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Du befindest dich im Forum: Thema Liebe als Diskussionsgrundlage. Hier wird alles besprochen, was mit Liebe, Zwischenmenschlichem und Beziehungsanbahnung zu tun hat. Es soll hier um Grundsatzfragen gehen und nicht um persönliche Probleme! Bitte beachte, daß hier zwar kontrovers und auch mal emotional diskutiert werden kann, persönliche Beleidigungen aber nicht geduldet werden. Wir wollen spannende Diskussionen, in denen das Thema im Vordergrund steht, nicht der Verfasser der Beiträge.

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Alt 05.12.2014, 16:47   #1
Tibidabo
Junior Member
 
Registriert seit: 11/2014
Ort: gleich um die Ecke
Beiträge: 12
Anerkennung - eine der Grundsüchte des Menschen?

Mich würde mal interessieren, wie hier dieser Aspekt der menschlichen Wesensart diskutiert wird.
Warum sind (ich sage bewusst nicht "alle") so viele Menschen auf der Suche Anerkennung durch Andere zu bekommen? Liegt es daran, dass wir im Grunde immer Sozialwesen sind und die Gemeinschaft einfach brauchen, inkl. Rückmeldung?
Und gibt es einen Wandel, der altersbedingt zu sein scheint? Ich kann mir vorstellen, dass jüngere Menschen, die sich selbst erst noch finden müssen, ziemlich stark nach Anerkennung suchen. Wenn man sich bestimmte Entwicklungsmodelle anschaut - Erikson, Fowler etc. - wird doch ständig auf der Stufe des Jugendalters die Orientierung an Anderen definiert.
Und wie verhält es sich in der Liebe? Empfinden wir stärkere Gefühle für jemanden, wenn er uns mehr Anerkennung als andere entgegenbringt? Wäre das im Prinzip nicht schon wieder Manipulation?

Bin gespannt auf eure Ansichten...
Tibidabo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2014, 16:47 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 05.12.2014, 18:33   #2
Arrakis
Golden Member
 
Registriert seit: 12/2009
Beiträge: 1.015
anerkennung garantiert gewissen sozialen halt und stellung in der gesellschaft
soziale kontakte sind schon immer wichtig gewesen, früher sogar überlebenswichtig

das mit liebe finde ich spannend
ob stärkere gefühle, weiß ich nicht, aber wer mehr anerkennung und aufmerksamkeit äußert, wird ebenso mit aufmerksamkeit belohnt
auf dieser grundlage können sich gefühle entwickeln
pauschal würde ich das aber nicht als ein rezept der starken liebe sehen
Arrakis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2014, 07:26   #3
Tibidabo
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 11/2014
Ort: gleich um die Ecke
Beiträge: 12
Wobei Aufmerksamkeit ja nicht gleich Anerkennung bedeutet, richtig?
Daraus leitet sich die Frage ab, wie Anerkennung überhaupt zu definieren ist...

Ein Beispiel, das hier ja oft diskutiert wird: 2 Menschen lernen sich virtuell kennen (FB, Whatsapp oder was es da noch alles gibt), schreiben viel miteinander, verwenden also viel Zeit darauf, sich mit dem Anderen auszutauschen. Sie schenken dem Anderen also Aufmerksamkeit. Doch daraus resultiert ja nicht gleich, dass auch echte Anerkennung im Spiel ist. Gerade wenn es den Anschein der Unverbindlichkeit hat.
Tibidabo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2014, 09:11   #4
Hei
Senior Member
 
Registriert seit: 04/2014
Beiträge: 524
Anerkennung kriegst du ja für besondere Taten, die du getätigt hast. Ja es ist schön anerkannt zu werden, vor allem von den Leuten, die dir wichtig sind. Anerkennung von fremden Leuten, die dich gar nicht kennen ist finde ich halb soviel wert.
Aufmerksamkeit hat ja mehr mit Interesse zu dem anderen zu tun und wenig mit Anerkennung.
Hei ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2014, 09:36   #5
TeamU
Special Member
 
Registriert seit: 01/2011
Beiträge: 9.193
Zitat:
Zitat von Tibidabo Beitrag anzeigen
Wäre das im Prinzip nicht schon wieder Manipulation?

Bin gespannt auf eure Ansichten...
Ich empfinde die tägliche Manipulation als sehr angenehm. Anerkennung erhalte ich sehr viel von meiner Frau, weil Pläne in Realität umgesetzt werden und sie ist für mich ein Zeichen ihrer Zufriedenheit, was mir Sicherheit gibt.

Manipuliert werde ich, indem sie sich täglich tolle Sachen und Schuhe anzieht, von denen sie weiß, das ich in Begeisterung ausbreche und fasziniert von ihr bin.

So entsteht für uns etwas wie ein Belohnungssystem, auf das wir beide abfahren und viel Spaß daran haben.
TeamU ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2014, 10:20   #6
leonora
special
 
Registriert seit: 12/2009
Ort: im Leben
Beiträge: 15.940
Ein interessntes Thema, vielen Dank für die Erstelluung

Meine Gedanken dazu:
An-Erkennung besteht ja aus zwei Wort Komponenten.
"Erkennen", also jemanden sehen und wahrnehmen und das "an" sagt, das er als zugehörig, wertvoll und wichtig betrachtet wird für diejenigen, die ihn anerkennen.
Damit jemand das Gefühl hat, anerkannt zu sein, müssen die anderen ihm natürlich zeigen, dass sie ihn sehen und als wichtig für sich betrachten, dass sie sich freuen, dass er da ist.

Das geschieht dann mit allen möglichen Dingen.
Man unternimmt was mit demjenigen, sagt, wen man was toll findet, kümmert sich, wenn der traurig ist/Probleme hat usw. usw.

Wenn jetzt jemand ganz am Anfang seines Lebens keine beständige Anerkennung erfahren hat, einfach nur deshalb, weil er "dazu" gekommen ist und man sich freut, dass er da ist

wenn ihm diese Sicherheit mit grausamen Erziehungsmethoden genommen wurde (schreien lassen (bei den ganz Kleinen), Vernachlässigung, ambivalentes Verhalten)

dann ist da ein lebenslanger Mangel, der weiter danach schreit, endllich aufgefüllt zu werden

wer dann, je nach Umfeld gelernt hat, sich wenigstens "Bröckchen" einer scheinbaren Anerkennung abzuholen durch bestimmte Handlungen, der wird die in sein Repertoire gegenüber anderen Menschen aufnehmen und denken, dass die anderen genauso funktionieren.


Wer also gelernt hat, dass nur besondere Leistungen dazu führen, dass er mal "gesehen" wird, der wird meinen, sich Anerkennung anderer nur duch Leistung erarbeiten zu können
und wird es als "ungerecht" empfinden, wenn jetzt andere gar niccht auf Leistungen achten - und er wird Anerkennung, die ihm andere geben, obwohl er nichts "geleistet" hat, gar nicht sehen, und wenn doch, dann nicht wertschätzen können.
Und er wird andere hauptsächlich nach IHREN Leistungen beurteilen.

Jemand der "Belohnung" als Zeichen derAnerkennung gelernt hat, der wird materielles erwartet und darauf hinarbeiten, aber auch selbst mit Gled "belohnen" - nur dass vllt jemand anderes eine solche Belohnung als "Auszahlen"oder gar Abwertung empfindet.

Wer gelernt hat, für bestimmte Details an sich anerkannt zu werden und für andere nicht, der hat natürlich später Probleme in einem Umfeld, wo diese Details keine Rolle spielen oder alle sie mitbringen.

Wer wegen jedem Pups vermittelt bekommt, etwas "Besonderes" zu sein (ist ja keine echte Anerkennung, sondern eine Überhöhung in einen Star-Status, der wird Probleme kriegen in einem Umfeld, in dem auch Leistungen gefordert sind im Vergeliich mit anderen.

Wer gelernt hat, unbedingt erraten zu müssen, was der andere will und sich dementsrechend zu verhalten, der wird das als Hintergrundprogramm laufen haben - und es als ungerecht empfinden, wenn die Belohnung für "Ich hab alles für ihn getan" ausbleibt - allerdings auch nur so ein "alles" bei anderen selbst als Anerkennung für sich annehmen.

Wer so gar keine Anerkennung bekommen hat entwickelt vllt Depressionen, und/oder er bildet null Selbstwert heraus, und wenn er im Leben was hinkriegt, dann ist das innerlich nicht wirklich etwas "wert", weil jeglicher SELBSTwert fehlt, an den Anerkennungen von anderen "andocken" könnten.

Babys haben ja noch kein Ich-Gefühl, das entwickelt sich erst nach und nach.
Solange definieren sie sich über das, was ihnen entgegen gebracht wird und nehmen das in das Selbstbild auf. Und wenn da beständige Anerkennung fehlt, oder nur für bestimmte Dinge, dann bildet sich später auf dieser Grundlage das Selbstbild, aber auch, was man von anderen "erwarten" kann.

Und so werden dann später andere Formen der Anerkennung nicht gesehen oder "kommen nicht gut an" oder sind einem vllt sogar peinlich.

Ein gutes Beispiel ist jemand, der eine tolle Leistung erbringt und dem es dann peinlich ist, wenn die herausgestellt wird
Mache sagen dann "es war nur Glück" oder "das war doch nichts besonderes", "xy ist aber viel besser", oder es ihnen peinlich, dass es überhaupt bemerkt wird und sie "sichtbar" werden usw.usw.

Um mal zu überprüfen, wieviel innere Anerkennung man hat (mitbekommen oder bei sich entwickelt), da gibt es eine einfache Frage.

Was bin ich wert, welches Vertrauen habe ich in andere, wenn ich nichts mehr kann und nichts mehr hab, in allem, selbst in der Versorgung der körperlichen Bedürfnisse (essen/ausscheiden) voll von anderen abhängig bin (Baby-Status).

Und daraus leitet sich dann auch ab, wieviel und welche Anerkennung man anderen selbst überhaupt geben kann.

Geändert von leonora (06.12.2014 um 10:38 Uhr)
leonora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2014, 14:36   #7
Janina*
abgemeldet
der Wunsch nach Anerkennung ist keine Sucht sondern
ein Grundbedürfnis.
Janina* ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2014, 21:51   #8
erdmännchen
Golden Member
 
Registriert seit: 09/2012
Beiträge: 1.141
Zitat:
Zitat von Tibidabo Beitrag anzeigen
Empfinden wir stärkere Gefühle für jemanden, wenn er uns mehr Anerkennung als andere entgegenbringt?
Ich glaube eher, leider ist oft das Gegenteil der Fall.

Wie oft geschieht es, dass wir einseitig eine Person lieben, obwohl wir nicht die Anerkennung von ihr erhalten, die wir uns wünschen... während wir vielleicht anderen gegenüber kühl bleiben, die uns große Anerkennung entgegenbringen.
erdmännchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2014, 00:54   #9
ich bins
Special Member
 
Registriert seit: 06/2010
Beiträge: 2.010
Na ja ich sehe hier kein allgemeinen Widerspruch, niemand wird hässlicher, dümmer (oder was sonst auf der Wunschliste steht) davon dass man die Person nicht haben kann.
Wäre ja wieder eine Wahrnehmungsstörung wenn man es sich versaut (oft der Grund für nicht (mehr) haben können) und die Reaktion darauf so aussehen würde dass man sich die Person schlechter redet als man sie sah und als sie ist.
Natürlich kann man auch auf "zusammengekniffene Augen -Wahrnehmung" schalten um sich alles zuerst leichter zu machen, doch ohne eine realistische Wahrnehmung (die auch in bestimmten Situationen schmerzhaft sein kann, vielleicht sogar meistens) sehe ich ganz schwarz für die Suche nach Personen die eine anständige Beziehung ermöglichen.
Wenn alles gut wäre was man hat und das Unerreichbare schlecht, dann müsste man ja leugnen dass der Maybach besser als der Fiesta ist - nur ein Beispiel für die Absurdität.


Mal abgesehen davon was heißt schon Anerkennung ? Ist das wieder quantitativ ? Als ob die meisten Leute der Referenzpunkt wären, um ihnen zu gefallen muss man sich ganz schön zurück entwickeln.
Und individuell ist es auch so eine Sache, viele werden applaudieren bei Sachen die nicht wohltuend sind, als (offensichtliches) Beispiel der Versicherungsvertreter, der wird auch lieb sein wenn man viel abschliesst und nie Leistungen will. Hier sieht man wieder wie unvorteilhaft das sein kann Anerkennung zu suchen. Klar an einer Stelle hätte man es zwar schon gerne nett, die Frage ist aber auch hier was es kostet und ich meine nicht nur Geld, ich meine auch z.B. dieses sich zurück entwickeln damit jemand damit etwas anfangen kann - meine Antwort: nein danke, der Knochen kommt nicht zum Hund.
ich bins ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2014, 02:44   #10
Demandred
Et invidiosum
 
Registriert seit: 01/2013
Beiträge: 7.288
Anerkennung basiert immer auf Wettbewerb und Stolz. Ein unehrliche Anerkennung von der Umwelt hat einen negativen Einfluß oder wird verdrängt.Darum wird nur der eigene Stolz, den wir bei Anerkennung empfinden, zu einer variable, dass wir es anerkennen.

In der Liebe hat Anerkennung nur einen Sinn, wenn wir unseren Partner akzeptieren, ihn quasi als gleich berechtigt und feste Konstante sehen.

Im Flirt ist "Anerkennung" dann wieder ein dünnes Eis.Wenn es Zielorientiert ist und nicht wirklich der Wahrheit entsprechend kann es auch negativ wirken.Es sein denn beide gehen das Spiel ein und nutzen es um sich zeitgleich zu nähern.
Demandred ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2014, 02:44 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

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anerkennung, orientierung

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