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Alt 17.02.2009, 18:32   #1
Shazzy
Junior Member
 
Registriert seit: 07/2007
Beiträge: 17
Die Selbstlüge und ihre Folgen

Rückblick:

2006
Ende des Jahres lernten wir uns im Internet kennen. Uns trennten ca. 800km. Ich besuchte ihn und wir bewegten uns auf einer harmonischen Ebene. Es lief bestens. Bis zu einem gewissen Grad erzählte er mir von seiner Vergangenheit.

2007
Wir sahen uns im ersten Drittel des Jahres ca. alle drei Wochen. Meist besuchte ich ihn. Die Empfindungen füreinander wuchsen mit jedem Wiedersehen. Er sagte, er liebe mich, wolle Kinder mit mir.
Er erzählte mir von seinem Beruf, von diversen KundenInnen. Ich habe mir dabei nie etwas gedacht. War halt eben sein Job, den er mit Fleiß nachging. Es gehörte dazu, dass er innerhalb des Landes beruflich verreisen musste. Da fiel mir eine Person – wir nennen sie P. - in seinem Kundenkreis schon besonders auf. Vielleicht war es die Art, wie er mit ihr in meiner Anwesenheit am Telefon sprach. Aber dazu sagte ich erstmal nichts.

Im 6. Monat zog ich zu ihm. Wir wollten das beide.
Die erste Woche war ein wenig katastrophal. Es war schön zu wissen, dass unsere Zeit füreinander nicht zeitlich begrenzt war.

Aber mir fiel auch wieder P. auf, mit der er ab und an telefonierte. Sie shakerten am Telefon, und das gefiel mir nicht. Ebenso entfernte er sich während der Telefonate von mir. Zugleich benahm er sich mir gegenüber seltsam. War regelrecht angepisst, dass er im Kleiderschrank einen Drittel Platz für meine Wenigkeiten machen musste. Für alles, was ich anpackte, wurde ich angeschnauzt. Ich dachte mir, vielleicht müsse er sich erst daran gewöhnen, dass er eben nicht mehr alleine lebt. Also hielt ich die Klappe.
Nur die Angelegenheiten mit P. beschäftigten mich. Zumal mir ebenfalls auffiel, wie oft er SMS schrieb und sich mir gegenüber dabei sehr verschlossen verhielt.
Dann ereignete sich folgende Situation: sein Handy lag auf dem Tisch, er selbst war draußen zugange. Und ich guckte nach. Die SMS-Unterhaltungen zwischen den beiden waren sehr grenzwertig und ließen leider tief blicken. In einer seiner SMS erklärte er ihr, ich sei seine Cousine. Natürlich war ich tief getroffen. Umso mehr lag mir, mit ihm darüber zu reden, um gewisse Verhältnisse klar zu stellen. Er erklärte, es sei nur geschäftlich, eben eine Bussi-Bussi-Gesellschaft und dass sie von ihm was wolle, sei ihm durchaus klar. Er hätte vor meiner Zeit mit ihr was gehabt.
Idiotische Erklärungen. Natürlich warf er mir im Umkehrschluss die Schnüffelei vor.

Kurze Zeit nach meinem Umzug hatte ich bald einen neuen Job. Auf der einen Seite eine gute Abwechselung. Die Zeit, in der ich jedoch weg war, bereitete mir Unbehagen. Gedanken, er würde mit P. telefonieren, meine Abwesenheit dabei genießen, plagten mich. Das war Dauerstress für meine Seele.
Eine Zeit lang half er mir bei der Arbeit. Er war in meiner Nähe und ich fühlte mich wieder sicherer. In dieser Zeit meldete sich allerdings auch öfter eine Dame (verheiratet) – nennen wir sie D. - aus seinem Bekanntenkreis, immer via SMS und im übertriebenen Maß. Er sagte immer, sie sei bescheuert, er habe nie was mit ihr gehabt und er wolle nichts von ihr. Ihr verachtendes Verhalten mir gegenüber fand ich höchst seltsam; sie führte sich auf wie die eifersüchtige Ehefrau. Ihretwegen gab es viele Diskussionen und Streitereien. Zudem sprach er immer öfter von seiner Ex, welches mir mit der Zeit ziemlich auf die Nerven ging.

Ich verlor meine Arbeit und war wieder zuhause. Immer wieder kam es zu Streitereien und Vorwürfen. Er fühle sich kontrolliert, beobachtet etc. (er arbeitete von zuhause aus). Der Dauerstress in mir hatte sich nicht gelöst. Er floh in seine virtuelle Welt (saß öfter vor dem Computer, als notwendig).

Die Korrespondenzen mit D. führte er via SMS, Email weiter. Er sagte, sie verstünde mein Verhalten auch nicht. D. stand eines Nachmittags vor unserer Tür. Das erste Kennenlernen. Sie wollte mit mir unter vier Augen reden. Sie entschuldigte sich für ihr Verhalten, gab zu, auf mich eifersüchtig zu sein, da sie die letzte in seinem Bekanntenkreis gewesen sei, die von mir erfuhr. Fast schon wollte ich ihr gratulieren, dass sie ihren Stellenwert in seinem Leben erkannte. Aber ich hielt freundlicherweise die Klappe und hörte mir den weiteren Schmarr’n an. Sie fühle sich wie eine Mutter. Sie mache sich Sorgen um ihn. Sie glaubte, ich sei eben eine dieser jungen Frauen, die ältere Männer nur ausnützten. Im Anschluss sprach sie noch mit ihm unter vier Augen.

2008
Es ergab sich ein Todesfall in meiner Familie. Und ich musste kurzfristig und kurzzeitig verreisen. Es waren 4 Wochen ohne meinen Freund. Ich redete mir ein, eine Pause würde beiden gut tun. Für ihn festzustellen, ob es mit mir oder ohne mich gut ist. Und umgekehrt.
Nach drei Wochen warf er mir vor, ich wolle ja nicht zurückkehren. Ich konnte ihn allerdings von dem Gedanken abbringen. Per Email kam es erneut zwischen mir und meinem Freund wegen D. zu Diskussion und Streit. Meine krankhafte Eifersucht würde ihm allmählich auf die Nerven gehen.

Ca. 4 Wochen später und wieder zuhause erlitt ich an einer schweren Krankheit und musste ins Krankenhaus. Für ihn war das der absolute Schlag. Ich bat ihn noch, D. nichts von meinem Gesundheitszustand zu erzählen, da sie womöglich nur die Lücke für sich ausnützen würde. Schließlich lag ich im Krankenhaus und konnte mich somit nicht wehren.
Er erzählte es dennoch. Ich war enttäuscht, mich diesbezüglich nicht auf ihn verlassen zu können. Natürlich spielte sie die Fürsorgliche und versuchte eben genau die Situation für sich auszunützen. Wir hatten Streit – im Krankenhaus. Er fand meine Vorwürfe lächerlich und ich würde mich in etwas hineinsteigern, was nicht sei. Haben uns aber auch wieder vertragen.

Auch in dieser Zeit schwor er meiner Mutter, dass er nie was mit D. hatte. Sie sei schließlich verheiratet. Sie sei nicht sein Typ. Abgesehen davon, hätte er was von ihr wollen, hätte er sich das schon längst geholt. Bei diesen Aussagen war ich die Blöde, die krankhaft Eifersüchtige.

Wieder zuhause entdeckte ich am Telefon die gewählte Rufnummer von P. Ich fragte höflich. Er sagte, es sei lediglich ein Auftrag gewesen. Nichts weiter. Er habe sie über mich aufgeklärt und seither keinen privaten Kontakt mehr. Ich bohrte nicht weiter.

Und dann kam wieder eine unangenehme Situation auf. Inzwischen hatte er ein neues Handy. Eingegangene SMS wurden gleich mit Inhalt auf dem Display gezeigt. Ich machte den Haushalt, als vor meiner Nase dieses dumme Gerät losschepperte. SMS Nachricht von D: „Ich will auch immer mehr, wenn wir uns sehen oder wieder sehen.“
War das ein Zeichen von oben? Hätte ich es sehen sollen? Ich hab ja nicht geschnüffelt. Also sprach ich ihn darauf an. Seine Erklärung war, sie sei bescheuert und habe ihre 5 Minuten. Das hätte nichts zu bedeuten. Seine Antwort an sie zeigte er mir. M.E. war es alles andere, als sie in ihre Schranken zu weisen. Wieder Streit und Diskussion. Und der Vorwurf, ich würde schnüffeln, blieb natürlich nicht aus.

D. erhielt von mir einen freundlichen, sachlichen Brief, sie möge dieses Geschisse sozusagen bleiben lassen. Zumal sie mir groß und breit erklärte, wie glücklich sie in und mit ihrer Ehe sei, hätte sie eben keinen Grund, solche Anrüchigkeiten an meinen Freund zu senden. Mein Freund wusste von diesem Brief und ich bekam sein O.K. dazu. Jedenfalls zeigte mir damit, dass er zu mir hielt. Eine Antwort erhielt ich von ihr bis heute nicht.

Bis auf D.’s nervigen, immer noch eingehenden SMS, sein pausenloses Gelaber über seine Ex und meine immer noch bestehende Skepsis, war alles soweit ganz gut gelaufen. Hin und wieder gab es Streit, Diskussion und Tränen. Er entfernte sich von mir. Saß länger als gewöhnlich vor dem PC, bis spät in die Nacht. Sex gab es nur noch sehr selten.

2009
Neues Jahr: neuer Versuch, sich wieder zu finden.
Ich versuchte, die Vergangenheit hinter mir zu lassen. Er kündigte schon vorab eine Dienstreise an. Und da war sie, die Skepsis. Erneut aufgekommen. Er fuhr. An seinem PC hatte ich ein Account. Eigentlich wollte ich nie auf diesen PC zugreifen, doch an den Tagen, als er verreist war, schaltete ich diesen ein. Eigentlich aus einem ganz anderen Grund. Und womöglich sollte es wieder ein Zeichen von oben sein, dass ich diverse Bilder von D. mit pornographischem Inhalt entdeckte. Einige seiner Gliedmaßen waren auch deutlich zu erkennen. Die Bilder waren datiert. Alles lange vor meiner Zeit gewesen. Jedenfalls diese Bilder. Von anderen Bildern weiß ich nichts. Dass seine Ex ihn verließ, konnte ich auf einmal sehr gut verstehen. Sie tat mir schrecklich leid. Mir war klar, warum er so oft von ihr sprach.
Ebenso entdeckte ich „Filmchen“ und Bilder von P. und gespeicherte Messengerunterhaltungen, datiert auf Anfang diesen Jahres, die durchaus unter die Gürtellinie gingen.
Hinzu noch alte SMS, vor meiner Zeit. Von vielen anderen Frauen auch noch. Die einzigen, bezogen auf meine Zeit, waren von D. Sie versuchte ihn öfter zu sich einzuladen. Als ich noch arbeitete, versuchte sie sich öfter selbst einzuladen. Vermutlich zu einer „Session“. Ob letzten Endes was in meiner Abwesenheit lief, bleibt offen.

Seltsamerweise heulte ich nicht. War weder wütend noch hasserfüllt. Nur enttäuscht über seine dreisten Lügen. Und völlig baff über so viel Idiotie. Und auf einmal erkannte ich seine schwache Seite. Verstand auf einmal seine Vergangenheit und sein Verhalten. Und wenn ich ehrlich bin, hoffe ich im Nachhinein, dass ihn mit jedem Gedanken an seine Ex sein schlechtes Gewissen zu schaffen macht.

Natürlich sprach ich ihn darauf an. Blieb sehr rational dabei. Ich erklärte ihm, das Schlimme sei nicht primär, dass er mich anlog, sondern in erster Linie sich selbst. Und Selbstlüge sei absolut charakterschwach.

Die darauf folgenden Abende waren lang. Lange Diskussionen. Ich machte ihm klar, was D. für eine egoistische Person sei. Dass meine Skepsis sich mit dieser Entdeckung absolut bestätigte und ich froh bin, dass meine Menschenkenntnis sich hierzu betreffend mich nicht verlassen hat. Er sah ein, dass sie eine miese Heuchlerin war/ist, die bei allem nur auf ihre eigenen Kosten kommen wollte/will. Ohne dabei wirklich Rücksicht auf ihn zu nehmen. Den Kontakt allerdings wolle er nicht komplett abbrechen. Ich riet ihm, er solle endlich aus seinem Delirium aufwachen und sein Lebensziel verfolgen, anstatt sich immer und immer wieder von solchen Kröten blenden zu lassen. Denn damit täte er sich selbst gewiss keinen Gefallen. Das ewige Wegrennen vor sich selbst würde ihn nicht zum Ziel bringen, welches er mir am Anfang anvertraut hatte.
Und zu P. sagte er, die Filme seien ihr Nebenverdienst. Er sollte ihr hierzu helfen. Er hätte mir deshalb nichts gesagt, weil er Streit und Ärger befürchtete. Ich erklärte ihm, es sei eben nur ein Job. Dann wären aber dazu grenzwertige, beziehungsbelastende Unterhaltungen mit ihr nicht notwendig. Und es gäbe nun wirklich nichts, was er mir nicht sagen könnte.
Unter Tränen erklärte ich ihm, wie ich sein ekelhaftes Verhalten mir gegenüber am Anfang, als ich zu ihm zog, empfunden habe. Er entschuldigte sich dafür. Von Herzen. Und er versicherte mir, ich sei die einzige Frau in seinem Leben und er liebe mich.

Ja … jede andere Frau hätte die Koffer gepackt nach diesem Disaster.

Seit diesem klaren Gespräch ist es anders zwischen uns. Er verkriecht sich nicht mehr vor seinen Computer und wir finden wieder zueinander. In Gedanken bin ich ab und zu bei D. und frage mich, wie es nur dazu kommen kann, dass ein Mensch sich selbst und anderen gegenüber so armselig verhält. Ohne auch nur ein Funken schlechten Gewissens.

Obgleich alles nun gut ist, weiß ich nicht so recht, wo ich stehe. Ich wüsste nur zu gern, ob er anfängt, endlich an sich und an seinem Ziel zu arbeiten. Ob er beschlossen hat, sich mir gegenüber zu öffnen. Wenn nicht, sehe ich mich gezwungen, ihn zu verlassen.

Nachwort:
Jetzt tun mir die Finger weh
Ich bin für jede Meinung sehr dankbar!

Eure Shazzy
Shazzy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2009, 18:32 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo Shazzy,
Alt 17.02.2009, 19:04   #2
Zeitbombe
Member
 
Registriert seit: 04/2008
Beiträge: 383
und was is das besondere an diesem mann? muss schon sagen sehr seltsam... viele wären schon ziemlich am anfang wieder gegangen.
Zeitbombe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2009, 19:20   #3
sososolala
Member
 
Registriert seit: 02/2009
Beiträge: 118
Wie ich anderswo schon geschrieben habe ist meine Meinung zur Schnüffelei nicht gerade hoch. In deinem Fall mache ich mal eine Ausnahme weil dass

Zitat:
Seltsamerweise heulte ich nicht. War weder wütend noch hasserfüllt. Nur enttäuscht über seine dreisten Lügen. Und völlig baff über so viel Idiotie.
hat dich weiter gebracht, aus Eifersucht musste Verständnis weichen und aus dem Verständnis wächst jetzt langsam Vertrauen.

Alles bestens, wenn ihr ein Vertrauen aufbauen könnt bei dem ihr euch z.B. am Abend erzählen in wem ihr euch tagsüber verguckt habt ist das eine wirklich tiefe Beziehung, eine Liebe die über so ein bisschen Hormongedöns raus geht, eine Beziehung wo man mit den Schwächen des anderen umgehen kann weil man sie auch kennt.

Wieso verlassen? Es sieht doch eher so aus als ob ihr euch gerade findet.
sososolala ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2009, 19:36   #4
Purpleswirl
abgemeldet
Zitat:
Obgleich alles nun gut ist, weiß ich nicht so recht, wo ich stehe.
Nein, es ist eben nicht ALLES gut.
Genau diesen schweren Schaden hat eure Beziehung genommen.
Sie fühlt sich nicht mehr sicher, vertrauensvoll und geborgen an und damit fehlen ihr und dem Glück unabdingbare Qualitäten.
Die Unsicherheit frisst und bohrt und verbrennt Energie, um Leere zu hinterlassen.

Zitat:
Ich wüsste nur zu gern, ob er anfängt, endlich an sich und an seinem Ziel zu arbeiten. Ob er beschlossen hat, sich mir gegenüber zu öffnen. Wenn nicht, sehe ich mich gezwungen, ihn zu verlassen.
Auch du wurdest von deiner inneren Stimme schon früh und deutlich gewarnt.
Auch dir hat der Kumpel "Zufall" in die Hände gespielt und zugeschrien.
Was hast du aus deinen Erfahrungen nun für Erkenntnisse gewonnen?
Du verachtest Selbstlüge und bezeichnest Menschen, die sich selbst belügen, als schwach.
Belügst du dich nicht gerade selbst, indem du deutlich spürst und weißt, dass dich diese Beziehung nicht glücklich, nicht frei, nicht schwerelos macht und du dich dennoch täglich erneut mit diesen Gedanken und Gefühlen, mit dieser Beziehung beschwerst und belastest?

Du hast erfahren, dass dich dein Partner hintergehen kann und und dieser Vertrauensverlust wiegt schwer.
Hast du ernsthaft die Hoffnung, dass du dieses Gewicht jemals ablegen können wirst und dich wieder als seinen einzigen wahren Schatz fühlen können wirst?
Wenn es tatsächlich das ist, was dir deine innere Stimme flüstert, dann bleibe und hoffe darauf, solange du die Kraft dazu hast oder aber deine Hoffnung erfüllt wird.
Purpleswirl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2009, 20:34   #5
Aschenbrödel2000
Senior Member
 
Registriert seit: 12/2007
Ort: Burg Bran in Transsylvanien
Beiträge: 835
Liebe Shazzy,

ich sehe es genau so wie Purpleswirl (übrigens, schön Purples, dich wieder mal zu sehen,, es macht immer wieder Spass, alte Bekannte wieder zu treffen, wenn man mal länger nicht mehr da war).

Shazzy, du scheinst nicht glücklich zu sein mit der Situation. Du bist verletzlich und fühlst dich nicht fair behandelt von deinem Freund.

Vor vielen Jahren - vor meiner Ehe - hatte ich auch mal eine Beziehung, wo ich sehr unglücklich war. Das Problem waren nicht Frauen, aber sonstige Unstimmigkeiten auf psychologischer Ebene. Und, ich war auch traurig, wie du.

Seit dem letzten klärenden Gespräch hat sich die Situation verändert, schreibst du. Aber Shazzy, er wird sich nicht verändern, er wird immer wieder in sein altes Verhaltensmuster zurück fallen und dann wirst du ihn wieder nerven - er wird wieder angepisst sein, dass er 1/3 von seinem Kleiderschrank für dich frei geben muss, usw. Und das Karusell beginnt sich wieder zu drehen. Und dich wird es krank machen - langfristig.

Liebe Shazzy, tut mir so leid, dass ich dir keine positivere Antwort geben kann. Und es stimmt, deine innere Stimme sagt es dir immer wieder, wie die Situation wirklich ist - nehme sie ernst.

Ich braucht auch lange, bis ich mich lösen konnte, aber irgendwann, wenn man nicht mehr kann, hat man die Kraft, sich zu lösen.

Ich wünsche dir alles Liebe und viel Glück.
Aschenbrödel2000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2009, 21:16   #6
beyonca
Junior Member
 
Registriert seit: 02/2009
Beiträge: 19
Hallo Shazzy,

eine komplizierte, teils verfahrene Geschichte. Ich kann deine Empfindungen und dein Handeln sehr gut nachvollziehen.
Aber was mich interessiert und über was du dir in erster Linie Gedanken machen solltest:
was fühlst du wenn du bei ihm bist, wie fühlt es sich an?
Liebst du ihn ?

Du hast mir mal den Tipp gegeben mich selbst mehr zu presentieren und mich in den Vordergrund zu stellen. Mehr auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.
Ich kann dir sagen, es stimmt.
Achte auf dich, wie fühlst du dich, was empfindest du für ihn und was sagt dir deine innere Stimme.
Ich wünsch dir viel Glück und Kraft und hör auf dich....
beyonca ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2009, 22:23   #7
Shazzy
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 07/2007
Beiträge: 17
Ich kann hier und jetzt nicht behaupten, dass ich unglücklich bin. Unglücklich war ich bislang, weil ich alles für mich behielt und nur in meinem Gefühlsspleen meine Gedanken aussprach. Die er wiederum nicht verstand. Er bekam ja nur Bruchstücke meiner Gedanken mit.

Gestern zB hatten wir erneut über D. gesprochen. Er stimmte meiner Einschätzung bzgl dieser Person vollkommen zu. Er gab von sich aus - ganz alleine - zu, dass er wohl einen Hirntick hatte, sich jemals mit ihr eingelassen zu haben. Er gesteht sich fast nie Fehler ein. Aber hier tat er das. Ein Wow-Effekt für mich.

Wenn ich in seiner Nähe bin, ihn sehe oder höre, fühle ich mich wohl und geborgen. Er hat eine sehr liebenswerte Art, die ich an ihm so sehr schätze. Dass er mir nie was aus dieser Vergangenheit erzählte, liegt womöglich daran, dass er sich dafür schämt. Welcher Mann - wenn er nicht im Spleen ist - lässt sich auf eine Frau ein, die aussieht, wie eine ausgelutschte Kaulquappe?

Mich frisst innerlich nichts mehr auf. Ich versuche alles, so gut es geht, rational zu betrachten. Wenn ich an D. denke, versteh ich einfach nur nicht, warum solche Menschen überhaupt eine Existenzberechtigung haben. Was mich beschäftigt ist die Tatsache, was in einem solchen Spatzenhirn vorgeht. Letzten Endes ist sie einfach nur bemitleidenswert. Beim nächsten Treff kann ich sie nur anlächeln.

Auch ihm war mal was zugestoßen (gesundheitlich). Danach hätte er sich vollkommen verändert, erzählte er mir. Er sei nicht mehr wie früher. Ich fragte ihn lediglich, ob sich seine Arschlochseite auch verändert hätte. Und das muss wohl gesessen haben.
Ebenso sagte ich ihm, er solle Entscheidungen für sich treffen. Verantwortung auf mich abschieben sei unfair. Und wieder ein Wow-Effekt, weil er begriffen hat.

Seine Verwandtschaft erzählte, wir würden so verdammt gut zusammen passen. Ihm täte das gut, eine Frau an der Seite zu haben, die gelegentlich auch auf den Tisch hauen kann. Er bräuchte das ab und an. Und ich sei die erste in seinem Leben, die auch Tacheles reden kann.

Sein widerliches Verhalten bzgl des Kleiderschrankes erklärte er mir. Sagte sodann aber, dass dies auf keinen Fall eine Entschuldigung für sein Benehmen sei.

Würde ihm das alles nicht passen, hätte er mich niemals so sehr in sein Leben mit eingebunden. Das weiß ich. Und nach all dem Drama, schätzt er mich nach wie vor an seiner Seite. Wortwörtlich sagte er, er sei froh, dass er mir begegnet sei.

Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich aufatmen kann. Ich bin nicht mehr so verklemmt und verbohrt und misstrauisch.
Bislang war sein Selbstschutz die Kälte, die er bei den Streitereien ausstrahlte. Er hatte Angst, ich würde ihn verlassen. Jetzt weiß er es besser. Und dementsprechend ist er schon ganz anders, als vor zwei Wochen.

Dennoch weiß ich, dass erstmal eine kleine Durststrecke auf mich zukommen wird. Dinge verändern sich nicht von heut auf morgen.
Da ich ihn liebe, möchte ich ihm das geben, was andere Frauen ihm nicht gaben: eine zweite Chance. Ich denke, jeder hat sie verdient.
Shazzy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2009, 22:34   #8
Aschenbrödel2000
Senior Member
 
Registriert seit: 12/2007
Ort: Burg Bran in Transsylvanien
Beiträge: 835
Ich drücke dir ganz fest die Daumen und hoffe, dass es gut kommt und du D. vergessen kannst. Egal was war, wichtig war sie ihm sicher nicht.

Alles Gute.
Aschenbrödel2000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2009, 22:44   #9
Shazzy
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 07/2007
Beiträge: 17
Dass der Kontakt zu ihr besteht, liegt darin, dass sie die Mutter seines Patenkindes ist. Vergessen werde ich sie nicht können. Aber ich kann ihr nur mit Verachtung entgegenkommen und vielleicht mit Mitleid.

Du hast recht: sie war und ist ihm nicht wichtig. Sonst wären die Dinge ganz anders ausgegangen. Vor allem schon viel früher.

Es bleibt abzuwarten. Meine Geduld wird auf die Probe gestellt.

Danke für deine guten Wünsche, Aschenbrödel!
Shazzy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.02.2009, 14:56   #10
Purpleswirl
abgemeldet
Zitat:
Zitat von Shazzy Beitrag anzeigen
Du hast recht: sie war und ist ihm nicht wichtig. Sonst wären die Dinge ganz anders ausgegangen. Vor allem schon viel früher.
Deine Frage sollte an dieser Stelle nicht sein, wie wichtig "sie" ihm war, um dann festzustellen, dass er nun ja schließlich bei dir ist.

Du solltest dich fragen, wie wichtig und wertvoll bist DU ihm, dass er nicht wieder bereit wäre, dich mit der nächsten unwichtigen Frau zu hintergehen, zu betrügen, zu verletzen?

Du denkst, es spricht für dich, dass sie ihm ja nur unwichtig war?

Mitnichten... Das tut es ganz und gar nicht, denn es bedeutet, dass dein Gewicht/dein Wert nicht sonderlich groß sein kann, wenn er bereit ist, dich gegen eine Unwichtigkeit einzusetzen und eventuell sogar deinen Verlust zu riskieren.

Du sprichst irgendwo sogar sehr verächtlich über ihr Aussehen und ihre Atraktivität. Vergiss dabei nicht, dass selbst so Wenig reichte, deinen Mann genug zu interessieren, dass er sogar dich dafür belügen konnte.

Zitat:
Es bleibt abzuwarten.
Abwarten ist durchaus eine Option, wenn man der geduldig wartende Typ ist.

Geändert von Purpleswirl (18.02.2009 um 15:01 Uhr)
Purpleswirl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.02.2009, 14:56 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hey Purpleswirl,
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