was? Nein, da war nie was, sagt Nina. Ich konfrontiere sie mit der Unterhaltung auf der Hochzeit. Da sie nun weiß, dass ich es weiß und sie es nicht mehr leugnen kann, räumt sie es ein.

Ich habe sie in dem Zusammenhang einer dieser Gespräche auch mal gefragt, ob sie in unserem aktuellen gemeinsamen Wohnort Affären hatte. Sie hat es verneint. Bei einem Kneipenabend lässt eine Freundin vor ihr durchblicken, dass Nina was mit einem gemeinsamen Kumpel hatte, der sehr wohl in unserem Wohnort wohnt (was sie auch weiß). Auch hier spreche ich sie erneut an, und da auch diese Affäre sich nicht mehr leugnen lässt, räumt sie sie ein.

Ich habe in der Zwischenzeit gelernt, dass Nina mein Wunsch, Augenhöhe herzustellen, egal ist und dass alles, was ich dazu je gehört habe, Lügen waren. "10 Männer" - "27 Männer" - "70 Männer" - "Nein, ich hatte nichts mit Torben! Oh, du weißt es, na gut, ja, ich hatte was mit Torben" - "Nein, ich hatte keine ONS in unserer Heimatstadt. Ach Mist, die Freundin hat was augeplappert? Okay, dann gebe ich den einen ONS, den die Freundin ausgeplappert hat, in unserer Heimatstadt zu". Es wird nur das eingeräumt, was sich nicht abstreiten lässt.

Nochmal: die Vorgeschichte meiner Partnerin ist mir vollkommen egal. Ich muss das nicht wissen und hätte derartige Fragen nie gestellt. Habe ich auch in keiner vorherigen Beziehung getan. Aber wenn mich jemand über so intime Details meines Liebeslebens so schonungslos ausfragt, dass kein Detail privat bleibt, dann erwarte ich im Gegenzug zumindest auch ein bisschen Information, damit ich mir nicht völlig nackt vorkomme.

Da ich mir ein Leben ohne Nina weiterhin nicht vorstellen konnte, habe ich versucht, mein flaues Gefühl, dass sie sich über mich gestellt hat und dort auch bleiben will, zu unterdrücken. Ich habe angefangen, mich in Autosuggestion einzulesen. Es hat einigermaßen funktioniert. Phasenweise konnte ich damit leben, dass Nina sich über mich gestellt hatte. Über längere Phasen aber auch nicht. Das Gefühl, ihr wissensmäßig unterlegen zu sein, war immer da. Ich habe mir gedacht, dass es vielleicht im Laufe der Jahre weniger wird. Das ist es aber nicht.

Wir haben zwei tolle Kinder zusammen bekommen. Ich habe gedacht, vielleicht sorgt eine eigene Familie dafür, das Unterlegenheitsgefühl loszuwerden. Aber es ist noch immer da. Ich werde es nicht los - und habe inzwischen gelernt, dass ich außer Lügen keine Antworten zu erwarten habe. Ich dachte mir, das ist wahrscheinlich normal so, und dass ich lernen muss, damit zu leben.

Sie hat bereits 2015 ein Haus geerbt, das wir seitdem regelmäßig als Ferienhaus nutzen. Dann haben wir 2019 ein Haus zusammen gekauft. Ich hatte 280.000 EUR auf dem Konto, die habe ich dafür eingesetzt. Sie hatte 70.000 EUR, die sie zugesagt hat, dafür einzusetzen. Trotzdem wollte sie zu 50% ins Grundbuch eingetragen werden, da wir eine Familie sind. Dem habe ich ohne zu zögern zugestimmt. Nach dem Notartermin kam dann der Sinneswandel: nein, die 70.000 EUR möchte sie doch nicht komplett einsetzen. Nur 60.000 EUR. Den Rest wolle sie erst mal auf ihrem Konto behalten. Also habe ich mein Konto überzogen, denn einer mußte ja das eingeplante Geld zahlen. Ich habe dann mal vorsichtig angesprochen, wann ich denn ins Grundbuch ihres Ferienhauses mit eingetragen werde. Darauf hat sie sehr aggressiv reagiert: das wäre IHR Haus, und deswegen würde ich da gar nicht mit eingetragen, und damit basta. Meinen Einwand, dass es ihre Aussage war, dass wir eine Familie sind und uns die Dinge auch gemeinsam gehören sollten, hat sie weggewischt. Das gelte im umgekehrten Fall nicht.

Geht im nächsten Beitrag weiter...
ente3 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.08.2023, 16:39   #2
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An dieser Stelle ist die alte Wunde heftigst wieder aufgerissen: Sie stellt sich schon wieder über mich. Dinge, die für mich gelten, gelten für sie nicht. Und an genau dieser Stelle gelingt es mir nun nicht mehr, das Ungleichgewicht, das nicht-auf-Augenhöhe sein einfach runterzuschlucken. Für mich bricht eine Welt zusammen.

Sie erklärt mir nun, dass sie bisher ja überhaupt nicht verstanden hatte, dass diese Augenhöhe für mich wichtig ist. Und das sie mir jetzt auch wirklich mal die Wahrheit sagen würde, wenn es denn für mich so wichtig wäre. Und (das ist der größte Knaller!) dass sie eigentlich auch kein Problem damit habe, mir das zu erzählen. Das halte ich für Hohn, denn dass mir diese Augenhöhe wichtig ist, betone ich seit 15 Jahren immer wieder.

Alternativ behauptet sie, sich an kaum etwas meiner Erzählungen erinnern zu können. Und weil sie sich an kaum etwas, das sie aus mir rausgepresst hat, erinnern könne, wäre ja wieder Gleichstand. Sie weiß nichts (mehr), weil sie das angeblich alles vergessen hat. Ich habe nie etwas von ihr erzählt bekommen, weiß also auch nichts. Bingo, damit haben wir doch wieder Augenhöhe!

Mein Problem ist:
Ich weiß bezüglich der Gespräche über das vorherige Liebesleben, dass sie mich mindestens 6 Mal unbestreitbar angelogen hat. Bei zwei dieser Lügen hat sie auch noch jeweils nachgeschoben, das was sie gerade gesagt habe sei die absolute Wahrheit, da müsse ich mir keine Gedanken machen. Und dass man seinen Partner 1,5 Stunden lang über alle ferkeligen Details vorheriger Partnerschaften ausfragt, aber sich dann, wenn der Partner kurz vor'm Kollabieren ist, weil er mit dem Ungleichgewicht nicht mehr zurecht kommt, spontan an absolut gar nichts mehr erinnern kann, kommt mir sehr gelegen vor. Zumal sie sich auch verplappert hat und sich an die Zahl meiner vorherigen Partnerinnen sehr wohl erinnern konnte. Sie sagt, das sei Zufall gewesen, sie habe einfach eine beliebige Zahl in den Raum geworfen. Kann man glauben, oder auch nicht.

Ich kann im Moment noch nicht abschätzen, ob ich eine weitere Aussage über ihr Liebesleben glauben würde. Wenn man schon 6 Lügen enttarnt hat (die sie dann auch alle eingeräumt hat, als sie sich nicht mehr abstreiten ließen), von denen zwei mit "und das ist wirklich die Wahrheit!" endeten, weiß ich nicht, ob ich die nächste Erzählung, die dann ganz ehrlich ganz sicher wirklich die Wahrheit sein soll, auch als solche glauben kann.

Ich betone nochmal: Ich habe kein Problem damit, dass meine Freundin ein Liebesleben vor mir hatte. Im Gegenteil, es wäre komisch, wenn sie in dem Alter keines gehabt hätte. Aber ich habe ein Problem damit, dass sie mich bis ins letzte Detail zu meinem Vorleben ausquetscht, sämtliche Namen, Praktiken, Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs etc. abfragt, aber mir eine vergleichbare Info verweigert bzw. mich mit immer neuen Lügen abspeist. Wenn man jemandem eine intime Frage stellt, die man selbst nicht beantworten will, sollte man die Frage auch gar nicht erst stellen, finde ich.

Habt ihr einen Tipp für mich, wie wir - alleine unserer Kinder wegen - die Beziehung retten können? Meint ihr, es gelingt, nach 6 enttarnten Lügen zu dem Thema eine weitere Erzählung zu glauben, sich damit dann gleichwertig zu fühlen und mit dem Thema endlich abzuschließen?
ente3 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.08.2023, 17:24   #3
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@Ente3

Möchtest Du Dich denn trennen?

Was gewesen ist, ist doch Schnee von gestern.

Natürlich ist das Mist, wenn man persönliche Details berichtet in der Erwartung, man würde einen vergleichbaren Bericht bekommen, der dann verweigert wird.

Naja, den Grundbucheintrag hätte ich natürlich nicht 50:50 erlaubt, wenn ich das allermeiste für die Hütte bezahlt hätte.

Das meine ersten Gedanken.
Lg Robert
Robertalk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2023, 05:59   #4
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Warum hast Du diese Frau überhaupt geheiratet
HW124 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2023, 08:49   #5
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Ich würde ihr sagen, dass du dich angelogen fühlst und Probleme damit hast, ihr noch zu glauben und nicht, dass du dich nicht mit ihr auf Augenhöhe fühlst. Denn damit machst du dich erst richtig klein, während die erste Aussage auch die Konsequenz aufzeigt, dass dein Vertrauen in sie flöten geht.
MiaMarietta ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2023, 09:15   #6
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Beiträge: 2.869
Ich würde ihr sagen, dass du dich angelogen fühlst und Probleme damit hast, ihr noch zu glauben und nicht, dass du dich nicht mit ihr auf Augenhöhe fühlst. Denn damit machst du dich erst richtig klein, während die erste Aussage auch die Konsequenz aufzeigt, dass dein Vertrauen in sie flöten geht.

Aber vielleicht hat sie es damals auch so bunt getrieben, dass sie Sorge trägt, dass du sie für eine kleine **** halten könntest. Warum lässt du das Thema nicht einfach ruhen?



Bei erneuten Vereinbarungen schau zu, dass sie ihre Versprechen zuerst einhält, bevor du dich auf weiteres einlässt.

Da du verschuldet bist, sie aber Rücklagen gesichert hat, dürfte es ja wohl selbstverständlich sein, dass notwendige neue Anschaffungen, wie z. B. eine Waschmaschine von ihr zu bezahlen sind. Und ja, es ist kein Fehler, dafür Rücklagen zu haben. Ihr braucht dann nicht jedes Mal zur Bank um einen erneuten Kredit aufzunehmen. Nur, du musst da halt dann auch mal hart bleiben können. Du unterschreibst keinen Kaufvertrag. Dann kannst du auch nicht zum Bezahlen herangezogen werden. Ich hoffe ja, ihr habt wenigstens getrennte Konten. Ansonsten mach das so und überweise ihr ein angemessenes Haushaltsgeld auf ihr Konto. Dann kann sie die Anschaffungen nicht einfach von deinem Konto herunter bezahlen. Und richte das erst ein und stelle sie dann vor vollendete Tatsachen. So kann sie dich nicht wieder um den Finger wickeln und du zeigst zum ersten Mal Konsequenzen auf.

Wobei, ehrlich gesagt, finde ich ihr Verhalten gar nicht so dramatisch. Ihr Liebesleben vor eurer Beziehung ist doch nun wirklich nicht relevant für dich. Dass du alles erzählt hast, das war deine eigene Dummheit. Und wie oben bereits erwähnt, halte ich es auch nicht für so verkehrt, eigene Rücklagen zu haben. Was du meiner Meinung nach, einfordern könntest, wäre, dass sie zumindest ihren Beitrag dazu leistet, das Haus mit abzubezahlen. Sie ist ja auch zur Hälfte eingetragen. Sollte sie selbst schon arbeiten, aber nicht mit abbezahlen, dann könnte sie wenigstens alleinig für euren Lebensunterhalt aufkommen müssen.

Ich denke, dein Problem liegt größtenteils bei dir selbst. Deine Frau sorgt einfach nur besser für sich selbst, als du das tust. Und so verkehrt ist das ja nun auch nicht.
MiaMarietta ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2023, 09:58   #7
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Beiträge: 365
Wenn das so stimmt was du erzählst, dann sehe ich hier auch keine Augenhöhe.

Was ich nicht verstehe ist, wieso machst du das mit? Allein so viel mehr Geld in ein Haus zu investieren und sie trotzdem zu 50% ins Grundbuch einzutragen ist für mich nicht nachvollziehbar. Wieso tust du das und setzt ihr nichts entgegen?
hula ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2023, 17:51   #8
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Beiträge: 207
Das mit dem Liebesleben finde ich auch nicht so dramatisch.
Aber das sie sie dich mehrmals anlügt und immer nur das zugibt was sie unbedingt muss finde ich bedenklich.
Ihr scheint es an Respekt zu fehlen, sie scheint ja auch davon auszugehen das du alles bezahlst (wie beim Haus).

Zeig ihr Grenzen auf. Schau das sie auch mal größere Ausgaben stemmt und das du aus den Schulden wieder rauskommst.
Da sollte sie dich ja eigentlich auch unterstützen.

Entweder sie akzeptiert das dann oder sie testet weiter. Und wenn sie länger weiter testet dann sehe ich für euch ehrlich gesagt keine Zukunft mehr.
Abnormal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.09.2023, 12:47   #9
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@Robertalk: Eigentlich möchte ich mich nicht trennen. Aber ich habe 15 Jahre lang versucht, zu ignorieren, dass Sie sich mit aller Macht über mich stellen will. Es gelingt mir inzwischen nicht mehr, das zu ignorieren. Sie hat bisher null Anstalten gemacht, das Ungleichgewicht auszuräumen. Es geht nur darum, Gründe zu finden, warum sie genau das gar nicht braucht ("das Ungleichgewicht ist doch nicht so wild") oder kann ("ich würde ja erzählen, aber ich habe ganz viel vergessen").

Und zum Grundbucheintrag hast Du auch Recht. Ich habe kein Problem damit, sie an meinem Ersparten teilhaben zu lassen. Ich habe aber sehr wohl ein Problem damit, dass das nur in eine Richtung funktionieren soll, sie diese Einseitigkeit völlig normal findet und aggressiv wird, wenn ich sage, dass das meiner Meinung nach in beide Richtungen gelten sollte.

@HW124: Ich habe sie nicht geheiratet. Sie hat das Thema Hochzeit mehrmals angesprochen, aber innerlich habe ich mich dagegen gesträubt, vermutlich weil ich erstmal die Basics der Beziehung - beide Partner sind gleich viel wert - geradegezogen haben wollte.

@MiaMarietta: Guter Tipp, danke. Ich hatte ihr gegenüber auch zuvor schon davon gesprochen, dass - selbst, wenn sie jetzt wirklich ihre Vergangenheit auf den Tisch legt - ich ihr vermutlich nicht mehr glauben würde. Mit weit aufgerissenen Augen zu rufen "oh nein, um Gottes willen, mit Torben hatte ich nie was, das könnte ich mir auch gar nicht vorstellen, nein, wirklich nicht", um dann 30 Sekunden später einzuräumen "ach so, du weißt das schon, ja gut, ich hatte was mit Torben" ist schon eine beeindruckende schauspielerische Leistung. Begründet hat sie das mit "ich dachte, dass du das eh nicht erfahren würdest, dann brauche ich es Dir auch nicht zu erzählen". Womöglich gibt es noch etliche weitere Dinge, bei denen sie davon ausgeht, dass ich sie nie erfahren werde, die dann ebenfalls unter den Tisch fallen werden. Das Zusammenspiel aus Lügerei, nur einräumen was nicht abgestritten werden kann und schauspielerischer Darstellung trägt exakt null dazu bei, dass ich mir vorstellen kann, dass sie mir jemals die Wahrheit erzählen wird. Warum auch, wenn sie das 15 Jahre lang mit aller Macht verhindert hat?

Wie bunt sie es in der Vergangenheit möglicherweise getrieben hat, ist mir völlig egal - wirklich. Ich hätte nur gerne Augenhöhe. Und genau hier ist Nina viel daran gelegen, dass diese Augenhöhe nicht hergestellt wird.

@hula: Ich habe das mitgemacht, weil ich kein Problem damit habe, mein Erspartes zu teilen. Ich wäre nicht im Traum auf die Idee gekommen, dass sie es normal findet, dass das nur in eine Richtung gelten soll - nämlich nur dann, wenn es für sie von Vorteil ist.

@Abnormal: Ihr vorheriges Liebesleben ist mir eigentlich vollkommen egal. Ich komme nur damit nicht klar, von ihr zu MEINEM vorherigen Liebesleben bis ins letzte Detail ausgequetscht zu werden, auf dass sie ALLES über mein vorheriges Liebesleben weiß. Sie kennt nun viele intime Geheimnisse von mir, die sonst niemand weiß und die mich sehr verletzlich machen. Ich hätte gerne Gleichstand hergestellt. Sie setzt alles daran, dass dieser Gleichstand nicht hergestellt wird. Zum Thema "Schulden" war eigentlich vor dem Hauskauf auch besprochen, dass sie sich am Abzahlen des gemeinsamen Hauses beteiligt. Ich habe seit dem Kauf mehr als 65.000 EUR ins Haus investiert, sie exakt null.

Euch allen vielen Dank für Eure Gedanken!
ente3 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.09.2023, 16:57   #10
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Zitat von ente3 Beitrag anzeigen
@hula: Ich habe das mitgemacht, weil ich kein Problem damit habe, mein Erspartes zu teilen. Ich wäre nicht im Traum auf die Idee gekommen, dass sie es normal findet, dass das nur in eine Richtung gelten soll - nämlich nur dann, wenn es für sie von Vorteil ist.
Das nehme ich dir nicht ab. Du weisst seit JAHREN, dass sie dich anlügt und ärgerst dich genau so lange, dass sie von dir sämtliche Details wissen wollte, während sie nichts erzählt und dann willst du mir weismachen, du hättest tatsächlich angenommen, sie wäre super-fair wenn es um ein Haus geht?
Aber gut, nehmen wir mal an, du hättest das tatsächlich angenommen. Dann verstehe ich trotzdem nicht, wieso du nicht auf den Tisch haust und sagst was du möchtest? Wieso investierst du weiterhin alleine, stehst nicht im Grundbuch bei ihrem Haus, lässt dich für dumm verkaufen und hältst an der Beziehung fest?
hula ist offline   Mit Zitat antworten
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