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Du befindest dich im Forum: Thema Liebe als Diskussionsgrundlage. Hier wird alles besprochen, was mit Liebe, Zwischenmenschlichem und Beziehungsanbahnung zu tun hat. Es soll hier um Grundsatzfragen gehen und nicht um persönliche Probleme! Bitte beachte, daß hier zwar kontrovers und auch mal emotional diskutiert werden kann, persönliche Beleidigungen aber nicht geduldet werden. Wir wollen spannende Diskussionen, in denen das Thema im Vordergrund steht, nicht der Verfasser der Beiträge.

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Alt 23.09.2020, 12:12   #351
questio
and answers
 
Registriert seit: 03/2014
Ort: Auda City
Beiträge: 3.800
Zitat:
Zitat von Manati Beitrag anzeigen
Ich finde nicht, dass man alles ausprobieren muss (bin aber prinzipiell der Meinung, dass man vieles ausprobieren sollte). Wenn man kein Interesse an Sex hat, kann sich Sex ja nur unangenehm anfühlen (auch Schmerzen sind möglich, die führen bestimmt nicht zu einer anderen Einstellung zur Sexualität). Zumal hinter der Ablehnung von Sexualität ja auch ein Trauma stecken kann, dass dann so richtig zurückschlägt.
Ich hatte Jahrelang eine Hundephobie, weil ich als Zweijähriger so schlau war, vor einer riesigen, reißenden Bestie (ich glaube, es war ein Westhighland Terrier) wegzurennen, und die Bestie mir hinterhergerannt ist und mich umgeworfen hat. Ich hatte dann Jahrelang Angst vor Hunden, egal welcher Größe. Sogar vor Rehpinschern.
Es hat lange gedauert und vieler positiver Erfahrungen mit Hunden bedurft, um diese Phobie abzulegen. Mittlerweile kann ich ohne Angst in unmittelbarer Nähe an Pitbulls vorbeilaufen, und wurde auch schon mal von einer zutraulichen und neugierigen Deutschen Dogge angesabbert, ohne schreiend wegzurennen. Ich fand ihren treudoofen Blick eher süß. Mittlerweile überlege ich, mir selbst einen Hund zuzulegen.

Zitat:
Ich kann mir gut vorstellen, dass bei Yella die generelle Überforderung im sozialen Bereich zum Gefühl der Asexualität führen kann (was nicht zu nahe kommt, belastet nicht). Aber ich kann mir auch vorstellen, dass sie tatsächlich asexuell ist - und das ist dann so wenig "bekehrbar" wie Homosexualität.
Es geht ja auch nicht ums Bekehren, sondern darum, herauszufinden was gut für einen selbst ist, und dann einen entsprechenden Partner zu finden. Oder eben auch festzustellen, dass man gar keinen Partner will.

Zitat:
Ohne "Kribbeln" und eigene Lust würde ich überhaupt keine sexuelle Handlung ausführen, nicht mal küssen (auch das kann unangenehm sein
Das sind jetzt aber Deine persönlichen Vorlieben. Das kann bei anderen Menschen wieder anders aussehen.

Zitat:
Zumal das Hauptproblem vor der asexuellen Partnerschaft ja auch ist, dass Yella schnell überreizt ist und abschaltet. Ganz unabhängig vom Sex erschwert das (natürlich) ein Kennenlernen. Da müsste man ansetzen, ob das lösbar ist. Danach kann sie ja immer noch neu beurteilen, ob ein grundlegendes Interesse am anderen (oder eigenen?) Geschlecht vorhanden ist oder eben nicht.
Auch hier gilt: wenn man nicht über den eigenen Schatten springt und es ausprobiert, wird sich nichts ändern.
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Alt 23.09.2020, 12:12 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

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Alt 23.09.2020, 14:14   #352
0815Nick
Special Member
 
Registriert seit: 02/2011
Ort: Nerdpol
Beiträge: 3.430
Zitat:
Zitat von questio Beitrag anzeigen
...
Mir ging es auch weniger darum ihr einen bestimmte Spielweise näher zubringen, sondern sie fragte wo ich das herleite. Da her.
Je extremer das beobachtete Verhalten ist, desto einfacher ist es simple Rückschlüsse zu ziehen.

Mein Fazit steht ja mehr als deutlich drin, und das hat nichts bestimmten Vorlieben explizit zu tun. Da liegt es ganz klar an ihr selbst herauszufinden ob sie für gewisse Dinge empfänglich ist oder nicht; um es mal so neutral wie möglich auszudrücken.


Zitat:
Zitat von Manati Beitrag anzeigen
Ich finde nicht, dass man alles ausprobieren muss (bin aber prinzipiell der Meinung, dass man vieles ausprobieren sollte). Wenn man kein Interesse an Sex hat, kann sich Sex ja nur unangenehm anfühlen (auch Schmerzen sind möglich, die führen bestimmt nicht zu einer anderen Einstellung zur Sexualität). Zumal hinter der Ablehnung von Sexualität ja auch ein Trauma stecken kann, dass dann so richtig zurückschlägt.
Aber wäre diese Erkenntnis nicht letztendlich mehr Wert als ihr derzeitiges "Nicht-Wissen"?

Zitat:
Ich kann mir gut vorstellen, dass bei Yella die generelle Überforderung im sozialen Bereich zum Gefühl der Asexualität führen kann (was nicht zu nahe kommt, belastet nicht)
Weswegen ich mir sehr gut vorstellen könnte, dass sie sich in einer etwas passiven Rolle wahrscheinlich sogar ganz wohl fühlen würde.
Aber ihre Unerfahrenheit macht das natürlich schwierig.
Die Gefahr dabei ausgenutzt zu werden und am Ende eine weitere schlechte Erfahrung gemacht zu haben ist da.

Zitat:
Aber ich kann mir auch vorstellen, dass sie tatsächlich asexuell ist - und das ist dann so wenig "bekehrbar" wie Homosexualität.
Mir kommt sie nur extrem gehemmt vor... wirklich asexuell hab ich bisher noch keinen Menschen kennengelernt. (Obwohl es die natürlich gibt.)
Aber die Anzahl ist doch wohl eher gering.

Dagegen hab ich viele mit Störungen, auch wirklich schlimmen lähmenden Störungen, kennengelernt.
Für einige war ein normales Sex-Leben unmöglich. (z.B. Missbrauchstrauma)
Sie scheint hier etwas massiv zu verdrängen. Das halte ich für viel wahrscheinlicher als das sie wirklich asexuell ist.


Zitat:
dass Yella schnell überreizt ist und abschaltet. Ganz unabhängig vom Sex erschwert das (natürlich) ein Kennenlernen.
Das ist tatsächlich ein Problem, aber als Frau doch eher ein kleines Problem.
Die Erwartungshaltung ist doch sowieso dass Frau sich gemeinhin "ziert" und bremst. Wäre bei einem Mann doch viel tragischer. Frauen haben weniger Geduld als Männer wenn sie sich einmal entschieden haben.
Das zumindest meine allgemeine Beobachtung. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)

Zitat:
Danach kann sie ja immer noch neu beurteilen, ob ein grundlegendes Interesse am anderen (oder eigenen?) Geschlecht vorhanden ist oder eben nicht.
Also tut mir leid, aber man weiß doch ob man grundsätzlich einen Drang nach Nähe hat, man sich wünscht gehalten zu werden o.Ä.
Selbst wenn man es auf die naivste kindliche Form eines Teenie-Traumes herunter-stumpft, ist das immer noch grundsätzlich Interesse an Sexualität.
Und damit ist man nicht mehr asexuell und wünscht sich auch grundsätzlich "mehr", selbst wenn derjenige nicht weiß wie.
Das zumindest meine Meinung dazu.
0815Nick ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.09.2020, 21:18   #353
Anique
Platin Member
 
Registriert seit: 07/2018
Ort: Rainbowland
Beiträge: 1.918
Zitat:
Zitat von questio Beitrag anzeigen
Ich hatte Jahrelang eine Hundephobie, weil ich als Zweijähriger so schlau war, vor einer riesigen, reißenden Bestie (ich glaube, es war ein Westhighland Terrier) wegzurennen, und die Bestie mir hinterhergerannt ist und mich umgeworfen hat. Ich hatte dann Jahrelang Angst vor Hunden, egal welcher Größe. Sogar vor Rehpinschern.
Es hat lange gedauert und vieler positiver Erfahrungen mit Hunden bedurft, um diese Phobie abzulegen. Mittlerweile kann ich ohne Angst in unmittelbarer Nähe an Pitbulls vorbeilaufen, und wurde auch schon mal von einer zutraulichen und neugierigen Deutschen Dogge angesabbert, ohne schreiend wegzurennen. Ich fand ihren treudoofen Blick eher süß. Mittlerweile überlege ich, mir selbst einen Hund zuzulegen.

Ich glaube nicht das man eine Phobie oder auch Krankheit, mit einer sexuellen Orientierung vergleichen kann.
Da hat Manati schon recht, weil auch Asexualität letztendlich nichts anderes ist.
Eine Phobie beruht ja meistens auf schlechten Erfahrungen und das man sich hinterher in diese Dinge hereingesteigert hat, sodass die Angst davor größer ist, als der tatsächliche Zustand. Und wie bei psychischen Erkrankungen kann man dies häufig therparieren.
Aber Du kannst nicht beeinflussen, ob Du auf Männer oder Frauen stehst, auf beides oder eben gar keine Lust auf Sex und Intimität hast.
Stell Dir vor, Dir sagt jemand, Du könntest auch Gefallen an Sex mit Männern finden und Deine Abneigung dagegen ließe sich therapieren oder in positive Gefühle umwandeln.
Das wird nicht funktionieren, gegen Deinen genetischen Code kommst Du nicht an. Du kannst nur versuchen, für gewisse Dinge mehr Sensibilität zu entwickeln. Aber das wird Dich nicht umpolen oder sexuelle Lust wecken etc.
Anique ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.09.2020, 21:28   #354
questio
and answers
 
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Beiträge: 3.800
Zitat:
Zitat von Anique Beitrag anzeigen
Ich glaube nicht das man eine Phobie oder auch Krankheit, mit einer sexuellen Orientierung vergleichen kann.
Da hat Manati schon recht, weil auch Asexualität letztendlich nichts anderes ist.
Eine Phobie beruht ja meistens auf schlechten Erfahrungen und das man sich hinterher in diese Dinge hereingesteigert hat, sodass die Angst davor größer ist, als der tatsächliche Zustand. Und wie bei psychischen Erkrankungen kann man dies häufig therparieren.
Aber Du kannst nicht beeinflussen, ob Du auf Männer oder Frauen stehst, auf beides oder eben gar keine Lust auf Sex und Intimität hast.
Stell Dir vor, Dir sagt jemand, Du könntest auch Gefallen an Sex mit Männern finden und Deine Abneigung dagegen ließe sich therapieren oder in positive Gefühle umwandeln.
Das wird nicht funktionieren, gegen Deinen genetischen Code kommst Du nicht an. Du kannst nur versuchen, für gewisse Dinge mehr Sensibilität zu entwickeln. Aber das wird Dich nicht umpolen oder sexuelle Lust wecken etc.
Wenn es sich bei Yella um Asexualität handelt dann wird das nicht funktionieren, da gebe ich Dir recht. Dann wäre eher eine Beziehung zu einem asexuellen Mann oder bei entsprechender Vorliebe zu einer anderen asexuellen Frau sinnvoll, wenn man auf Zweisamkeit nicht verzichten möchte. Systematische Desensibilisierung oder auch ein Sprung ins kalte Wasser wäre tatsächlich nur dann möglich, wenn ein Trauma für die Unterdrückung sexueller Gefühle und Bedürfnisse ursächlich wäre.
questio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2020, 08:57   #355
0815Nick
Special Member
 
Registriert seit: 02/2011
Ort: Nerdpol
Beiträge: 3.430
Zitat:
Zitat von Anique Beitrag anzeigen
Aber Du kannst nicht beeinflussen, ob Du auf Männer oder Frauen stehst, auf beides oder eben gar keine Lust auf Sex und Intimität hast.
Stell Dir vor, Dir sagt jemand, Du könntest auch Gefallen an Sex mit Männern finden und Deine Abneigung dagegen ließe sich therapieren oder in positive Gefühle umwandeln.
Das wird nicht funktionieren, gegen Deinen genetischen Code kommst Du nicht an.
Ist aber auch nichts anderes als das was gerade politisch korrekt ist.
Und diese Einstellung ist noch relativ jung, es ist noch nicht lange her das Umerziehung die politisch korrekte Idee war...

Das soll nicht heißen dass ich mir das zurück wünsche, auf keinen Fall.
Trotzdem gibt es auch heute noch Umerziehung und das selbst in sexuell aufgeklärten Ländern.

Ich selbst habe einen Kunden, der ist so schwul, schwuler geht es nicht.
Und trotzdem hat er 30 Jahre mit seiner Ehefrau gelebt und hat 4 Kinder produziert.

Oder Männer im Gefängnis: Das sich hier einige auf Männer um orientieren um überhaupt Sex haben zu können ist doch ein offenes Geheimnis...

Die Menschen sind letztendlich viel ambivalenter was ihre Sexualität angeht als diese sich das selbst vorstellen können, und dabei scheint es fast egal ob jemand nun gezwungen wird oder freiwillig das nächstbeste nimmt.

Zu behaupten, man könne den Geist und damit die Lust nicht beeinflussen ist naiv, natürlich geht das. Nur auf Dauer funktioniert es meist nicht und glücklich macht es diejenigen auch nicht.
Trotzdem ist es grundsätzlich nicht unmöglich und es gibt hier definitiv keine "genetische Sperre" auch wenn man das heute gerne so hätte.
0815Nick ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2020, 09:25   #356
Manati
deus ex manati
 
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Ort: Mal hier, mal dort.
Beiträge: 7.632
Zitat:
Zitat von questio Beitrag anzeigen
Ich hatte Jahrelang eine Hundephobie, weil ich als Zweijähriger so schlau war, vor einer riesigen, reißenden Bestie (ich glaube, es war ein Westhighland Terrier) wegzurennen, und die Bestie mir hinterhergerannt ist und mich umgeworfen hat. Ich hatte dann Jahrelang Angst vor Hunden, egal welcher Größe. Sogar vor Rehpinschern.
Es hat lange gedauert und vieler positiver Erfahrungen mit Hunden bedurft, um diese Phobie abzulegen. Mittlerweile kann ich ohne Angst in unmittelbarer Nähe an Pitbulls vorbeilaufen, und wurde auch schon mal von einer zutraulichen und neugierigen Deutschen Dogge angesabbert, ohne schreiend wegzurennen. Ich fand ihren treudoofen Blick eher süß. Mittlerweile überlege ich, mir selbst einen Hund zuzulegen.
"Lange gedauert" und "viele positive Erfahrungen" ist aber nicht, sich einfach mal auf Sex einzulassen. Das wäre analog: mal freundlich reden, dann mal zusammen ausgehen, dann mal die Hand streicheln oder streicheln lassen etc.
Gleich mit einem Mann ins Bett zu gehen, das wäre eher das Äquivalent zu: Ich habe Angst vor Hunden, um diese zu bekämpfen, kaufe ich mir einen Rottweiler, bei dem es schon zu Beißvorfällen kam.

Zitat:
Es geht ja auch nicht ums Bekehren, sondern darum, herauszufinden was gut für einen selbst ist, und dann einen entsprechenden Partner zu finden. Oder eben auch festzustellen, dass man gar keinen Partner will.
So wie ich Yella verstehe, will sie einen Partner, aber keinen Sex. Das hat sie doch für sich herausgefunden, aber es wird nicht richtig akzeptiert.

Zitat:
Das sind jetzt aber Deine persönlichen Vorlieben. Das kann bei anderen Menschen wieder anders aussehen.
Ich kenne wirklich niemanden, dessen Vorliebe es ist, Sex ohne Lust darauf zu haben.
Zitat:
Auch hier gilt: wenn man nicht über den eigenen Schatten springt und es ausprobiert, wird sich nichts ändern.
Der Schatten kann aber nicht sein, sich zum Sex zu "zwingen", obwohl man es nicht will. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Yellas Dates, die sie bisher hatte (waren ja nicht viele?), auch daran gescheitert sind, dass diese Abwehrhaltung wahrnehmbar ist.
Und wenn Sozialkontakte sie überfordern, kann es auch helfen, sich eine Weile zurückzuziehen. Man darf den Zeitpunkt nicht verpassen, ab dem man wieder auf andere zugehen sollte, aber wenn man verkrampft auf andere zugeht, dann sind Misserfolge vorprogrammiert - die die Sozialangst bestärken.

Zitat:
Zitat von 0815Nick Beitrag anzeigen
Mir ging es auch weniger darum ihr einen bestimmte Spielweise näher zubringen, sondern sie fragte wo ich das herleite. Da her.
Je extremer das beobachtete Verhalten ist, desto einfacher ist es simple Rückschlüsse zu ziehen.

Mein Fazit steht ja mehr als deutlich drin, und das hat nichts bestimmten Vorlieben explizit zu tun. Da liegt es ganz klar an ihr selbst herauszufinden ob sie für gewisse Dinge empfänglich ist oder nicht; um es mal so neutral wie möglich auszudrücken.
So wie ich sie bisher verstanden habe, nimmt sie Männer aber nicht sexuell wahr. Das ist ja etwas, dass ihr in den letzten 20 Jahren hätte auffallen können, wenn sie es doch wahrnehmen würde.

Zitat:
Aber wäre diese Erkenntnis nicht letztendlich mehr Wert als ihr derzeitiges "Nicht-Wissen"?
Falls es sich wirklich um ein Trauma handelt, das durch sexuelle Gewalterfahrungen entstanden ist, wäre ich hier lieber vorsichtig.

Zitat:
Weswegen ich mir sehr gut vorstellen könnte, dass sie sich in einer etwas passiven Rolle wahrscheinlich sogar ganz wohl fühlen würde.
Aber ihre Unerfahrenheit macht das natürlich schwierig.
Die Gefahr dabei ausgenutzt zu werden und am Ende eine weitere schlechte Erfahrung gemacht zu haben ist da.
Das sehe ich als ganz großes Problem!


Zitat:
Mir kommt sie nur extrem gehemmt vor... wirklich asexuell hab ich bisher noch keinen Menschen kennengelernt. (Obwohl es die natürlich gibt.)
Aber die Anzahl ist doch wohl eher gering.

Dagegen hab ich viele mit Störungen, auch wirklich schlimmen lähmenden Störungen, kennengelernt.
Für einige war ein normales Sex-Leben unmöglich. (z.B. Missbrauchstrauma)
Sie scheint hier etwas massiv zu verdrängen. Das halte ich für viel wahrscheinlicher als das sie wirklich asexuell ist.
Ich halte beides für möglich. Aber es spielt ja letztlich keine Rolle, denn den Traum einer eigenen Familie musste sie in ihrem Alter ja eh schon abhaken.
Ich würde daher eher auf andere Lebensmodelle abzielen: Warum ein Mann, wenn Sexualität immer ein Problem sein wird? Einen asexuellen Mann zu finden, der auch sonst zu einem passt, dürfte schwierig sein. Ich könnte mir vorstellen, dass hier eine sehr feste Frauenfreundschaft mit gemeinsamer Wohnung zum Beispiel eine gute Lösung sein könnte. Da kann man auch den Alltag teilen, die Sorgen etc., und Frauen sind ja nicht so zimperlich, was Körperkontakt angeht, also Kuscheln auf dem Sofa oder so.

Zitat:
Das ist tatsächlich ein Problem, aber als Frau doch eher ein kleines Problem.
Die Erwartungshaltung ist doch sowieso dass Frau sich gemeinhin "ziert" und bremst. Wäre bei einem Mann doch viel tragischer. Frauen haben weniger Geduld als Männer wenn sie sich einmal entschieden haben.
Das zumindest meine allgemeine Beobachtung. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)
Ich glaube nicht, dass Frauen über 30 so wahnsinnig viel Geduld haben (Ausnahmen kenne ich).
Zitat:
Also tut mir leid, aber man weiß doch ob man grundsätzlich einen Drang nach Nähe hat, man sich wünscht gehalten zu werden o.Ä.
Selbst wenn man es auf die naivste kindliche Form eines Teenie-Traumes herunter-stumpft, ist das immer noch grundsätzlich Interesse an Sexualität.
Und damit ist man nicht mehr asexuell und wünscht sich auch grundsätzlich "mehr", selbst wenn derjenige nicht weiß wie.
Das zumindest meine Meinung dazu.
So wie ich das verstehe, wünscht sie sich jemanden, der sie in den Arm nimmt, der aber nicht viel weitergeht. Yella, du kannst korrigieren, wenn ich das falsch verstanden habe.

Zitat:
Zitat von 0815Nick Beitrag anzeigen
Ist aber auch nichts anderes als das was gerade politisch korrekt ist.
Und diese Einstellung ist noch relativ jung, es ist noch nicht lange her das Umerziehung die politisch korrekte Idee war...
Und wozu hat das geführt? Zu Menschen, die ihr Leben lang ihre wahre Sexualität unterdrücken mussten.
Wenn Yella asexuell ist, tut sie sich keinen Gefallen, Sexualität gegen eine Partnerschaft zu tauschen.


Zitat:
Ich selbst habe einen Kunden, der ist so schwul, schwuler geht es nicht.
Und trotzdem hat er 30 Jahre mit seiner Ehefrau gelebt und hat 4 Kinder produziert.
Eine Freundin meiner Mutter hatte das auch so. Ihre Depressionen verschwanden, als sie nach Jahrzehnten endlich zu sich gestanden hat, den Mann verlassen und offen lesbisch gelebt hat.
Man kann seine Lebenszeit auch verschwenden.

Zitat:
Zu behaupten, man könne den Geist und damit die Lust nicht beeinflussen ist naiv, natürlich geht das. Nur auf Dauer funktioniert es meist nicht und glücklich macht es diejenigen auch nicht.
Trotzdem ist es grundsätzlich nicht unmöglich und es gibt hier definitiv keine "genetische Sperre" auch wenn man das heute gerne so hätte.
Das ist ja das Problem. Yella hat Jahre gebraucht, um für sich zu merken, warum es unter anderem nicht klappt: Sie will keinen Sex.
Klar kann sie jetzt Sex haben, irgendwie, aber das wird sie eher noch bestärken in ihrer Ablehnung. Ich nehme das erst einmal an, dass sie das nicht möchte, und gehe von dieser These aus. Dann erübrigt sich jedes "hab doch mal Sex". Einem schwulen Mann würde ich ja auch nicht in mein Bett einladen, um ihn "auf den Geschmack zu bringen".
Manati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2020, 10:17   #357
questio
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Zitat:
Zitat von Manati Beitrag anzeigen
"Lange gedauert" und "viele positive Erfahrungen" ist aber nicht, sich einfach mal auf Sex einzulassen. Das wäre analog: mal freundlich reden, dann mal zusammen ausgehen, dann mal die Hand streicheln oder streicheln lassen etc.
Gleich mit einem Mann ins Bett zu gehen, das wäre eher das Äquivalent zu: Ich habe Angst vor Hunden, um diese zu bekämpfen, kaufe ich mir einen Rottweiler, bei dem es schon zu Beißvorfällen kam.
Reizend, dass Du Männer mit beißwütigen Rottweilern vergleichst. Klar, wir verschlingen Frauen mit Haut und Haaren wie der böse Wolf das Rotkäppchen, und sind absolut nicht in der Lage, einfühlsam und vorsichtig auf Frauen einzugehen, oder uns auch mal zurückzunehmen. Keiner von uns.

Zitat:
So wie ich Yella verstehe, will sie einen Partner, aber keinen Sex. Das hat sie doch für sich herausgefunden, aber es wird nicht richtig akzeptiert.
Wenn es nur darum ginge, könnte sie auch in einem Asexuellenforum fündig werden.

Zitat:
Ich kenne wirklich niemanden, dessen Vorliebe es ist, Sex ohne Lust darauf zu haben.
Es gibt das Sprichwort „der Appetit kommt beim Essen“. Oftmals muss man (auch im Bett) Dinge ausprobieren um herauszufinden, ob sie einem gefallen. Wenn nicht, kann man es ja sofort abbrechen. Aber wenn man es nicht ausprobiert, wird man es nie wissen.

Zitat:
Der Schatten kann aber nicht sein, sich zum Sex zu "zwingen", obwohl man es nicht will. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Yellas Dates, die sie bisher hatte (waren ja nicht viele?), auch daran gescheitert sind, dass diese Abwehrhaltung wahrnehmbar ist.
Als ich vor langer, langer Zeit meine allerersten vorsichtigen Versuche unternahm, einer Frau näherzukommen, musste ich mich auch zwingen und überwinden. Der Grund lag in meiner verkorksten Erziehung, die mir sexuelles Interesse an Frauen als „böse“ und „sexistisch“ eingeimpft hatte. Es kam mir in der damaligen Situation wie ein Himmelfahrtskommando vor, eine Frau, die wohlgemerkt bereits an mich gekuschelt in meinem Bett lag, am Hintern zu streicheln. Ich rechnete jeden Moment damit, eine Ohrfeige zu bekommen, weil ich das Verhalten von Frauen absolut nicht einschätzen konnte. Manchmal muss man ins kalte Wasser springen, um weiterzukommen.

Zitat:
Und wenn Sozialkontakte sie überfordern, kann es auch helfen, sich eine Weile zurückzuziehen. Man darf den Zeitpunkt nicht verpassen, ab dem man wieder auf andere zugehen sollte, aber wenn man verkrampft auf andere zugeht, dann sind Misserfolge vorprogrammiert - die die Sozialangst bestärken.
Sich ins Schneckenhaus zurückzuziehen um zwischenmenschliche Probleme zu überwinden... da hab ich so meine Zweifel. Man muss nicht sofort in die Vollen gehen, aber es wird immer Überwindung mit dabei sein. Das ist nicht angenehm, aber unvermeidbar.

Zitat:
So wie ich sie bisher verstanden habe, nimmt sie Männer aber nicht sexuell wahr. Das ist ja etwas, dass ihr in den letzten 20 Jahren hätte auffallen können, wenn sie es doch wahrnehmen würde.
Wie gesagt - in dem Fall wäre, so sie nicht lesbisch ist, ein Asexuellenforum sinnvoll.


Zitat:
Falls es sich wirklich um ein Trauma handelt, das durch sexuelle Gewalterfahrungen entstanden ist, wäre ich hier lieber vorsichtig.
Es muss nicht zwangsläufig auf Gewalterfahrung zurückzuführen sein. Eine verkorkste Erzeihung kann, wie gesagt, Ähnliches bewirken.


Zitat:
Einen asexuellen Mann zu finden, der auch sonst zu einem passt, dürfte schwierig sein.
Warum?
questio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2020, 10:27   #358
Manati
deus ex manati
 
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Zitat:
Zitat von questio Beitrag anzeigen
Reizend, dass Du Männer mit beißwütigen Rottweilern vergleichst. Klar, wir verschlingen Frauen mit Haut und Haaren wie der böse Wolf das Rotkäppchen, und sind absolut nicht in der Lage, einfühlsam und vorsichtig auf Frauen einzugehen, oder uns auch mal zurückzunehmen. Keiner von uns.

Es war ja nur eine Analogie. Ich hätte auch einfach schreiben können, dass es sicher in Ordnung ist, sich langsam heranzutasten, aber ich es für Quatsch halte, mal eben als Jungfrau Ü30 mit Ängsten (?) Sex zu haben, wenn man das davor auch nicht wollte.

Zitat:
Wenn es nur darum ginge, könnte sie auch in einem Asexuellenforum fündig werden.
Ich meine, sie war mal in einem (oder war das nur der Hube?).

Zitat:
Es gibt das Sprichwort „der Appetit kommt beim Essen“. Oftmals muss man (auch im Bett) Dinge ausprobieren um herauszufinden, ob sie einem gefallen. Wenn nicht, kann man es ja sofort abbrechen. Aber wenn man es nicht ausprobiert, wird man es nie wissen.
Wenn mich etwas überhaupt nicht reizt, probiere ich es nicht aus. Dabei bin ich sicher das Gegenteil von verklemmt, aber ein gewisses Grundinteresse muss schon da sein.

Zitat:
Als ich vor langer, langer Zeit meine allerersten vorsichtigen Versuche unternahm, einer Frau näherzukommen, musste ich mich auch zwingen und überwinden. Der Grund lag in meiner verkorksten Erziehung, die mir sexuelles Interesse an Frauen als „böse“ und „sexistisch“ eingeimpft hatte. Es kam mir in der damaligen Situation wie ein Himmelfahrtskommando vor, eine Frau, die wohlgemerkt bereits an mich gekuschelt in meinem Bett lag, am Hintern zu streicheln. Ich rechnete jeden Moment damit, eine Ohrfeige zu bekommen, weil ich das Verhalten von Frauen absolut nicht einschätzen konnte. Manchmal muss man ins kalte Wasser springen, um weiterzukommen.
Ich finde das total krass! Aber meine Erziehung war auch nicht besser, meine Mutter hat mir immer gesagt, dass man als Frau höchstens mit einem Mann verkehren sollte. Ich habe es ausprobiert, es klappt auch gut, wenn es mehrere sind.
Klar muss man über solche Erziehungsverkorksereien hinwegkommen, ich denke, viele, die meisten, machen das auch, wenn sie erwachsen werden. Bei Whiskas könnte ich mir so eine Problematik vorstellen, so sehr er davon überzeugt ist, dass jeder Blick in Richtung einer Frau gleich eine Belästigung sein könnte.
Bei Yella teile ich das aus meinem Bauchgefühl heraus aber nicht.

Zitat:
Sich ins Schneckenhaus zurückzuziehen um zwischenmenschliche Probleme zu überwinden... da hab ich so meine Zweifel. Man muss nicht sofort in die Vollen gehen, aber es wird immer Überwindung mit dabei sein. Das ist nicht angenehm, aber unvermeidbar.
Ich habe daran keine Zweifel, weil ich denke, dass manchmal die Notbremse bei echten Ängsten sinnvoll sein kann. Man muss eben nur den richtigen Moment finden, um diese wieder zu lösen.
Ich hatte selbst mit massiven sozialen Ängsten zu tun und habe mich in absoluten Mini-Schritten wieder ans Leben herangetastet. Das ist in der Retrospektive total krass, aber damals waren die kleinen Schritte wichtig. Und manchmal ist es auch wichtig, anzunehmen, dass man so ist, und sich halt einfach mit einer Decke aufs Sofa zu kuscheln, statt es zu probieren.
Yella hat ja auch lange im Verein Sport gemacht und geht in einen Chor. Sie schließt sich ja nicht Zuhause ein.

Yella, da hätte ich eine Frage: Du hast ja einen Hund und mit so einem Tier gerät man ja oft in Smalltalk-Situationen. Sind die für dich auch schwierig oder wird es nur schwierig, wenn es ernster wird?


Zitat:
Es muss nicht zwangsläufig auf Gewalterfahrung zurückzuführen sein. Eine verkorkste Erzeihung kann, wie gesagt, Ähnliches bewirken.
Und könnte auch ein Trauma und Ängste auslösen.
Zitat:
Warum?
Weil es, ohne jetzt Zahlen zu recherchieren, wohl nur sehr wenige asexuelle Männer gibt. Und selbst wenn man ganz "normal" hetero ist, ist es schon schwer, jemanden zu finden, der wirklich zu einem passt. Ich denke daher, dass es nicht einfach sein wird (was aber nicht heißt, dass es unmöglich ist).
Manati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.09.2020, 12:49   #359
Anique
Platin Member
 
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Zitat:
Zitat von 0815Nick Beitrag anzeigen
Ist aber auch nichts anderes als das was gerade politisch korrekt ist.
Und diese Einstellung ist noch relativ jung, es ist noch nicht lange her das Umerziehung die politisch korrekte Idee war...

Das soll nicht heißen dass ich mir das zurück wünsche, auf keinen Fall.
Trotzdem gibt es auch heute noch Umerziehung und das selbst in sexuell aufgeklärten Ländern.
Als ob es hierzulande so viel aufgeklärter wäre, nur weil man Homosexuelle nicht mehr aktiv verfolgt.
Ich möchte mich über die jetzige Situation gar nicht beschweren, denn ich hatte großes Glück, weil meine Eltern tolerant sind.
Aber auch mir ist Ablehnung entgegen geschlagen, Mädchen in meinem Alter, die sich plötzlich nicht mehr mit mir umziehen wollten, sexistische Kommentare usw. usw.
Und ich kenne auch einige Beispiele, wo das Elternhaus sehr schlimm reagiert hat. Im besten Fall wird es noch ignoriert. Die Mutter einer meiner Freundinnen tut zum Beispiel immer so, als wüsste sie gar nicht, dass zwischen uns mehr läuft als das Freundinnen zusammen leben. Mehr Toleranz kann sie mit ihrer Kultur und Erziehung nicht vereinbaren, obwohl sie ihr Kind liebt. Ihre Toleranz heißt eben Ignoranz und Leugnen. Auch das kann weh tun.
Im Prinzip ist es egal, ob Du Homo bist, Asexuell oder sonstwie "anders".
Es wird immer schwierige Situationen geben, bis hin zu Ablehnung und Ausgrenzung. Vom innerlichen Kampf ganz zu schweigen, der vielen Heterosexuellen oder "normal" gepolten Menschen gar nicht bewusst ist.
Im Übrigen haben es Männer immer schwerer, was das angeht, denn Lesben wurden ja selbst von den Nazis irgendwie geduldet. Bis heute sind die von Ausgrenzung und auch körperlicher Gewalt viel mehr betroffen als wir. Das ist leider eine Tatsache.

Zitat:
Ich selbst habe einen Kunden, der ist so schwul, schwuler geht es nicht.
Und trotzdem hat er 30 Jahre mit seiner Ehefrau gelebt und hat 4 Kinder produziert.
Ich kenne auch Frauen, die lange verheiratet waren, Kinder haben und es erst spät eingestanden haben, was mit ihnen ist. Bei einer ist es ganz extrem, sie trauert um viele verlorene Jahre und ist darüber depressiv geworden. Natürlich gibt es auch andere Fälle, wo Männer/Frauen dann erst richtig aufblühen.


Zitat:
Oder Männer im Gefängnis: Das sich hier einige auf Männer um orientieren um überhaupt Sex haben zu können ist doch ein offenes Geheimnis...
Das geht bei Frauen genauso, aber ich frage mich immer, ob es dabei wirklich nur um Lust geht, wie es primär den Anschein hat, oder nicht vor allem um Zuneigung, Intimität bzw. menschliche Zuwendung. Das kann ich leider nicht beantworten, da gibt es aber sicherlich Studien.

Zitat:
Die Menschen sind letztendlich viel ambivalenter was ihre Sexualität angeht als diese sich das selbst vorstellen können, und dabei scheint es fast egal ob jemand nun gezwungen wird oder freiwillig das nächstbeste nimmt.
Diese Ambivalenz kann einen Menschen aber gut beschäftigen.
Siehe auch Hube oder eben Yella, die ihre "Andersartigkeit" - bitte nicht böse auffassen!! - bemerken und unterschiedliche Strategien verfolgen, dem zu begegnen.
Dieser innere Kampf, von dem ich auch weiter oben schon gesprochen habe, wird von vielen Menschen, mit einer klar definierten Sexualität unterschätzt.
Ich bin ein sehr sexueller Mensch, aber auch ich habe viel Zeit darauf verwendet, mich irgendwie zu definieren und zu vergleichen.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich bis heute auch den Fakt nicht verwunden, dass ich offenbar bisexuell bin.
Wenn ich mit einem Mann zusammen bin, dann fühlt sich das mitunter total richtig an und trotzdem schreit in mir alles : Falsch, falsch, falsch.

Das sind sicher geringe Probleme, im Vergleich mit dem was eine Yella verarbeiten muss, aber ich bilde mir eben ein, dies zumindest im Ansatz nachvollziehen zu können.
Wobei die Geschichte um Hube mir überhaupt erst die Augen geöffnet hat, wie man sich solche Situation vorstellen muss.
Ich habe lange gebraucht, bis ich überhaupt kapiert habe, dass er teilweise wirklich nicht nachvollziehen kann, wovon wir reden.
Das stelle ich mir sehr hart vor.



Zitat:
Zu behaupten, man könne den Geist und damit die Lust nicht beeinflussen ist naiv, natürlich geht das.
Ja, aber...

Zitat:
Trotzdem ist es grundsätzlich nicht unmöglich und es gibt hier definitiv keine "genetische Sperre" auch wenn man das heute gerne so hätte.

Ich glaube Du siehst die Dinge zu sehr aus Deiner klar definierten Position der sexuellen Orientierung. Deswegen kannst Du Dir auch keine Orientierungslosigkeit vorstellen.
Abgesehen davon: Wäre es so wie Du sagst, dann wäre ja Homosexualität oder auch Asexualität "heilbar". Das glaube ich nicht.

Geändert von Anique (24.09.2020 um 12:54 Uhr)
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Alt 24.09.2020, 13:40   #360
0815Nick
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Zitat:
Zitat von Manati Beitrag anzeigen
Lange gedauert" und "viele positive Erfahrungen" ist aber nicht, sich einfach mal auf Sex einzulassen. Das wäre analog: mal freundlich reden, dann mal zusammen ausgehen, dann mal die Hand streicheln oder streicheln lassen etc.
Gleich mit einem Mann ins Bett zu gehen, das wäre eher das Äquivalent zu: Ich habe Angst vor Hunden, um diese zu bekämpfen, kaufe ich mir einen Rottweiler, bei dem es schon zu Beißvorfällen kam.
Ein weniger übertrieben dargestellt, aber grundsätzlich stimme ich dir zu.
Wer so unerfahren und stigmatisiert rüber kommt, für den ist es schon ein Erfolg mal Händchen zu halten.

Aber es hat ihr doch auch keiner Empfohlen einfach mal raus zugehen und auszuprobieren ob "Dogging" etwas für sie wäre...

Aber mal vom Scherz abgesehen, wäre ein wenig absichtliche, freiwillige Konfrontation vielleicht gar nicht mal schlecht.

Ich tue mich schwer ihr zu glauben dass ihre Ablehnung "echte" Asexualität ist.

Zitat:
So wie ich Yella verstehe, will sie einen Partner, aber keinen Sex. Das hat sie doch für sich herausgefunden, aber es wird nicht richtig akzeptiert.
Das ist es ja was ich nicht verstehe.
Es gibt viele Möglichkeiten zusammen mit anderen zu Leben. Andere asexuelle Menschen zum kennenlernen oder zusammenleben in Wohngemeinschaften mit Freunden.

Nun hat sie ja Probleme überfordert zu sein usw., hab ich ja auch mitbekommen. Das macht das Zusammenleben auf jeden Fall schwierig.

Trotzdem, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich dafür keiner finden lässt der geduldig genug wäre dafür...

Es klingt alles einfach nicht stimmig was sie möchte. Und genau deswegen tue ich auch alles als vorgeschobene Ausrede ab, die für nichts weiter da ist ihre soziale Unfähigkeit zu decken, ergo sie vor weiterem Schaden zu bewahren.

Zitat:
Ich kenne wirklich niemanden, dessen Vorliebe es ist, Sex ohne Lust darauf zu haben.
Neeeein, die gibt es nicht...
Es gibt keine Fetische die sich langweiligem Sex auseinandersetzen...
Genauso wenig wie Ignorier-Spiele.

Aber ja, insofern hast du schon recht, denn auch solche Praktiken verlangen natürlich nach Lust oder zumindest Lust auf Konsens oder jegliche andere Begründung die für denjenigen jetzt gerade ausreicht um Sex zuzustimmen.

Zitat:
Der Schatten kann aber nicht sein, sich zum Sex zu "zwingen", obwohl man es nicht will.
Das habe ich auch nie empfohlen! Es ist ein Unterschied ob man gerne "zwingen" lässt oder "machen lässt"; oder ähnliches.
Worauf es hier ankommt ist doch "lässt".

Zitat:
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Yellas Dates, die sie bisher hatte (waren ja nicht viele?), auch daran gescheitert sind, dass diese Abwehrhaltung wahrnehmbar ist.
Oh die ist auf jeden Fall wahrnehmbar.

Mal ganz davon abgesehen ist es jetzt nicht so schwer sich vorzustellen, wie das Date wohl ausgehen mag, wenn man die ganze Zeit da sitzt und denkt:
"Oh nein, und wenn ich den jetzt mag und ich den mag, dann will der morgen Sex..."

Zitat:
So wie ich sie bisher verstanden habe, nimmt sie Männer aber nicht sexuell wahr. Das ist ja etwas, dass ihr in den letzten 20 Jahren hätte auffallen können, wenn sie es doch wahrnehmen würde.
Klingt für mich verdammt nach Schutzmechanismus.
Wenn man sich doch gar nicht interessiert, wieso will man dann eine Geschlechtsübergreifende gemeinsame Beziehung?
Kuscheln könnte man auch mit seiner besten Freundin.
Ich mein ich lese daraus einen versteckten Wunsch.

Ich wünsch mir auch eine Freundin mit der es spaßig ist und die meine Hobbies teilt, meine Musik hört, meine Filme mag; nur Teenager denken zuerst an Sex.

Trotzdem würde ich nicht mit einer Freundin, die alles aufgezählte mit mir teilt, zusammenleben wollen. Das "mehr" darf es dann doch bitte auch noch sein...
Und nur zur Referenz, finde ich das ziemlich normal.
Aber bei Yella ist der Wunsch nach Gemeinschaft, mit einem Mann, ja da; aber das "mehr" weißt sie von sich aus welchem Grund auch immer.


Zitat:
Falls es sich wirklich um ein Trauma handelt, das durch sexuelle Gewalterfahrungen entstanden ist, wäre ich hier lieber vorsichtig.
Trauma können durch vieles entstehen, das muss nicht unbedingt Gewalt gewesen sein.
Trotzdem wäre es vielleicht ratsam das mal zu beleuchten.
Vielleicht sollte man auch zuerst mal ausschließen, dass sie nicht am Ende nur massive Hormonprobleme hat...
Sie wäre nicht die erste frigide Frau dank eines Hormonproblems und keiner hätte es gemerkt.


Zitat:
Ich halte beides für möglich. Aber es spielt ja letztlich keine Rolle, denn den Traum einer eigenen Familie musste sie in ihrem Alter ja eh schon abhaken.
Nur weil man keine Familie mehr möchte muss man aber doch nicht seine Sexualität begraben.

Ich mein, Frauen haben zwar wenig Wert abseits davon Gebärmaschine zu sein, aber man kann's ja wenigstens mal versuchen... (Den Witz versteht nur wer sich bei Pornos auskennt.)

Zitat:
Ich glaube nicht, dass Frauen über 30 so wahnsinnig viel Geduld haben (Ausnahmen kenne ich).
Ich meinte das ja auch genau andersherum.


Zitat:
Einem schwulen Mann würde ich ja auch nicht in mein Bett einladen, um ihn "auf den Geschmack zu bringen".
Aber wenn er es doch gerne nochmal ausprobieren wollen würde?!

Wenn ich das Gefühl hätte, dass sie sich sicher in dem ist was sie sagt, dann wäre ja alles gut.
Aber ich glaube ihr schlicht nicht.

Zitat:
Zitat von Anique Beitrag anzeigen
Abgesehen davon: Wäre es so wie Du sagst, dann wäre ja Homosexualität oder auch Asexualität "heilbar". Das glaube ich nicht.
STOP!
Das habe ich nicht gemeint und auch nicht aussagen wollen.
Ich bin sehr tolerant gegenüber homosexuellen Menschen.
Viele meiner früheren Freunde waren homo und ich hatte nie ein Problem damit und ganz gewiss wollte ich die nicht "heilen".
Da hast du mich aber ganz gehörig missverstanden.

Nur weil man etwas tun kann, heißt das nicht dass man es auch tun muss.
So weit zu gehen zu vergessen dass man es möglich ist, darf man aber nicht gehen. Egal wie sehr die Gesellschaft oder Politik danach verlangt.
Wer vergisst wird den gleichen Fehler wiederholen.

Geändert von 0815Nick (24.09.2020 um 13:50 Uhr)
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Alt 24.09.2020, 13:40 #00
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