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Meriana 16.11.2012 13:28

Zitat:

Zitat von Equilibra (Beitrag 4699226)
Ehrlich gesagt weiß ich das nicht so genau. Intuitiv.

Okay, die Frage war blöd gestellt, das ist es nämlich nicht was ich eigentlich wissen wollte.

Auf welcher Grundlage würdest du es tun? Oder um es anders auszudrücken, welches Recht glaubst du zu haben, dies zu tun?

Ich war mal soweit und das was letztendlich dazu geführt hat, dass ich nun hier sitze und darüber schreiben kann, das war mein Überlebensinstinkt oder in allerletzter Sekunde vllt. so etwas wie Angst - aber es gab da schon lange keinen Gedanken mehr an 'die anderen'.
Im Grunde genommen lebe ich, weil ich mich damals dafür entschieden habe.

Mich hätte aber niemand wirklich abhalten können.

Equilibra 16.11.2012 13:38

Zitat:

Zitat von quadrant (Beitrag 4699234)
Schlussendlich kommt es doch auf das selbe hinaus. Man hat keine Lust mehr und möchte dem ein Ende setzen.

Richtig. Allerdings ist - für mich - wichtig, ob man diese Entscheidung selbst trifft oder es jemand anders für einen übernimmt.


Zitat:

Zitat von Meriana (Beitrag 4699235)
Auf welcher Grundlage würdest du es tun? Oder um es anders auszudrücken, welches Recht glaubst du zu haben, dies zu tun?

So gesehen natürlich keins. Ich würde es einfach versuchen, denn es gibt wohl kaum etwas mehr Wertvolles als das Leben selbst.

Zitat:

Ich war mal soweit und das was letztendlich dazu geführt hat, dass ich nun hier sitze und darüber schreiben kann, das war mein Überlebensinstinkt oder in allerletzter Sekunde vllt. so etwas wie Angst - aber es gab da schon lange keinen Gedanken mehr an 'die anderen'.
Im Grunde genommen lebe ich, weil ich mich damals dafür entschieden habe.
Ok. Nun, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Schön, dass Du lebst :)

quadrant 16.11.2012 13:43

Zitat:

Zitat von Equilibra (Beitrag 4699245)
Richtig. Allerdings ist - für mich - wichtig, ob man diese Entscheidung selbst trifft oder es jemand anders für einen übernimmt

Die Entscheidung trifft man doch immer selber solange man noch ansprechbar ist. Die Handlung muss bei der Sterbehilfe ein anderer übernehmen.

Meriana 16.11.2012 13:48

Ich wollte damit ja nur anmerken, dass Hilfe von Außen eigentlich nur den Anderen wirklich nützt. Zumindest hab ich es so erlebt.
Es beruhigt das Gewissen der "Helfenden", aber wirklich helfen tut es nicht, eher im Gegenteil.. man fühlt sich noch zusätzlich belastet, verpflichtet, dem anderen etwas schuldig.. und das ist ja 'nur' das was noch zusätzlich quält.

So traurig sich das anhört, wenn ein Mensch es nicht mehr fühlen kann, dann nützen 100 Freunde genausowenig wie einer.

Ich kenne beide Seiten, ich hab auf beiden schon gestanden und ich bin auf der Seite des gern helfen Wollenden genauso verzweifelt wie das wahrscheinlich alle tun würden. Mich quälen heute noch oft Gedanken "Warum hab ich das nicht gesehen? Ich hätte doch sicher etwas tun können..." und gleichzeitig weiß ich ja, dass das in letzter Konsequenz nicht möglich ist. Und irgendwie ist es auch anmaßend zu sagen, dass ich es besser gekonnt hätte - das Leben des Anderen in den Griff zu bekommen.

Equilibra 16.11.2012 15:16

Zitat:

Zitat von quadrant (Beitrag 4699257)
Die Entscheidung trifft man doch immer selber solange man noch ansprechbar ist. Die Handlung muss bei der Sterbehilfe ein anderer übernehmen.

In einem Film traf ein junger Mann eine solche Entscheidung für seine im Koma liegende Mutter. Es schien ihm überhaupt nicht schwer gefallen zu sein. Doch wie logisch und richtig diese tatsächlich war, ich weiß nicht, ob ich es könnte.

quadrant 16.11.2012 15:27

Zitat:

Zitat von Equilibra (Beitrag 4699381)
In einem Film traf ein junger Mann eine solche Entscheidung für seine im Koma liegende Mutter. Es schien ihm überhaupt nicht schwer gefallen zu sein. Doch wie logisch und richtig diese tatsächlich war, ich weiß nicht, ob ich es könnte.

Der Vater eines guten Bekannten von mir hat vor 3 Wochen einen Schlaganfall erlitten. Hirn kaputt, Koma, er wird entweder irgendwann wach und ist Gemüse, oder er wird nie wieder wach. Die Familie hat sich nun dafür entschieden die Geräte ausschalten zu lassen. Sie würden es nicht ertragen ihn als Gemüse bei sich zu haben. Ich hätte auch so gehandelt. Würde mir auch nicht schwerfallen.

Meriana 16.11.2012 15:28

Ich bin bei dem Thema auch sehr, sehr zwiegespalten, denn mein in letzter Sekunde zurückgezogener Entschluss hat mir gezeigt, dass ich nur zu 99,99% bereit war zu gehen.. dieser winzige Rest hat mich am leben gehalten.
Was ist, wenn es jemandem dem ich diese Unterstützung zukommen lasse, auch von diesem kleinen Rest am leben gehalten werden würde.. wenn er die Sache allein durchführen würde?

:( Scheiß Entscheidung, denn einen Menschen furchtbar leiden zu sehen, den man zudem noch unglaublich gern hat, das will einfach niemand. :/

Equilibra 16.11.2012 15:40

Zitat:

Zitat von Meriana (Beitrag 4699397)
Ich bin bei dem Thema auch sehr, sehr zwiegespalten, denn mein in letzter Sekunde zurückgezogener Entschluss hat mir gezeigt, dass ich nur zu 99,99% bereit war zu gehen.. dieser winzige Rest hat mich am leben gehalten.
Was ist, wenn es jemandem dem ich diese Unterstützung zukommen lasse, auch von diesem kleinen Rest am leben gehalten werden würde.. wenn er die Sache allein durchführen würde?

Sehr treffend formuliert. Genau das würde mich davon abhalten einem beim Sterben zu helfen.

Sorvenja 16.11.2012 15:49

Zitat:

Zitat von quadrant (Beitrag 4699396)
Der Vater eines guten Bekannten von mir hat vor 3 Wochen einen Schlaganfall erlitten. Hirn kaputt, Koma, er wird entweder irgendwann wach und ist Gemüse, oder er wird nie wieder wach. Die Familie hat sich nun dafür entschieden die Geräte ausschalten zu lassen. Sie würden es nicht ertragen ihn als Gemüse bei sich zu haben. Ich hätte auch so gehandelt. Würde mir auch nicht schwerfallen.

Menschen mit Hirnschädigung als "Gemüse" zu bezeichnen ist respektlos.

quadrant 16.11.2012 15:53

Zitat:

Zitat von Sorvenja (Beitrag 4699436)
Menschen mit Hirnschädigung als "Gemüse" zu bezeichnen ist respektlos.

Hier geht es nicht um eine Hirnschädigung. Wenn der aus dem Koma rauskommen sollte dann wird der überhaupt nichts mehr mitbekommen. Das kann man sehr wohl als Gemüse bezeichnen! Das ist ein anerkannter Ausdruck aus dem Englischen.


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