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Du befindest dich im Forum: Probleme nach der Trennung. Du hast verlassen oder wurdest verlassen. Wie geht es weiter? Wie geht man mit dem Trennungsschmerz um? Gleichgesinnte und Verständnisvolle tauschen sich hier aus und geben Ratschläge für einen Neubeginn. Bitte beachtet, daß es hier um persönliche Probleme geht, bei welchen Hilfe und Ratschläge gefragt sind. Den Finger in die Wunde des Threaderstellers zu legen, trägt nicht zur Problemlösung bei. Wir bitten euch deshalb, hier mit Feingefühl zu agieren.

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Alt 23.08.2017, 12:24   #1
Ameliee23
Junior Member
 
Registriert seit: 08/2017
Beiträge: 2
Ich kann ihn nicht loslassen..

Hallo! Ich bin neu hier und möchte euch kurz in meine Geschichte einweihen und euch um Rat bitten...

Mein Ex-Freund hat sich Ende November 2016 nach 3 Jahren von mir getrennt.
Bereits in den Wochen und Monaten davor war es sehr schwierig für uns. Ich leide seit einigen Jahren an leichten Depressionen, die immer phasenweise auftreten und habe mich seitdem ich ihn kenne einfach sehr auf ihn fixiert, weil es mir dadurch besser ging. In bestimmten Phasen wurde das Klammern dann wieder weniger, wenn es mir generell besser ging, so auch letztes Jahr, wo wir schließlich zusammengezogen sind. Ab dem Sommer wurde meine Angst (vor dem Allein-Sein) wieder schlimmer und ich wurde richtig abhängig von ihm. Er hat einen sehr ausgeprägten Beschützerinstinkt und hat daher oft auf sich selbst vergessen und sich nur um mich gekümmert, obwohl er mehr Freiheiten gebraucht hätte.
Im November 2016 ging es dann eben nicht mehr und er hat Schlussgemacht.
Ich verstehe die Entscheidung total, hätte er das nicht gemacht, hätte ich wahrscheinlich nie wirklich angefangen an meinem Problem zu arbeiten, sondern hätte es mir immer wieder leicht gemacht und ihn als Lösung hergenommen.

Wir hatten die ersten drei Monate nach der Trennung sehr viel Kontakt, weil es mir wieder richtig schlecht ging und wir es beide nicht schafften, den Kontakt abzubrechen – ich, weil ich so abhängig von ihm war und er, weil er mir so gerne helfen wollte. Er hat auch immer wieder gesagt, wie wichtig ich ihm bin und dass er mich nicht verlieren möchte, weil ich ein toller Mensch bin und er hofft, dass wir uns zusammenraufen und zumindest eine Freundschaft aufbauen.
Seit Ende Jänner hat er nun aber wieder eine neue Freundin. Diese Tatsache hat mich dann natürlich noch mehr fertig gemacht, er hielt aber weiterhin den Kontakt (wovon seine Freundin auch wusste). Wir haben uns allerdings nie gesehen in dieser Zeit, nur telefoniert oder geschrieben.

Irgendwann wurde es uns beiden dann aber zu viel, weil wir ständig nur stritten, wenn wir miteinander redeten, weil er natürlich weniger Zeit hatte und ich ihm das vorhielt, etc.
Seit ca. Ende April geht es mir nun psychisch etwas besser, ich habe auch endlich eine eigene Wohnung gefunden. Nach 3 Monaten, in denen wir uns nicht gesehen hatte, haben wir uns dann auch mal wieder getroffen und er hat mir auch bei meiner Wohnung geholfen (weil viele Sachen noch bei ihm im Keller waren). Er wusste in dieser Zeit, dass ich nach wie vor wieder mit ihm zusammen sein möchte und er sagte, dass es okay für ihn ist, dass wir uns trotzdem treffen.

Ende Juni haben wir uns nun das letzte Mal gesehen, als er mir meine letzten Sachen gebracht hat. Er hat damals dann gesagt, dass der Kontakt für ihn so schwierig ist, weil ich immer wieder davon anfange, dass ich hoffe, dass wir wieder zusammenkommen und er mir nicht mehr wehtun will, usw. und dass es für ihn so nicht mehr geht. Und ich wusste, dass er recht hat, deswegen haben wir uns ausgemacht „normaler Kontakt oder gar keiner“ (sprich, keine Gespräche über die Beziehung mehr).
Ich wusste dann erstmal nicht, wie ich dann mit ihm Kontakt haben sollte und habe mich längere Zeit nicht gemeldet. Dann waren einige Dinge, weswegen wir per WhatsApp Kontakt hatten und da haben wir uns ausgemacht, dass wir bei einem Computerspiel weiterspielen wollen, das wir letzten Sommer angefangen haben und das wir online spielen können.
Nun machen wir das seit ca. einem Monat, einmal in der Woche oder jede zweite Woche und es funktioniert ganz gut. Wir reden über nicht viel anderes nebenbei und wenn er dann sagt, dass er aufhören möchte, passt es für mich auch (was ich sonst nicht gekannt habe, schon während der Beziehung wollte ich ihn nie gehenlassen oder dass er auflegt).

Anfang April habe ich ihn einmal konkret gefragt, ob er sich vorstellen kann, dass wir irgendwann wieder zusammenkommen oder ob er mir sagen kann, dass er das sicher nicht will (ich hatte davor mit meiner Psychotherapeutin über dieses Thema gesprochen, weil es mich damals sehr beschäftigt hat, ob ich mir das nur einrede, oder ob er auch so denkt). Er meinte, er kann mir daraufhin keine Antwort geben, weil ich für ihn als Frau nicht interessant bin (auch während der Beziehung wohl schon nicht mehr wahr, was ich aber verstehe) und er aber glaubt, dass ich mich verändern kann und das auch muss (und zwar nicht wegen ihm sondern für mich) und er kann nicht sagen, was dann irgendwann ist, er kann sich schon vorstellen, dass wir als zwei andere Menschen wieder zusammenfinden. Da war er aber schon mit seiner Freundin zusammen und ich wusste das auch. Er hat danach öfter mal gesagt, dass er möchte, dass wir uns neu kennenlernen, weil er ja mit mir befreundet sein möchte und man nie wissen kann, was dann wird. Und dass wir jetzt jeder selbst unser Leben leben müssen und dann sehen wir, ob sich unsere Wege irgendwann wieder kreuzen oder nicht.

In der letzten Zeit habe ich nicht mehr mit ihm darüber gesprochen, ich traue mich mittlerweile gar nicht mehr das Thema anzusprechen, worüber ich ganz glücklich bin, weil ich noch Anfang des Jahres wirklich nicht wusste, wie ich das schaffen sollte.
Dennoch möchte ich immer noch wieder mit ihm zusammen sein.
Ich weiß, dass – unabhängig von der Situation mit seiner neuen Beziehung – es momentan nicht möglich wäre, weil wir nur da weitermachen würden, wo wir aufgehört haben. Das will ich nicht.
Was ich mir wünschen würde, wäre genau das, dass wir etwas Kontakt haben und uns neu kennenlernen und schauen, was sich daraus entwickelt (und mein Wunsch wäre natürlich, dass wir uns neu ineinander verlieben).
Und die Situation, wie sie jetzt ist, fühlt sich auch für mich so an, aber ich weiß auf der anderen Seite, dass es total unrealistisch, dass es so kommen wird. Deswegen habe ich Angst davor, dass es mir dann wieder schlecht geht, ich möchte diese „Chance“, die ich da für uns sehe aber nutzen und den Kontakt nicht abbrechen, sondern wieder aufbauen.

Ich weiß, wahrscheinlich total unverständlich für jeden von euch, wie man nach so langer Zeit noch immer an der Person festhalten kann, ich versteh es selbst auch oft nicht. Aber es ist das, was ich fühle.
Und vielleicht hat ja trotzdem jemand einen guten Rat für mich, ich würde mich freuen
Ameliee23 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2017, 12:24 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo Ameliee23, egal wie gross deine Sorgen auch sein mögen, mir hilft es immer nach draußen zu gehen und den Grill anzuwerfen. Grillen ist Entspannung pur. Ob nun ein deftiges BBQ oder ein einfach mariniertes Schweinesteak. Am Grill kann ich alle Probleme vergessen. Du hast noch keinen Grill? Bei der Telekom kannst du aktuell am Angrillen 2019 Gewinnspiel mitmachen und entweder einen Beefer oder ein Keramik Ei gewinnen. Wer von uns gewinnt lädt den anderen ein ;-)
Alt 23.08.2017, 13:10   #2
Curly2013
 
Registriert seit: 08/2013
Ort: RLP
Beiträge: 14.282
Du solltest den Kontakt zu ihm völlig abbrechen damit du dich endlich emotional von ihm lösen kannst. Wenn du weiter den Kontakt hältst wirst du einfach immer hoffen, dass das irgendwann wieder eine Beziehung mit ihm wird. Breche den Kontakt ab, konzentriere dich auf deine Therapie, probiere´ vielleicht neues Hobbys aus. Aber der Kontakt zu ihm wird dir auf Dauer nicht gut gehen. Merkt man ja, sonst würde es den Thread jetzt hier nicht geben.
Curly2013 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2017, 16:15   #3
Lilly 22
 
Registriert seit: 05/2006
Ort: Alb Donau Kreis
Beiträge: 11.224
Hallo Ameliee23,

Zitat:
Zitat von Ameliee23 Beitrag anzeigen
...Ich weiß, wahrscheinlich total unverständlich für jeden von euch, wie man nach so langer Zeit noch immer an der Person festhalten kann, ich versteh es selbst auch oft nicht. Aber es ist das, was ich fühle.
Und vielleicht hat ja trotzdem jemand einen guten Rat für mich, ich würde mich freuen
nein, es ist nicht unverständlich, wenn jemand so lange noch
an jemanden festhält. Bei dir kommt ja hinzu, dass du es bis-
her tunlichst vermieden hast, die Trennung überhaupt zu akzep-
tieren, ihn loszulassen und den Schmerz darüber zuzulassen.

In deiner Welt dreht sich weiterhin alles um ihn und deinem
Wunsch auf eine Beziehung mit ihm. Wie willst du dich so bit-
te frei machen?

Du schriebst von deiner emotionalen Abhängigkeit in die du
dich begegeben hättest und ich finde, dass du diese immer
noch aufrecht erhältst. Jetzt nur unter anderen Bedingungen,
da sich die Umstände geändert haben und du noch weniger
auf Augenhöhe mit deinem Ex- Freund bist.

Meiner Meinung nach tut dir der Kontakt mit ihm so überhaupt
nicht gut. Du passt dich allem an, nur um deine Illusion darü-
ber aufrechterhalten zu können, dass er dich noch liebt, sich
irgendwann von seiner Freundin trennen und mit dir erneut ei-
ne Beziehung eingehen wird. Du bemerkst dabei aber leider so
überhaupt gar nicht, dass das alles ebenfalls ein extremes Klam-
mern ist und du null Lockerheit, Selbständigkeit bzw. Änderung
erlernt hast. Du machst dich weiterhin von ihm abhängig und
ihn für dein eigenes Lebensglück verantwortlich und erpresst ihn
dazu emotional zumindest in indirekter Art und Weise, denn dir
geht es ja immer sehr schlecht, sobald er sich selbst von dir lö-
sen möchte.

Mich würde tatsächlich mal interessieren, ob du ihn bereits wäh-
rend eurer Beziehung bzw. während der Trennungsphase eben-
falls emotional erpresst hast und ob du hierbei ggf. auch mit sol-
chen Dingen wie Suizid gedroht hast? Falls du das getan hast, soll-
test du unbedingt offen mit deiner Therapeutin darüber reden und
dir mal vor Augen führen lassen, wie das beim anderen ankommt,
weshalb er vielleicht gerade noch nett zu dir ist und wie sich bei
jemanden, der auf diese Art und Weise "gehalten" wird, Gefühle
von Liebe, ziemlich rasch in Gefühle von Verachtung usw. wandeln.
Gerade, wenn du so etwas in der Art schon öfter gemacht hast,
vergiss erst recht jede Chance, dass ihr wieder mal ein echtes Lie-
bespaar werden könnt. Denn, dann hast du alles, was dafür not-
wenig ist, mit deinem Verhalten (sicherlich persönlichkeitsbedingt
und aus eigener Hilflosigkeit heraus) zerstört, so dass da gar kei-
ne Basis mehr ist.

Dein Ex- Freund kann nicht offen und ehrlich mit dir reden, weil
bei dir im Hintergrund ständig das Szenario abläuft, wie schlecht
es dir gehen wird, wenn er sich von dannen macht. Er muss dich
quasi anlügen und er wird eines Tages die Nase davon voll haben.
Das einzige, was euch derzeit noch verbindet (von seiner Seite aus)
sind Schuldgefühle, weil er eben nicht will, dass dich die Trennung
verletzt. Dabei ist das weder sein Verantwortungsbereich, noch sei-
ne Aufgabe, dir diesen Schmerz nehmen zu müssen. Es ist allein dein
Verantwortungsbereich und deine Aufgabe, sich diesem Schmerz zu
stellen (der vorüber gehen wird) und auszuhalten.
Damit befindet er sich in einer Zwickmühle und das sind keine schö-
nen Gefühle, selbst, wenn er sonst einen Beschützerinstinkt haben
mag. Du missbrauchst ihn quasi emotional und saugst ihn aus. Er
wird deshalb eines Tages so konditioniert sein, dass er diese schlech-
ten Gefühle immer sofort mit dir in Verbindung bringt.
Würde er (was er sicher irgendwann tun wird) mehr auf sich selbst ach-
ten, hätte er schon längst einen Cut gezogen, da du ihm auf diese Weise
eben gar nicht gut tust.

Für dich ist es jetzt wichtig, den Kontakt zu ihm vollständig abzu-
brechen, deine Therapie zu machen und Eigenständigkeit zu erler-
nen. Und zwar nicht für ihn (oder gar euch), sondern vor allem für
dich selbst. Damit du nie wieder in solch destruktive Verhaltenswei-
sen verfällst und deine Partner, die du angeblich liebst, solchen aus-
setzt. Du musst lernen (wollen), dass du selbst für dein Leben, dein
Glück verantwortlich bist und bereit sein, genau diese Verantwortung
eben auch selbst zu übernehmen, anstatt deinen Partner oder über-
haupt andere Menschen dafür verantwortlich machen zu wollen, in-
dem du dich auf diese Weise an diese klammerst.

Setzt dir selbst ein Zeitfenster, in welchem Du auf keinen Fall mehr
Kontakt zu ihm pflegen willst, sollte er dir menschlich tatsächlich et-
was bedeuten und nicht nur für dich die Funktion innehaben, dich
aus Bequemlichkeit heraus retten zu müssen, denn letzteres hat so
überhaupt nichts mit "Liebe" zu tun, sondern ist purer Egoismus.

Plane deinen Tag und deine kurzfristigen Ziele, die du für dich allein
erreichen willst. Solltest du z.B. in ca. 6 Monaten es tatsächlich ge-
schafft haben, zu einer eigenständigen Person herangewachsen zu
sein, spricht sicher nichts dagegen, zu eben einen späteren Zeit-
punkt mal wieder Kontakt zu ihm zu pflegen, so er das noch möch-
te. Aber, selbst, wenn er das dann nicht mehr möchte, lerne es zu
akzeptieren und dir deine eigenen Fehler zu vergeben. Du kannst
die Vergangenheit nicht mehr ändern. Du kannst aber selbst da-
für sorgen, dass dir so etwas nicht mehr passiert und du einem
Partner so etwas auch nicht mehr antust und stattdessen mit die-
sem auf gesunder Augenhöhe bist. Tue etwas, um mehr Selbstbe-
wusstsein, Selbstwertgefühl zu entwickeln, deinen eigenen sozia-
len Status zu verbessern (Freundschaften, Job, Hobbies usw.)
und andere nicht nur zu "benutzen". Wenn du das lernst, wirst du
mit dir selbst zufriedener sein und so auch eher tatsächlich etwas
an andere zurück geben können, keinen "Beschützer" benötigen,
weil du für dich selbst einstehen kannst.

Depressionen stellen eine Einschränkung dar. Du hast aber das
Glück, derzeit nur unter leichten Depressionen zu leiden, welche
sicher Ausdruck deiner noch unausgereiften Persönlichkeit sind,
die nicht gelernt hat, Eigenverantwortung für ihr Leben überneh-
men zu wollen. Und nun zeigt dir das Leben eben, dass das so
nicht funktioniert, weshalb du mit "leichten Depressionen" darü-
ber reagierst. Gehst du deine Baustelle, die zur Zeit noch gering
ist, nicht an, wird diese immer größer werden, weil das Leben
nun auch mal Anforderungen an dich stellt, denen du dich stel-
len musst. Und dann könnte es durchaus passieren, dass du in
Reaktion darauf mal in richtig schwere Depressionen verfällst
und aus dieser Abwärtsspirale überhaupt nicht mehr heraus fin-
dest. Man lebt nur einmal und ich hoffe, du bist bereit, aus dei-
nem Leben, das dir geschenkt worden ist, etwas für dich Gutes
machen zu wollen. Wenn du die Dinge, die dich betreffen, erst
einmal anpackst (und dir dabei gern professionelle Hilfe suchst),
wirst du schnell merken, dass das alles gar nicht so schlimm ist,
wie es einem manchmal erscheint und auch nach einer Durst-
strecke wieder gute Zeiten kommen. Nur, musst du eben selbst
etwas für dich tun wollen, anstatt die anderen in die Verantwor-
tung nehmen zu wollen. Nur so kann sich auch dein Selbstver-
trauen stärken.

Auch, wenn das Geschriebene für dich hart klingen mag, ich mei-
ne es nicht böse mit dir. Sieh diese Trennung als Chance, dass du
aufwachst und deine Dinge lernst wirklich anzugehen. Ich bin mir
sicher, dass du das schaffen wirst. Alles Gute.

Geändert von Lilly 22 (23.08.2017 um 16:25 Uhr)
Lilly 22 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2017, 16:44   #4
Ducati
Moderator
 
Registriert seit: 07/2005
Ort: Frankfurt
Beiträge: 10.085
Das wird mit der guter Freund Sache nie etwas!
Lass los und ihn in Ruhe !
Ducati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2017, 17:56   #5
Ameliee23
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 08/2017
Beiträge: 2
Vielen lieben Dank für eure Antworten!

Zu deinem Text, Lily - ich empfinde deine Worte keinesfalls als böse, sie mögen hart sein, aber damit habe ich gerechnet, als ich diesen Beitrag geschrieben habe, bzw. genau deswegen habe ich ihn ja auch geschrieben, um solches Feedback zu bekommen.

Ich möchte (und kann auch) jetzt nicht auf alle deine Punkte eingehen, bei ein paar Dingen hatte ich aber das Gefühl bzw. das Bedürfnis, mich rechtfertigen zu müssen.

Zuerst einmal ist es leider nicht möglich, den Kontakt zu ihm völlig abzubrechen, weil wir uns aufgrund einer Verpflichtung (und nein, ich möchte hier jetzt nicht sagen, worum es sich dabei handelt) hin und wieder sehen werden. Dies war auch der Grund, wieso wir beide beschlossen hätten, dass wir gleich versuchen wollen, die Basis einer Freundschaft aufzubauen.

Also mit Dingen wie Suizid habe ich auf keinen Fall jemals gedroht, so etwas würde ich aufgrund von persönlichen Erlebnissen auch niemals machen.
Ich traue mich zu sagen, dass ich ihn nicht anderwertig emotional erpresst habe, während unserer Beziehung. Wahrscheinlich hat er sich schon emotional erpresst gefühlt, einfach dadurch, dass es mir psychisch nicht gut geht. Diesbezüglich noch - er hat oft meinetwegen auf Dinge verzichtet, ohne dass ich dies verlangt oder sogar geäußert hätte, ich wusste auch immer erst im Nachhinein davon, wenn er dann oft deswegen sauer auf mich war.
All das habe ich auch bereits ausführlich mit meiner Therapeutin besprochen, auch während der Beziehung schon, weil ich nach Wegen gesucht hätte, wie er damit aufhört, sich meinetwegen immer selbst aufzugeben (was auch ganz gut funktioniert hat).
Und seit der Trennung hat er sehr wohl gelernt, dass er mich anders behandeln kann, also offen mit mir reden kann. Und auch "nein" zu sagen und nicht alles für mich tun zu wollen.

Auch möchte ich sagen, dass ich ihn keinesfalls dazu "zwinge" Kontakt mit mir zu haben, auch jetzt nicht und er fühlt sich auch nicht (mehr) dazu verpflichtet.
Ich habe das vielleicht Anfang des Jahres getan, als es mir psychisch wirklich schlecht ging. Aber jetzt würde ich sagen, dass ich mich diesbezüglich etwas gefangen habe und mich meine Depressionen momentan in meinem Alltag nicht einschränken.
Er möchte mir mir Kontakt haben - ein Beispiel dazu: Als ich von seiner Freundin erfahren habe und es mir dann wieder einigermaßen besser ging, habe ich gesagt, dass ich unter diesen Umständen jetzt keine Freundschaft zu ihm aufbauen und dabei zusehen kann, wie er eine Beziehung mit einer anderen Frau aufbaut. Daraufhin meinte er, dass das unfair sei und er mir ja überhaupt nicht wichtig sei. Das war der Grund, wieso ich damals dann gesagt, habe, dass ich "nur" auf Abstand gehe, es aber versuchen möchte.
Und auch jetzt ist es so, dass vieles von ihm ausgeht, also er danach fragt, wann ich das nächste Mal Zeit habe, dass wir wieder miteinander reden. Ich versuche, das selbst nicht zu tun - nicht, weil ich es ihm recht machen will, sondern weil ich weiß, dass ich kein gesundes Maß finden würde zur Zeit.
Also konzentriere ich mich auf mein eigenes Leben, ich habe viele neue Dinge begonnen und unternehme viel mit Freunden, habe auch gelernt gerne alleine zu sein. Ich sitze also nicht zu Hause und warte darauf, dass er sich meldet. Meistens machen wir uns etwas für das nächste Mal aus, aber auch da ist es schon vorgekommen, dass mir dann etwas anderes dazwischen gekommen ist und ich ihm abgesagt habe.

Und ich möchte die Freundschaft mit ihm nicht nur deswegen, weil ich wieder mit ihm zusammen sein möchte. Ich bin mir darüber bewusst, dass eine erneute Beziehung mit ihm mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr möglich sein wird.

Und ich weiß, all das, was ich jetzt geschrieben habe, ändert nichts an der Tatsache, dass ich nach wie vor eine massive Abhängigkeit von ihm besitze.
Ich finde es nur "spannend", denn all das, was ich hier beschrieben habe (und noch vieles mehr) habe ich natürlich auch in meiner Therapie besprochen, die ich jetzt schon fast zwei Jahre (mal öfter, mal wieder seltener) mache.
Und meine Therapeutin ist der Meinung, dass es verständlich ist, dass ich ihn zurück will und dass es auch okay ist, wenn ich darauf hoffe, dass wir wieder zusammenkommen. Sie meinte, was ich aber ablegen müsste, wären die Erwartungen, die ich an ihn stelle - und das habe ich ganz gut geschafft!
Aus diesem Grund tue ich mir auch sehr schwer, wenn ich so verschiedene Meinungen höre. Ich vertraue meiner Therapeutin eigentlich sehr und sie kennt meine "Geschichte" ja auch sehr gut, deswegen glaube ich ihr, wenn sie mir sagt, dass es nicht nur mit einem Kontaktabbruch funktionieren kann.


Aber wie gesagt, ich bin auf jeden Fall trotzdem für jeden Kommentar dankebar, weil es für mich auf jeden Fall Denkanstöße sind.
Ameliee23 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2017, 21:00   #6
Lilly 22
 
Registriert seit: 05/2006
Ort: Alb Donau Kreis
Beiträge: 11.224
Hallo Ameliee23,

Zitat:
Zitat von Ameliee23 Beitrag anzeigen
... Und meine Therapeutin ist der Meinung, dass es verständlich ist, dass ich ihn zurück will und dass es auch okay ist, wenn ich darauf hoffe, dass wir wieder zusammenkommen. Sie meinte, was ich aber ablegen müsste, wären die Erwartungen, die ich an ihn stelle...
kennst du die 5 Stufen (Phasen) der Trauer(-verarbeitung),
welche man auch auf eine Trennung anwenden kann?

Die erste Stufe ist eben das Nichtwahrhabenwollen der neu-
en Realität, also des IST- Zustandes. Du würdest dich dem-
nach noch immer in der ersten Stufe befinden und das nach
so vielen Monaten verstrichener (deiner) Lebenszeit. Neh-
men wir das jetzt mal zur Grundlage, würde es bedeuten,
dass du in ca. 5 Jahren immer noch nicht mit eben diesen
5 Phasen durch bist. Willst du das wirklich für dich? schließ-
lich hast du selbst die Wahl und triffst diese, was du aus dei-
nem Leben machst. Das ist eine Entscheidung, die man mit
dem Verstand trifft und wo irgendwann das Gefühl nachzieht.
In der Psychologie sagt man ohnehin, dass ein Gefühl nie
länger anhält als ca. 3-5 Minuten (!). Gerade bei erdrücken-
den Gefühlen ist das doch sogar gut so. Und wenn man sie
eben zulässt (und ihr Dasein/ Verweilen akzeptiert), ver-
schwinden sie danach i.d.R. auch.

Den Kontaktabbruch meinte ich bezogen darauf, dass du
es zunächst einmal für dich schaffen solltest, diese 5 Stu-
fen zu durchgehen und zu verarbeiten und gleichzeitig e-
ben deine emotionale Abhängigkeit abzulegen. Denn so-
lange du das nicht hinter dich gebracht hast, ist der Kon-
takt zu ihm eben nicht gut für dich selbst (euch). Es geht
also darum, temporär einen solchen zu deinem Selbst-
schutz zu wählen und nicht darum, diesen auf Immer und
Ewig zu unterbinden. Und gerade, weil es dir so schwer
fällt, loszulassen bzw. damit gesund und unabhängig um-
gehen zu können, wär das aus meiner Sicht das Beste der-
zeit für dich. Wenn es anderen leichter fällt, dann wohl e-
her deshalb, weil sie eben schneller loslassen/ akzeptieren
können und eher pragmatisch darin sind, dennoch die Vor-
teile darin erkennen zu können, nur noch miteinander be-
freundet zu sein. Solange du derzeit noch in Kontakt mit
ihm stehst, wirst du deine Hoffnungen weiter nähren und
dich quasi durch diese Zeit selbst quälen. Auch, weil du mit-
erleben musst, dass er sich neu gebunden hat. Allein, dass
du hier erwartest, er würde sich für dich trennen, um mit
dir wieder ein Paar zu werden, zeigt das Ausmaß deines
Leidens. Du wirst ihm seine neue Verbindung so nie wirklich
gönnen können, weil du ja insgeheim deren schnelles Ende
herbei sehnst. Da kannst du gar nicht mit ihm in Freude da-
rüber sein, wenn es ihm mit der neuen Verbindung aber gut
bzw. vielleicht sogar besser geht. Gerade, wenn es ihm da-
mit sogar besser gehen sollte, würdest du dich darunter m.
E.n. in deinem Selbstwertgefühl noch schlechter fühlen, weil
er bei ihr kann, was bei euch nicht funktionierte. M.E. ist in
solchen Konstellationen dann der Wunsch größer, dass sein
Glück endet, nur, damit man sich selbst wieder besser fühlt.

Anders wär das sicher, würdest du die Trennung akzeptieren
können und selbst erkennen, dass ihr halt nicht zusammen
gepasst habt, du ihn aber dennoch magst und aus Herzen
alles Gute wünschen kannst, ohne deshalb selbst zu leiden
bzw. dein eigenes Glück (Wohlbefingen) davon abhängig zu
machen, ob er dich noch liebt oder nicht.

Und noch etwas: m.E. quälen sich viele Menschen unnötig zu-
sätzlich mit der Trennung eben mit diesen Endzeitgedanken.
Meiner Meinung nach weiß aber niemand im Heute, was in der
fernen Zukunft kommen wird. Man trennt sich also im Heute,
weil es heute so notwendig ist. Und wer sich nicht zusätzlich
mit solchen Gedanken wie "ich werde ihn nie wieder sehen",
"nie wieder werden wir dies und jenes zusammen tun" usw.
quält, dem fällt es sicher leichter, das Heute akzeptieren und
sich neu orientieren zu können. Sich neu zu orientieren heißt
hier, sich einen neuen Lebensentwurf zu widmen, nachdem
die alte Beziehung eben endete und der alte Lebensentwurf
somit hinfällig ist.
Lilly 22 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2017, 20:48   #7
TheLoyd12
Member
 
Registriert seit: 05/2017
Beiträge: 67
Dein Ex hat das mit dem verändern meiner Meinung nach nur gesagt weil er dich nicht weiter verletzen möchte. Du musst dir wirklich bewusst darüber werden dass die Sache mich euch gelaufen ist. Du hast jetzt die Möglichkeit dein Leben zu verändern, setze dir Ziele die du erreichen möchtest, lenke dich ab und versuche ( auch wenn es gerade noch schwer ist) mit einem lächeln in die Zukunft zu schauen. Und ganz wichtig wenn du dich alleine einsam fühlst und die nur über deinen Partner definieren kannst nimm bitte nicht den nächsten daher gelaufenen Typen als Freund. Bleibe eine zeitlang alleine mindestens 1 Jahr und finde wieder zu dir selber. Bin selber seid 5 Monaten getrennt und habe in der Zeit so viele Dinge erreicht die ich nie geschafft hätte wenn ich noch mit meiner Freundin zusammen wäre. Mein Tipp : Nutze das Leiden und den Schmerz als Antrieb um an dir und deiner Persönlichkeit zu arbeiten! Wenn du das richtig anstellst wirst du nach dem ganzen Spaß ein anderer Mensch sein ( so wars bei.mir zumindest). Ich wünsche dir alles gute , ich glaube an dich
TheLoyd12 ist offline   Mit Zitat antworten
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