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Alt 16.04.2008, 21:34   #101
ironic75
Platin Member
 
Registriert seit: 10/2006
Ort: Schweiz
Beiträge: 1.958
Zitat:
Zitat von Sora Beitrag anzeigen
Ich habe meinem Mann schon öfter gedroht auszuziehen wenn sich nichts ändert.
Dieser Satz von Dir enthält bereits so viele fehlerhafte Ansätze, dass ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll. Ich suche mir nur mal ein paar Gedanken als Denkstart heraus.

1. "schon öfters gedroht auszuziehen": Die Drohung einer Trennung oder des Ausziehens ist eine ziemlich krasse Drohung und sollte das allerletzte Mittel sein. So eine Drohung sollte auch sehr gut durchdacht sein. Das Timing, wann man damit droht muss stimmen und sie muss vor allem ernst gemeint sein. Du hast diese Drohung ganz offensichtlich verbrannt und dadurch wertlos gemacht, indem Du sie öfters ausgestossen hast, ohne Taten folgen zu lassen. Damit hast Du Dich unglaubwürdig gemacht und Dein Pulver wirkungslos verpuffend verschossen.

2. "wenn sich nichts ändert": Menschen ändern sich nicht nachhaltig durch eine Drohung. Wenn überhaupt, dann nur kurzfristig. Menschen ändern sich nur, wenn sie sich ändern wollen. "Es" ändert sich auch nichts, sondern "jemand" ändert etwas. Schon in der Formulierung hast Du unbewusst das Problem eingewoben. Du gehst offensichtlich von unrealistischen Erwartungen aus und wirst natürlich deswegen enttäuscht.

3. "wenn sich nichts ändert": Eine Änderung muss sehr genau spezifiziert sein. Das Ziel muss klar genannt werden und der Weg dorthin. Es muss Einigkeit über beides herrschen. Mit "wenn sich nichts ändert" kann niemand etwas anfangen. Auch mit zu offenen Forderungen wie "wenn Du mir nicht mehr Liebe schenkst" ist es schwierig. Du musst sehr viel klarer formulieren, was Du genau willst und erwartest. Dazu musst Du natürlich erstmal selbst wissen, was Du genau willst und erwartest. Und dann müsst ihr herausarbeiten, was er will und erwartet und schauen, ob es hier Deckungsgleicheit und Kompromiss gibt. Zur Umsetzung des Ganzen -> siehe Punkt 2

4. Du gehst davon aus, dass Dein Auszug für Deinen Mann eine nicht wünschenswerte Konsequenz wäre. Das kann auch so sein, aber sei Dir da mal nicht so sicher. Möglicherweise ist das Druckmittel "Trennung" gar kein so gutes Druckmittel wie Du glaubst. Das mag Dich jetzt schocken, aber ziehe in Betracht, dass er zumindest für eine gewisse Zeit gar nicht mal etwas dagegen hätte, seine Ruhe zu haben. Vielleicht kämpfst Du deshalb auch mit dem falschen Schwert.

Du siehst. In nur einem Satz sind so viele Ansatzpunkte versteckt, weswegen es mit Deinem Mann nicht so gut funktioniert wie es vielleicht könnte.

Zitat:
Allerdings haben sich die Gespräche leider immer so entwickelt, dass er mich totargumentiert hat. Er ist halt ein verdammt guter Redner.
Verdammt gute Redner sind oft verdammt schlechte Zuhörer. Wenn Du ihm im Reden unterlegen bist, dann versuche es durch Handeln. Aber überlege Dir auch da gut, was Du tust. Er ist beruflich wahrscheinlich häufig mit schwierigen Situationen konfrontiert und könnte Dir auch diesbezüglich überlegen sein. Deswegen rate ich Dir nicht dazu, irgendwelche Spielchen zu spielen, sondern sehr überlegt, aber konsequent zu handeln. Grundvoraussetzung ist, dass Du ganz klar weisst, was Du willst und was Du nicht willst. Je klarer das jeweils für Dich ist, desto besser wird Dein Handeln.

Siehe beispielsweise hier:

Zitat:
Er schafft es immer, dass ich mich nach solchen Gesprächen schuldig fühle. Wobei ich manchmal denke, dass wirklich die größte Schuld mich trifft... Ich hätte schließlich viel eher meinen Mund aufmachen können, mit ihm joggen gehen, Arzttermine machen und mehr für ihn da sein können.
Du liest es jetzt wahrscheinlich selbst. Diesen Absatz könnte ich schon wieder einzeln auseinandernehmen und Deine Verhaltensmuster herausarbeiten. Überdenke bitte mal selbst diese Argumentationslogik Deiner Ausführung hier. Die ist doch megaspannend.

Er ist zu dick. Er hat sich gehenlassen. Er investiert nichts in die Beziehung, seine Gesundheit, das gemeinsame Wohlbefinden und in seine Attraktivität. Und plötzlich dreht er es so, dass Du die Schuldige bist bzw. Dich widerspruchslos zur Schuldigen machen lässt. Du hast Dir sein Problem zu Deinem Problem machen lassen, bist logischerweise daran gescheitert, weil Du halt nicht sein Problem lösen kannst und lässt Dich dafür beschuldigen. Spannende Logik, oder? Und das allerspannenste ist, dass Du diese verquere Logik vollkommen mitgehst und erst hinten am allerletzten Ende mit schlechten Karten zu argumentieren beginnst. Vorne am Beginn musst Du ansetzen und die Verantwortungen richtig zuweisen.

DU bist für seine Unattraktivität überhaupt nicht verantwortlich. Das ist sein Ding. Du reagierst nur darauf.

Zitat:
Aber verdammt , wo bleibe ich denn dabei?
Diese Frage solltest Du Dir viel häufiger und vor allem früher stellen.

Zitat:
Jedenfalls weiss ich überhaupt nicht mehr was hier läuft. Hab ich was falsch gemacht? Liegt vielleicht alles nur an mir? Oder doch an ihm? Ich blicke nicht mehr durch...
Du kannst Dich eigentlich bequem in den Sessel legen. Solange er nichts ändern will, kannst Du es nicht erzwingen. Du merkst ja, dass wohlmeinende Hilfestellungen Dich plötzlich in die Rolle des Schuldigen katapultieren ... also, hilf nicht dem, der keine Hilfe will.

Ich mache in solchen Fällen immer eine Planung für den schlechtesten Fall, mit dem man rechnen muss. Das wäre in Deinem Fall, dass er sich nicht ändert und dass sich die Situation immer weiter verschärft. Für diesen Fall solltest Du Dich rüsten und eine klare Planung machen, wie Du in diesem Fall reagieren willst. Am besten mit Zeitplan. Dieser Plan wird Dir Sicherheit geben, dass auch im schlimmsten Fall das Leben weitergeht und Dir helfen, konsequent zu handeln.

Natürlich möchtest Du den schlechtesten Fall vermeiden. Also musst Du Dir auch klar überlegen, was für Dich der realistische und wünschenswerteste Fall wäre. Wenn Du feststellst, dass der positivste Fall, der noch eine realistische Chance hat, für Dich immer noch nicht eine zufriedenstellende Lösung darstellt, dann kannst Du die Konsequenzen sofort ziehen, nämlich Trennung. Ohne Hoffnung auf Deiner Seite ist alles weitere sinnlos.

Ansonsten solltest Du Dir möglichst klar überlegen, wie dieser wünschenswerte Zustand aussähe und was passieren muss, dass er eintritt. Möglichst konkret.

Dann kannst Du ihn nach seinem wünschenswertesten Zustand fragen. Wenn er den aktuellen Zustand "in bester Ordnung" findet und definitiv keinerlei Bedarf nach Änderung sieht, kannst Du eigentlich auch gleich die Konsequenzen ziehen. Hoffe nicht darauf, dass er sich auf Dauer ändert, wenn er keinen Bedarf dafür sieht.

Wenn sein wünschenswerter Zustand sich nicht mit Deinem wünschenswerten Zustand verbinden lässt, kannst Du schon wieder die Koffer packen.

Nur, wenn ihr beide ein ähnliches Ziel beziehungsmässig verfolgt, jeder bereit ist, für die Erreichung zu tun, gibt es eine Chance. Wenn das der Fall ist, muss man sich konkret überlegen wie es laufen soll. Und dann eben beobachten und steuern und viel reden.

Ich denke, dass bei all diesen Überlegungen die Paartherapie noch hilfreich wäre. Wenn er Dir dies anbietet, dann nimm es an und zwar möglichst, ohne ihm gleich etwas Negatives zu unterstellen. Wahrscheinlich hast Du zwar recht mit Deiner Befürchtung, aber Du kannst es ein Stück weit steuern, dass genau das nicht passiert.
ironic75 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2008, 21:34 #00
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Beiträge: 4692

Alt 16.04.2008, 21:43   #102
Drachenträne
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Beiträge: n/a
ironic, deine Lupe und Pinzette vergißt Du nie, oder?
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Alt 16.04.2008, 22:11   #103
Colombine
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Beiträge: n/a
wie schön, dass es ironic gibt, weil er viel besser schreiben kann, was ich meine.

sora, nochmal, auch wenn es die 135ste wiederholung ist: such nicht die schuld bei dir. dort ist sie nämlich nicht. ganz abgesehen davon, dass schuldsuche total unnütz ist, wenn sich etwas ändern soll.
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Alt 16.04.2008, 22:28   #104
ironic75
Platin Member
 
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Beiträge: 1.958
Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
ironic, deine Lupe und Pinzette vergißt Du nie, oder?
Bisher habe ich noch mit der Mistgabel gearbeitet.

Zitat:
wie schön, dass es ironic gibt, weil er viel besser schreiben kann, was ich meine.
8-) Wo gibt es hier ein *Honig-um-den-Bart-wegschleck*-Smiley?
ironic75 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2008, 22:57   #105
Purpleswirl
abgemeldet
Zitat:
Zitat von ironic75 Beitrag anzeigen
Dieser Satz von Dir enthält bereits so viele fehlerhafte Ansätze, dass ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll. Ich suche mir nur mal ein paar Gedanken als Denkstart heraus.
...

Aber Hallo, ironic.
Du hast heute aber einen besonders guten Tag.
Purpleswirl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2008, 23:01   #106
ironic75
Platin Member
 
Registriert seit: 10/2006
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Beiträge: 1.958
Zitat:
Zitat von Purpleswirl Beitrag anzeigen
Aber Hallo, ironic.
Du hast heute aber einen besonders guten Tag.
War als Weckruf gedacht. Scheint mir gelungen zu sein.
ironic75 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.06.2008, 13:12   #107
Sora
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2008
Beiträge: 39
Hallo zusammen,
und vor allem hallo Ironic,

da bin ich nun wieder… Kurze Zeit nach Ironics Beitrag habe ich einen Rundumschlag gewagt: ich hab meine Koffer gepackt, bin in eine eigene Wohnung gezogen und habe mich Hals über Kopf in einen anderen Mann verliebt. Mein Mann weiss inzwischen auch davon. Er will nach wie vor mit mir zusammen sein, hat aber bislang noch keinen Ansatz von Einsicht gezeigt.

Eigentlich ist die Situation jetzt noch viel schlimmer: Ich stehe jetzt zwischen zwei Stühlen. Ich kann mich nicht von meinem Mann lösen, von meiner neuen Liebe aber auch nicht. Bin ich beim einen, vermisse ich den anderen.

Der Ekel vor meinem Mann ist immer noch da, ich mag ihn nicht riechen, nicht schmecken. Der andere dagegen ist jetzt natürlich das komplette Gegenteil zu meinem Mann: groß, schlank, trainiert und hat ganz viel Zeit und Aufmerksamkeit für mich. Und trotzdem schaffe ich keinen klaren Schnitt.

Inzwischen habe ich es auch geschafft mein Leben etwas umzukrempeln, habe mich selbständig gemacht und werde hoffentlich bald auch finanziell nicht mehr abhängig von meinem Mann sein.

Ich habe in der letzten Zeit vieles probiert: Ich habe meinem Mann gesagt ich will die Scheidung, habe es dann aber ein paar Tage später wieder zurückgezogen, weil er mir fehlte. Mit dem Anderen ist es nicht anders. Habe mehrere Male versucht mich von ihm zu lösen, aber habe auch das wieder nicht lange durchgehalten.

Nun hat mein Mann mich gestern überrascht – er hat eine Wohnungsbesichtigung organisiert (eine super tolle Wohnung) und hat mich gefragt ob wir nochmal von vorn beginnen wollen. (Wir wohnten vorher zusammen bei seiner Mutter, was mich immer sehr belastet und gestört hat).
Ich war natürlich erstmal ziemlich baff und wir fuhren dann in ein Cafe um das Ganze zu bereden. Ich fragte ihn, ob er sich in Zukunft bemühen könnte, mir das zu geben was ich vermisst habe und was ich brauche. Er sagte daraufhin, dass er denkt, ich bräuchte einen „Kasper“, in dessen Leben sich alles nur um mich dreht. Mag ja vielleicht ein bisschen was dran sein, aber er hat mir damit doch nur wieder gezeigt, dass er sich nicht ändern will! Oder?

Jedenfalls bin ich nun wieder völlig fertig. Ich bin so hin- und hergerissen. Wieso kann ich mich nicht von meinem Mann lösen? Was hält mich noch bei ihm?

Andererseits kamen dann gestern wieder solche Gedanken wie „Wenn ich mit ihm zusammenziehe und neu anfange wird vielleicht alles besser“. Ich weiss ja, dass das eine Illusion ist, aber ich habe mir in letzter Zeit auch oft Fehler eingestanden, die ich in unserer Ehe gemacht habe und arbeite bereits daran.

Übrigens waren wir (für 180 € !!! pro 90 Min.) bei einem Paartherapeuten-Pärchen, welche uns wieder nach Hause schickten mit dem Satz „Sie beide wirken auf uns wirklich seltsam. Einerseits sehr innig und tief verbunden, andererseits weit voneinander entfernt. Wir können ihnen an dieser Stelle nicht weiterhelfen, da sie beide nicht wissen wohin es in ihrer Ehe zur Zeit gehen soll und sie beide nicht bereit sind Fehler einzugestehen und daran zu arbeiten. Kommen sie wieder wenn sie sich gänzlich für oder gegen ihre Ehe entschieden haben.“

Hmpf.

Langsam glaube ich, ich bin schon total stumpf. Ich kann überhaupt nicht mehr sagen für wen ich was empfinde. Weder mein Bauch noch mein Kopf wollen mir irgendwas sagen. Die schmollen anscheinend. Würde ich auch tun nach dem ganzen Hickhack. Ich hab schon alles mögliche Versucht um mal in mich reinzuhorchen: Yoga, Atementspannung, Waldwanderung…. Nix. Ich kriege keine Antwort von meinem Inneren. Das einzige was momentan Fakt ist, ist dass ich den einen gern rieche und den anderen nicht riechen mag. Und nicht schmecken. Aber trotzdem habe ich eine heiden Angst beide zu verlieren.

Naja, jedenfalls schon mal danke, dass ich das mal runterschreiben durfte. War doch ganz schön viel die letzten Wochen, und wenn man keine gute Freundin mehr hat (habe leider in kurzer Zeit zwei enge Freundschaften aufgeben müssen bzw. sie wurden aufgegeben), tut es mal gut das alles loszuwerden.

Danke für´s Lesen und vielleicht hat ja doch der ein oder andere mal wieder einen Tipp…

@ Ironic: Ich habe mir Deinen Beitrag damals sehr zu Herzen genommen, er hat mich allerdings zuerst ganz schön überfordert. Das war zuviel Wahrheit auf einmal. Und zuviel „Arbeit“. Aber im Nachhinein konnte ich doch das ein oder andere mal doch an Deine Worte zurückdenken und mich dadurch stärken. Danke dafür!

LG,
Sora
Sora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.06.2008, 14:54   #108
gabimaus
abgemeldet
ja fein #lieb#

und wenn Du es jetzt noch schaffen könntest, einmal ganz auf Deinen eigenen Beinen zu stehen - gänzlich männerfrei für 1 Jahr - dann könntest Du von Dir zu recht behaupten, endlich ein selbständiger Mensch zu sein..

und FREI !
gabimaus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.06.2008, 16:56   #109
Drachenträne
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Er sagte daraufhin, dass er denkt, ich bräuchte einen „Kasper“, in dessen Leben sich alles nur um mich dreht. Mag ja vielleicht ein bisschen was dran sein, aber er hat mir damit doch nur wieder gezeigt, dass er sich nicht ändern will! Oder?
EXAKT! Er will sich nicht ändern, sondern (und das ist auch typisch für einen tätigen (Co-)Abhängigen) er sagt dir, daß bei dir etwas nicht stimmt und du dich zurücknehmen solltest. Damit spielt er mit deinem Schuldgefühl und deinem Schamgefühl, welches dich dann doch vielleicht wieder einknicken lässt. Schließlich möchtest auch du ein passabler Mensch sein und kein gewissenloses Schwein. Schöne Taktik: wieder zeigt er mit dem Finger auf dich, anstatt bei sich selbst zu schauen.


Zitat:
Jedenfalls bin ich nun wieder völlig fertig. Ich bin so hin- und hergerissen. Wieso kann ich mich nicht von meinem Mann lösen? Was hält mich noch bei ihm?
Die Angst unterzugehen, ohne die "Sicherheit" einer Abhängigkeit hält dich bei ihm. Du brauchst das Vertrauen, auch allein gut leben zu können, dich mit dir allein wohl zu fühlen. Allerdings kotzt sich die Seele gewöhnlich dann aus, wenn mal Ruhe ist. Das heißt, du würdest allein mit deinem tiefsten Schmerz konfrontiert. Um dem zu entgehen, klebst du dich lieber in einer unglücklichen Beziehung fest.

Ich schreibe das ganz ernsthaft. Auch ohne jegliche Häme. Bitte nimm die grenzüberschreitende Sprache als eine Form der Verdeutlichung. Ich urteile nicht und werte nicht. Habe selbst all das erlebt und es mühevoll hinter mir gelassen.

Zitat:
Andererseits kamen dann gestern wieder solche Gedanken wie „Wenn ich mit ihm zusammenziehe und neu anfange wird vielleicht alles besser“. Ich weiss ja, dass das eine Illusion ist, aber ich habe mir in letzter Zeit auch oft Fehler eingestanden, die ich in unserer Ehe gemacht habe und arbeite bereits daran.
Es ist gut, wenn du daran arbeitest, aber das reicht nicht. Du hast lange genug deine Ehe allein geführt und gesehen, daß es ohne die emotionale Hingabe auch von ihm, nicht geht.

Zitat:
Übrigens waren wir (für 180 € !!! pro 90 Min.) bei einem Paartherapeuten-Pärchen, welche uns wieder nach Hause schickten mit dem Satz „Sie beide wirken auf uns wirklich seltsam. Einerseits sehr innig und tief verbunden, andererseits weit voneinander entfernt. Wir können ihnen an dieser Stelle nicht weiterhelfen, da sie beide nicht wissen wohin es in ihrer Ehe zur Zeit gehen soll und sie beide nicht bereit sind Fehler einzugestehen und daran zu arbeiten. Kommen sie wieder wenn sie sich gänzlich für oder gegen ihre Ehe entschieden haben.“

Hmpf.
Verzeih! Offenbar sind es fähige Therapeuten! Das ist großartig.

Zitat:
Langsam glaube ich, ich bin schon total stumpf. Ich kann überhaupt nicht mehr sagen für wen ich was empfinde. Weder mein Bauch noch mein Kopf wollen mir irgendwas sagen. Die schmollen anscheinend. Würde ich auch tun nach dem ganzen Hickhack. Ich hab schon alles mögliche Versucht um mal in mich reinzuhorchen: Yoga, Atementspannung, Waldwanderung…. Nix. Ich kriege keine Antwort von meinem Inneren.
Du hast lange Zeit deine Seele wie ein ungeliebtes Stiefkind behandelt und wunderst dich, wenn sie dir den Dienst verweigert?! Geduld und Erholung helfen.

Zitat:
Das einzige was momentan Fakt ist, ist dass ich den einen gern rieche und den anderen nicht riechen mag. Und nicht schmecken. Aber trotzdem habe ich eine heiden Angst beide zu verlieren.
NA! Wenigstens dein Körper nimmt noch richtig wahr, wie es ist: Du riechst den geeigneten Mann gern und den ungeeigneten ungern. Reicht das?
Wie kannst du bei EKEL überhaupz glauben, daß du jemals wieder mit deinem Mann glücklich werden würdest? Alles nur Traum und Schaum.

Entscheide dich konsequent für den Gutriech-Mann und sei freundschaftlich gestimmt gegenüber deinem zukünftigen Ex-Mann. Denn das wird er sicher werden. Er will sich nicht ändern und selbst wenn er jetzt begönne: Würdest du Jahre warten wollen, bis er wieder liebenswert und innerlich schön ist, weil er an sich gearbeitet hat?

Nein, das glaube ich nicht. Mache jetzt den entscheidenden Schnitt und lass dich nicht wieder mit strukturellen, materiellen Leckerlis einfangen. Du willst Liebe, Zärtlichkeit und einen verantwortungsvollen Partner - keine neue Wohnung, oder?

Trenne dich jetzt von deinem Mann, vielleicht führt das Schicksal euch später mal wieder zusammen... möglich.
Mache dir eine schöne Zeit der Erholung und des Auftankens mit dem neuen geliebten Mann... Versuche dich von deiner Affaire nicht abhängig zu machen und gib Acht, daß es dir gut geht und du deine Grenzen warst - auch IN einer Beziehung und besonders dort. Das ist nicht leicht, aber erstmal das wichtigste.

Insgesamt bin ich ehrlich erstaunt, Sora. Dein Verschwinden ließ mich annehmen, daß du versuchst in den alten Strukturen tapfer weiterzuleben, um dem Untergangsschmerz zu entfliehen.

Aber: :zebraprost: Hut ab! Du bist mutig vorwärtsgesprungen und solltest dich von diesem Weg nicht noch einmal abbringen lassen. Wahre deine frisch gewonnen Unabhängigkeit und Freiheit! Wenn dein Mann irgendetwas will, kann er dich ja mal bekochen oder zu einem Ausflug einladen...

Ansonsten genieße die neue Zeit!

Drachenträne

PS.: Ironic will weggehen - siehe Thread von ihm. Gesehen? Also nicht wundern,falls er nicht schreibt, er ist im Arbeits-Newcomer-Streß.

Geändert von Drachenträne (02.06.2008 um 17:01 Uhr)
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Alt 02.06.2008, 23:45   #110
Sora
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Beiträge: 39
Hallo Drachenträne,

vielen lieben Dank für Deine geradlinigen und ehrlichen Worte. Irgendwie wusste ich, dass ich solche Worte zu hören bekomme. Aber irgendwas in mir kämpft fürchterlich dagegen an sie anzunehmen, ja sie überhaupt hören bzw. lesen zu wollen.

Weißt Du, das Ganze ist weitaus komplizierter als ich es bislang dargestellt habe. Alle (durchaus wichtigen) Details niederzuschreiben, würde den Rahmen hier sprengen. Außerdem wüsste ich gar nicht genau wo ich anfangen sollte – in meinem Kopf herrscht ein einziges Chaos.

Irgendwie glaube ich, ich mache gerade eine Selbstfindungsphase oder so etwas in der Art durch. Ich weiß weder wer ich bin, noch wo ich hin will in meinem Leben. Kennst Du das Buch „Liebe Dich selbst, dann ist es egal wen Du heiratest“? Irgendwie interessante Ansätze drin. Aber wirklich etwas anfangen kann ich damit zur Zeit nichts. Mich verwirrt das alles einfach nur. Aber in dem Buch wird gesagt, dass man in jeder Beziehung doch nur am Ende wieder auf sich selbst trifft. Mh.

Meine Mum hatte auch mal so eine Phase mit meinem Dad (seit 25 Jahren verheiratet, mehr schlecht als recht, aber jetzt wo alle Kinder aus dem Haus, finden sie langsam wieder zueinander) in der sie sich fürchterlich vor meinem Dad geekelt hat. Hab das damals live mitbekommen. Meine Mum musste den Raum verlassen, wenn mein Dad reinkam. Und es ging wieder weg. Natürlich ist Ekel ein deutliches Zeichen dafür, dass etwas gravierend schief läuft. Aber auch doch ein Zeichen dafür, dass man was ändern muss. Mh, aber wie, wenn der Partner zu nichts zu bewegen ist…

Was obendrauf jetzt noch dazu kommt, ist dass mein Mann sich jetzt noch mehr in meiner Schuld ausruht. Ich bin ja schließlich weggerannt vor den Problemen, ich bin „fremdgegangen“ (obwohl wir ja getrennt waren und sind) und nun bin ich diejenige welche auf Knien rumrutschen muss.

Ich habe gerade wieder mit ihm telefoniert und jede Sekunde an den anderen gedacht und ihn vermisst. Anders herum war es aber auch ständig so. War ich bei dem anderen, habe ich mir oft gewünscht wieder bei meinem Mann zu sein.

Was ist bloß los mit mir? Warum ist jetzt alles noch viel komplizierter? Ich glaube inzwischen wirklich, es war ein großer Fehler auszuziehen. Ich hätte bei meinem Mann bleiben sollen und das mit ihm durchstehen sollen. Oder nicht?

Es tut mir leid, wenn das hier alles gerade total wirr klingt, aber so sieht es in mir momentan aus.

Wie findet man denn heraus wen man wirklich liebt, wenn das Herz in Streik getreten ist? Woher weiß man denn, was das Richtige ist, wenn man keinen von beiden verlieren will? Klar, Gefühle vergehen, aber ich will das nicht.

Der Andere hat mir all die Defizite aufgezeigt, die in meiner Ehe vorhanden sind. Ich habe bei ihm all die Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit bekommen, die ich brauche. Aber er hat mir auch Dinge gezeigt, die ich nicht haben möchte. Die ich auch bislang nicht kannte (klammern, übermäßige Eifersucht, Aggressivität).

Ich bin mir eigentlich sehr sicher, dass es nicht nur die Abhängigkeit ist, die mich bei meinem Mann hält. Wenn es nur das wäre, wieso weine ich bei dem Gedanken daran ihn nicht mehr in meinem Leben zu haben? Warum tut es so höllisch weh wenn ich allein schon nur an das Wort Scheidung denke? Ist das alles nur Abhängigkeit?

Du magst recht haben, Drachenträne, mit der Co-Abhängigkeit. Aber ich war schon immer ein Mensch, der sich immer mehr um andere gekümmert hat als um sich selbst. Das hab ich nun jetzt davon.

Danke für´s Lesen!

Lieben Gruß,

Sora
Sora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.06.2008, 23:45 #00
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