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Du befindest dich im Forum: Probleme nach der Trennung. Du hast verlassen oder wurdest verlassen. Wie geht es weiter? Wie geht man mit dem Trennungsschmerz um? Gleichgesinnte und Verständnisvolle tauschen sich hier aus und geben Ratschläge für einen Neubeginn. Bitte beachtet, daß es hier um persönliche Probleme geht, bei welchen Hilfe und Ratschläge gefragt sind. Den Finger in die Wunde des Threaderstellers zu legen, trägt nicht zur Problemlösung bei. Wir bitten euch deshalb, hier mit Feingefühl zu agieren.

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Alt 08.03.2024, 13:25   #1
Forengast
Golden Member
 
Registriert seit: 05/2014
Beiträge: 1.237
Abschluss ohne Abschluss

…in meinem Kopf - könnte ein passender Titel sein.

Hallo, damit melde ich mich aus meinem Exil zurück

Mich treibt folgendes Problem um:
Vor rund 4 Monaten endeten gute 4 Jahre Beziehung. Sie hat Schluss gemacht, ich kann’s verstehen, stellenweise war ich ein ganz schöner Dickhead, sie hat auch sehr deutlich klar gemacht, mich nicht mehr zu lieben, und uns entsprechend keine Chance mehr zu geben. Bis heute bin ich auf allen Kanälen blockiert.
Soweit so gut, könnte ich nur selber so problemlos meine Gedanken von der Beziehung lösen - und was weit schlimmer ist - ich habe nach wie vor Gefühle, und bekomme das einfach nicht abgestellt.

Ich hab folgendes unternommen:
1) nach der Beziehung wirklich wochenlang reflektiert - auch um für mich klar zu bekommen, was ich verbockt habe - und es in Zukunft eben anders machen kann. Sprich, mein Mindset optimieren, an der Trennung wachsen - und vor allem nicht den Schmerz wegschieben, sondern verarbeiten.
Wirklich dankbar bin ich da für meinen tollen Freundeskreis, der wirklich unermüdlich für mich da ist, und auch mal Ohrfeigen verteilt, wenn es sein muss. Bei manchen meiner Habdlungen denke ich mir heute wirklich „Take Off, du hast ja mal völlig in die Gülle mit deinem Käse gegriffen“.
2) seit Monaten mache ich wieder recht exzessiv Sport. Das hilft mir nicht nur, den Kopf wenigstens für einen Moment frei zu bekommen, sondern macht sich natürlich auch positiv am Körper - und damit auch am Selbstbewusstsein - bemerkbar. Gilt umsomehr, als das ich erkannt habe, mich in der Beziehung doch hab stellenweise gehen lassen - dem würde ich für die Zulunft schon vorbeugen, indem ich eben jetzt meine Alltagsroutine ändere
3) ich „lebe“ mehr. Habe neue Aktivitäten ausprobiert, bin mehr und vielfältiger unterwegs, habe mehrere Fernreisen gebucht, mir einen kleinen, automobilen Traum erfüllt, arbeite härter an meinem Wohlstand und an meiner Karriere, mal ganz von der Arbeit an meinem Äußeren und an meinem Mindset abgesehen
4) ich versuche sehr viel offener auf andere zuzugehen, neue Kontskte zu knüpfen, wobei ich feststelle, dass das Eichtung 30 doch schwerer geworden ist, als noch vor 10 Jahren. Naja, aufgeben ist halt auch keine Option.

Ich denke, dass ich damit schon eine ganze Menge unternehme, um mich wieder auf Kurs zu bringen, und das alles zu verarbeiten.
Genau das will aber eben nicht wirklich hinhauen, diese „Was-wäre-Wenn“-Gedanken lassen mich nicht los, der Umstand, dass ich noch Gefühle für sie habe machts auch nicht leichter, und die permanenten Albträume nehmen mich dann doch zunehmend mit.
Erschwert wird das ganze noch dadurch, dass ich feststelle, dass meine Ex in manchen Punkten einfach Recht hatte, und das meinen Blickwinkel in dieser Situation eben nicht unbedingt für mich zum positiven wendet.
Jetzt will ich euch aber nicht volljammern, sondern um Hilfe bitten:

Was braucht es, um diese Gefühle…naja „weg“ zu bekommen? Ich muss ehrlicherweise sagen, ich möchte nicht weiter Energie in jemanden stecken, dem ich schlussendlich egal bin.
Aber der Lachsbatzen in meinem Kopf will halt nicht so wie ich, und mir gehen die Ideen aus, und dieser Zustand lähmt mich aktuell dann doch genausobstark, wie er mich motiviert.

Bitte helft mir: hat jemand eine Idee, wie man damit noch anders umgehen kann? Was sind eure Erfshrungen? Was hat euch geholfen?
Bin für jede Meinung dankbar, und alles, was mir vllt. hilft, eine andere Sichtposition einzunehmen!

Danke euch schon jetzt!
Take Off ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2024, 13:50   #2
Forengast
_______________
 
Registriert seit: 01/2015
Beiträge: 9.568
Zitat:
Zitat von Take Off Beitrag anzeigen
Ich denke, dass ich damit schon eine ganze Menge unternehme, um mich wieder auf Kurs zu bringen, und das alles zu verarbeiten.
Genau das will aber eben nicht wirklich hinhauen, diese „Was-wäre-Wenn“-Gedanken lassen mich nicht los, der Umstand, dass ich noch Gefühle für sie habe machts auch nicht leichter, und die permanenten Albträume nehmen mich dann doch zunehmend mit.
Also zum einen solltest Du Albträume nicht negativ werten. Albträume sind positiv, da sie helfen, negative Erlebnisse zu verarbeiten. Sieh sie also als hilfreiche Bewältigungsform Deines Verstandes und als Indikator, wie weit DU gerade bist.

Ansonsten machst Du ja schon recht viel, nur solltest Du darauf achten, dass Deine Einstellung mitzieht; dass Du also diese Wandlung nicht insgeheim deswegen machst, um als vermeintlich "neuer Mensch" wieder bei ihr anzutanzen oder überhaupt doie Hoffnung darauf zu haben. Du drehst an diesen Schrauben, um Deine Selbstständigkeit wiederzuerlangen und Dich auch aufzurichten.

Dein Gedankengang "Was wäre wenn" gleicht einer illusorischen Traumwelt und macht alles zunichte, was Du Dir gerade aufbaust. Mach Dir diesbezüglich klar, dass Vergangenheit ebenso wie die Zukunft nur Hirngespinste sind - sie sind nicht real. Real ist der Moment. Also schau nach vorn und leb Dein Leben und löse Dich von der Abhängigkeit Deiner Hirngespinste. Du baust Dich gerade auf, um Deine Momente erfüllend zu genießen und der Welt wieder offen zu begegnen, nicht, um eine Vergangenheit umzukehren.
Damien Thorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2024, 18:02   #3
Forengast
Landvogt
 
Registriert seit: 04/2010
Beiträge: 7.971
Zitat:
Zitat von Take Off Beitrag anzeigen
Was hat euch geholfen?
Bin für jede Meinung dankbar, und alles, was mir vllt. hilft, eine andere Sichtposition einzunehmen!
Den Abschluss hat du ja. Der wurde dir ziemlich deutlich mitgeteilt.
Jetzt muss sich diese Tatsache nur noch mit deiner Gefühls- und Gedankenwelt angleichen.

Dafür braucht es Zeit. Immerhin musst du 4 Jahre Beziehung verarbeiten und deine Schlüsse ziehen.
Man entliebt sich Stück für Stück. Und wenn du wieder in irgendwelche Gedankenspielereien abzudriften drohst, dann hilft es vielleicht die Realtität bewusst laut auszusprechen.

"Es ist aus".
Matze1985 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2024, 20:02   #4
Forengast
Special Member
 
Registriert seit: 01/2014
Beiträge: 3.550
Hattet ihr denn ein ausführliches Trennungsgespräch?

Oder sind noch Fragen offen?
Robertalk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2024, 14:23   #5
Forengast
Golden Member
 
Registriert seit: 05/2014
Beiträge: 1.237
Danke für eure Antworten, tatsächlich hilft es gerade ungemein, das einfach mal so klar zu lesen.
Ist halt nicht immer so leicht, das eigene Gedankenkarussell zu stoppen, das gute Wetter hilft da aktuell ebenfalls.

Mit dem klärenden Gespräch ist halt so ne Sache. Ich bin halt wirklich an meine Grenzen gekommen, bzw. meine sind halt immer wieder nicht respektiert worden, da hab ich dann mal sehr deutlich auf den Tisch gehauen - darauf hat sie sich getrennt.
Wir haben dann noch etwas geschrieben (sicher ein Fehler gewesen, aber ich habe für mich nach Antworten gesucht), ich habe einfach mal die ganzen Unstimmigkeiten die mir so im Laufe der Zeit aufgefallen sind rausgelassen (ja, auch das hätte nicht sein müssen von meiner Seite), und daraufhin ist dann Stückchenweise zugegeben worden, dass ich mit dem ein oder anderen schlicht recht hatte.
Summa summarum muss ich leider sagen, dass ich mir heute schlicht ausgenutzt vorkomme. Umso mehr ärgert mich der Umstand, dass es da noch den Part in mir gibt, der anders denkt.
Take Off ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2024, 15:24   #6
Forengast
Landvogt
 
Registriert seit: 04/2010
Beiträge: 7.971
Moment...ich muss das für mich mal zusammenbasteln...

Zitat:
Sie hat Schluss gemacht, ich kann’s verstehen, stellenweise war ich ein ganz schöner Dickhead, sie hat auch sehr deutlich klar gemacht, mich nicht mehr zu lieben, und uns entsprechend keine Chance mehr zu geben.
vs.

Zitat:
Ich bin halt wirklich an meine Grenzen gekommen, bzw. meine sind halt immer wieder nicht respektiert worden, da hab ich dann mal sehr deutlich auf den Tisch gehauen - darauf hat sie sich getrennt.

Das sind ja ziemlich unterschiedliche Schilderungen, wie es nun zum Ende kam.

In der Ersten hast du dich öfters mies verhalten ("Dickhead") und sie hat sich durch dein Verhalten "entliebt" von dir und macht Schluss.

In der Zweiten hast du in einem ausufernden Streit Respekt eingefordert, weil du an deinen Grenzen warst...daraufhin macht sie Schluss. (Wie muss man sich dieses "sehr deutlich auf den Tisch hauen" vorstellen?)

Generell lese ich da ein Respektsproblem heraus bei euch beiden.
Matze1985 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2024, 20:13   #7
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Golden Member
 
Registriert seit: 05/2014
Beiträge: 1.237
Naja, das passt schon beides so.
Wenn ich in letzter Konsequenz drüber nachdenke - ich hätte selber aus Respekt mir selber gegenüber viel früher Schluss machen müssen.
Ich hab diese Grenzverletzungen aber eben hingenommen, und als Reaktion darauf mein eigenes Invest in die Beziehung runtergefahren.
Wenn ich dem anderen kommuniziere, dass mich dieses oder jenes verletzt, und die andere Person dir permanent sagt, dass sie das ja so nicht sieht, mitbekommt, und nicht nachvollziehen kann, was das in mir auslöst - obwohl ich es sehr ausführlich und geduldig erkläre - also dich in letzter Konsequenz eigentlich nicht ernst nimmt, naja, da hätte ich gehen sollen.

Auf den Tisch hauen meint in dem Fall, dass ich halt die Beziehung in Frage gestellt habe,und deutlich gemacht habe, dass ich in der aktuellen Situation nicht sehe, wie das eine Zukunft haben soll. Meine Intention dahinter war eigentlich den Ernst der Lage klar zu machen, und eine Änderung zu bewirken, ala „es ist 5 vor 12“.
Dieser Situation ging eine konkrete Begebenheit vorneweg, die das Fass dann einfach zum überlaufen gebracht hat. Zumal ich auch das Gefühl hatte, meiner Freundin einfach nichts mehr Recht machen zu können, und das war irgendwann nur noch frustrierend.
Ich bin nicht handgreiflich oder beleidigend geworden, falls das deine Intention hinter der Frage war.


Allgemein könnte man wohl sagen, dass ich der Respektlosigkeit mit meinem Inkonsequenten Verhalten Tür und Tor geöffnet habe.
Umgekehrt wollte ich meine Partnerin aber auch nicht permanent kritisieren, auch wenn sie den selben Fehler immer wiederholt hat, da hätte ich mich einfach gefühlt, als ob ich sie nur schlecht machen würde.

Das ist tatsächlich etwas kompliziert. Ich denke aber wie bereits erwähnt, dass es mit mehr Konsequenz meinerseits gar nicht erst so weit gekommen wäre.

Ich hoffe, das ist jetzt alles nachvollziehbar geschrieben und kein Kauderwelsch
Take Off ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2024, 20:27   #8
Forengast
Quotenlesbe
 
Registriert seit: 07/2018
Beiträge: 2.103
Zitat:
Zitat von Take Off Beitrag anzeigen
Umgekehrt wollte ich meine Partnerin aber auch nicht permanent kritisieren, auch wenn sie den selben Fehler immer wiederholt hat, da hätte ich mich einfach gefühlt, als ob ich sie nur schlecht machen würde.

Das ist tatsächlich etwas kompliziert. Ich denke aber wie bereits erwähnt, dass es mit mehr Konsequenz meinerseits gar nicht erst so weit gekommen wäre.
Das klingt aber schon so, als hätte es einige eklatante Störfaktoren gegeben und Verhaltensweisen, die Du nicht mochtest.
Worum geht`s wirklich? Für mich liest es sich ein Stück weit wie gekränktes Ego, was nach so einer Trennung normal sein dürfte. Aber "wenn" ist nun mal ein Wort mit tausend Buchstaben. Im Nachhinein hat es nicht gepasst und es wird eine Zeit dauern, bis Du darüber hinwegkommst.
Dann wird auch eine kühlere Analyse machbar sein, wenn diese dann überhaupt noch nötig ist.

Das Nachdenken darüber, ob und wie anderes Verhalten zu anderen Ergebnissen geführt hätte, bringt Dich jedenfalls nicht weiter. Nicht das ich es nicht gut kennen würde, aber ich glaube inzwischen, es ist einfach ein Teil der Trauer/des Verarbeitungsprozesses. Beides ist wichtig und ich glaube auch nicht daran, dass Prozesse und Aktivitäten, wie Sport, Weggehen etc. Dir das ersparen können. Es gehört einfach dazu. Wichtig ist wahrscheinlich nur, sich an einem bestimmten Punkt davon aktiv zu lösen, falls es sich nicht sowieso gibt. Sonst bleibt man in dieser unguten, unproduktiven Phase gefangen, die auch die Charakterentwicklung behindert. Und das Selbstbewusstsein angreift.
Anique ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2024, 07:25   #9
Forengast
Landvogt
 
Registriert seit: 04/2010
Beiträge: 7.971
Zitat:
Zitat von Take Off Beitrag anzeigen
Das ist tatsächlich etwas kompliziert. Ich denke aber wie bereits erwähnt, dass es mit mehr Konsequenz meinerseits gar nicht erst so weit gekommen wäre.

Ich hoffe, das ist jetzt alles nachvollziehbar geschrieben und kein Kauderwelsch
Im Grunde kann man also sagen, dass ihr beide keine Zukunft mehr gesehen habt für die Beziehung und euch auch nicht mehr umeinander bemühen wolltet.

Wenn du also realistisch bist, ist es gut und nur der logische Schritt aus den vielen Verletzungen und Meinungsverschiedenheiten vorher. Da frag ich mich aber, warum du immer noch in diesem Gedankenkarussell gefangen bist und dir Fragen stellst à la "Was wäre wenn?".

Es ging eben nicht mehr.
Wie schon gesagt wurde, ist diese Fragerei ja komplett illusorisch. Weil du ja die Tatsachen kennst - und dir in solchen schwachen Momenten eben bewusst machen musst.

Gedanken kann man ja steuern.

Du machst ja wirklich schon vieles richtig, um das Ganze zu verarbeiten und zu reflektieren.

Bei mir hat es damals - lang lang ist´s her - gute 6 Monate gedauert, bis es bei mir *Klick* gemacht hat.
Matze1985 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.03.2024, 18:47   #10
Forengast
Member
 
Registriert seit: 07/2012
Beiträge: 292
Du machst schon sehr viel richtig! Bravo dafür!

Für den Rest, um mit der Beziehung endgültig abschließen zu können, möchte ich zwei Punkte anführen: 1. Wie schon von anderen geschrieben, es dauert seine Zeit, die sich mit keinem Trick abkürzen lässt. 2. Einen Vorschlag habe ich noch. Gib dir eine bestimmte Tageszeit und Dauer, um zu trauern und zu grübeln. Wenn also dein Gedankenkarussel losgehen will, sag dir, ich werde nachher um xx Uhr eine Stunde darüber nachdenken. Und um xx Uhr machst du das auch für die Dauer, die du dir vorher genehmigt hast. Ein möglicher Effekt ist dann, dass du um xx Uhr gar keine Lust mehr hast, dich mit dem Beziehungsende zu beschäftigen.

Ansonsten, einfach weiter so und durchhalten. Dann wird das!
Colombina ist offline   Mit Zitat antworten
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