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Alt 12.04.2008, 11:08   #91
Colombine
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Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
...ich muß Purple nochmal zitieren, denn Tommy, was Du vorschlägst ist zu spät! Wiederum... denn diese Frau kann sich in der Gegnwart ihres Mannes schon nicht mal mehr wohlfühlen... wie sollte sie dort in ihre Mitte und zu ihrer Selbst-Liebe zurückfinden?

...und Gabi - jedes Bestärken ihres Engagements für ihren Mann sprengt ihre Kräfte!! Sie hat sich doch schon verausgabt. Sie war doch schon in Behandlung.
Du forderst sie auf, ihre Co-Abhängigkeit (nämlich ausschließlich auf die Befindlichkeiten des Partners fixiert zu sein) weiter fortzusetzen!

Das ist für diese Frau so eine Art Zwangsvergiftung. Das ist, als wolltest Du einem Alkoholiker den Entzug ersparen, weil dieser schmerzhaft ist!!

Ich selbst war als Kind schon und später in einer langen Beziehung in die Co-Abhängigen-Struktur hineingewachsen. Du darfst mir glauben, daß ich weiß, wovon ich rede!

Für diese Ehe ist es ZU SPÄT! Die TE muß erstmal weg da und SICH stärken und gesunden... das schließt absolut nicht aus, daß sich die Lebens- und Liebeswege dieser zwei Menschen noch einmal kreuzen. Dann aber an anderer, verheißungsvoller Stelle!

Teatime! Wo bleibt Dein Co-Abhängigkeitsbericht?? ich warte!
da haben wir die gleichen gedanken. ich hatte deinen beitrag noch nicht gelesen, als ich von co-abhängigkeit schrieb
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Alt 12.04.2008, 11:08 #00
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Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 12.04.2008, 15:29   #92
*Teatime*
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Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Teatime! Wo bleibt Dein Co-Abhängigkeitsbericht?? ich warte!
Hier.

Ich hab den Thread jetzt nur überflogen. Poste gleich weiter unten mal eine - wie ich finde - sehr gute Beschreibung zum Thema Co-Abhängigkeit. Co-abhängiges Verhalten entsteht als Störung, wenn ursprüngliche Grenzverletzungen nicht aufgearbeitet worden sind.

Beziehungsfähigkeit hat viel damit zu tun, seine eigenen (emotionalen) Grenzen zu spüren und zu behaupten.

Sonst hat man eine "Symbiose" - was aber keine Dynamik in sich trägt, weil es ein Ganzes ist. Symbiosen können vorübergehend (z.B. beim Sex) in Ordnung sein, aber insgesamt müssen beide Partner eine in sich integre, abgeschlossene und vollständige Persönlichkeit bieten, aus der sich dann eine PARTnerschaft, oder ein PAAR (also ZWEI!) entwickeln kann.

Als ich damals in die Therapie kam, sagte meine Therapeutin zu mir: "Sie sind grenzenlos." Ich fragte, nach einigem Überlegen, "Was sind Grenzen?"
Ich konnte mir beim besten Willen nicht ansatzweise etwas darunter vorstellen. Ich war, das weiß ich noch, in den ersten beiden Jahren meiner Therapie wie "besessen" davon, herauszufinden, um was es sich dabei handeln könnte....

Das sagt schon alles.

Heute ist das alles anders, aber ohne Therapie hätte ich immer noch keine. Ich kann mir heute gar nicht mehr vorstellen, wie ich früher gewesen bin. Ich hatte damals keinen Zugang zu meinen Gefühlen, ich spürte mich selbst nicht. Die Menschen um mich rum sagten immer nur: "Du bestehst nur aus Deinem Körper und Deinem Verstand."

Also, der Weg zu den Gefühlen, das ist der richtige Weg. Aber nicht umsonst spürt man sich selbst nicht mehr. Ich hatte für die Dauer von etwa 2 Jahren einen SCHMERZ zu verarbeiten (da in der Gegend, wo eigentlich das Herz sitzen sollte), der einer Operation ohne Narkose am offenen Herzen glich. Oft saß ich mit schmerzverzerrtem Gesicht in der S-Bahn, so sehr tat es weh (ich übertreibe nicht, ich sage nur, warum Co-s sich nicht mehr spüren können). Da die Leute ohnehin nur komisch geschaut hätten (mir wurde teilweise angeboten, einen Arzt zu rufen), wenn ich die Wahrheit gesagt hätte, dass ich gerade "verarbeite" und wieder Erinnerungen aus dem Unterbewusstsein aufsteigen, hab ich gleich drauf verzichtet.

Ich behauptete einfach, Magenschmerzen zu haben.

Nur mal zur Info, warum Du, liebe TE, Dir professionelle Hilfe suchen solltest. Therapie ist keine Laberstunde, das ist Knochenarbeit!

Geändert von *Teatime* (12.04.2008 um 15:41 Uhr)
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Alt 12.04.2008, 15:39   #93
*Teatime*
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Hier mal der Artikel:
WAS IST CO-ABHÄNGIGKEIT
UND
WIE ERKENNT MAN DAS PROBLEM IN BEZIEHUNGEN?

In einer Beziehung, wo ein Part eine Sucht oder eine andere Störung hat, wird der co-abhängige Partner oft übermässig involviert in das Leben des Kranken. Man will ihn verstehen, man entschuldigt deshalb all seine kranken Verhaltensweisen.

Alles, woran co-Abhängige denken und worüber sie reden ist die Krankheit des anderen. Sie fühlen sich auch oft dazu verpflichtet, den Partner zur Einsicht zu bringen, seine Sucht aufzugeben oder eine Therapie zu machen.

Doch vielleicht lernen sie doch noch, dass die einzige Person, die sie ändern können, sie selber sind.

Ein Co-Abhängiger ist ein Mensch, der die krankhaften und destruktiven Verhaltensweisen seines Partners erlaubt und gestattet. Er findet immer wieder Entschuldigungen dafür.

Der Co-Abhängige ist übrigens aufgeregter über das Problem als der Kranke selber.

Für den co-abhängigen "Ermöglicher" ist es sehr hart, den Partner die Konsequenzen für sein destruktives Verhalten spüren zu lassen, denn Co-Abhängige können in Angst und Schrecken versetzt werden durch die Möglichkeit, den Partner zu verlieren.

Häufig sind Co-Abhängige mit Eltern aufgewachsen, die süchtig waren.

Co-Abhängigkeit und das Ermöglichen von krankem, süchtigem oder destruktivem Verhalten sind erlernte Faktoren.

Co-Abhängige müssen erkennen, dass sie die Krankheit des anderen nicht stoppen können.

Aber sie können dem Kranken klarmachen, dass er die Verantwortung für sein krankes Verhalten übernehmen muss.
Umso mehr wir co-Abhängige lernen, kein Verständnis und keine Toleranz für die destruktiven Verhaltensweisen des anderen zu zeigen, umso eher ist der kranke Partner gezwungen, den Tatsachen ins Gesicht zu blicken.

Die ganze Zeit damit beschäftigt, sich mit dem Leben des Kranken auseinander zu setzen, sind wir co-Abhänigige übrigens fähig dazu, unsere eigenen Schmerzen und Bedürfnisse total zu ignorieren.

Co-Abhängigkeit kann auch "Du-Sucht" genannt werden.
Das "Du" nach dem wir süchtig sind, kann eine andere Person sein oder auch nicht.

Co-Abhängige sind manchmal auch süchtig nach Anerkennung. Sie sind nur glücklich, wenn andere sie glücklich "sein lassen".

Co-Abhängigkeit könnte auch die "Wenn bloss..."- Krankheit genannt werden:
" Wenn bloss XYZ passieren würde, dann werde ich glücklich!"

Sie schauen auf jeden Fall nach Menschen, Dingen oder Umständen ausserhalb von ihnen selbst, oder auch wie andere auf sie reagieren, um diese glücklich zu machen. Co-Abhängige sind Ermöglicher.

Das Problem ist, dass das aber nicht funktionieren kann! Wir haben keine Kontrolle darüber, wie andere sich fühlen oder sich gegenüber uns benehmen.

Häufig ist es so, dass der Partner von Co-Abhängigen nicht das geringste zur Beziehung beiträgt. Er lehnt sich einfach zurück und lässt uns die Arbeit machen.

Diese harte Beziehungsarbeit mit einem kranken, fordernden Partner kann unglaublich anstrengend sein. Wir beginnen damit, ihn "retten" zu wollen und wir enden damit, uns über ihn zu ärgern: Nämlich über seine Undankbarkeit. Wir beginnen, es ihm übel zu nehmen, dass er nicht dankbar ist für unsere Anstrengungen. Häufig ist es so, dass die Menschen denen wir geholfen haben, uns irgendwann verlassen: Denn sie fühlen sich schuldig und inkompetent. Der klassische Fall ist der Mann, der durch die Frau zu einer Therapie bewogen wurde und diese, wenn er geheilt ist, verlässt, um sich eine neue zu suchen, mit der er einen unbelasteten Neuanfang machen kann.

Schliesslich helfen Co-Abhängige, um Anerkennung zu bekommen und um Selbstbestätigung zu erfahren.

Häufig ist der Drang nach Bestätigung so hoch, dass sich selbst gerade zu erschöpfen um anderen einen Gefallen zu tun. Sie wollen nur eines: Geben, geben, geben. Und egal wie erschöpft sie sind, sie geben sich immer noch einen Ruck, um weiter zu unterstützen.

Co- Abhängige machen manchmal auch Dinge, die gegen ihre eigenen Moralvorstellungen verstossen, um ihrem Partner sein Dasein zu ermöglichen.
Co-Abhängige haben meistens Schwierigkeiten, ihre eigenen Gefühle zu spüren. Sie können die subtilsten Gefühle ihres Partners und ihrer Mitmenschen erkennen, aber sie haben Schwierigkeiten, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen.

Während jedermann ein weites Spektrum von Gefühlen spürt, tendieren co-Abhängige dazu, ihre Gefühle auf eine Art und Weise zu spüren, die sie komplett verschlingt.
Diese Gefühle sind so stark, dass sie total von ihnen mitgerissen werden.

Wenn ein co-Abhängiger Angst hat, dann ist er gelähmt und versteinert und hilflos.

Wenn ein Co-Abhängiger liebt, dann ist es für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich selbstlos aufzuopfern.

Wenn ein co-Abhängiger wütend ist, dann hören die Nachbarn drei Strassen weiter die cholerischen Wutausbrüche.

Wenn einem co-Abhängigen etwas leid tut, dann bricht er in Tränen aus dabei.

Co-Abhängige spüren sich nur, wenn sie Extremsituationen durchleben.

Dies ist der Fall, weil in ihrer Kindheit ihre Gefühle minimalisiert wurden, und das über Jahre.Sie mussten ihre Gefühle unterdrücken, um in einer süchtigen Umgebenung überleben zu können.Um damit klarzukommen, haben sie verzweifelt begonnen, Bestätigung von aussen zu bekommen, denn sie konnten ihren eigenen Gefühlen nicht mehr trauen.

Sie sind einfach unsicher, ob das, was sie fühlen, wirklich das ist, was sie fühlen. Ob das was sie fühlen, wirklich da ist!

Dies ist der Grund warum sie begonnen haben, mehr Wert auf die Meinung des Gegenübers zu legen, als auf ihre eigene.

Co-Abhängige haben niemals gelernt ihren eigenen Gefühlen zu trauen und können sie wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen. Denn co-Abhängige haben sich in ihrer Kindheit daran angepasst:

"zu fühlen was sie fühlen SOLLEN."

Ein guter therapeutischer Trick ist es, co-Abhängigen klar zu machen, dass jeder in seiner eigenen Realität lebt.

Angenommen ein co-Abhängiger wird von seinem Partner aufgefordert, etwas zu tun. Der co-Abhängige sagt dann " Ich mag das nicht. " Der Partner sagt dann "Doch, das ist gut für dich. Wirst du dich jetzt endlich mal freuen!"
Dann muss der co-Abhängige lernen, dass das nicht heisst, dass der andere recht hat.

Co-Abhängige müssen lernen, sich selber zu erlauben, zu fühlen, was sie fühlen!

Stattdessen aber drücken sie ihre eigenen Gefühle weg und versuchen sich so zu fühlen, wie ihr Gegenüber es von ihnen verlangt.

Wenn Co-Abhängige lernen, dies zu tun, dann werden ihre Gefühle weniger verschlingend und extrem. Sie lernen dadurch dass sie sich Raum geben, ihre leisen Töne wahrzunehmen.
Dadurch, dass sie die leisen Gefühle wahrnehmen, lernen sie, sich um sich selber zu kümmern und auf sich zu achten.

Mangelndes Selbstwertgefühl

Eine andere Äusserung der Co-Abhängigkeit liegt in dem mangelnden Selbstwertgefühl.

Sie haben das Gefühl, dass sie perfekt sein müssen, um ihre Daseinsberechtigung zu erfahren. Und perfekt sein heisst: für die anderen immer Gutes tun und dabei keine Fehler zu begehen.

Sie fühlen sich häufig so, dass sie überhaupt keinen Wert haben, und dass sie sich diesen verdienen müssen, um in der Gegenwart anderer geduldet zu werden. Von anderen wiederum würden sie das niemals erwarten. Sie können nur ihren eigenen Wert nicht erkennen.

Einige fühlen sich so wertlos, dass sie tief im Innersten davon überzeugt sind, sie würden es nicht verdienen, zu leben. Und dieses Gefühl ist so echt, dass es schnell aktiviert wird, wenn sie nur den kleinsten Fehler machen.

Jemand, der co-abhängig ist, würde niemals seine eigenen Bedürfnisse äussern und schämt sich ihrer. Er würde niemals irgendjemanden ansatzweise ahnen lassen, was er braucht. Die Bedürfnisse des anderen stehen für ihn immer an erster Stelle.

Nachzulesen in english unter:
What is codependence?





Buchtipp (hat mir eigentlich erst den "Durchbruch" verschafft): "Aussöhnung mit dem inneren Kind" , Chopich!




Greetings,
*Teatime*
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Alt 12.04.2008, 15:42   #94
Drachenträne
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Beiträge: n/a
Teatime, vielen Dank!!!






@Colombine:
Eine bessere Entsprechung, als zwei Doofe mit dem gleiche Geadanken, kann es Kaum geben...mich erfreut das!
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Alt 12.04.2008, 16:53   #95
ironic75
Platin Member
 
Registriert seit: 10/2006
Ort: Schweiz
Beiträge: 1.958
Hallo Sora

Ich habe im Wesentlichen nur Deine Beiträge gelesen, also sorry, falls ich mich wiederhole und nichts Neues beitrage.

Beziehungen funktionieren in vielerlei Hinsicht völlig anders als Dinge in anderen Bereichen des Lebens. Sie funktionieren oft entgegen jeder Logik. Eine Handlung, die darauf ausgerichtet ist, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, bewirkt häufig genau das Gegenteil davon. Aber natürlich nicht immer, sonst wäre es ja wieder zu einfach. Manchmal muss man etwas aufgeben, um etwas zu gewinnen. Manchmal muss man verletzen, um zu heilen. Es ist ein schwieriges Geschäft mit diesen Beziehungen.

Ich erlebe Dich als jemanden, der die Realität nicht sieht, sondern sich in Traumwelten flüchtet. Deine Weigerung, den Ekel als massives Problem mit sehr sehr massiven Ursachen anzusehen und es auch "Oberflächlichkeiten" zu schieben, zeugt davon.

Du beschreibst Deinen Mann teilweise als schillernde Figur
Zitat:
Mein Mann ist ein wundervoller Mensch, steht fest im Leben, arbeitet vielleicht etwas viel, aber hat sonst keinerlei Probleme. Ich möchte ihn nicht verlieren, kann ihn nicht aus meinem Leben wegdenken. Er gibt mir so unheimlich viel,
Sei mal konkret. Schreibe bitte mal konkret auf, was er Dir genau gibt. "Fest im Leben stehen" ist sicherlich kein Fehler, aber keine ausreichende Grundlage für eine Beziehung.

Ich habe nämlich einen ganz anderen Eindruck. Seine Gleichgültigkeit, Kälte und sein Desinteresse an Deinem Wohlbefinden entsetzen mich geradezu. Wo gibt er Dir denn da irgendwas?

Zitat:
Er argumentiert immer damit, dass er keine Zeit hat für "solche" Sachen, da er sehr viel arbeitet um uns ein gutes Leben zu ermöglichen.
Er setzt also seine Prioritäten gegen Dich, sondern für ein "gutes Leben" - was immer das sein soll. Was ein Quatsch. Er arbeitet viel, weil er dort seine Anerkennung bekommt, weil er seine Sekretärin vögelt, weil ihm die Arbeit Spass macht oder warum auch immer. Aber Dein gutes Leben scheint ihm dabei ziemlich schnurz zu sein. Es ist nur ein Argument, um Dich ruhigzustellen und in Dankbarkeit zu drängen.

Auf der anderen Seite würde es das Problem auch nicht beheben, wenn er etwas abnehmen würde und den Mundgeruch in den Griff bekäme. Sei doch mal ehrlich zu Dir selbst und wach auf. Die beiden Dinge sind doch nur Symptome, auf die Du es schiebst. Die Ursachen für Ekel liegen doch viel viel tiefer.

Und warum bist Du bereit zu leiden und Dich zu quälen? Sei wieder ehrlich zu Dir selbst. Du glaubst, Du seist abhängig von ihm. Du hast Angst davor, alleine zu sein. "Es könnte ja auch ohne ihn noch schlimmer kommen und eigentlich geht es mir doch gut", schwirrt in Deinem Kopf herum. Du fragst Dich, ob Du überhaupt das recht hast, mehr vom Leben zu verlangen.

Zitat:
Ansonsten äußert sie [Therapeutin] sich nicht konkret, sie will mich in meinen Entscheidungen ja nicht beeinflussen. Wir besprechen immer alles und sie gibt mir Tips und analysiert, aber konkrete Wegweise gibt sie mir selbstvertändlich nicht...
Was ist denn das für ein Shice-Psychotherapeut, der Dich so im Regen stehen lässt? Tret dem in den Allerwertesten und suche Dir jemanden, der Dir bei Deinem Problem hilft und sich nicht bequem auf die Couch setzt, ein bisschen zuhört und dann eine Masse Geld kassiert. So ein verd.... Psycho greift in ein anderes Leben ein. Diese Verantwortung hat er zu tragen. Das ist sein Job. Der kann sich nicht hinstellen und einfach nur sagen ... "Aber ich möchte sie ja nicht beeinflussen". Sorry, für meinen Ausbruch, aber solche Feigärsche, die nur Geld abzocken, ohne Nutzen zu gnerieren, regen mich einfach auf. Und dass Du es als "selbstverständlich" ansiehst, keine Hilfe zu bekommen, regt mich fast noch mehr auf.


Kurz und gut! Du hast mit Deinem Mann geredet und der ist für das Problem nicht zugänglich. Ändern kann man einen anderen sowieso nie, wenn er es nicht selbst möchte.

Du bist auch nicht bereit, mit dem Problem zu leben und es auf Dauer zu akzeptieren (wäre ich auch nicht!).

Es bleiben Dir demnach nicht sehr viele Handlungsoptionen. Solange er sich nicht bewegt, wird sich am Problem nichts ändern. Wenn also etwas geändert werden soll, musst Du Dich bewegen. Wenn Dir ein Steinklotz auf dem Weg liegt, bringt es nicht viel, ihn von der Strasse wegbewegen zu wollen. Es kostet sagenhaft viel Energie und führt nicht zum Erfolg. Geh stattdessen drumherum.

Das heisst ganz konkret: Plane Deinen Absprung aus der Ehe und zwar sichtbar und deutlich. Wenn er darauf nicht reagiert, dann beende die Beziehung. Wenn er darauf immer noch nicht reagiert, dann lass ihn zurück. Dann war ihm die Ehe wohl doch nicht so viel wert wie Du gehofft hast.

Geändert von ironic75 (12.04.2008 um 16:58 Uhr)
ironic75 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2008, 15:14   #96
Drachenträne
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Beiträge: n/a
Haaaalllo!

Liebe Sora,

wie geht es Dir und was passiert??

Eine Rückmeldung wäre schön.
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Alt 16.04.2008, 18:31   #97
Sora
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Registriert seit: 04/2008
Beiträge: 39
Hallo zusammen,

entschuldigt bitte die lange Abwesenheit, aber ich musste mal raus. War wieder bei meiner Freundin die letzten Tage, weil mir das alles zu viel wurde.

Eure Antworten haben mich z.T. ganz schön geschockt, muss ich ehrlich zugeben. Aber auch nur deshalb, weil sie mir den Spiegel vor Augen halten und ich die Wahrheit einfach noch nicht richtig wahrhaben will.

Zu der Co-Abhängigkeit muss ich sagen, dass das sicherlich teilweise stimmt. Aber ich bin seit einigen Jahren in therapeutischer Behandlung und dort ist das Wort Co-Abhängigkeit noch nie gefallen. Ich halte meine Therapeutin eigentlich für sehr kompetent, sie hat mir schon verdammt viel geholfen bei meinem Weg. Von daher trete ich dem ganzen etwas skeptisch gegenüber.

Mein Mann und ich wollen jetzt Ende April eine Paartherapie beginnen. Es war sein Vorschlag. Allerdings fürchte ich, dass er damit hofft, seine Probleme abgenommen zu bekommen, sprich nichts selbst in die Hand nehmen zu müssen.

Ich bin so verwirrt, erkenne mich selbst nicht mehr, weiss nicht was ich tun soll…

@ Ironic: Du hast recht, ich könnte auf Anhieb nicht viel aufzählen was mein Mann mir gibt… Außer Dinge wie Geborgenheit, ein „gutes“ Leben (rein finanziell) und Freundschaft. Ich hätte beinahe Liebe geschrieben, aber wirklich viel Liebe gibt er mir eigentlich nicht. Und dass er nur soviel arbeitet der Anerkennung wegen, hab ich einfach nicht wahrhaben wollen… Aber auch da hast Du völlig recht. Leider.

Verdammt, warum ist mir nicht früher aufgefallen, dass dieser Mensch den ich geheiratet habe völlig auf sich selbst fixiert ist und mich dabei fallen lässt…

Ich würde gern auf alle Eure Beiträge antworten, aber mir fällt es schon schwer das hier überhaupt zu schreiben… Mich überhaupt mit dem Thema Trennung auseinander setzen zu müssen…

Was soll ich bloss tun? Ich habe doch vor Gott versprochen, dass ich immer an seiner Seite sein werde. Und nun ist eben eine schwere Zeit, aber muss ich ihn deshalb verlassen? Soll ich mein Versprechen wirklich brechen?

LG,
Sora
Sora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2008, 18:36   #98
Sora
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Registriert seit: 04/2008
Beiträge: 39
Was mir gerade noch eingefallen ist...

Ich habe meinem Mann schon öfter gedroht auszuziehen wenn sich nichts ändert. Allerdings haben sich die Gespräche leider immer so entwickelt, dass er mich totargumentiert hat. Er ist halt ein verdammt guter Redner. Er schafft es immer, dass ich mich nach solchen Gesprächen schuldig fühle. Wobei ich manchmal denke, dass wirklich die größte Schuld mich trifft... Ich hätte schließlich viel eher meinen Mund aufmachen können, mit ihm joggen gehen, Arzttermine machen und mehr für ihn da sein können. Aber verdammt , wo bleibe ich denn dabei?

Jedenfalls weiss ich überhaupt nicht mehr was hier läuft. Hab ich was falsch gemacht? Liegt vielleicht alles nur an mir? Oder doch an ihm? Ich blicke nicht mehr durch...

Sora
Sora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2008, 18:59   #99
Sora
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2008
Beiträge: 39
@ Teatime:
Das mit der Gefühlslosigkeit trifft bei mir auch voll zu. Das ist aber schon einige Jahre bei mir so. Bin richtig "kalt" geworden, kann nur selten und nicht aus vollem Herzen weinen. Spüre nicht mehr, was ich fühle. Kann nicht mehr hören was mein Herz mir sagt.

Wie hast Du das geschafft aus diesem Kreislauf auszubrechen? Ich möchte das auch schaffen, aber ich weiss nicht wie... Wie soll ich mich selbst wiederfinden in dem Chaos?

Ich hab schon so viel versucht... Von Meditation über Atementspannungs-Übungen über stundenlange Spaziergänge über Gespräche mit der Therapeutin. Nichts half. Ich hatte mich schohn damit abgefunden für den Rest meines Lebens gefühlskalt zu sein...

Aber Respekt an Dich, dass Du diesem schweren Weg so toll gemeistert hast. Ich kann mir vorstellen wie viel Kraft das gekostet haben muss... Ich wünschte ich würde das auch irgendwann schaffen...

Sora
Sora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2008, 21:03   #100
Drachenträne
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Sora,

danke für Deine Standortbeschreibung. Gib Dir Zeit mit all dem. Sicher wirst Du eine Weile brauchen, um die Tragweite deiner neuen Erkenntnisse zu erfassen.

Auch Wut und Trauer werden kommen. Aber das alles muß Dich nicht aus der Bahn werfen, denn Du bist auf dem richtigen Weg.

Zitat:
Aber verdammt , wo bleibe ich denn dabei?
Das ist der Schlüssel! Manipuliert zu werden mit suggerierten Schuldgefühlen und
gleichzeitig immer auf die Befindlichkeiten des Partners fixiert zu sein, ist ein sehr klares Co-Abhängigkeitssymptom. Auch ich hatte einige Jahre Beziehung und dachte, daß ich mit diesem Mann 7 Kinder und das Ende meiner Tage erleben will.

Bis zur endgültigen Trennung, die ich durch massivste Schuldgefühle so weit wie möglich herauszögerte, verging eine lange schmerzhafte Zeit.

Aber dann, als ich endlich klar wurde und ein kleiner Teil meiner Selbst ganz klar erkannt hatte:
ER IST FÜR SICH SELBST VERANTWORTLICH; NICHT ICH!!!

war es plötzlich ganz einfach, ihm zu sagen: "Das ist nicht mein Problem. Mach das gefälligst selber! Ich hab genug mit mir zu tun!"

Und nach meinem Absprung blühte ich auf... ähnlich wie Du es bei Subrosa im Scheidungsthread lesen kannst. Eine so wahnsinnige Erleichterung, manchmal fürchtete ich, ich bräuchte Ziegelsteine an meinen Füßen, um nicht abzuheben! Ehrlich wahr!

Was erwartest Du von der Paartherapie?

Zitat:
Mein Mann und ich wollen jetzt Ende April eine Paartherapie beginnen. Es war sein Vorschlag. Allerdings fürchte ich, dass er damit hofft, seine Probleme abgenommen zu bekommen, sprich nichts selbst in die Hand nehmen zu müssen.
Du weißt doch jetzt schon genau, daß er versucht, Zeit zu schinden, Dich zu besänftigen und wieder !!! von DIR SELBST abzulenken. Wenn Du Dich noch ein wenig Quälen willst, spiel sein frisch ersonnenes Spiel mit. Höchstwahrscheinlich aber wird es Dich in erneute Gedankenkarussels bringen, die verstandesmäßig verhindern sollen, was DEINE SEELE schon lange weiß.

Sei ehrlich zu Dir und laß Dich weder einwickeln, noch täuschen.

Ganz viel Trost wünsche ich Dir. Trost und Klarheit.

Drachenträne.

PS.: Deine Therapeutin ist mir viel zu seicht. Was nützt Dir eine (mögliche) Formel 1 - Trainerin, wenn sie scheinbar nur 2-Takt-Motoren (Trabant!) im Stall stehen hat? Völlig verrückt. Aber daß sie eine nette, angenehme Person ist, möchte ich ihr nicht absprechen und daß sie Dir (etwas) hilft auch nicht.

----------------------------------------------------------------------------------------------

Der Papa meiner Tochter und ich sind JETZT dabei, normale Beziehungsstrukturen zu entwickeln - allerdings ausschließlich auf freundschaftlicher Basis. Wir verstehen uns und lassen uns gegenseitig NICHT im Stich. Von praktischer Hilfe, über gar finanzielle Hilfe oder mal ein Problemlösungsgespräch... ist alles drin. ABER NUR, so weit, wie ich gewillt bin. Er ist nicht mehr im Stande, von mir Energie zu klauen, die mir gehört!

Zitat:
Verdammt, warum ist mir nicht früher aufgefallen, dass dieser Mensch den ich geheiratet habe völlig auf sich selbst fixiert ist und mich dabei fallen lässt…
Neue Erkenntnisse erfordern neue Entscheidungen.

Geändert von Drachenträne (16.04.2008 um 21:13 Uhr)
  Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2008, 21:03 #00
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Ort: Litfaß
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