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-   -   Suizid - tragbar oder nicht? (https://www.lovetalk.de/umfragen/118061-suizid-tragbar-oder-nicht.html)

quadrant 18.11.2012 14:26

Zitat:

Zitat von MPS6 (Beitrag 4700236)
Die Diskussion darüber, ob jemand in höchster Verzweiflung das Recht hat sein eigenes Leben zu beenden, finde ich nebenbei gesagt fast anmassend.

Warum?

Meriana 18.11.2012 17:45

Zitat:

Zitat von Valentino (Beitrag 4700189)
Dann hat der Helfende seinen Job nicht sehr gut erledigt. Man kann versuchen einen Suizidalen festzuhalten. Das führt zu genau diesem Eindruck beim Betroffenen. Er fühlt sich umklammert, was seine negativen Emotionen noch verstärken kann.

Man kann aber auch loslassen und die Entscheidung beim Übergänger belassen, dabei aber eine Tür öffnen. Eventuell ist der Betroffene auf der Suche nach genau diesem Ausweg.

Welchen 'Job' meinst du?
Und welcher Laie ist selbst so wenig persönlich emotional involviert, dass er in der Lage ist diesen Job auszuführen?
Welche Hilfe meinst du konkret?
Wie sieht die aus?
Kannst du das mal an konkreten Beispielen aufzeigen?


Das ist so ein hoch emotionales Thema und wenn ich als Laie so nah an jemandem dran bin, dass ich von seiner Krankheit, von seinen Gedanken, seinem Schmerz so viel mitbekomme.. dann bin ich kaum in der Lage zu sagen: "Hey, ist deine Entscheidung ob du dich aufhängst aber falls du mal reden willst, dann kannste ruhig bei mir vorbeischauen."

Und inwiefern so etwas überhaupt ankommt ist dann noch mal eine ganz andere Frage. Selbst jeder gute Therapeut sagt, dass er niemanden der wirklich nicht weiterleben will, durch irgendetwas davon abhalten kann sich selbst zu töten.

Ansotica 18.11.2012 19:18

Das ist die falsche Frage.

Wen interessierts obs tragbar ist?

Für Angehörige ist es die Hölle, für den Betroffenen davor meist auch, wen interessierts dabei obs tragbar ist?

Fischli >°}}}>>< 20.11.2012 05:32

Hier ist eine interessante Doku zu diesem sehr kontroversen und schwierigen Thema: http://www.youtube.com/watch?v=p_vAoboqKmA

Mallena 20.11.2012 07:20

Der Mensch kann mit seinem Körper machen was er selbst für richtig hält. Entscheidet er sich für den Tod, dann soll es so sein. Die Seele stirbt ja nicht.
Die Mitmenschen sollten eventuell darüber informieert werden um Abschied nehmen zu können, sie dürfen diesen Prozess aber nicht stören. So banal sich das auch anhört, sie müssen es akzeptieren, wie wenn sich der Besagte die Haare knallrot färben würde.

Fischli >°}}}>>< 20.11.2012 07:37

Zitat:

Zitat von Mallena (Beitrag 4703375)
Der Mensch kann mit seinem Körper machen was er selbst für richtig hält. Entscheidet er sich für den Tod, dann soll es so sein. Die Seele stirbt ja nicht.
Die Mitmenschen sollten eventuell darüber informieert werden um Abschied nehmen zu können, sie dürfen diesen Prozess aber nicht stören. So banal sich das auch anhört, sie müssen es akzeptieren, wie wenn sich der Besagte die Haare knallrot färben würde.

Dem stimme ich nur bedingt zu.

In vielen Fällen ist ein Suizidversuch ein Hilferuf. Da nicht zu helfen wäre grundverkehrt.

Wenn jemand im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sagt "Ich will nicht mehr" dann ist das zu akzeptieren.

Wenn aber jemand geplagt durch Leid und Trauer, vielleicht auch Depression bloß will dass der Schmerz aufhört, egal wie und nur den Suizid als Ausweg sieht, dann kann man ihm eine Tür öffnen und Hilfe anbieten damit er ggf. noch einen anderen Weg findet um den Schmerz aufzulösen.

Suizidgedanken drücken oft die Sehnsucht nach dem Leben aus, nicht nach dem Tod.
Es bedeutet, dass derjenige leben will- aber eben nicht so.

Wie man das unterscheidet? Schwierig. Aber dann auch logisch.

Wer eigentlich leben will lässt meist eine kleine Hintertür offen. Kündigt den Suizid an. Bricht einen Versuch ab. Arrangiert es so, dass er gefunden wird.

Wer jedoch wirklich sterben will der geht und niemand kann ihn aufhalten.

Mallena 20.11.2012 07:52

Eine Zurechnungsfähigkeit und Wohlüberlegtheit setze ich auch voraus.

Valentino 20.11.2012 08:06

Zitat:

Zitat von Fischli >°}}}>>< (Beitrag 4703386)
Suizidgedanken drücken oft die Sehnsucht nach dem Leben aus, nicht nach dem Tod.

Wenn sich jemand vor einen fahrenden Zug wirft oder sich einen Strick besorgt um hinterher dessen Haltbarkeit mit seinem Hals testen will hat er sicher keine Sehnsucht nach dem Leben.

quadrant 20.11.2012 10:50

Zitat:

Zitat von Valentino (Beitrag 4703406)
Wenn sich jemand vor einen fahrenden Zug wirft oder sich einen Strick besorgt um hinterher dessen Haltbarkeit mit seinem Hals testen will hat er sicher keine Sehnsucht nach dem Leben.

Jetzt musste ich lachen. Das sehe ich auch so.
Ich denke jeder hat schon mal Selbstmordgedanken gehabt. Ich würde sogar sagen dass diese Gedanken bei mir wenigstens 1 Mal im Monat hochkommen. Allerdings sind das nur Gedanken, und vom Gedanken zum Schritt ist es noch ein weiter weg. Jemand der diesen Weg aber schon hinter sich gebracht hat, der ist bereit zu sterben, da ist jegliche Sehnsucht nach dem Leben weg!

Fischli >°}}}>>< 20.11.2012 18:19

Es gibt auch Suizidversuche die so angelegt sind, dass sie nicht funktionieren. Musste ich selbst schon sehen. Wer in der Weihnachtszeit zwischen Menschenmassen übers Brückengeländer steigt der will aufgehalten werden.


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