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Alt 08.06.2008, 10:25   #121
Drachenträne
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Ich bewundere Menschen wie Dich, die diese unglaubliche Zufriedenheit ausstrahlen. Ich denke es ist (und war für Dich) ein langer, harter Weg soweit zu kommen und so viele Erkenntnisse zu erlangen... vor allem über Dich selbst. Ich bin sonst kein großer Neider, aber in dem Punkt gebe ich zu, dass ich Dich ein bisschen beneide aber nur ein bisschen. Jedenfalls hast Du meinen größten Respekt vor Deiner Haltung und Deiner, ich nenne es jetzt einfach mal so, Weisheit.
Hallo Sora,
ich danke dir für eine so klare und schöne Rückmeldung. Exakt mein halbes Leben min ich mit meiner inneren Heilung "hauptberuflich" beschäftigt... und: JA, es ist harte Arbeit. Allerdings wurde es ganz viel leichter, als ich verstanden hatte, daß jeder aufgebrochene und bearbeitete Schmerz zu mehr innerer Freiheit führt. Also merke dir: Da wo die Angst sitzt, da geht´s lang. Gute Begleiter in diesen Prozessen zu haben, ist natürlich auch unabdingbar.

Zitat:
Ich habe zurzeit das Gefühl, dass in mir drin all das schon lauert was ich brauche um endlich glücklich zu werden. Aber es will einfach nicht rauskommen und es ist auch alles noch viel zu viel auf einmal und zu verworren, als dass ich auch nur ansatzweise verstehen würde, was gerade in mir passiert. Schwer zu beschreiben das. Manchmal fürchte ich, ich könnte verrückt werden. Und es ist so unheimlich anstrengend. Ich würde so gern alles rauslassen und endlich zu mir selbst finden, aber da scheint noch eine große Mauer zu stehen, die es zu überwinden gilt.
Das ist alles völlig normal. Die Angst, verrückt zu werden und von irgendeinem Tölpel in die Psychiatrie eingewiesen zu werden hatte ich auch immer. Deshalb war ich nie bei einem klassischen Therapeuten.

Zitat:
Dein letzter Post hat mich wahrhaftig zum Weinen gebracht.
Darauf hatte ich gehofft.

Zitat:
Du schreibst so ehrlich und so direkt, dass es weh tut. Und das ist verdammt gut. Ist schon strange irgendwie... da gehe ich bald 5 Jahre in Therapie ohne dort auch nur eine einzige Träne zu vergießen und Du schreibst ein paar Sätze und schon fängt der Stein an zu rollen...
Das muß weh tun! Wie sonst willst du zu deinem Schmerz zurückfinden und ihn anschauen und auflösen?

Zitat:
Ich komme mir vor wie in einem selbst erbauten Gefängnis und den Schlüssel zur Tür hab ich ganz tief in meinem Inneren vergraben. Das fühlt sich furchtbar an. Was war die Zeit doch noch so schön, als ich auf Partys rumgeflogen bin und einfach nur Spaß am Leben hatte... ohne solche Gedanken, bei denen man das Gefühl hat sie werden einen umbringen.
Hihi... du kannst dich jederzeit wieder für ein abgelenktes, oberflächliches Leben entscheiden.. allerdings wird es dich niemals glücklich werden lassen.

Zitat:
Weisst Du, liebe Drachenträne, ich habe im Moment das Gefühl, dass ich es verlernt habe zu lieben. Dass ich es verlernt habe zu wissen was Liebe ist und was nicht. Ich kann gar nichts mehr differenzieren. Alles verschwimmt ineinander. Woran erkennt man denn Liebe? Vor allem, woran erkennt man „wahre Liebe“? Erwarte ich zu viel? Sind meine Ansprüche zu hoch? Kann ich einfach nur nicht loslassen? Habe ich zuviel Mitleid? Wovor habe ich solche Angst, dass ich es nichtmal fertig bringe einen von beiden zu verlassen?
Du hast eine ganz tiefsitzende Urangst, die entstanden ist, weil dir als Säugling und Baby nicht die Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt wurde, die du gebraucht hättest. Diese Erfahrungen der Unsicherheit, des Anklammerns und um Anerkennung bettelns wiederholst du - um deiner (gefühlten) Lebensbedrohung zu entgehen.

Daraus folgt: Setze deinen Verstand an dieser Stelle ein. Einen oder beide Männer zu verlassen ist für dich NIEMALS lebensbedrohlich. Es fühlt sich nur so an.

Selbst wenn du auf der Straße landen würdest, hättest du immer eine existenzsichernde Grundversorgung zu erwarten. Insofern ist diese Angst absolut irrational und nicht relevant für dein jetziges Leben mit ihren nötigen Entscheidungen.

Sora, löse dich aus deinen Abhängigkeiten und lerne Stück für Stück durch diese Angst hindurchzugehen. Sie endet irgendwann. Das weiß ich genau.

In diesem Zustand bist du bedürftig und gar nicht in der Lage zu Lieben. Du bist abhängig und die weg brechende Sicherheit konfrontiert dich mit deiner Lebensangst. Von Liebe keine Spur.

Zitat:
Ich weiss einfach nicht was mit mir los ist und es macht mich wahnsinnig. Ich kann kaum noch klar denken, bin gar nicht mehr ich, habe keine Lust mehr auf den ganzen Scheiss. Was ist mit mir passiert? Warum ist das alles so geworden?
Deine Seele will heilen. Mehr nicht.

Und dafür zwingt sie dich in Situationen, wo du dieser inneren Konfrontation nicht ausweichen kannst. Ganz einfach.

Zitat:
Alles was Du schreibst, liebe Drachenträne, klingt so einleuchtend so befreiend, so gut. Aber ich kann nicht. Es versperrt sich alles beim Gedanken daran, auch nur irgendetwas zu ändern. Wobei ich sagen muss, dass ich mit der Co-Abhängigkeit schon sehr weit voran gekommen bin (zumindest für mein Empfinden). Für irgendwas müssen die 5 Jahre Therapie ja gut sein. Ich habe es zumindest geschafft mich von Bekannten und sogar Freunden zu lösen, die um mein Problem wussten und dies schamlos ausgenutzt haben. Ich habe meiner Familie klare Grenzen aufgezeigt, die sie, zumindest meistens, auch brav einhalten und auch gar nicht mehr versuchen sie zu überschreiten. Und ich für meinen Teil habe einen kleinen Spickzettel, der mir sehr hilft, wenn ich merke, dass ich wieder in alte Muster zurückfalle. Ich habe gelernt mir selbst am wichtigsten zu sein, zumindest dachte ich das bis vor kurzem. Wenn ich das jetzt so schreibe klingt es gerade völlig absurd.
Stelle es dir vor, wie Unterrichtseinheiten, durch nette Pausen unterbrochen.

Zitat:
Ich möchte doch einfach nur bedingungslos geliebt werden und bedingungslos lieben können… Warum geht das nicht so einfach?
Weil du noch nicht soweit bist!

"Wo Angst ist, kann keine Liebe sein!" (Papa meiner Tochter) Und du bist voll mit Angst.

Zitat:
Ich wünschte Du würdest mir jetzt sagen „Mach Dir keinen Kopf, in 2,3 Monaten ist das alles vorbei und dann fängst Du endlich an wieder zu leben…“… das gute Wunschdenken…
Wünsche dir lieber von deiner Seele, gut und flüssig durch diese Prozesse zu kommen. Ich habe insgesamt 14 Jahre gebraucht und bin auch noch nicht ganz am Ende...weil auch ich mit Resten von Co-Abhängigkeit zutun habe

Zitat:
Jedenfalls möchte ich mich noch einmal von Herzen bei Dir bedanken, Deine Posts machen mir viel Mut und es erschreckt mich fast wie viel Du über mich zu wissen scheinst...
Ich weiß es nicht über dich, sondern das Arbeiten der Seele...

Dir alles Gute und denke weniger, fühle mehr! Den Schmerz kannst du nur fühlen, nicht wegrationalisieren mit Zerdenken. Übrigens: Ein guter Therapeut weint und lacht mit seinen Patienten. Und lässt sich berühern...

Wirst es selbst merken, ob dein Psychokasper dann nun ein guter oder ein mäßiger ist

Schönes WE! Drachenträne

Geändert von Drachenträne (08.06.2008 um 10:28 Uhr)
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Alt 08.06.2008, 10:25 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 08.06.2008, 13:59   #122
GiselleDortmund
 
Registriert seit: 04/2002
Ort: Dortmund
Beiträge: 12.618
Zitat:
Zitat von Sora Beitrag anzeigen
Ich komme mir vor wie in einem selbst erbauten Gefängnis und den Schlüssel zur Tür hab ich ganz tief in meinem Inneren vergraben. Das fühlt sich furchtbar an. Was war die Zeit doch noch so schön, als ich auf Partys rumgeflogen bin und einfach nur Spaß am Leben hatte... ohne solche Gedanken, bei denen man das Gefühl hat sie werden einen umbringen.
Sobald ich den Weg eingeschlagen hatte (psychisch und physisch)....Ich werde mich jetzt vom Ehemann trennen, um alleine weiterzugehen (da war ich 43 Jahre alt) hat mich eine innere Ruhe durchströmt, die ich nie in meinem Leben als Erwachsene (vom Elternhaus in die Ehe) empfunden hatte.

Genau dieses Gefühl war derart befreiend, dass ich es niemals wieder verlieren wollte. Es gab von nun an ein *KLICK* in meinem Kopf mit einer innern Stimme: "Mir sagt keiner mehr wo es langgeht!" Genau danach habe ich alles weitere entschieden.
Ich bekam ein derartiges Selbstbewußtsein, dass ich keinerlei Probleme hatte, als Frau alleine ins Tanzlokal oder Restaurant zu gehen, mich ins (Eis)-Café oder einen Biergarten usw. zu setzen.

Nun gut, ich war schon immer ein extrovertierter Mensch, sodass ich gleich nach meiner Trennung jede Menge Männer kennenlernte. Schüchternheit ist für mich ein Fremdwort.

Gleich von Anfang an habe ich gesagt, was mit mir geht und was nicht und knallhart die Konsequenzen gezogen, sobald es Anzeichen von Manipulation gab, sich Verlustängste, Zweifel oder ein Gefühl von Unsicherheit einstellte.

So haben mich einige Frösche geküßt, bis ich genau 1 Jahr nach meiner Trennung meinen Traumprinzen fand. Aber selbst er hat es nicht geschafft, mich zum Zusammenleben zu überreden. 10 Jahre hat unsere feste Beziehung in getrennen Wohnungen gehalten.

Er wußte, dass er mich verliert, wenn er versucht über mich bestimmen zu wollen. Das meine ich mit Partnerschaft auf Augenhöhe. Wenn Dich ein Mann wirklich liebt, überschreitet er nicht diese Grenze.

Du mußt nur wissen, dass Du Dich auch alleine wohlfühlst (genügend Freizeitbeschäftigung mit einem Hobby ist unbedingt notwendig) und Dich nicht erst durch einen Partner als ganzer Mensch fühlen, selbst wenn Du Dich für ein Zusammenleben entscheidest.

Zitat:
Zitat von Sora Beitrag anzeigen
.....ich habe im Moment das Gefühl, dass ich es verlernt habe zu lieben. Dass ich es verlernt habe zu wissen was Liebe ist und was nicht. Ich kann gar nichts mehr differenzieren. Alles verschwimmt ineinander. Woran erkennt man denn Liebe? Vor allem, woran erkennt man „wahre Liebe“? Erwarte ich zu viel? Sind meine Ansprüche zu hoch? Kann ich einfach nur nicht loslassen? Habe ich zuviel Mitleid? Wovor habe ich solche Angst, dass ich es nichtmal fertig bringe einen von beiden zu verlassen?
Ich schwöre es Dir -----> Man verlernt es nicht, tief, heiß und innig zu lieben!!

Geändert von GiselleDortmund (08.06.2008 um 14:05 Uhr)
GiselleDortmund ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.2008, 11:33   #123
gabimaus
abgemeldet
zu allererst musste ICH mich von den bewusstseinverändernden "Drogen" befreien - bei mir war es der Alkohol!

Könnten es bei Dir die Tabletten sein?

Ich will Dir nichts unterstellen - aber Dein Verhalten erinnert mich stark an meins von damals, bevor ich das Trinken aufgeben konnte.
gabimaus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.2008, 23:44   #124
Sora
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2008
Beiträge: 39
Hallo Drachenträne,

vorab erst einmal wieder vielen herzlichen Dank für Deine Posts. Bin ehrlich dankbar, dass ich jemanden gefunden habe, der mir von seinen Erfahrungen und seinem Weg berichtet. Tut gut.

Ich hatte gestern ein Treffen mit meinem Mann, in dem ich ihm sehr viele Dinge gesagt habe, die mich belasten und die für mich der Grund waren letztendlich zu gehen. Ich habe die ganze Zeit dabei geweint wie wahnsinnig und gedacht, es zerreist mich innerlich. Als er dann auch noch anfing zu weinen (was er sehr selten tut) war es dann ganz vorbei mit mir. Ich war ein totales Wrack. Aber immerhin habe ich mal alles rausgelassen. Habe ihm gesagt, wie sehr er mich enttäuscht hat. Dass ich mich von ihm alleingelassen gefühlt habe und noch fühle und dass er nur stur nach sich und seinem Weg geschaut hat und mich dabei zurückgelassen hat. All diese Dinge, die mich so sehr belasten, hab ich mal rausgelassen. Seine Reaktion darauf war pure Verletztheit. Er war so gekränkt über meine Worte, dass er total zu gemacht hat.

Ich habe ihm in diesem Gespräch gesagt, dass ich eine andere Art habe mit Problemen umzugehen als er, ich muss sie aussprechen, ausdiskutieren, klären. Er will einfach nur verdrängen. Als ich ihm das gestern sagte, meinte er „Ich fahre mit der Verdrängung gut, und wenn etwas gut läuft, sollte man es nicht ändern und das werde ich auch nicht.“ Ich sagte ihm, dass seine Art mit Problemen umzugehen mich krank gemacht hat (hab auch einiges an psychosomatischen Schmerzen durch, von chronischen Durchfall über ein Jahr, über schlafraubende Nackenschmerzen, etc.). Darauf kam wieder nichts.

Verdammt, was hält mich an einem Kerl, der so auf sich selbst fixiert ist und so wenig Interesse an seiner Frau und deren Bedürfnissen hat? Ich schaue ihn an und will einfach nur den Mann wiederhaben, den ich damals kennengelernt habe. Wie kannn ich für diesen Menschen noch soviel empfinden? Oder bilde ich mir das nur ein?

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Exakt mein halbes Leben min ich mit meiner inneren Heilung "hauptberuflich" beschäftigt...
Verdammt lange Zeit… Habe da größten Respekt vor… Aber konntest Du denn in der Zeit Dein Leben wirklich genießen? Ich meine, wenn man so sehr mit sich und seinem inneren Heilungsprozess beschäftigt ist, über so lange Zeit, wie lebt man da?

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
und: JA, es ist harte Arbeit. Allerdings wurde es ganz viel leichter, als ich verstanden hatte, daß jeder aufgebrochene und bearbeitete Schmerz zu mehr innerer Freiheit führt. Also merke dir: Da wo die Angst sitzt, da geht´s lang.
Das klingt absolut einleuchtend. Nur die Strategie dafür fehlt mir noch.

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Gute Begleiter in diesen Prozessen zu haben, ist natürlich auch unabdingbar.
Mh… Ich habe zwar meine Therapeutin, aber die sehe ich nur alle 4 Wochen. Sie ist mir zwar eine super Stütze aber ich denke das allein reicht nicht. Der neue Mann in meine Leben ist ganz anders als mein Mann. Er spricht Probleme konkret an, analysiert und versucht mir die Dinge klar vor Augen zu halten. Er ist mit mir emotional total auf einer Wellenlänge und versteht ohne große Worte sofort was ich meine und wie ich mich fühle. Ich denke er ist momentan die beste Stütze für mich, wenn auch nicht die neutralste (er will mich ja immer noch für sich alleine haben).

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Darauf hatte ich gehofft.
Dachte ich mir… Ich weine zwar nicht oft, aber wenn dann richtig. Ist weinen denn gut? Hilft das beim Verarbeiten? Ich fühle mich danach zwar besser, aber wirklich was bewegen tut sich danach denke ich nichts…

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Das muß weh tun! Wie sonst willst du zu deinem Schmerz zurückfinden und ihn anschauen und auflösen?
Aber wie soll ich mir denn den Schmerz anschauen, wenn ich nicht mal deuten kann WAS das genau für ein Schmerz ist…

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Du hast eine ganz tiefsitzende Urangst, die entstanden ist, weil dir als Säugling und Baby nicht die Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt wurde, die du gebraucht hättest. Diese Erfahrungen der Unsicherheit, des Anklammerns und um Anerkennung bettelns wiederholst du - um deiner (gefühlten) Lebensbedrohung zu entgehen.
Mh, interessante Theorie… Allerdings muss ich sagen, dass mein Dad mich die ersten drei Jahre mehr oder weniger allein aufgezogen hat, meine Mum ging damals arbeiten, er war Zuhaus. Und mein Dad hat mir schon immer (obwohl er immer recht dominant war) sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt, mich auf Händen getragen, ja sogar richtig geklammert (vor allem als ich erwachsen wurde). Meine Mum hat mich oft mit Verachtung gestraft, weil ich „ihr den Mann weggenommen habe“ (sie war immer eifersüchtig auf mich, weil mein Dad sich meist nur für mich interessierte). Vielleicht ist da also was dran, was Du sagst, aber so ganz passt es für mich noch nicht zusammen.

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Daraus folgt: Setze deinen Verstand an dieser Stelle ein. Einen oder beide Männer zu verlassen ist für dich NIEMALS lebensbedrohlich. Es fühlt sich nur so an.
Es fühlt sich auch eigentlich nicht bedrohlich an sondern schmerzlich. Weil ich für beide Gefühle habe und beide nicht verlieren möchte.

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Selbst wenn du auf der Straße landen würdest, hättest du immer eine existenzsichernde Grundversorgung zu erwarten. Insofern ist diese Angst absolut irrational und nicht relevant für dein jetziges Leben mit ihren nötigen Entscheidungen.
Diese Angst hatte ich ne ganze Zeit lang, aber ich bin dabei zu lernen, dass ich mich auch gut selbst versorgen kann, egal wie bescheiden die Umstände sind.

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Sora, löse dich aus deinen Abhängigkeiten und lerne Stück für Stück durch diese Angst hindurchzugehen. Sie endet irgendwann. Das weiß ich genau.
Aber ich spüre diese Ängste nicht. Ich weiß wohl vom Kopf, dass da welche sind, aber ich habe noch keinen Zugang. Dabei hab ich gar keine Angst mich meinen Ängsten zu stellen, da, wie Du so schön gesagt hast, ich genau weiß, dass diese Ängste bloß Ängste sind, die mich nicht umbringen werden.

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Deine Seele will heilen. Mehr nicht.
Wenn sie sich ja heilen lassen würde… Momentan ist sie ja nicht einmal ansatzweise daran interessiert sich heilen zu lassen…

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Weil du noch nicht soweit bist!
Was muss ich denn tun um soweit zu kommen?

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
"Wo Angst ist, kann keine Liebe sein!"(Papa meiner Tochter) Und du bist voll mit Angst.
Richtig. Aber wie komme ich denn an die Ängste ran? Und vor allem wie finde ich raus, was genau für Ängste das sind?
Klar, Verlustangst, Angst vor´m Alleinsein, Angst einen Fehler zu machen, und und und. Aber das weiß ich alles. Aber ich spüre es nicht. Verstehst Du wie ich meine?

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Wünsche dir lieber von deiner Seele, gut und flüssig durch diese Prozesse zu kommen. Ich habe insgesamt 14 Jahre gebraucht und bin auch noch nicht ganz am Ende...weil auch ich mit Resten von Co-Abhängigkeit zutun habe
14 Jahre??? Das steh ich nicht durch. Woher soll ich denn die Kraft dafür nehmen? Und vor allem den Lebenswillen? Wer hat denn schon Lust 14 Jahre todunglücklich zu leben?

Zitat:
Zitat von Drachenträne Beitrag anzeigen
Dir alles Gute und denke weniger, fühle mehr! Den Schmerz kannst du nur fühlen, nicht wegrationalisieren mit Zerdenken.
Und wie fühlt man? Ich habe es verlernt… oder zumindest kann ich es gerade irgendwie nicht.

Danke für alles!

Sora
Sora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.06.2008, 00:04   #125
Sora
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2008
Beiträge: 39
Hallo Giselle,

danke auch Dir für Deinen Erfahrungsbericht. Irgendwie erinnert mich Deine Geschichte stark an meine Mum… Auch 25 Jahre verheiratet, auch schlimme Magengeschwüre, inzwischen dazu eine schwere psychische Störung unter der die ganze Familie leidet… Nur leider denkt sie, dass es für sie zu spät ist da rauszukommen… Sie hat nicht soviel Stärke und würde immer den bequemeren Weg wählen. Sie neidet es mir manchmal ein wenig, dass ich den „Absprung“ zu wagen scheine, im Gegensatz zu ihr…

Zitat:
Zitat von GiselleDortmund Beitrag anzeigen
Sobald ich den Weg eingeschlagen hatte (psychisch und physisch).... Ich werde mich jetzt vom Ehemann trennen, um alleine weiterzugehen (da war ich 43 Jahre alt) hat mich eine innere Ruhe durchströmt, die ich nie in meinem Leben als Erwachsene (vom Elternhaus in die Ehe) empfunden hatte.
Hört sich toll an! Hut ab vor Deiner Kraft und Deinem Mut!

Zitat:
Zitat von GiselleDortmund Beitrag anzeigen
Gleich von Anfang an habe ich gesagt, was mit mir geht und was nicht und knallhart die Konsequenzen gezogen, sobald es Anzeichen von Manipulation gab, sich Verlustängste, Zweifel oder ein Gefühl von Unsicherheit einstellte.
Es hört sich so toll an wie Du das schreibst. So konsequent, so kraftvoll. War das nicht schwer umzusetzen? Oder hat es einfach Klick gemacht und Du konntest das von heute auf morgen umsetzen?

Zitat:
Zitat von GiselleDortmund Beitrag anzeigen
Er wußte, dass er mich verliert, wenn er versucht über mich bestimmen zu wollen. Das meine ich mit Partnerschaft auf Augenhöhe. Wenn Dich ein Mann wirklich liebt, überschreitet er nicht diese Grenze.
Ich wünschte ich wäre auch schon so weit. Du hast so Recht. Aber es ist so verdammt schwer, festgefahrene Verhaltensmuster wieder abzulegen bzw. neu zu lernen. Trifft man irgendwann mal einen Menschen, dem man nicht erst die Grenzen zeigen muss, sondern einfach von sich aus nicht überschreitet? Wohl erst, wenn man selbst keine Grenzen mehr übertritt…

Zitat:
Zitat von GiselleDortmund Beitrag anzeigen
Du mußt nur wissen, dass Du Dich auch alleine wohlfühlst (genügend Freizeitbeschäftigung mit einem Hobby ist unbedingt notwendig)
Ich bin (abgesehen von ein paar sporadischen Treffen mit meinem Mann) zurzeit allein und das ist gut. So kann ich weinen und für mich sein, wann, wo und wie ich möchte.

Ich tanze schon seit Jahren aktiv mehrmals wöchentlich in einer Tanzgruppe, mit Mädels, die etwas jünger sind als ich und das tut gut. Lenkt mich ab und frischt mich auf. Zudem powere ich mich auch noch körperlich aus.

Zitat:
Zitat von GiselleDortmund Beitrag anzeigen
und Dich nicht erst durch einen Partner als ganzer Mensch fühlen, selbst wenn Du Dich für ein Zusammenleben entscheidest.
Ich glaube da liegt auch eins meiner Probleme. Ich dachte (und denke wohl auch noch), dass ich nur GANZ sein kann, wenn ich jemanden an meiner Seite habe, der alles mit mir teilt.

Zitat:
Zitat von GiselleDortmund Beitrag anzeigen
Ich schwöre es Dir -----> Man verlernt es nicht, tief, heiß und innig zu lieben!!
Ich wünschte ich könnte Dir glauben… aber das fällt verdammt schwer momentan.

Danke Dir nochmals für Deine Erzählungen und Ratschläge!

Sora

Geändert von Sora (10.06.2008 um 00:08 Uhr)
Sora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.06.2008, 00:14   #126
Sora
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2008
Beiträge: 39
Zitat:
Zitat von gabimaus Beitrag anzeigen
zu allererst musste ICH mich von den bewusstseinverändernden "Drogen" befreien - bei mir war es der Alkohol!

Könnten es bei Dir die Tabletten sein?

Ich will Dir nichts unterstellen - aber Dein Verhalten erinnert mich stark an meins von damals, bevor ich das Trinken aufgeben konnte.
Hallo Gabi,

also ehrlich gesagt, fühle ich mir ein bisschen auf´s Füßchen getreten... Wirke ich wie unter Entzugserscheinungen? Das kränkt mich ein bisschen. Alles was mit mir gerade geschieht, wie ich bin oder auch nicht bin, ist allein meines eigenen Körpers "Droge".

Ich trinke weder übermäßig viel Alkohol, nehme keine Drogen und auch keinerlei Tabletten o.ä. Mein einziges Laster ist das Rauchen, was ich wohl zurzeit ganhz sicher auch nicht aufgeben werde.

Ich finde es toll, dass Du so offen über Deine Vergangenheit sprichst, da gibt es nicht viele von. Aber gleich solche Paralellen zu ziehen, finde ich etwas hart.

Glaub mir bitte, ich habe ganz sicher nicht gewollt, dass soetwas mit mir passiert, aber es muss wohl sein. Daran sind aber weder Drogen noch sonstige Süchte schuld, einzige und allein meine Seele und alles was damit zusammenhängt.

Lieben Gruß von einer etwas gekränkten Sora (bin aber nicht nachtragend *raf*)
Sora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.06.2008, 13:59   #127
gabimaus
abgemeldet
Du darfst ruhig böse auf mich sein - lass es einfach mal zu!#lieb#

Wenn überhaupt, gehört das auch zur guten Therapie - auch mal zuzulasen, dass eine Person einen nervt - oder gar böse macht!

Erlaube es Dir einfach nur mal, Dir Deine Mitmenschen genauer anzusehen - und zwar, ganz kritisch !

Kein Mensch kann immer nur lieb und nett und anpassungsfähig sein - das macht krank!

Entschuldige bitte, dass ich Dir auf die Füße getreten bin

Vielleicht könntest Du ja (wie ich als Alkoholiker) damit beginnen, mit ganz kleinen Schritten an Dir zu arbeiten - und es Dir HEUTE, JETZT und HIER gut gehen lassen?

Sorge (heute) gut für DICH und das jeden Tag, dann wird auch sehr bald sichtbare Linderung auftreten #lieb#
gabimaus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.06.2008, 14:57   #128
Sora
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2008
Beiträge: 39
Hallo Gabi,

Deine Entschuldigung nehme ich natürlich gern an #lieb#

Ich war ja gar nicht böse auf Dich und kann es auch gar nicht sein, da es mich nicht wirklich arg gekränkt hat. Wenn das jemand zu mir gesagt hätte, der mich kennt oder mir nahe steht, dann wäre ich jetzt wütend. Aber richtig.


Du sagst, ich solle meine Mitmenschen kritischer beäugen. Aber genau das Gegenteil versuche ich gerade, da ich der Meinung bin, dass ich bislang viel zu sehr auf die Fehler der Anderen fixiert war. Ich hatte (und habe noch) enorme Probleme damit, mich selbst so zu lieben wie ich bin und ebenso Probleme andere einfach so zu mögen wie sie sind. Es ist schon wesentlich besser geworden, aber ich muss immernoch hart dran arbeiten.


Zur Zeit ist es sehr schwer, mir mal Zeit für mich zu gönnen, da ich mich ja erst vor kurzem selbständig gemacht habe und demnach in Arbeit ersticke. Aber wenn ich mal Zeit habe, dann bin ich dran. Und zwar nur ich. Und das klappt auch gut, arbeite daran ja auch schon seit Längerem in meiner Therapie.

Alles Liebe wünscht Dir
Sora
Sora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.06.2008, 15:05   #129
gabimaus
abgemeldet
... na, aber das sich-selbst-lieb-haben ..das kommt doch mit der guten Fürsorge für Dich!

Nur, sind es so kleine Schritte, dass wir sie erst sehr zögerlich bemerken - die Linderung .

Also, ich habe es an ganz kleinen Dingen gespürt.

Ich bin z. B. immer eine Nachteule gewesen und habe nur sehr selten Freude am Frühstücken gehabt.

Nach meiner Therapie nahm ich mir fest vor - auch für mich alleine - spätestens um 23 Uhr schlafen zu gehen und früh aufzustehen und mir wenigstens zum Kaffee eine Scheibe Toastbrot mit Butter zu genehmigen - ganz in Ruhe und gemütlich.

Das war schon ein kleiner Anfang
gabimaus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2008, 20:59   #130
Drachenträne
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Sora, ich wundere mich... hatte dir vorgestern geantwortet...oh nein! alles weg?!?!

Naja, nochmal die Essenz: Du sagstest, du spürst deine Angst nicht.

Doch, ich denke, das tust du...

...nämlich jedesmal, wenn du eine Entscheidung triffst, die eigentlich nicht deinem tiefen Wunsch, sondern einer Befürchtung (Konsequenzen für dich durch die Reaktionen der anderen) entspricht.

Der Druck, den du verspürst, wenn du NICHT nach deinem tiefsten Gefühl gehst, IST deine ANGST.
  Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2008, 20:59 #00
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Ort: Litfaß
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