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Du befindest dich im Forum: Thema Liebe als Diskussionsgrundlage. Hier wird alles besprochen, was mit Liebe, Zwischenmenschlichem und Beziehungsanbahnung zu tun hat. Es soll hier um Grundsatzfragen gehen und nicht um persönliche Probleme! Bitte beachte, daß hier zwar kontrovers und auch mal emotional diskutiert werden kann, persönliche Beleidigungen aber nicht geduldet werden. Wir wollen spannende Diskussionen, in denen das Thema im Vordergrund steht, nicht der Verfasser der Beiträge.

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Alt 11.08.2020, 16:43   #281
Yella
Pluviophile
 
Registriert seit: 10/2014
Beiträge: 3.312
Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Selbstverletzung ist scheisse und - als Laie - wirkt es auf mich so, als wuerdest du dich selbst nicht annehmen. Das waere aber wichtig und Voraussetzung.
Es ist nicht schlimm anders zu sein, aber manchmal vielleicht anstrengend (fuer einen selbst). Also man muss einen Weg finden, damit umzugehen.
Auch anstrengend, aber niemals ein Grund, sich selbst abzulehnen.
Wenn dich Gefuehle so schnell ueberwaeltigen - es klingt eher so, als koenntest du sie nicht sortieren oder identifizieren. Aber nicht, als habest du keine.
Tendierst du vielleicht in die Richtung hochsensibel?
Hast du das mal in Betracht gezogen?
Die Diagnose hochsensibel steht schon sehr lange.
Ich 'fühle' oft nur eine große Müdigkeit und völlige Leere im Kopf oder in meinem Kopf herrscht so ein Lärm, als stünde ich in einer Menschenmasse und alle würden durcheinanderschreien. Ich 'höre' dann nur Bruchstücke von dem was da an Sätzen herumfliegt.

Das ist oft sehr anstrengend.

Dazu kommt, dass ich immer schon, kaum neugierig und zudem sehr schwer zu begeistern bin (also ich kann mich nicht richtig für etwas begeistern. Das ist beides schon so, solange ich mich erinnern kann.
Ich kann das, nach außen hin ganz gut spielen, aber fühlen tu ich es nicht.



Zitat:
Ich weiss nicht, ob man ein Bild dafuer braucht.
Mal andersherum: wie wuerde ein Kennenlernen ablaufen, wenn es nach deinen Bedingungen waere?
Okay, man unternimmt vermutlich etwas, das beide angenehm finden. Das ist die eine Seite.
Die andere ist, dass man durch Sprechen und Austauschen den Menschen ein bisschen kennenlernt. Man erfaehrt, fuer was sie sich interessieren, was sie in der Freizeit machen, was sie gerne essen ... all so etwas.
Ohne reden, lernt man sich nicht kennen.
Wie wuerdest du dir diese Gespraeche wuenschen, damit du dich wohl fuehlst und damit du dich nicht ueberfordert fuehlst? Kannst du sagen, ab wann etwas zu viel fuer dich ist und alles im Kopf durcheinander geht?
Wenn deine Grenze sehr niedrig ist, waere es vorteilhafter, eher etwas zu unternehmen, wobei man natuerlich auch redet, aber das Reden nicht im Vordergrund steht?
Zum Beispiel: zusammen in den Zoo gehen, oder Klettern, oder so etwas ...?
Ich stelle mir das leichter vor, als in einem Cafe zu sitzen und sich an der Tasse Kaffee festzuhalten und nach Themen zu suchen.
In der Situation merke ich, wann es mir zuviel wird, vorher kann ich es nicht sagen.
ABER das kenne ich nur aus Situationen, Gesprächen mit Familie oder Freunden.
Mit einem Menschen, den ich gerade erst kennengelernt habe, bzw. noch dabei bin, hatte ich das noch nicht, denn dafür waren sie immer zu schnell weg.
Yella ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2020, 16:43 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

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Alt 11.08.2020, 16:45   #282
Manati
deus ex manati
 
Registriert seit: 04/2012
Ort: Mal hier, mal dort.
Beiträge: 7.632
Zitat:
Zitat von Kronika Beitrag anzeigen
Im Idealfall ist das so - eben bei Menschen die nicht gezielt eine Partnerschaft suchen. Aber wenn man mal ehrlich ist, dann trifft das in den wenigsten Fällen zu. Schon gar nicht bei der Mehrheit an Personen die sich auf Partnerbörsen tummelt, genau in der Hoffnung jemanden kennen zu lernen, mit dem sich eine Beziehung ergibt.
Die Realität ist aus meiner Sicht, dass NBUC Recht hat, dass es dem Großteil um das Ausloten der Möglichkeit einer Partnerschaft geht und man ob nun bewusst oder unbewusst anfängt abzuklopfen, ob es dafür denn passen könnte. Das beginnt schon mit der Bezeichnung "Date", die man allgemein dann wählt, wenn es um romatisches/sexuelles Interesse und kein platonisches Treffen geht. Ausnahmen sind eben Treffen die sich in unklaren Konstellationen ergeben, wo nicht klar ist was die Intentionen sind. Deswegen laufen die ja auch normalerweise entspannter ab.
Vielleicht müsste man bei diesen ganzen Diskussionen unterscheiden zwischen Online-Dating und Kennenlernen im "richtigen" Leben. Wenn ich jemanden bei einem Online-Date treffen würde, wäre ich angegruselt, würde er mich auf Bezihungsfähigkeit abklopfen. Die Beispiele von Sam fand ich schon schräg. Und auf diesen baute das ja auf.
Kennenlernen impliziert für mich weniger Druck. Das heißt ja nicht, dass man keine Erwartungen hat, aber eben nicht so seltsame Fragen stellt wie Sam sie genannt hat.
Eigentlich - meine ich - sollten, wie du am Schluss schreibst, für ein entspanntes Kennenlernen die Intentionen immer unklar sein. Ich habe keine Erfahrungen mit Single-Börsen, stelle mir das aber als sehr großen Druck vor, wenn man sich gegenseitig nur auf feste Absichten oder sexuelles Interesse prüft, also so gezielt. Mir kommt das vor, als stehe dann das Ziel im Vordergrund, nicht der Mensch.
(Ich hoffe, es ist verständlich, was ich schreibe. 52 Grad, mindestens, und ein Anruf zwischendurch machen meine Gedanken nicht klarer. )
Zitat:
Sehe ich auch so - zur Partnersuche ist das eine völlige Nische. Selbst zum Hemmungen abbauen finde ich es schwierig, da schon ein Großteil der Leute die jetzt keine Probleme damit haben andere kennen zu lernen sich mit der Aufgabenstellung "jetzt geh mal in den Supermarkt und halte Smalltalk mit ein paar fremden Leuten" nicht wohlfühlen würde.
Sowas ergibt sich mal, oder auch nicht, aber das gezielt anzuleihern tun doch die wenigsten gerne. Kommt mir manchmal vor als würde man jemandem der Angst vor Pferden hat direkt Springreiten vorschlagen.
Ist das so? Ich finde es ganz normal, sich mit Fremden zu unterhalten. Das klappt manchmal, manchmal klappt es nicht. Da hier aber manche (nicht alle) von größeren Defiziten im Umgang mit Menschen schreiben, die auf Unsicherheit, Schüchternheit usw. zurückgehen, halte ich das für einen guten Weg, um Gespräche als Normalität wahrzunehmen. Und wenn es nicht klappt, muss man sich nicht über Jahre zu Tode schämen (muss man eh nicht), sondern sieht die Leute nie wieder.
Dabei hilft es natürlich nichts, wenn man sagt: heute muss ich. Ich meine einfach, die Lockerheit zu entwickeln, sich zu unterhalten, wenn einem etwas einfällt, und nicht jedes Wort so lange im Kopf hin und her zu jonglieren bis die passende Situation vorbei ist.
Manati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2020, 16:48   #283
Manati
deus ex manati
 
Registriert seit: 04/2012
Ort: Mal hier, mal dort.
Beiträge: 7.632
Zitat:
Zitat von Yella Beitrag anzeigen
Ich hab mir die Beiträge von vorgestern noch ein paar mal durchgelesen und verstehe immer noch nicht wie aus einem "Hm, ok" auf den Beitrag von monochrom, der im Grunde genommen, inhaltlich dem vorherigen glich, nur noch mehr Details enthielt, schlussendlich ein 'du interessierst dich nicht für dein Gegenüber' werden konnte.

Ja, ich stehe dazu, dass ich ab und zu im Alltag einfach mal mit Okay/in Ordnung... antworte.
Aber doch nicht, wenn mir jemand dem ich gegenüberstehe, etwas persönliches erzählt.
Ich war jahrelang die Kummerkastentante für mein Umfeld, das ist ganz sicher nicht passiert, weil mir meine Gesprächspartner egal sind.

Ich möchte mir diesen Schuh nicht anziehen, er passt mir echt nicht.
Du musst dir den Schuh ja nicht anziehen. Da dich hier (leider) keiner persönlich kennt, sind das ja Versuche, deine Probleme zu erahnen.
Man kann ja auch gut zuhören - und trotzdem kein großes Interesse haben (du musst das jetzt bitte nicht auf dich persönlich beziehen), sondern kann auch nur zuhören, weil die Funktion, die man dadurch erfüllt besser ist, als gar keine Funktion in sozialen Gefügen zu erfüllen.
Echtes Interesse an anderen Menschen zu haben bedingt, glaube ich, auch, dass man mit sich selbst gut klarkommt. Ich halte es für schwer, offen für andere zu sein, während man selbst an seiner Kleidung rumzuppelt und jedes Wort drei Mal rumdreht, bevor man es ausspricht. In so einer Situation legt man einen großen Fokus auf sich und seine Wirkung.
Das musst du nicht auf dich beziehen. Und es ist ja auch kein Vorwurf. Aber es erklärt dir vielleicht, warum das manche hier schreiben.
Manati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2020, 16:57   #284
Yella
Pluviophile
 
Registriert seit: 10/2014
Beiträge: 3.312
Zitat:
Zitat von Manati Beitrag anzeigen
Mich würde an der Stelle auch interessieren, ob du überhaupt Interesse für andere empfinden kannst. Also ob du zum Beispiel bei Begeisterung des anderen Interesse für ein neues Themengebiet zeigen kannst.
Ja, das kann ich.

Zitat:
Ich frage mich auch, wie du dir eine Beziehung vorstellst, die ja vor allem auf Austausch basiert (im besten Fall). Was ist eine gute Beziehung in deiner Vorstellung?
Die Vorstellung, die ich davon hatte war zusammengesetzt aus dem was ich irgendwo aufgeschnappt habe (Umfeld, Filme).
Also, sehr wahrscheinlich unrealistisch.
Aber das ist mittlerweile auch so weit weg, dass ich darüber nicht mehr nachdenke.

Geändert von Yella (11.08.2020 um 17:03 Uhr)
Yella ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2020, 16:57   #285
HW124
 
Registriert seit: 07/2010
Ort: Am Rande der Lüneburger Heide
Beiträge: 10.181
Katzenfutter, oder Yella??
HW124 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2020, 17:04   #286
Manati
deus ex manati
 
Registriert seit: 04/2012
Ort: Mal hier, mal dort.
Beiträge: 7.632
Zitat:
Zitat von Yella Beitrag anzeigen
Ja, das kann ich.
Das ist doch schon mal gut! Das heißt, es liegt nur an der mangelnden Fähigkeit, dieses Interesse auch vermitteln zu können?
Ich denke, das kann man üben. Wie gesagt finde ich es gut, wenn man sich durch Nachfragen "Zeit verschafft". Und man lässt dem anderen die Möglichkeit, seine Begeisterung weiter auszuführen.
Meine Erfahrung ist auch, dass es bei manchen Leuten gut ankommt, wenn man Unsicherheit einfach mal ausdrückt. Dazu gehört auch Mut, aber es hilft, dass der andere das besser abschätzen kann, warum man wie reagiert. Bei mir ist es so, dass ich, sobald ich gesagt habe, dass ich zum Beispiel sehr nervös (oder ähnliches) bin, schon gar nicht mehr nervös bin.

Zitat:
Die Vorstellung, die ich davon hatte war zusammengesetzt aus dem was ich irgendwo aufgeschnappt habe (Umfeld, Filme).
Also, sehr wahrscheinlich, unrealistisch.
Aber das ist mittlerweile auch so weit weg, dass ich darüber nicht mehr nachdenke.
Ich glaube, sehr viele Menschen haben unrealistische Vorstellungen von Beziehungen. Zumindest sehr viel mehr Menschen, als du vielleicht glauben magst.
Aber wenn das Thema für dich ruht, sollten wir es ruhen lassen.
Manati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2020, 17:12   #287
Yella
Pluviophile
 
Registriert seit: 10/2014
Beiträge: 3.312
Zitat:
Zitat von Manati Beitrag anzeigen
Das ist doch schon mal gut! Das heißt, es liegt nur an der mangelnden Fähigkeit, dieses Interesse auch vermitteln zu können?
Ich denke, das kann man üben. Wie gesagt finde ich es gut, wenn man sich durch Nachfragen "Zeit verschafft". Und man lässt dem anderen die Möglichkeit, seine Begeisterung weiter auszuführen.
Meine Erfahrung ist auch, dass es bei manchen Leuten gut ankommt, wenn man Unsicherheit einfach mal ausdrückt. Dazu gehört auch Mut, aber es hilft, dass der andere das besser abschätzen kann, warum man wie reagiert. Bei mir ist es so, dass ich, sobald ich gesagt habe, dass ich zum Beispiel sehr nervös (oder ähnliches) bin, schon gar nicht mehr nervös bin.
Ich habe mal überlegt, wann ich mich, abgesehen von meiner Familie, dem Smalltalk bei der Arbeit und den Gesprächen während der Therapie zum letzten Mal unterhalten habe und das ist tatsächlich schon 3 Jahre her. Deshalb ist auch dieses Thema, genau wie der Gedanke an eine Beziehung, so gut wie gar nicht mehr präsent bei mir.



Zitat:
Ich glaube, sehr viele Menschen haben unrealistische Vorstellungen von Beziehungen. Zumindest sehr viel mehr Menschen, als du vielleicht glauben magst.
Aber wenn das Thema für dich ruht, sollten wir es ruhen lassen.
Ja, schlafende Drachen sollte man nicht wecken. Danke.
Yella ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2020, 17:42   #288
Luthor
jolly cynic
 
Registriert seit: 02/2003
Ort: NW1
Beiträge: 16.757
Zitat:
Zitat von Yella Beitrag anzeigen
Die Diagnose hochsensibel steht schon sehr lange.
Ah, okay. Das wusste ich nicht.
Aber dann kann ich etwas besser verstehen.

Zitat:
Ich 'fühle' oft nur eine große Müdigkeit und völlige Leere im Kopf oder in meinem Kopf herrscht so ein Lärm, als stünde ich in einer Menschenmasse und alle würden durcheinanderschreien. Ich 'höre' dann nur Bruchstücke von dem was da an Sätzen herumfliegt.
Du bist ueberwaeltigt und weil es so viel ist - zu viel fuer dich - kannst du es nicht verarbeiten und bist dadurch wie gelaehmt?


Zitat:
Dazu kommt, dass ich immer schon, kaum neugierig und zudem sehr schwer zu begeistern bin (also ich kann mich nicht richtig für etwas begeistern. Das ist beides schon so, solange ich mich erinnern kann.
Ich kann das, nach außen hin ganz gut spielen, aber fühlen tu ich es nicht.
Das faellt mir richtig schwer das nachzuvollziehen. Ich bin sehr neugierig. Also nicht im Sinne von Klatsch oder Indiskretion, sondern in Bezug auf Dinge, die es zu entdecken gibt. Es gibt so vieles auf der Welt, ueber das ich gerne mehr wuesste, die ich ausprobieren moechte.
Ebenso interessieren mich Menschen, wie sie leben, was sie tun, was sie essen, welche Rituale und Gebraeuche sie haben, etc. etc.
Ich moechte immer und immer dazu lernen. Okay, natuerlich nicht jeden Tag, ich bin auch oft faul
Aber so als Grundeinstellung.


Zitat:
Mit einem Menschen, den ich gerade erst kennengelernt habe, bzw. noch dabei bin, hatte ich das noch nicht, denn dafür waren sie immer zu schnell weg.
Das heisst, es passiert nicht so schnell und es ist Raum fuer ein bisschen Neugier.
Luthor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2020, 19:05   #289
NBUC
Platin Member
 
Registriert seit: 04/2010
Beiträge: 1.875
Zitat:
Zitat von Manati Beitrag anzeigen
A) Und mit 40 ist die Hälfte davon wieder auf dem Markt, wenn du kein Problem mit Kindern hast.

B) Das kann ich auch wahrnehmen, als Mittdreißigerin ohne Kinder. Aber wenn man nicht in einem Dorf lebt, in dem alle schon mit 20 verheiratet sind, sondern in einer Stadt, gibt es immer noch so viele alleinstehende Menschen, die Kontakte suchen, dass man sie gar nicht alle kennenlernen kann.

C) Aber die Frage ist doch: Wie organisiert man einen Urlaub? Manche wollen den komplett miteinander verbringen, dann ist es schlecht, wenn einer so ein zeitlich anspruchsvolles Hobby hat. Aber andere sind ja durchaus in der Lage, gemeinsam einen Urlaub zu machen, bei dem sie nicht alles miteinander machen. Das ist doch bei jedem Paar unterschiedlich.
Und dass sich keine Frau findet, die, während du schwimmst, am Pool liegt und ein Buch liest, glaube ich nicht.

D) Ich bin ja nicht auf Partnersuche, aber durch mehrere Umzüge in den letzten Jahren bin ich mittlerweile "Profi" im Kontakte knüpfen. Und auch wenn ich weiß, dass das hier keiner lesen will: Ich habe einen Großteil meiner Kontakte hier in der Stadt über Zeichenkurse etc. knüpfen können. In Großstädten sind die Kurse voll von Leuten, die sich freuen, wenn irgendwer fragt: Wer kommt jetzt noch mit auf ein Bier?
Es ist ja nicht so, als wäre man der einzige, der auf der Suche nach neuen Kontakten ist. Das geht vielen so.

E) Ein Date ist zunächst ein Kennenlernen. Ich denke, dass hier der Vorteil an Nicht-Online-Dates ist, dass man sich vorher schon zumindest auf Attraktivität abklopfen konnte - und somit nicht gezwungen ist, binnen kurzer Zeit zu vermitteln, dass man optisch und charakterlich richtig super ist. Gerade wenn man eher von der langsamen Sorte ist und gerade wenn man nicht der supersouveräne Mr. Charming ist, ist es doch einfacher, wenn man sich langsamer kennenlernen kann.

F) Ich schwöre, wenn ich Leuten erzähle, dass ich manchmal lustige kleine Figürchen (Seekühe!) häkle, ist das kein Hobby, bei dem ein Mann denkt: Wow, die Frau will ich heiraten.
Aber was macht das? Das Hobby ist eine Sache, aber doch nicht der Grundbaustein der Beziehung. Es spielt für mich auch keine Rolle, ob ein Mann das sexy findet. Wichtig ist, denke ich, dass man das, was man tut, gerne macht.
Wenn du nicht gerade Jäger bist, gibt es wenige Hobbys, die generell zum Ausschluss führen. (Und auch Jäger finden Frauen.)
Ich finde das Hobby meines Freundes auch ziemlich langweilig, aber für ihn ist es sein halbes Leben. Aber es ist ja auch nicht so, als würde er, wenn ich mich mit historischen Handarbeiten beschäftige, alles darüber wissen wollen.
Der Inhalt ist nebensächlich, ich denke, auf die Begeisterung kommt es an. Die ist, gerade am Anfang, mitreißend.

Zumal Yella absolut durchschnittliche Hobbys hat, nach dem, was sie hier so erzählt hat. Ich denke auch nicht, dass die Hobbys "falsch" sind. Das liegt sicher eher an der mangelnden Fähigkeit, Begeisterung und damit Emotionen zu vermitteln (Luthor hat das schön aufgeschlüsselt).


G) Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie einen Mann auf Anhieb als "sexuell attraktiv" wahrgenommen. Ich kann unterscheiden zwischen "sieht für mich gut aus" und "sieht für mich nicht gut aus", aber dass ich einen Mann anschaue und sexuelles Interesse habe - das kenne ich nicht. Dazu gehört viel mehr.
Ich glaube auch nicht, dass man sexuelles Interesse glaubhaft vorspielen kann. Es sei denn, es ist dem anderen aus welchem Grund auch immer egal, ob das Interesse echt ist.
A) Das kommt drauf an, aber sich ggf. mit den Pubertätsproblemen des indirekten Nachwuchs rumschlagen zu müssen bevor man die selber überwunden hat erscheint mir äh ungünstig.

B) Die sehe ich nicht mehr. Und wenn man fragt "wo sind die dann" kommt ein "Überall", welches dann letztlich wieder auf die Straße hinausläuft.

C) Das Problem liegt ja schon davor, wenn jemand ohne eine entsprechende persönliche Bindung und folgend Kompromissbereitschaft vor einer Partnerschaft überlegt: Tu ich mir das an?
Da ist dann so etwas wie der Urlaub oder ein Hobby ein kleiner Stein auf der Waage: passt der oder passt der nicht. Wenn da dickere Brocken rumliegen ist das nachrangig, aber wenn man im grauen Mittelmaß pendelt sind es die Details auf diesem Level, die das dann zum Kippen bringen, mit dem falschen Hobby dann zur falschen Seite.

D) Habe ich völlig anders erlebt. Ich habe selbst wie auch andere diverse in Vereinen aktive Leute erlebt, wie die hier daran gescheitert sind Vereinsleben zu etablieren. Die meisten Leute sehen die Veranstaltung als gekauften Serviceslot und sind dann weg. Und unter Singles braucht es erst einmal eine Grundmenge Frauen als Basis, sonst kommen weder Männer noch Frauen.
Und Kurse: Die kommen doch oft genug gar nicht erst zu Stande. Ich hatte im Frühjahr einen Kurs zur Portraitfotografie gebucht. Der ist dann noch klar vor Corona an Teilnehmermangel gestorben.

E) Ich denke ein Date ist immer ein Treffen zum Ausloten von Beziehungschancen. Wenn das Interesse aus einer anderer Quelle stammt/ andere Richtung geht, geht es dann ja auch beim Treff um dieses Interesse, nimmt also einen ganz anderen Charakter an.
Und online ist das noch viel deutlicher.

F) Wie gesagt. Das Hobby ist/wird dann relevant, wenn die Antwort bisher in der Waage stand oder sich jemand eben vorher schon nicht nur von den oberflächlichen Kriterien leiten lässt, sondern sich Gedanken zum Wie soll es denn sonst werden macht.
Und was ich gesehen habe knallen die Mehrzahl der Beziehungen, weil rein Trieb als Bindemittel irgendwann nicht mehr hält.

G) Sexuell reizend =/= attraktiv.
Mann kann durchaus biologische Reize erkennen ohne deswegen dann das Gesamtpaket attraktiv zu finden.
Ich vergleiche das
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Alt 11.08.2020, 19:16   #290
NBUC
Platin Member
 
Registriert seit: 04/2010
Beiträge: 1.875
Zitat:
Zitat von Lilly 22 Beitrag anzeigen
Das beginnt in der Regel schon weit früher, nämlich bei der ersten Begeg-
nung überhaupt. Mag sein, dass das vielen so nicht bewusst ist. Ja, weil
es in dem Sinn ja eher ein automatischer, unbewusster Prozess ist. Ist
man hierbei achtsamer, merkt man das aber durchaus selbst.

Man "sortiert" die Menschen nach den eigenen Erfahrungswerten, Vorlie-
ben usw. usf. und da gibt es auch den "Millisekunden-Scan" (besonders
bei Frauen), ob das Gegenüber grundsätzlich auch als potenzieller Part-
ner usw. überhaupt in Frage käme. Also auch, wenn man überhaupt nicht
auf der Suche ist.

Unterstellen wir dabei mal, wir verfügen nur über 4 Schubladen, in die
wir "fremde", "neue" Menschen stecken wollen (1. "vielleicht für mehr",
2. "vielleicht Freunschaft", 3. "vielleicht nette Bekanntschaft/ Kollegen"
und 4. "bleib mir bloß fern")

können sich eben leicht Schwierigkeiten er-
geben, steckt der eine Menschen grundsätzlich nur in Schublade 1 bzw.
4, während der andere zumindest 4 Schubladen aufmacht und beide
die 4. nicht bedienen.

Während Ersterer die 4. nicht bedient und deshalb auf "eine Beziehung"
aus ist, also auch entsprechende Erwartungen "pflegt", hält Letzterer
für diesen vielleicht nach ein paar weiteren Sätzen usw. nur noch die
Schubladen 2-3 bereit. Und um so mehr Ersterer sein Gegenüber in die
Schublade 1 stecken will, dabei das "vielleicht" davor längst gestrichen
hat, um so eher macht Letzterer nun plötzlich vor allem auch die Schub-
lade 4 wieder auf.
Hört sich erst interessant an, aber im grünen Bereich verstehe ich nicht, was da gesagt werden soll.


Zitat:
Zitat von Lilly 22 Beitrag anzeigen
Wie kommst du zu der Schlußfolgerung, dass das "die wenigsten" gern
tun würden? Ich denke hier eher das Gegenteil. Allerdings sind viele
Menschen einfach nur noch total selbstgedreht bzw. mit Komplexen be-
laden. "Normal" ist es dennoch längst nicht, obgleich es regionale Unter-
schiede usw. geben mag.

Man hält doch ständig irgendeinen "Smalltalk" bzw. Ansätze davon, in Geschäften usw. Und gerade weil das so "normal" ist, bietet sich das
als Übungsplatz gut an, um mögliche Hemmungen Schritt für Schritt
abzulegen. Weiter vorteilhaft daran ist, dass man die Situation relativ
schnell auch wieder verlassen kann, ohne das es unbedingt komisch
wirkt. Im Gegensatz zu einem "Date" oder Gelegenheiten, an denen
man längere Zeit verweilen muss (Arbeitsplatz, Party usw.).

Pflegt man dabei allerdings die "Erwartung", man solle da jetzt rein, um
jemanden direkt sein ganzes Leben auszubreiten bzw. abzuschleppen,
sabotiert man sich doch selbst damit. Aber genau das tun diese Leute
sonst ja auch, bei halt anderen Gelegenheiten, ticken sie so.
Das macht ohne einen entsprechenden guten und damit typischerweise zufälligen externen Anlass eben meiner Beobachtung kaum jemand und entsprechend schnell wird das dann bei entsprechender Konstellation <Mann spricht Frau im passen erscheinenden Alter an> auch grundsätzlich als Anmache verstanden. Und die stößt in den seltensten Fällen auf Begeisterung. Und auch so ein Anlass kann sich dann schnell als überzogen abnutzen, ist also ohne weitere Boni nicht mehr wert als für 1-2 Sätze. Kennengelernt hat man dadurch niemanden.
NBUC ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2020, 19:16 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hey NBUC,
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